1. FC UNION BERLIN – PROFIL UND TEAMSTATISTIKEN



VEREINSPROFIL - 1. FC UNION BERLIN

Der 1. FC Union Berlin (offiziell: 1. Fußballclub Union Berlin e. V.) ist ein Fußballverein aus Berlin. Er wurde 1966 gegründet und basiert auf dem bereits 1906 entstandenen FC Olympia Oberschöneweide, der unter dem Namen SC Union Oberschöneweide Deutscher Vizemeister 1923 war.

Seit 1920 spielen Union Berlin und dessen Vorgängervereine im größten reinen Fußballstadion Berlins, dem Stadion An der Alten Försterei.

Mit 30.000 Mitgliedern ist Union der zweitgrößte Berliner Sportverein und einer der 20 mitgliederstärksten Sportvereine Deutschlands. Wie kaum ein anderer Verein aus der ehemaligen DDR pflegt Union das Image eines ,,Arbeiterklubs“ – mit einer liebenswert-schrulligen Aura und viel ,,Ostalgie“.

Zu den sportlichen Erfolgen des Klubs zählen bis 2019 der Gewinn des FDGB-Pokals 1968 sowie das Erreichen des DFB-Pokalendspiels 2001 und damit die Qualifikation für den UEFA-Pokal der Spielzeit 2001/02. In der Saison 2018/2019 qualifizierte sich die von Trainer Urs Fischer betreute Mannschaft von Union Berlin über die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart (2:2 / 0:0) erstmals in der Vereinsgeschichte für die Fußball-Bundesliga.

GOOD TO KNOW

Union Berlin feiert im Stadion des ärgsten Rivalen, BFC Dynamo, am 27. September 2001 einen 3:0-Triumph im UEFA-Cup-Rückspiel gegen den finnischen Klub Haka Valkeakoski. (Photo by Friedemann Vogel/Bongarts/Getty Images)

Die erste Mannschaft hat zuvor 10  Jahre kontinuierlich in der 2. Bundesliga gespielt, ehe sie diesen Erfolg feiern durfte.

Union Berlin genießt über die Fußballszene und die Stadtgrenzen hinaus Kultstatus. Der Schlachtruf der Fans lautet ebenso wie der Titel der von Nina Hagen gesungenen Vereinshymne Eisern Union. Woher der Ausdruck stammt, darüber gibt es heute widersprüchliche Aussagen.

Der Verein pflegt innerhalb Berlins teilweise erbitterte Rivalitäten zum ,,Stasi-Klub“ BFC Dynamo und zum ,,Klassenfeind“ Tennis Borussia Berlin aus dem West-Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf.

Was nur wenige wissen (5 Union-Katastrophen und 5 ,,eiserne“ Triumphe)

Für die Union-Hater

  1. Die höchste Pflichtspiel-Niederlage des 1. FC Union Berlin nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 setzt es  am 7. Oktober 2002 in der 2. Bundesliga – 0:7 beim 1. FC Köln. Ein 2:8 aus Sicht des FCU gibt es in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga 1992 gegen den alten DDR-Oberliga-Rivalen FSV Zwickau. Im DFB-Pokal demütigt der spätere Finalist Werder Bremen ,,die Eisernen“ am 2. August 2009 mit 5:0 an der Alten Försterei.
  2. Prügel vom Stasi-Klub: Union und BFC Dynamo – Die ,,Eisernen“ gelten seit ihrer Aufnahme in die DDR-Oberliga (1966) als erklärter Erzfeind des ,,Stasi-Klubs“ aus Hohenschönhausen. In der Saison 1980/81 stürmen die Dynamos die Alte Försterei mit 6:0. Das 8:1 von Dynamo Berlin gegen Union in der Saison 1986/87 bedeutet ein paar Jahre später die höchste Auswärts-Niederlage für den FCU in der DDR-Oberliga.
  3. Die Unaufsteigbaren: Union Berlin in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga – ein unlösbares Rätsel! Ab 1992 verpassten die Unioner den Aufstieg ins deutsche ,,Fußball-Unterhaus“ regelmäßig. Waren es 1992 noch 5 Niederlagen in 6 Spielen gegen den VfL Wolfsburg, den ,,Klassenfeind“ FC Berlin (Ex-Dynamo) und den FSV Zwickau, bei einem Torverhältnis von Minus 15, so wird den Köpenickern 1993 die Lizenz zur 2. Liga verweigert. Dramatische Züge nimmt das Ganze im Sommer 2000 an. In einem Elfmeter-Krimi beim VfL Osnabrück (7:8) und in der anschließenden Dreier-Runde mit LR Ahlen und dem SC Pfullendorf bleibt der Traum von der 2. Liga wieder unerfüllt.
  4. Die Aua-Premiere: Endlich Bundesliga, endlich mit Union Berlin! Die Euphorie kennt am 19. August 2019 in Berlin kaum Grenzen – doch nach einer guten halben Stunde ist es damit schon wieder vorbei. Der Gegner RB Leipzig zeigt Union mit 2 frühen Toren, wie Bundesliga geht, und gewinnt am Ende mit 4:0. Es gibt sicherlich bessere Premieren…
  5. Pokalfinale: Eine einmalige Angelegenheit?: Das Pokalfinale von 2001 könnte für Union Berlin auf lange Sicht ein ,,One Hit Wonder“ gewesen sein. Seit dem Sturm ins Finale kommt der Ost-Berliner Klub in fast 20 Jahren nie mehr weiter als bis ins Achtelfinale. Dort ist 2016 und 2018 2-mal gegen Borussia Dortmund Schluss. Zwischen 2004 und 2012 scheidet Union im Pokal 6-mal in Runde 1 aus.

