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9 Deutsche schafften es zum FC Barcelona, 3 werden kultisch verehrt

Author: Thomas Look

DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

9 Deutsche, 2 Österreicher und 2 Schweizer schafften es zum FC Barcelona

9 Deutsche, 2 Österreicher und 2 Schweizer „arbeiteten“ bisher für Barca. Mehr schafften es nicht. 11 Spieler und 2 Trainer. 

Einige wurden bei Barca zu absoluten Stars. Andere waren Stars zu ihrer Zeit, gerieten aber bald in Vergessenheit. Für 5 von ihnen war Barca ein Desaster. 3 Spieler sind heute noch Kult.

Und ohne den Einen, einen Schweizer Kosmopoliten, gäbe es Barca gar nicht. Heute Volksheld war das Ende der ersten überragenden Figur des Vereins mehr als tragisch und endete tödlich. Und niemand von Barca war in der schwersten Stunde da, um dem wichtigsten Mann der ersten 30 Jahre von Barca zu helfen. 

Drei ganz besondere Deutsche

Dieser deutsche Nationaltorhüter ist Leistungsträger bei Barca. Foto: Imago

Ein Deutscher schoss ganz spezielle Tore gegen Real Madrid. Das ist bis heute unvergessen in Katalonien.

Ohne den zweiten Deutschen und seine Freunde gäbe es Barca – wie es heute aufgestellt ist – wohl nicht. Der dritte Deutsche war an einer ganz entscheidenden Meisterschaft von Barca maßgeblich beteiligt.

Die beiden deutschen Trainer-Ikonen kamen in Barcelona gar nicht zurecht. Zu viel deutsche Disziplin und teutonische Ordnung. Gegen die beiden damaligen Superstars kamen sie nicht an. Keine Chance.

Viele Feinde in Katalonien

Der eine hatte keinen Erfolg, der andere hat es sich in Barcelona selbst verdorben. Foto: Imago
Der eine hatte keinen Erfolg, der andere hat es sich in Barcelona selbst verdorben. Foto: Imago
Ein deutscher Superstar machte sich viele Feinde in Katalonien. Denn erst war er megaerfolgreich und dann tat er das, was man in Barcelona nicht darf, auf keinen Fall. 

Jetzt gilt er als „Verräter“ – in fußballerischer Hinsicht natürlich. 

Ein Grund:  Er hörte nicht auf, erfolgreich zu sein. Und fügte Barca zum Ende seiner Karriere einige schmerzhafte Niederlagen zu. Als Spieler und als Trainer.

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Nach Nationalität getrennt und in chronologischer Reihenfolge

Diese beiden kamen nicht wirklich gut miteinander klar. Foto: Imago
Diese beiden kamen nicht wirklich gut miteinander klar. Foto: Imago

Wir erzählen die Geschichten der 9 Deutschen, 2 Österreicher und 2 Schweizer, die beim FC Barcelona „auf dem Platz waren“, nach Nationalität getrennt in chronologischer Reihenfolge.

Warum sie zu Barca gingen. Wie es ihnen erging. Warum einige scheiterten. Welche Rekorde und Bestmarken sie schafften. Wir starten jeweils mit den aktuellsten Protagonisten und arbeiten uns dann in die Historie vor.

Ganz bedeutsam. Die frühzeitige Trennung von einem der 9 Deutschen war wohl eine der wichtigsten und richtigsten Entscheidungen in der Geschichte von Barca. Denn, wenn der Deutsche sich durchgesetzt hätte und nicht die Barca-Ikone, die blieb und der Deutsche musste gehen, dann würde es heute wohl Tikitaka, die Akademie und den Fußball vom anderen Stern, den Barca zelebrieren kann, nicht geben.

Das ist schon speziell. Wie eine einzige Entscheidung die Zukunft eines Vereins auf Jahre bestimmen kann. Dabei war der Deutsche, der gehen musste, einer der Besten seiner Zeit. Aber am falschen Platz.

