2. Liga: Hamburger SV – Die Heimschläfer


Auch nach dem Wechsel in die Wüste in der Kritik: Stürmerstar Pierre-Michel Lasogga. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

So ist das in Hamburg! Läuft es nicht, wird man, wie am Dienstag, Dienstag von den mächtigen Boulevardmedien verspottet.

,,Dann bleibt doch in der 2. Liga“, empfiehlt BILD Hamburg nach dem 1:2 (1:0) im Montagsspiel gegen Aufsteiger 1. FC Magdeburg den ,,Heim-Schläfern“ der Liga.

Finanziell wäre das für den angeschlagenen Europapokalsieger von 1983 ein ziemlicher Drahtseilakt. Aber: Die Partie gegen die Magdeburger und Ex-HSV-Coach Michael Oenning ist nicht die erste, die die Hanseaten verdaddelt haben.

Nur 24 Punkte und Platz 8 in der Heim-Tabelle der 2. Liga, die Aufstiegs-Konkurrenz vom 1. FC Köln, Union Berlin und SC Paderborn dagegen auf den ersten 3 Rängen, das ist eine Blamage für den Bundesliga-Absteiger – und unter dem Strich zu wenig für die hohen Ansprüche in Hamburg.

Der Jubel der Anderen: Auch Aufsteiger 1. FC Magdeburg triumphiert in der 2. Liga beim Hamburger SV! (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

HSV: Verhindert die Heim-Schwäche den Aufstieg?

Gegen den SV Darmstadt 98 reichte dem HSV im März 2019 selbst eine 2:0-Führung nicht zu einem Heimpunkt... (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)
Allein 2019 hat der HSV nach einer Führung schon 9 Punkte verspielt – das ist Liga-Negativrekord in dieser Saison!

Die Partie gegen den 1. FC Magdeburg ist also kein Einzelfall. Will man den Hamburgern böse, so muss man sagen: Wer zu Hause so gut schläft, braucht nicht vom Bundesliga-Aufstieg zu träumen…

Vor heimischer Kulisse im Volksparkstadion steht das ,,Abenteuer 2. Liga“ für den nach 55 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit erstmals abgestiegenen Renommierklub von Anfang an unter keinem guten Stern.

0:3 gegen Holstein Kiel am 1. Spieltag, dann folgen 2 Heimsiege, ehe es gegen Jahn Regensburg (0:5) die höchste Heim-Niederlage der Vereinsgeschichte in einem Liga-Spiel gibt. Das so wichtige 2:1 gegen Union Berlin lässt man sich in der 90. Minute beim 2:2 Ende November noch aus der Hand nehmen.

Im neuen Kalenderjahr dreht Darmstadt 98 nach 1:2 in Hamburg das Ding in den letzten 8 Minuten noch in ein 3:2 um. Und nun Magdeburg. Mit dem letzten Schuss der Partie sorgt Philip Türpitz für unglaubliche Jubel-Szenen bei 7.000 mitgereisten Magdeburger Fans und den Verantwortlichen.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Lasogga

Späte Gegentore führten (auch) zum HSV-Abstieg 2018

Beim HSV und Filip Kostic (l., mit Freiburg-Coach Christian Streich) lagen im Abstiegsjahr 2017/2018 die Nerven blank...

Die HSV-Macher um Bernd Wehmeyer und Bernd Hoffmann sitzen dagegen wie versteinert auf der Ehrentribüne.

Mit nur 14 Rückrundenpunkten müssen sie nun um den direkten Wiederaufstieg zittern. ,,Es ist ein schmerzhafter Abend, es tut extrem weh“, sagt HSV-Trainer Hannes Wolf (37) anschließend, ,,wir haben zum wiederholten Male geführt und verlieren dann doch noch.“

Nicht nur der Boulevard, auch das Fußball-Fachportal Kicker.de geht am Dienstag hart mit Wolf ins Gericht: ,Auf der Pressekonferenz am späten Montagabend wirkte der Trainer angeknockt wie nie zuvor. Weil er wusste, dass sein Anteil an der Pleite beträchtlich war? Mit einem 3-4-1-2-System hatte er die gleiche taktische Ausrichtung wie beim Pokalerfolg in Paderborn gewählt und wurde von seinem Gegenüber Michael Oenning düpiert. Von der ersten Minute an fand der HSV gegen früh anlaufende Magdeburger kein Mittel.“

Lewis Holtby wählt nach der Partie noch deutlichere Worte: ,,Das ist Gift in dieser Phase. Wenn wir so weiterspielen, wird es mit dem Aufstieg sehr schwer, wir müssen jetzt den A… hochkriegen.“

Abschalten lange vor der 90. Minute – das ist schon in der Abstiegssaison 2017/2018 beim HSV eines von vielen Problemen. Zwischen der 76. und der 90. Minute kassiert die Mannschaft, die auf dem Weg in Liga 2 mit Markus Gisdol, Bernd Hollerbach und Christian Titz 3 Trainer verschlissen hat, 10, ab der Nachspielzeit 3 Gegentore.

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