Die aus Sicht der Union-Gegner bemerkenswerte respektive erfreulichste Saison liefern ,,Die Eisernen“ 2003/2004 in der 2. Bundesliga ab. Mit Trainerlegende Aleksandar Ristic bekommt Union so richtig auf den Ritterhelm – und setzt einige Negativ-Marken.

Schlechteste Platzierung in der Abschluss-Tabelle:
Rang 17 ist (Stand: August 2019) in der 2. Bundesliga 2003/2004 das schlechteste Gesamt-Ergebnis des 1. FC Union Berlin in der 1. oder 2. Bundesliga.

Wenigste erzielte Punkte: 2003/2004 holen die Unioner in der 2. Liga nur 33 Punkte. Schlechter sind sie nach der Wende und außerhalb der 2. Bundesliga nur 2004/2005, mit 27 Punkten in der Regionalliga Nord.

Meiste Niederlagen:
2003/2004 kassiert Union Berlin in der 2. Bundesliga in 34 Spielen insgesamt 17 Niederlagen.

Wenigste Siege: In der Saison 2003/2004 haben die Union-Fans nur wenig Grund zum Jubeln, es gibt insgesamt nur 8 Siege, das ist in der 2. Bundesliga (BL-Premieren-Saison und untere Ligen nicht mitgerechnet) der schlechteste Wert nach der deutschen Wiedervereinigung.