Denn kaum ging es nach Deutschland zurück, war der Erfolg wieder da. Und zwar mit seinem eigentlichen Heimatverein. Und er setzte sich durch gegen den Verein, mit dem er die größten Erfolge bis dato gefeiert hatte.

2 Österreicher

Erfolgsduo bei Barca. Foto: Imago
Erfolgsduo bei Barca. Foto: Imago

Nach den Deutschen machen wir einen Abstecher zu unseren Nachbarn und wollen die Geschichte von zwei Österreichern beim FC Barcelona erzählen.

Ziemlich unterschiedlich, was den beiden passierte. Der eine reifte bei Barca zum Superstar und spielte erfolgreich, bis der Deutsche kam, der später zum „Verräter“ wurde.

Der andere schaffte es dann doch nicht. Kurz geträumt, aber dann unsanft aufgewacht. Und eine eher mittelmäßige Karriere hingelegt. Doch für einige Wochen und Monate konnte er von der großen Karriere bei Barca träumen. Klappte dann halt nicht.

Ein Schweizer war der Größte

Beim FC Barcelona gibt es oft viel zu feiern. Foto: Getty Images
Beim FC Barcelona gibt es oft viel zu feiern. Foto: Getty Images
Nach den Österreichern erzählen wir die Geschichte von 2 prägenden Schweizern bei Barca.

Genauer gesagt von dem einen Schweizer, ohne den es Barca gar nicht gäbe und der heute immer noch ein katalanischer Volksheld ist. Und eine der überragenden Sportpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Auch wenn sein Ende in Barcelona tragisch war – Selbstmord, verarmt, verbittert und verlassen.

Und von dem anderen Schweizer, der zurzeit bei Barca zur Ikone reift. Das hätte man sich vor ein paar Jahren im Ruhrpott auch nicht träumen lassen.

Denn dort hatte man den heutigen Megastar weggeschickt und zum Schluss auf der Ersatzbank geparkt.  Auf seiner Position spielte dann ein teuer verpflichteter Spanier – nicht besonders gut.

Die Deutschen 1 – 3: Drei deutsche Torhüter – ihre Schicksale könnten nicht unterschiedlicher sein

Marc-Andre Ter Stegen geht es beim FC Barcelona gut. Foto: Getty Images
Marc-Andre Ter Stegen geht es beim FC Barcelona gut. Foto: Getty Images

1. Marc-Andre ter Stegen – Die Nummer 1 seit Sommer 2016

Marc-André ter Stegen ist der zweite Ex-Gladbach Goalie, der beim FC Barcelona unter Vertrag steht. MAtS ist aber der erste Torhüter, der zu reüssieren scheint. Auch wenn der Start etwas holprig war. 

Marc-André ter Stegen spielte seit Juli 1996 bei Borussia Mönchengladbach und durchlief dort die gesamte Jugendabteilung. Sein Bundesligadebüt gab er am 10. April 2011 im Spiel gegen den 1. FC Köln. Er überzeugte, hatte Glück bei einem großen Patzer und spielte auch in den restlichen sechs Bundesligaspielen der Saison 2010/11 sowie den beiden Relegationsspielen gegen den VfL Bochum.

Am Saisonende hielt die Borussia die Klasse und erreichte in der darauffolgenden Bundesligasaison 2011/12 den vierten Platz.

Zur Saison 2014/15 wechselte ter Stegen zum FC Barcelona. Er unterschrieb im Mai 2014 einen Fünfjahresvertrag bis zum 30. Juni 2019 und kostete 12 Mio. Euro Ablöse; die Ausstiegsklausel lag zunächst bei kolportierten 80 Mio. Euro. Im Mai 2017 verlängerte der Ex-Gladbacher seinen Vertrag vorzeitig bis zum 30. Juni 2022. Laut Barca beinhaltet der neue Kontrakt eine Ausstiegsklausel in Höhe von 180 Millionen Euro.

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Zuerst reichte es nur für den zweiten Torwart

Marc-Andre ter Stegen ist nach holprigem Start beim FC Barcelona angekommen. Foto: Getty Images
Marc-Andre ter Stegen ist nach holprigem Start beim FC Barcelona angekommen. Foto: Getty Images

In seiner ersten Saison bei den Katalanen war ter Stegen in der Primera Division zweiter Torhüter hinter Claudio Bravo.

