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Akte Łukasz Piszczek – Der Treue mit der Jugendsünde

Akte Lukasz Piszczek – das Dossier. Was wenige wissen. Der Treue mit der Jugendsünde. Mit ,,Kuba” und Lewandowski bildete er ,,Polonia Dortmund”.

Als Lukasz Piszczek 2004 in die Bundesliga kommt, kann sich der hagere Abwehrspieler aus Polen sicher nicht vorstellen, einmal Rekordspieler seines Landes in der deutschen Fußball-Eliteliga zu werden.

Zu viele gute Spieler hat Polen schon als großartige Botschafter seines Fußballs nach Deutschland geschickt. 110 polnische Profis haben sich in der Bundesliga versucht. Marek Lesniak hat sogar bei 4 Vereinen gespielt, Andrzej Buncol holt 1988 mit Bayer Leverkusen den UEFA-Cup.

Piszczeks startet 2004 bei Hertha BSC, wird aber von den Berlinern direkt nach Lubin ausgeliehen. Erst 2007 kehrt er in die Hauptstadt zurück und macht sein Bundesliga-Debüt. Der Abstieg von Hertha BSC 2010 – nur eine Saison nach der möglichen deutschen Meisterschaft – ermöglicht Piszczek den ablösefreien Wechsel zu Borussia Dortmund.

Hier bildet ,,Bolek” mit seinen polnischen Landsleuten Jakub ,,Kuba” Blaszczykowski und Robert ,,Lewy” Lewandowski ein Triumvirat, das von Erfolg zu Erfolg eilt. Während sich ,,Kuba” 2016 und zuvor Lewandowski (2014) schon lange vom BVB verabschiedet haben, ist Piszczek zu einem absoluten Publikumsliebling geworden. Dabei hätte eine Jugendsünde beinahe die ganz große Karriere verhindert…Łukasz Piszczek wird am 3. Juni 1985 in Czechowice-Dziedzice in der Woiwodschaft Katowice geboren. Er beginnt im Alter von sieben Jahren bei LKS Goczałkowice-Zdrój, wo sein Vater Trainer ist, mit dem Fußballspielen.

Piszczek ist 1,84 m groß, 79 kg schwer und seit 2010 bei Borussia Dortmund. Sein Vertrag beim Revierklub läuft am 30. Juni 2020 aus.

Er ist seit 2009 mit seiner Freundin Ewa verheiratet. Auf das private Glück folgen die Deutschen Meisterschaften 2011 und 2012 sowie der DFB-Pokalsieg 2012 mit Borussia Dortmund.

2001 wechselt er in die Jugendabteilung von Gwarek Zabrze und wird 2003 polnischer A-Jugend-Meister. Schon damals sind die nicht immer für Innovation stehenden Verantwortlichen von Hertha BSC auf Piszczek aufmerksam und geworden.Hertha BSC verpflichtet Lukasz Piszczek im Jahr 2004.

Die Berliner liehen ihn zur Saison 2004/05 zunächst an den polnischen Erstligisten Zagłębie Lubin aus, bei dem er sich mit der Zeit zum Stammspieler entwickelt.

2006 erreicht Piszczek mit dem Team das Finale um den nationalen Pokal, verlor dort aber gegen Wisła Płock mit 2:3[3] und 1:3.[4] Er kam dabei in beiden Partien zum Einsatz. Mit Zagłębie Lubin gewann er 2007 die polnische Meisterschaft. Für den Klub war es der zweite Meistertitel. Zur Saison 2007/08 kehrte Piszczek nach Berlin zurück.

Er kam bei Hertha sowohl als Stürmer als auch auf der linken Außenbahn im Mittelfeld zum Einsatz. In der Saison 2007/08 absolvierte er zwölf Partien von Beginn an, in zwölf weiteren wurde er eingewechselt. Sein Debüt gab er am ersten Spieltag der Spielzeit am 11. August 2008 im Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der Startformation. Am 30. Spieltag erzielte er seinen ersten Bundesligatreffer beim 2:2 gegen Hannover 96. In der folgenden Spielzeit war Piszczek längere Zeit verletzt und kam auf insgesamt 13 Einsätze. Am Ende der Saison wurde er von Trainer Lucien Favre mehrmals als rechter Verteidiger eingesetzt.[5] In der Saison 2009/10 gehörte er neben Torhüter Jaroslav Drobný, Kapitän Arne Friedrich, und den Brasilianern Cicero und Raffael zum Stammpersonal der Berliner.

Lukasz Piszczek gilt als ein sehr vielseitiger Spieler. Er verkörpert bei Borussia Dortmund den von Trainerfuchs Lucien Favre geprägten Begriff des ,,polyvalenten Spielers”, gemeinsam mit dem Portugiesen Raphael Guerreiro.

Schwächen/Schwachstellen

Piszczek hat Hüfte! Der Pole verpasst durch eine Hüftverletzung in der Saison 2012/2013 insgesamt 31 Pflichtspiele bei Borussia Dortmund.

In der Folgezeit machen ihm andere Blessuren immer wieder das Leben schwer, u. a. ein Syndesmose-Band-Anriss, der ihn im letzten Jahr unter Jürgen Klopp 2014/2015, als dem BVB in der Bundesliga nicht viel gelingt, 63 Tage oder 12 Pflichtspiele lang schachmatt setzt.

Zudem gilt Piszczek nicht als ausgemachter Torjäger vor dem Herrn. In mehr als 300 Bundesliga-Spielen hat er nie häufiger als 5-mal in einer Saison getroffen.

Stärken

Lukasz Piszczek gilt als einer der stärksten und mit mehr als 300 Spielen als einer der erfahrensten Rechtsverteidiger in der Bundesliga.