Für die Union-Fans

  1. Ohne Sieg in die Bundesliga: Die Bundesliga erreicht Union Berlin im Mai 2019 mit 3 Remis in Folge. Erst holt die Mannschaft von Urs Fischer in Bochum einen 0:2-Rückstand auf. Das 2:2 führt sie in die Relegationsspiele gegen den VfB Stuttgart, 16. der Tabelle in der Fußball-Bundesliga. Mit einem 2:2 in Stuttgart und einem 0:0 in Berlin machen ,,die Eisernen“ den Wunschtraum ihrer Fans wahr – und steigen auf.
  2. Im Stadion des Erzrivalen: Union feiert Europa! 2001 ist das größte Jahr für den 1. FC Union Berlin. Erstmals steigt der Klub in die 2. Bundesliga auf und erreicht das DFB-Pokalfinale in der eigenen Stadt gegen den FC Schalke 04. Trotz des 0:2 gegen die Königsblauen darf Union als Pokalfinalist endlich in seiner wechselhaften Geschichte auch im Europapokal ran. Im UEFA-Pokal  bezwingt die Mannschaft von Georgi Wasillew den finnischen Klub Haka Valkeakoski mit 3:0 im Rückspiel. Die besondere Note: Das Rückspiel am 27. September 2001 muss im Jahn-Stadion des Erzrivalen und ,,Klassenfeindes“ BFC Dynamo ausgetragen werden, da die Alte Försterei nicht für internationale Spiele zugelassen ist. Das Hinspiel in der finnischen Kleinstadt endet 1:1
  3. Alte Försterei als Favoriten-Falle: In der Saison 2000/2001 lernt ganz Fußball-Deutschland die Alte Försterei kennen. Das Kult-Stadion von Union Berlin in Köpenick ist bislang nur Kennern des Ost-Fußballs bzw. Berlin-Experten ein echter Begriff. Das ändert sich in den DFB-Pokalspielen dieser für Union so denkwürdigen Saison. In dem engen Stadion, wo die Ergebnisanzeige noch von Hand umgestellt und der Rasen mitunter eher an einen brandenburgischen Acker erinnert denn an ein wettbewerbsfähiges Fußballfeld, reiht der Berufs-Außenseiter einen Sieg an den nächsten. Absoluter Höhepunkt der Pokal-Serie mit 5 Heimerfolgen am Stück  ist die Halbfinal-Begegnung gegen Borussia Mönchengladbach. Mit 6:4 nach Elfmeterschießen gelingt Union Berlin am 2. Februar 2001 der Final-Einzug!
  4. Der einzige Derby-Sieg gegen Hertha: Union Berlin und der große West-Nachbar Hertha BSC werden sich erst im November 2019 in der 1. Bundesliga gegenüberstehen. In der 2. Liga gibt es zwischen 2010 und 2013 insgesamt nur 4 Ost-West-Derbys, von denen die Köpenicker nur eines gewinnen können. Am 5. Februar 2011 triumphieren sie mit 2:1 im Olympiastadion vor 74.244 Zuschauern. John Jairo Mosquera und Torsten ,,Tusche“ Mattuschka werden mit ihren Toren zu Derby-Helden.
  5. Union trickst Buschner aus: Ein zu DDR-Zeiten als sensationell eingestufter 2:1-Erfolg gegen den FC Carl Zeiss Jena im FDGB-Pokalfinale 1968 bringt Union Berlin seinen einzigen nationalen Titel. Union-Trainer Werner ,,Schwenne“ Schwenzfeier überlistet Jena mit dem späteren DDR-Nationalcoach Georg Buschner, in dem er den 21-jährigen Rookie Reinhard ,,Mäcky“ Lauck aus dem Hut zaubert. Lauck ist selbst ganz überrascht von seiner Nominierung: ,,Der Schwenzfeier ist wohl verrückt geworden!“ Nicht ganz. Es ist eine Aufstellung, die den Favoriten überrascht – Union gewinnt durch Tore von Meinhard Uentz und Ralf Quest mit 2:1. ,,Mäcky“ Lauck holt 1976 mit der DDR die Fußball-Goldmedaille in Montreal.

GRÖßTE ERFOLGE, GRÖßTE NIEDERLAGEN

27. Mai 2019: Der größte Tag in der Vereinsgeschichte von Union Berlin. ,,Die Eisernen" steigen erstmals in die Fußball-Bundesliga auf.
27. Mai 2019: Der größte Tag in der Vereinsgeschichte von Union Berlin. ,,Die Eisernen" steigen erstmals in die Fußball-Bundesliga auf. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Der größte Erfolg gelingt Union Berlin mit dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga 2019 sowie mit dem Erreichen des DFB-Endspiels 2001 in der eigenen Stadt.

Mit dem Erfolg in den Relegationsspielen 2019 gegen den 16. der Fußball-Bundesliga vom VfB Stuttgart (2:2 / 0:0) erreicht Union Berlin erstmals die deutsche Fußball-Eliteliga und lässt an der Wuhlheide alle Dämme brechen. Alles zum Union-Aufstieg gibt es hier.

Der größte und einzige internationale Erfolg ist das Weiterkommen in Runde 1 des UEFA-Pokals gegen den mehrfachen finnischen Meister Haka Valkeakoski im September 2001 (1:1 / 3:0).

Die größte fußballerische Peinlichkeit leistet sich Union Berlin beim 0:7 beim 1. FC Köln in der 2. Liga 2002/2003. Unvergessen aus DDR-Zeiten: das 1:8 und das 0:6 gegen den ,,Klassenfeind“ BFC Dynamo Berlin in der Oberliga 1986 und 1980.

OMG - OH MY GOD!