In der UEFA Champions League sowie in der Copa del Rey war er hingegen gesetzt und spielte durch.

Nachdem ihm zu Anfang seiner Karriere bei Barca einige durchaus auch schwerwiegende Patzer unterliefen, und er im Verein und bei der spanischen Presse umstritten war, ist sein Status als Nummer 1 mittlerweile unumstritten.

Erstes Pflichtspiel und UCL-Debüt

Marc-Andre ter Stegen hat derzeit oft Grund zum Jubeln. Foto: Getty Images
Marc-Andre ter Stegen hat derzeit oft Grund zum Jubeln. Foto: Getty Images

Sein erstes Pflichtspiel für den FC Barcelona und gleichzeitig sein Champions-League-Debüt absolvierte er am 17. September 2014 am ersten Spieltag der Vorrunde der UCL beim 1:0-Sieg gegen APOEL Nikosia.

In der Champions League absolvierte ter Stegen alle 13 Spiele. Hinzu kamen acht Einsätze in der Copa del Rey.

Am Ende der Saison gewann er mit seinem Team das Triple, bestehend aus Meisterschaft, Pokal- und Champions-League-Sieg.

Seit Sommer 2016 ist ter Stegen nach dem Wechsel von Claudio Bravo zu Manchester City die Nummer 1 im Barca-Tor. Und das mehr als unumstritten.

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Nach dem Unentschieden in der UCL im Herbst 2017 bei Juventus wurde der Nationalkeeper mit Lob überschüttet. In der Nachspielzeit rettete er sein Team mit „magischer Hand“ („AS“) vor einer Niederlage.

Barca-Coach Ernesto Valverde nach dem Spiel:

„Zum Glück haben wir einen großartigen Torwart. Er ist immer da, um entscheidende Paraden zu machen, wir er sie heute in einem Schlüssel-Moment gezeigt hat. Er ist immer da.“

Und „El Pais“ formulierte bescheiden:

„Mit oder ohne Messi, der Beste ist ter Stegen.“

2. Dennis Otto – Erfolgloses Torwarttalent mit Karriereknick

Das U17-Team des DFB am 7. September 2015 in Bremen. Foto: Getty Images
Das U17-Team des DFB am 7. September 2015 in Bremen. Foto: Getty Images
Dennis Otto wechselte im Jahr 2013 als 15-jähriger aus Mallorca in die Jugend von Barca.

Als er dort bei den Profis nicht zum Zuge kam und Barca Anfragen aus der Bundesliga blockierte, wechselte der 17-jährige Torwart von der A-Jugend des FC Barcelona zum FC Málaga, wo er im März 2016 einen Dreijahres-Vertrag unterschrieb.

Doch auch dort kam der 1,96 Meter lange Torhüter nicht zurecht. Per Dezember 2017 weist die Spielerdatenbank von www.transfermarkt.de ihn als vereinslos aus.

Und die Karriere im Nationalteam?

Das U16-Team des DFB am 10. September 2014 in Barnstorf. Foto: Getty Images
Das U16-Team des DFB am 10. September 2014 in Barnstorf. Foto: Getty Images

Die mangelnde Spielpraxis in Barcelona führte auch dazu, dass Otto in den letzten Jahren immer seltener für die Jugendnationalmannschaften des DFB spielte.

Deshalb zog der gebürtige Hannoveraner ja auch die Reißleine und heuert für zweieinhalb Jahre beim FC Málaga an.

Bei Barca ärgerte ihn besonders, dass konkrete Verpflichtungsanfragen aus der Bundesliga von Barcelona abgeblockt wurden, und er sogar die Teilnahme an Lehrgängen des DFB absagen musste.

In Málaga, das für Otto erst zahlen musste, sollte er bei den Profis zum Einsatz kommen, wurde ihm eine festgelegte Anzahl (50 Prozent) an Spielen bis Juni 2017 zugesichert.

