Vor 50 Jahren: Die Erfindung von Fußballstar Diego Armando Maradona


Hätten Sie ihn erkannt? Diego Maradona im Dress der Argentinos Junors im Jahr 1977. Photo Credit: Allsport UK /Allsport

Es ist ein verregneter Mai-Samstag im Jahr 1969, an dem sich bei Francis Cornejo ein neuer Spieler vorstellt. Sein junger Schützling Goyo Carrizo hat den Jugendtrainer der Argentinos Juniors gefragt, ob er beim nächsten Mal einen Freund, der ,,viel besser ist als ich“ zum Training mitbringen kann.

Nun, als U10-Trainer sagt man selten Nein, wenn einer der Jungs einen mitbringen will. Tut Cornejo auch nicht, am Ende ist der Kleine noch beleidigt oder geht gar woanders hin.

Außerdem suchen Cornejo und die Argentinos Juniors, der Klub aus dem Stadtteil Villa Crespo im Südwesten der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, per Zeitungsannonce nach Jugendspielern.

Der Junge, der im Mai 1969 vorstellig ist, wird die Geschichte des Klubs, Argentiniens und des Weltfußballs verändern. Sein Name: Diego Armando Maradona.

Das Estadio Diego Armando Maradona wurde 2003 erbaut. Es fasst 24.800 Zuschauer. (Photo by Marcelo Endelli/Getty Images)

So begann das Making of... Diego Armando Maradona

Udo Lattek konnte aber nicht mit Superstar Maradona. Foto: Imago
Udo Lattek konnte nicht mit Superstar Maradona. Foto: Imago
Francis Cornejo wird von Fußball-Chronisten und Historikern völlig zu Recht als Entdecker von Diego Armando Maradona genannt. Sicher, als Fußballer werden ihn andere Trainer prägen wie Weltmeister-Coach Dr. Carlos Bilardo oder Ottavio Bianchi bei seinem Herzensverein SSC Neapel.

Aber seine allerersten Schritte im Fußball macht das Genie bei Cornejo, der die Erlebnisse mit ,,El Diego“ später in seinem Buch Cebollita Maradona (Dt.: ,,Zwiebelchen Maradona“) zu Papier bringt.

,,Es heißt, dass die meisten Menschen mindestens einmal in ihrem Leben ein Wunder erleben“, schreibt Cornejo darin, ,,aber sie merken es nicht einmal. Ich habe es natürlich gemerkt!“ Der Maradona-Entdecker ist sicher: ,,Mein Wunder geschah an diesem regnerischen Samstag 1969, als ein 8-jähriger Junge in einem Alter, in dem ich es kaum glauben konnte, mit dem Ball Dinge anstellte, die ich noch nie in meinem Leben gesehen hatte.“

Bis zu seinem Tod im Jahr 2008 wird Cornejo einer der wichtigsten Ansprechpartner und Ratgeber im Fußballerleben des Diego Armando Maradona bleiben.

 

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Maradona war nie stärker als bei den Argentinos Juniors

They never come back? Nicht mit Diego Armando Maradona! Am 28. September 1992 feiert der Argentinier beim FC Sevilla seine Rückkehr in den Profifußball. Mandatory Credit: Chris Cole/Allsport

Maradona gibt für die ,,Zwiebelchen“, wie der für seine Nachwuchs-Akademie bekannte Klub Argentinos Juniors genannt wird, 1976 kurz nach seinem 16. Geburtstag sein Profi-Debüt.

Zuvor hat Maradona schon als 12-jähriger Balljunge in der Halbzeitpause seine Ballkunst zelebriert. Mit dem Maradona-Faktor bleiben die Argentinos Juniors 136 Spiele lang ungeschlagen. 136 Liga-Tore erzielt Diego in 168 Spielen, auf eine ähnlich phänomenale Quote kommt er selbst in seiner erfolgreichsten Zeit als Profi, beim SSC Neapel mit 2 italienischen Meisterschaften (1987 und 1990) sowie dem UEFA-Cup-Sieg 1989 in Stuttgart, nicht. Für Napoli trifft Maradona zwischen 1984 und 1991 in 188 Serie-A-Spielen insgesamt 81-mal.

Die Argentinos Juniors haben viele große Spieler hervorgebracht und in ihren Reihen gehabt. Vom Ex-Dortmunder Lucas ,,El Pantera“ Barrios über ,,El Pato“, Argentiniens Weltmeisterkeeper Ubaldo Fillol, Inter-Legende Esteban Cambiasso, Argentiniens späteren Nationalcoach José Pekerman oder den kolumbianischen Torwarthünen Faryd Mondrágon.

Aber keiner war so wie Maradona, weil niemand so ist wie Maradona. Außer vielleicht Edson Arantes do Nascimento, genannt Pelé oder Franz Beckenbauer, genannt Franz. Seit 2003 ist das Stadion der Argentinos Juniors nach Diego Armando Maradona benannt, der inzwischen nach zahllosen Doping-Geschichten, Sperren und Eskapaden als Coach bei Dorados de Sinaloa als ,,Der Dicke in Mexiko“ wirkt. Das Stadion ist ein echtes Maradona-Museum, in den Katakomben befinden sich zahlreiche Erinnerungen an den ,,Goldjungen“, wie er in Argentinien genannt wird, und eine Stadion-Tour ist eigentlich auch eine Maradona-Tour. Selbst der Spielertunnel ist in Wirklichkeit eine überlebensgroße, aufgeblasene Diego-Figur. Willkommen im Maradona-Land…

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