Union Berlins Präsident Heiner Bertram (r.) hatte kein leichtes Amt...
Union Berlins Präsident Heiner Bertram (r.) hatte kein leichtes Amt... (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Union Berlin und das Geld…

Seit der deutschen Wiedervereinigung kämpft Union Berlin immer wieder mit finanziellen Problemen. Einmal kostet eine Mauschelei sogar den Aufstieg und irgendwann müssen Millionen aus der ,,Kinowelt“ her, um den Verein zu retten. Auf die treuen Fans können sich ,,die Eisernen“ jedoch auch in schlimmsten Krisenzeiten immer verlassen. Bis aufs Blut…

  1. Der Mann mit dem Geldkoffer: Die Union-Vereinskneipe in der ,,Alten Försterei“ ist im Januar 1998 Schauplatz eines denkwürdigen Besuchs. Der Karlsruher Medienunternehmer Dr. Michael Kölmel (,,Kinowelt“) hat es sich zur Aufgabe gemacht, finanziell leck geschlagenen Traditionsklubs zu helfen. Das ist wirklich großzügig. Insgesamt 65 Mio. Euro investiert er in verschiedene Fußballklubs. Als er mit Union-Präsident Heiner Bertram die Sanierung verkündet, hat der Berliner Klubchef Tränen in den Augen. Union wird dank Kölmel (,,Man muss bei der Sache einen langen Atem haben“) schuldenfrei, tritt seine TV-Rechte an Kölmel ab und leitet den Image-Wandel ein. Dumm nur, dass genau das passiert ist, was Nina Hagen in der Vereinshymne (,,Eisern Union“) bestreitet: ,,Wer lässt sich nicht vom Westen kaufen? – Eisern Union!“ Eben doch…
  2. ,,Bluten für Union“: Der Geldsegen des Dr. Kölmel hält nicht lange an. Als der Verein 2005 in die Oberliga abstürzt, hat Kölmel seine Bewährungsstrafe wegen Insolvenzverschleppung schon erhalten… Union drücken dennoch kurzfristige Verbindlichkeiten von 720.000 Euro plus die Schulden, die man bei Kölmel noch hat, ca. 15 Mio. Euro. Mit der Blutspende-Aktion ,,Bluten für Union“ sammeln die Fans Geld und tragen mit dazu bei, dass die kurzfristig fälligen 1,46 Mio. Euro zur Rettung zusammenkommen. Die Konsolidierung gelingt. Mit dem neuen Coach Christian Schreier gelingt der Wiederaufstieg in die Regionalliga.
  3. Die gefälschte Bankbürgschaft: Der größte Finanz-Krimi um die Köpenicker spielt sich 1993 in der Hauptstadt ab. Sportlich ist Union Berlin ,,endlich“ für die 2. Bundesliga qualifiziert – 1:0 im Relegationsspiel gegen den Bischofswerdaer FV 08! Im Nachgang stellt sich heraus, dass die für die Lizenzierung notwendige Bank-Bürgschaft gefälscht ist. Am 2. Juli 1993 spricht der DFB die Zweitliga-Saison dem verhassten West-Berliner Rivalen Tennis Borussia Berlin zu. Wie der Berliner Tagesspiegel später berichtet, soll ein Mitarbeiter von Unions Hauptsponsor dem TeBe-Macher und Schlagerproduzenten Jack White (alias Horst Nussbaum) diese Information gesteckt haben. Jack White (,,Heute haun‘ wir auf die Pauke“) nimmt diese Info womöglich dankend auf. Dennoch lässt sich bis heute nicht final klären, wer diese Interna an den DFB weitergegeben hat. DER SPIEGEL sieht im Juli 1993 ,,ein Stück von Mielke“, eine Ost-Berliner Fußballposse, wie sie wahrscheinlich Stasi-Boss Erich Mielke nicht besser hätte inszenieren können: ,,Die Herren des Fußballvereins Union Berlin finden nur kurzfristig Trost und Halt in den 27 Versen, die ihnen ein ..anonymer Volksdichter“ ans Schwarze Brett der Geschäftsstelle in Köpenick geschlagen hat. Wie in den besten Zeiten der friedlichen Revolution ist das ganze Elend des Ostens in Schüttelreime gefasst: ,,So oft ihr Jungs das Tor auch trefft – die Wessis machen das Geschäft!“ Wie auch immer: Am Ende der Saison 1993/94 wird Union Berlin erneut die Lizenz zur 2. Liga verweigert – an der ,,mangelnden Wirtschaftlichkeit“ hat sich nichts geändert. Ein Schuldenberg von 2,56 Mio. Euro lässt den DFB wahrscheinlich vollkommen zu Recht zurückschrecken. Die wertvollsten Spieler wie der spätere Vize-Weltmeister Marko Rehmer und der Bosnier Sergej Barbarez müssen verkauft werden, um nicht noch tiefer in die roten Zahlen zu rutschen. Trainer Frank Pagelsdorf verlässt Berlin, heuert bei Hansa Rostock an – und steigt mit den Mecklenburgern in die Bundesliga auf…
