2. Liga: VfB Stuttgart und Mislintat wollen ,,Spirit wie bei Klopp“


Sven Mislintat stieg als Sportdirektor mit dem VfB Stuttgart aus der Bundesliga ab...
Sven Mislintat stieg als Sportdirektor mit dem VfB Stuttgart aus der Bundesliga ab... (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Ja, es gab sie, diese Zeiten, in denen der VFB Stuttgart ganz Fußball-Deutschland begeistert hat.

Denken wir an die Bundesliga-Saison 2002/2003, als ,,die jungen Wilden“ mit einem gewissen Philipp Lahm, Timo Hildebrand, Kevin Kuranyi oder Andreas Hinkel hinter dem FC Bayern München sensationell Vizemeister wurden – und die Millionentruppe vom BVB blass aussehen ließen. In der Champions League legt der VfB 2003 noch einen nach und schlägt das große Manchester United mit 2:1.

Im Jahr 2007 stürmen die Schwaben mit Trainer Armin Veh am vorletzten Spieltag an die Spitze und am Ende zum Deutschen Meistertitel.

Einer, der damals mit dabei ist, muss als Sportvorstand nun nicht nur den bitteren Abstieg, sondern auch den schwierigen Neuaufbau im Ländler mitmachen: Thomas Hitzlsperger. Der Ex-Nationalspieler hat mit dem neuen Sportdirektor Sven Mislintat einen ambitionierten Mitstreiter an den Neckar geholt.

Thomas Hitzlsperger muss mit dem VfB Stuttgart den bitteren Neuanfang in der 2. Liga wagen
Thomas Hitzlsperger muss mit dem VfB Stuttgart den bitteren Neuanfang in der 2. Liga wagen. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Klopp-Style? Stuttgart braucht erst einmal einen Stimmungs-Umschwung!

Miese Stimmung in Stuttgart: Das 2:2 im Relegations-Hinspiel gegen Union Berlin konnte die Laune bei den Schwaben nicht wirklich heben... (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)
Der ehemalige Chefscout von Borussia Dortmund will in Stuttgart wieder Leben in die Brauerei bringen.

Der VfB im ,,Klopp-Style“? Jung und unbekümmert, frech und offensivstark – eine schöne Vision! Auf der anderen Seite steht die mit 28 Punkten schlechteste Bundesliga-Saison aller Zeiten für den Klub aus der Baden-Württemberg-Metropole. ,,Die Stimmung hier gefällt mir nicht“, rügt Klub-Idol Mario Gomez (33) nach dem 2:2 im Relegations-Hinspiel gegen Union Berlin die über die gesamte Spielzeit vergiftet wirkende Atmosphäre in der Cannstatter Kurve.

Nach dem 3. Abstieg nach 1975 und 2016 droht den Schwaben ein Spieler-Exodus. Benjamin Pavard wechselt für 35 Mio. Euro zum FC Bayern. Steven Zuber geht nach Leih-Ende zurück zu 1899 Hoffenheim ebenso wie Alexander Esswein zurück zu Hertha BSC. Berkay Özcan verlässt die Schwaben in Richtung Liga-Konkurrent HSV.

Die Frage ist: Wie und vor allem mit welchen Hoffnungsträgern will man da Aufbruchsstimmung erzeugen? Wie schwer so ein Neuanfang in Liga 2 ist, das hat das Beispiel Hamburger SV im letzten Jahr gezeigt. Ein Erfolg respektive ein direkter Wiederaufstieg lässt sich nicht herbeireden.

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Abstieg! Der VfB Stuttgart mit Benjamin Pavard (l.) und Ex-Nationalspieler Holger Badstuber kassierten in Berlin einen echten Schlag mit der ,,Ritter Keule". (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)

Dem VfB Stuttgart fehlte es immer an Nachhaltigkeit

Benjamin Pavard gehörte der zweitschwächsten Abwehr der Bundesliga an. Allein in Augsburg kassierte der VfB Stuttgart am 20. April sechs Gegentore. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)
Benjamin Pavard gehörte der zweitschwächsten Abwehr der Bundesliga an. Allein in Augsburg kassierte der VfB Stuttgart am 20. April sechs Gegentore. (Photo by Christian Kaspar-Bartke/Bongarts/Getty Images)

Mislintat sieht das anders. ,,Ich habe mich zum VfB bekannt, obwohl die Wahrscheinlichkeit 50:50 stand, dass der große Traditionsverein absteigt“, sagt er auf der Website des Klubs.

Der 46-Jährige sieht beim Schwaben-Klub ,,ein brutales Potenzial“. Richtig. Der VfB Stuttgart ist ein schlafender Riese des deutschen Fußballs. Doch die Erfolge, die der VfB in der Bundesliga hatte, waren nie von Nachhaltigkeit. Die ,,jungen Wilden“ wurden ab 2004 auseinandergekauft, ebenso die Meistermannschaft von 2007.

,,Was hier für eine Power und Kraft im Klub steckt, merkt man bei jedem Heimspiel mit 60.000 Zuschauern. Wir wollen und werden den VfB wieder flottkriegen. Es kann etwas Wunderbares entstehen“, sagt Mislintat, der bei Borussia Dortmund u. a. Pierre-Emerick Aubameyang, Ousmane Dembélé und Jadon Sancho empfohlen hat.

Wie so etwas geht, so der Westfale weiter, habe Jürgen Klopp mit Liverpool am Samstagabend im Finale der Champions League gezeigt. ,,In dieser Hinsicht ist Kloppo das beste Beispiel und auch einer meiner Mentoren aus unserer Dortmunder Zeit. Diesen Spirit wollen wir auch wieder beim VfB erzeugen.“ 15 Jahre nach den ,,jungen Wilden“ wäre es Zeit für neuen Zug im Ländle…

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