 

Aber nicht als Vereinsloser

Klaus Thomforde, Torwarttrainer der deutschen U21. Foto: Getty Images
Klaus Thomforde, Torwarttrainer der deutschen U21. Foto: Getty Images
Sollte das nicht passieren, so wurde ihm ein ablösefreier Wechsel garantiert. Ob sich DFB Torwart-Koordinator Klaus Thomforde auch heute noch an sein Versprechen aus 2016 erinnert?

Wir haben Dennis auf dem Zettel. Er ist weiter bei uns in der Sichtung.

Wohl kaum. Denn als Vereinsloser ist er natürlich heute kein Kandidat mehr.

Nicht immer ist Barca der Start zu einer internationalen Mega-Karriere. Zu früh ist in der Regel nicht gut.

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3. Robert Enke – Van Gaal mochte ihn nicht

Robert Enke war einst für den FC Barcelona aktiv. Foto: Getty Images
Robert Enke war einst für den FC Barcelona aktiv. Foto: Getty Images

Robert Enke spielte als Jugendlicher zunächst bei Jenapharm Jena, ab 1985 für den FC Carl Zeiss Jena. 1995 stand er im Kader des Zweitligisten und kam als Ersatztorhüter unter Trainer Eberhard Vogel zu drei Einsätzen.

In seinem ersten Spiel als Profi im November 1995 stand er gegen seinen späteren Klub Hannover 96 zwischen den Pfosten. Zur Saison 1996/97 wechselte Enke zu Borussia Mönchengladbach in die Fußball-Bundesliga.

Dort saß er zunächst zwei Jahre auf der Ersatzbank, bis er 1998/99 unter Friedel Rausch Stammtorhüter wurde. Diese Position behielt er auch unter dessen Nachfolger Rainer Bonhof.

Enke brachte konstant gute Leistungen, konnte aber den Abstieg der Borussia in die 2. Bundesliga nicht verhindern. Im Sommer 1999 wechselte Enke nach Portugal – zu Benfica Lissabon.

Unter Jupp Heynckes wurde er zum Leistungsträger und Mannschaftskapitän. Lissabons Traditionsclub erzielte allerdings in den folgenden drei Spielzeiten nur mittelmäßige Ergebnisse.

Daher wechselte Enke 2002 in die Primera División zum FC Barcelona. Unter Trainer Louis van Gaal kam es jedoch zum Karriereknick: Enke wurde nur in einem Pokalspiel, in zwei Champions-League-Spielen und lediglich ein Mal in einem Ligaspiel eingesetzt.

Fenerbahçe Istanbul wurde zum Desaster

Sehr unglücklich verlief der Transfer zu Barca für Robert Enke. Foto: Getty Images
Sehr unglücklich verlief der Transfer zu Barca für Robert Enke. Foto: Getty Images

Ein Ausleihgeschäft im Sommer 2003 mit Fenerbahçe Istanbul unter Trainer Christoph Daum geriet zu einem Desaster.

Das erste Spiel mit Enke ging verloren, worauf ihn die eigenen Fans mit Gegenständen bewarfen.

Daraufhin löste Enke seinen Vertrag auf und war vorübergehend ohne Verein. Obwohl er formal noch bei Barcelona unter Vertrag stand, ließ er sich im Januar 2004 in die spanische Zweite Liga ausleihen. Beim CD Teneriffa konnte er wieder sportlich überzeugen. 

Zurück in die Bundesliga

2006 wurde Robert Enke wieder in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Foto: Getty Images
2006 wurde Robert Enke wieder in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Foto: Getty Images

Im Sommer 2004 kehrte Enke in die Bundesliga zurück, er wechselte zu Hannover 96. Von Beginn an gehörte er zu den Leistungsträgern der Mannschaft.

2006 und 2009 wurde er von den Bundesligaspielern in Umfragen des Fachmagazins Kicker zum Kicker-Torhüter des Jahres gewählt.