  4. Tief in der Patsche – Der Skandalprofi: Kein anderer Spieler hat den 1. FC Union mehr genervt als Nico ,,Patsche“ Patschinski. Der gebürtige Ost-Berliner hat offenbar in seiner Zeit bei den ,,Eisernen“ ab 2006  und möglicherweise auch sonst eine, sagen wir mal, eigenwillige Beziehung zum Geld. „Was ich mit meiner Kohle mache, ist mein Ding. Ob ich mir damit den Arsch abwische, es verspiele oder verbrenne. Es ist ja nur Geld“, entgegnet er den Kritikern, die ihn spätestens seit 2007 als spielsüchtig ansehen. Patschinski – mit 10.000 Euro monatlich Spitzenverdiener an der Wuhlheide – wäre nicht Patschinski, wenn er diese Problematik nicht herunterspielen würde. Unions Sportdirektor Christian Beeck meint 2007, ich sei spielsüchtig und krank, brächte meine Leistung nicht. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt schon in allen Spielbanken sperren lassen, da ich zu viel verloren hatte, ich war damals nicht spielsüchtig und bin es auch heute nicht. Ich hab nur ein bisschen Karten gespielt und gewettet“, sagt er im März 2016 dem Berliner Kurier. Dass er an einem Benefiz-Pokerturnier des verhassten Ost-Berliner Rivalen BFC Dynamo teilnimmt, bringt ihm eine Abmahnung und 5.000 Euro Strafe. Anti-Union-Parolen und eine wilde Party-Nacht mit Dynamo reichen den Verantwortlichen, um Patschinski fristlos und wegen „vereinsschädigendenVerhaltens“ zu kündigen. Als der Vertrag im Juli 2009 schließlich nach langem Hin- und Her aufgelöst wird und rund 130.000 Euro Abfindung fällig sind, atmet Unions Präsident Dirk Zingler auf: „Wir sind froh, dass dieses Kapitel beendet ist.“ Mehr über Nico Patschinski und 30 Fußball-Profis, die pleite gingen, gibt es hier.
  5. ,,Prager Frühling“ verhindert die Europa-Premiere: Irgendwie hat Union immer irgendwo Pech. Dem legendären DDR-Pokalsieg mit ,,Schwenne“ Schwenzfeier und ,,Mäcky“ Lauck soll 1968 endlich die Europapokal-Premiere folgen. Dann kommt die militärische Niederschlagung des ,,Prager Frühlings“ den ,,Schlosserjungs“, wie Union auch genannt wird, zuvor. Die Europacup-Auslosung gegen den jugoslawischen Klub FC Bor wird annulliert und als die West-Klubs darauf drängen, neu auszulosen, liegt der Jaschin-Klub Dynamo Moskau für die Berliner in der Lostrommel. Jetzt aber haben die osteuropäischen Vereine keine Lust mehr und nehmen ihre Mannschaften aus dem Wettbewerb – auch die DDR zieht mit. ,,Das war natürlich eine Riesen-Enttäuschung“, erinnert sich Werner Schwenzfeier (1925 – 1995) später, ,,die 15.000 Eintrittskarten reichten bei Union 3 Jahre lang als Schmierzettel.“

Unions Kult-Trainer Werner ,,Schwenne" Schwenzfeier über sein Erfolgsgeheimnis: ,,Der Balken muss glühen"

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UNION BERLIN - FUN FACTS

Nach dem 0:2 im DFB-Pokalfinale 2001 gegen den FC Schalke 04 ist Unions Bozo Djurkovic frustriert. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Der 1. FC Union Berlin steht 2001 im DFB-Pokalfinale und das Maskottchen ,,Ritter Keule“ schwingt den Morgenstern bei jedem Heimspiel – das weiß in Fußball-Deutschland nun wirklich jeder. Aber es gibt auch rund um ,,die Eisernen“ jede Menge Fun Facts der besonderen Art. 