Zweikampfstark, laufstark, willensstark – Piszczek ist ein kompletter Außenverteidiger und hat keine großen Schwächen. Er versteht es, das auf hohes Tempo und schnelles Umschalten bei Ballgewinn ausgelegte Spiel von Borussia Dortmund über die rechte Seite anzukurbeln.

Diese Rolle hat er bereits bei Jürgen Klopp zwischen 2010 und 2015 inne. Er versteht es aber auch, den offensiven Mittelfeldspielern den Rücken frei zu halten. ,,Piszczek hat seine Stärken in der Defensive und auch in der Offensive, somit ist die rechte Verteidiger-Position optimal für ihn”, sagt sein Mentor Jürgen Klopp.

Dass Piszczek auf dieser Position überhaupt spielt, hat er Lucien Favre zu verdanken. Das Super-Hirnli aus der Schweiz schulte den Polen während der gemeinsamen Zeit bei Hertha BSC vom Offensivspieler zum Außenverteidiger um.

Erfolge

Polnischer Meister 2007 mit Zagłębie Lubin

Deutscher Meister 2011 und 2012 mit Borussia Dortmund

DFB-Pokalsieger 2012 und 2017 mit Borussia Dortmund

DFL-Supercup 2013, 2014 und 2019 mit Borussia Dortmund

EM-Teilnehmer mit Polen 2008, 2012 und 2016

Misserfolge

Die größten Misserfolge seiner Karriere hat Lukasz Piszczek sowohl in der polnischen Nationalmannschaft als auch mit Hertha BSC und und Borussia Dortmund verkraften müssen. Es sind dies unter anderem:

  • Das verlorene Champions-League Endspiel in Wembley 2013 mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern München (1:2)
  • 3 verlorene DFB-Pokal-Finals in Folge mit dem BVB – 2014 und 2016 gegen die Bayern und 2015 gegen den VfL Wolfsburg
  • Nur Vizemeister 2019 mit Borussia Dortmund nach zwischenzeitlich 9 Zählern Vorsprung auf den späteren Titelträger FC Bayern München
  • Bundesliga-Abstieg mit Hertha BSC 2010
  • Die verpasste Bundesliga-Meisterschaft mit Hertha im Spieljahr 2008/2009. Am Ende fliegen die Berliner nach 0:4 bei Absteiger Karlsruher SC am letzten Spieltag sogar noch aus der Champions League
  • Vorrunden-Aus mit Polen als Co-Gastgeber bei der EURO 2012. M 2010.

Verstrickt in einen Wett-Skandal

Lukasz Piszczek hat Glück gehabt. Eine Selbstanzeige hat den polnischen Profi wohl vor Schlimmerem bewahrt.

Der gelernte Stürmer hat sich bei Zaglbeje Lubin eine Jugendsünde geleistet. Im letzten Spiel der Saison 2005/06 benötigt Lubin bei Cracovia Krakau ein Unentschieden, um sich für den UEFA-Cup zu qualifizieren. Deshalb hat die Mannschaft ein 0:0 für rund 25.000 Euro erkauft. Piszczek zeigt sich wegen seiner Beteiligung in dieser verschobenen Partie 4 Jahre später bei der Staatsanwaltschaft in Breslau selbst an.

Er erhält ein mildes Urteil: Im Juni 2011 verurteilt ihn das Bezirksgericht in Breslau zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung sowie zu einer Geldstrafe von 25.000 Euro.

Wie stark die Bande zwischen Borussia Dortmund und Piszczek ist, zeigt sich in dieser für den Spieler schwierigen Situation. ,,Borussia Dortmund hält das Strafmaß für völlig unangemessen. Lukasz bekommt alle Rückendeckung von uns. Es wird keine Konsequenzen geben”, sagt der legendäre BVB-Pressesprecher Josef Schneck nach dem Urteil, ,,das Gericht hätte Lukasz Piszczek zufrieden gelassen, wenn er nicht inzwischen Nationalspieler und Profi bei der Borussia wäre.”[svc_carousel_layout car_autoplay=”yes” loadmore=”yes” grid_link_target=”nw” dexcerpt=”yes” dmeta_data=”yes” dsocial=”yes” query_loop=”size:16|order_by:date|order:DESC|post_type:post” grid_thumb_size=”200X172″ svc_class=”bigger-slider” title=”MEHR VON LIGALIVENET – DIE GEHEIMNISSE DER BUNDESLIGAKLUBS” loadmore_text=”Noch mehr von Ligalivenet”]Lukasz Piszczek ist neben Robert Lewandowski der polnische Spieler, der in der Bundesliga die tiefsten Fußstapfen hinterlassen hat. Das weiß jeder. Weniger bekannt sind diese Fakten.

Real oder Rewe? – ,,Meiner Meinung nach wird er Dortmund irgendwann verlassen und zu Real Madrid gehen”, sagt Polens Nationaltrainer Franciszek Smuda 2012 über Piszczek. BVB-Sportdirektor Michael Zorc bleibt die Antwort nicht schuldig: ,,”Piszczek spielt auch in der nächsten Saison definitiv in Dortmund. Es gibt kein offizielles Angebot, weder von Real und auch nicht von Rewe.”

Rücktritt – 66-mal hat Lukasz Piszczek für Polens ,,Adler”, für die Nationalmannschaft, auf dem Platz gestanden. Dass er mit dem Team bei der WM 2018 in der Vorrunde ausscheidet, bringt ihm zum Entschluss, als Nationalspieler zurückzutreten. Der polnische Fußball-Verband verabschiedet ihn am 19. November 2019, beim 3:2-Erfolg im EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien.


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