Ab 2007 war Enke Kapitän der Mannschaft von Hannover 96. Erstmals in seiner Karriere verlängerte er dort einen Profivertrag

Von 1997 bis 1999 absolvierte Robert Enke 15 Spiele für die deutsche U-21-Nationalmannschaft. 1999 wurde er von Trainer Erich Ribbeck erstmals in die A-Nationalmannschaft berufen und reiste mit zum Konföderationen-Pokal in Mexiko, wo er jedoch nicht eingesetzt wurde.

Nach seinem Wechsel ins Ausland im selben Jahr geriet er aus dem Blickfeld der Nationalmannschaft. Erst 2006, als er bereits zwei Jahre für Hannover 96 spielte, wurde Enke vor der WM 2006 von Jürgen Klinsmann wieder in den erweiterten Kader der Nationalmannschaft berufen. Am Turnier nahm er jedoch nicht teil.

Zurück in die Nationalmannschaft

Robert Enke im Natioalteam; Foto - Getty Images
Robert Enke im Natioalteam; Foto - Getty Images

Nach der WM kehrte Enke zunächst wieder in den Kader der Nationalmannschaft zurück und fuhr als Ersatztorwart zu Länderspielen.

Im März 2007 gab er sein Länderspieldebüt in einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark (0:1) unter Bundestrainer Joachim Löw.

In der Hierarchie der Nationalmannschaft stand Enke im folgenden Jahr hinter Jens Lehmann und gleichauf mit Timo Hildebrand. An der EM 2008 nahm er als offizielle Nummer zwei im deutschen Tor teil, hinter Lehmann und vor René Adler.

Nie offiziell die Nummer 1

Robert Enke in Aktion - Foto: Getty Images
Robert Enke in Aktion - Foto: Getty Images

Nach der EM und dem Rücktritt Jens Lehmanns war Robert Enke einer der Anwärter für dessen Nachfolge als Stammtorhüter.

Er wurde allerdings nicht ausdrücklich als neue Nummer eins im Tor der Nationalmannschaft benannt, so dass er sich der Konkurrenz von René Adler, Tim Wiese und Manuel Neuer stellen musste.

Sein erstes Pflichtspiel bestritt er am 6. September 2008 in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein. Das Qualifikationsspiel gegen die russische Fußballnationalmannschaft im Oktober 2008 musste er jedoch wegen einer Handverletzung absagen.

Erst Ende März 2009 kehrte er für das Rückspiel gegen Liechtenstein – nunmehr nach einer Verletzung René Adlers – zur Nationalmannschaft zurück. Insgesamt hütete er in fünf von elf Spielen der Nationalmannschaft in der Saison 2008/09 das Tor. Sein letztes Länderspiel war das WM-Qualifikationsspiel gegen Aserbaidschan am 12. August 2009, das in Baku 2:0 gewonnen wurde.

Schienensuizid im November 2009

Ein paar Tage vor dem Suizid spielte er noch in der Bundesliga _ Foto: Getty Images
Ein paar Tage vor dem Suizid spielte er noch in der Bundesliga _ Foto: Getty Images
Die Rückspiele gegen Aserbaidschan (9. September 2009) sowie gegen Russland und Finnland (10. und 14. Oktober 2009) konnte Enke nicht bestreiten.

Sein Ausfall wurde mit einer bakteriellen Infektion begründet; im Nachhinein gab Enkes Vater jedoch bekannt, dass der tatsächliche Grund Enkes Depressionen gewesen seien. Für die Mitte November 2009 geplanten Freundschaftsspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste wurde Enke, der kurz zuvor sein Comeback in der Bundesliga gegeben hatte, nicht nominiert

Am 10. November 2009 nahm sich Enke an einem Bahnübergang im niedersächsischen Neustadt am Rübenberge-Eilvese, unweit seines Wohnorts Himmelreich, durch Schienensuizid das Leben.

Noch zwei Tage zuvor hatte er am 12. Bundesliga-Spieltag beim 2:2 vor heimischer Kulisse gegen den Hamburger SV für Hannover 96 das Tor gehütet. In einer Pressekonferenz wurde bekanntgegeben, dass er seit 2003 mehrfach wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung war. In seinem Abschiedsbrief bat er Angehörige und Ärzte um Verzeihung.

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