Das Weihnachtssingen – Es ist ein ,,Union-Klassiker“ und sowohl in der 1. als auch in der 2. Bundesliga ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Seit 2003 halb legal, seit 2005 offiziell, treffen sich kurz vor Weihnachten bis zu 28.000 Menschen im Stadion an der Alten Förterei zum inzwischen traditionellen Weihnachtssingen – Glühwein inklusive. ,,Pfarrer Kastner trägt die Weihnachtsgeschichte vor, der Chor des Emmy-Noether-Gymnasiums gibt Tonart und Takt vor und eine kleine Bläsergruppe sorgt für festlich-fröhliche Klänge. Liederbuch und Kerze gibt es gratis – eine kleine Spende für die Nachwuchsarbeit des Vereins ist jedoch immer willkommen“, heißt es dazu auf der Homepage von Union.

Der Staatsfeind Nummer 1: Union Berlin und Tennis Borussia Berlin, das wird nie zusammenpassen! Die Köpenicker pflegen mit dem einst von Showmaster Hans Rosenthal und Schlagerproduzent Jack White geführten bzw. unterstützten Klub aus Charlottenburg-Wilmersdorf eine unversöhnliche Feindschaft. Für Provokation sorgt einer der schillerndsten TeBe-Spieler überhaupt: Ansgar Brinkmann. Der ehemalige Osnabrücker wagt sich beim ersten Relegationsspiel im Mai 2000 zwischen Union und dem VfL Osnabrück ins Stadion Alte Försterei, wird angefeindet und bekommt Prügel angedroht. ,,Wat will der hier, wir sind n Arbeiterverein“, ist noch die harmloseste Bekundung gegen ,,Trinkmann.“ Alles zu Skandal-Profi Ansgar Brinkmann (,,Ich hau‘ Dir aufs Maul, du Asi“) gibt es hier.

Der erste Europacup-Torschütze von Union Berlin heißt Sreto Ristic. Der ehemalige Stuttgarter, der in 47 BL-Spielen zwischen 1996 und 2000 für den VfB 5 Tore erzielt, trifft am 20. September 2001 beim 1:1 beim FC Haka in Finnland. Im Rückspiel sorgen Bozidar Djurkovic, Ferdinand Chi Fon und Hristo Koilov für die Tore der Unioner. Es sind bis heute die letzten Europacup-Treffer für den Ost-Berliner Klub.

Größtes ,,echtes Fußballstadion“ Berlins: Die 2012/2013 komplett umgebaute Alte Försterei ist mit einem Fassungsvermögen von 22.012 Zuschauern das größte, reine Fußballstadion in der Bundes-Hauptstadt.

They called them Sebastian: Die FCU-Stürmer Sebastian Andersson und Sebastian Polter sind mit 12 bzw. 9 Toren die erfolgreichsten Schützen in der Aufstiegs-Saison zur Bundesliga 2018/2019.

Top-Torhüter: Rafal Gikiewicz vo 1. FC Union Berlin ist mit einem Kicker-Notenschnitt von 2,68 bester Keeper der 2. Bundesliga-Saison 2017/2019, an deren Ende die Köpenicker in die 1. Liga aufsteigen.

Absturz in der Rückrunde: Die Berliner stehen in der Rück-Serie der Aufstiegssaison 2018/2019 nur auf Rang 6. Nach den ersten 17 Spieltagen haben sie mit Rang 3 noch den Relegationsplatz belegt.

Rekord-Torschützen: Der Algerier Karim Benyamina ist mit 62 Pflichtspiel-Toren in 192 Einsätzen der erfolgreichste Torschütze von Union. Ihm folgen Torsten ,,Tusche“ Mattuschka mit 61 Treffern aus 281 Pflichtspielen, und der Brasilianer Daniel ,,Texas“ Teixeira, der in 68 Spielen 47-mal traf.

Bester Vorlagengeber aller Zeiten ist Torsten Mattuschka mit 62 Assists in 281 Pflichtspiel-Begegnungen für Union Berlin.

Zuschauer-Rekord: 2-mal mehr als 74.000 Zuschauer in den Berlin-Derbys gegen die Hertha bedeuten bis zum Bundesliga-Rückspiel bei Borussia Dortmund am 1. Februar 2020 den Besucher-Rekord für Union Berlin in einem Liga-Spiel.

Rekord-Transfer: Teuerster Abgang aller Zeiten bei Union Berlin ist Bobby Wood. Der Hamburger SV zahlt für den US-amerikanischen Stürmer 2016 die klubinterne Rekord-Summe von 4 Mio. Euro. Richtig viel Geld in Köpenick.

,,Texas“ war der Älteste: Der älteste Union-Profi, der je in einem Pflichtspiel eingesetzt wird, ist der Brasilianer Daniel Teixeira. Als er am 2. Juni 2007 bei der 2:3-Niederlage bei Werder Bremen II auf dem Rasen steht, ist der Mittelstürmer 39 Jahre, 1 Monat und 13 Tage alt.

Der jüngste Unioner ist 1978 Frank Melzer. Beim DDR-Oberliga-Spiel gegen den 1. FC Magdeburg (0:4) ist der Abwehrspieler 17 Jahre, 3 Monate und 4 Tage jung.

Der erfolgreichste Trainer heißt Frank Pagelsdorf. Der urige Hannoveraner holt zwischen 1992 und 1994 in Berlin 2,56 Punkte im Schnitt aus 66 Spielen.

Erst Pastor, dann der Fußballgott: Frank Pastor ist mit 12 Treffern in 16 Spielen zu DDR-Zeiten das personifizierte Schreckgespenst der ,,Eisernen“. In Diensten des Halleschen FC gelingen ihm im DDR-Oberligaspiel 1982/83 (5:2) 3 Treffer. In der 2. Bundesliga ist Alexander ,,Fußballgott“ Meier, Legende von Eintracht Frankfurt und vom FC St. Pauli, mit 9 Buden aus nur 6 Spielen zwischen 2002 und 2019.

TEAM-STATS, INFOGRAFIKEN, EXTERNE QUELLEN

TEAM-STATISTIKEN

Infos umfassen: Alter der Spieler, Einsätze, Gespielte Minuten, Gegentore, Zu Null gespielt, Einwechselungen, Auswechselungen, Gelbe Karten, Rote Karten, Ampelkarten. 

EXTERNE QUELLEN

Die Fans sind das große Kapital von Union Berlin und Christopher Trimmel. dessen Autogramme vor dem Köpenicker Rathaus und vor dem Start der Spree-Dampfertour nach dem Bundesliga-Aufstieg am 29. Mai 2019 besonders gefragt waren..
Die Fans sind das große Kapital von Union Berlin und Christopher Trimmel. dessen Autogramme vor dem Köpenicker Rathaus und vor dem Start der Spree-Dampfertour nach dem Bundesliga-Aufstieg am 29. Mai 2019 besonders gefragt waren... (Photo by Adam Berry/Bongarts/Getty Images)

Offizielle Website des 1. FC Union Berlin

https://www.fc-union-berlin.de/de/

Wikipedia-Eintrag des 1. FC Union Berlin

https://de.wikipedia.org/wiki/1._FC_Union_Berlin

Historisches zu ehemaligen Union-Spielern

http://www.immerunioner.de/

AKTUELLES (INKL. SPIELE, STATS ZU TORSCHÜTZEN, FORMÜBERSICHT, HANDICAP, ÜBER/UNTER)

5. Februar 2011: Kapitän und Klublegende Torsten ,,Tusche" Mattuschka schießt Union Berlin in der 2. Bundesliag zum Derby-Sieg (2:1) bei Hertha BSC.
5. Februar 2011: Kapitän und Klublegende Torsten ,,Tusche" Mattuschka schießt Union Berlin in der 2. Bundesliag zum Derby-Sieg (2:1) bei Hertha BSC. (Photo by Joern Pollex/Bongarts/Getty Images)

VEREINSPROFILE UND SPIELERPROFILE