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Tochter und Ex-Frau trauern um Alex Alves.

Mehrseitig

Gone too soon, Tragische Fußballstars, Verräter-Transfers, Reich bereits vor der Fußballkarriere

Alex Alves (1974 – 2012): Er starb völlig verarmt. Am Ende fehlte sogar das Geld für lebensrettende Medikamente gegen die Leukämie

Berlin und Alex Alves – das passte noch weniger zusammen als die Hauptstadt und die Hansestadt Hamburg.

Der im Januar 2000 für mehr als sieben Millionen Euro verpflichtete Mittelstürmer aus Brasilien soll bei Hertha BSC endlich für Exotik sorgen.

Alex Alves erzielt in 81 BL-Spielen 25 Tore. Eines davon war magisch. Am 30. September 2000 düpierte der Brasilianer Kölns Keeper Markus Pröll mit einem Treffer vom Anstoßkreis aus 52 Metern Distanz – es wurde das „Tor des Jahres“ und ein Highlight in der damals noch neuen „Premiere-Bundesliga-Konferenz“.

Solche genialen Stücke zeigte Alves auf dem Platz leider zu selten. Wirklich heimisch wurde er in Berlin nie. Verloren wirkte er in dieser riesigen Stadt, die zwar Herz, aber keine Seele zu haben scheint.

Er wurde beim Fahren ohne Führerschein erwischt, erschien zur Hertha-Weihnachtsfeier extravagant im Frauenpelz oder tanzte in den Nachtklubs der Hauptstadt durch. Mehr als 130.000 Euro kosteten ihn allein diese Eskapaden.

 

Einsamer Tod mit 37 Jahren

Im Sommer 2003 hatte man in Berlin genug. Alves (Vertrag bis 2004) verließ die Hertha vorzeitig, spielt danach beim América FC, Vasco da Gama, CS Ginde in China und beim griechischen No-Name-Klub Kavala.

Ab 1. Februar 2008 war er sogar vereinslos, ehe er nach 3-monatiger Pause zu Fortaleza in Brasilien wechselte. Seine Engagements dauerten nach dem „Aus“ in Berlin selten länger als eine Saison. Alexandro Alves do Nascimento – nur der letzte Namensteil verband ihn mit dem legendären Pelé – beendete seine Karriere – schon 2008 wurde Leukämie bei ihm festgestellt.

Für die aufgrund inzwischen notwendig gewordene Stammzellenoperation fehlte Alves ihm fatalerweise das Geld. Die Erträge aus seinen Profi-Jahren waren für teure Markenklamotten und für die Scheidung von seiner Ehefrau Nadya draufgegangen. Als er im Oktober 2012 aufgrund der diagnostizierten paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie endlich eine Knochenmark-Transplantation durchführen konnte, war’s zu spät. Alex Alves starb am 14. November 2012 in Jau im brasilianischen Bundesstaat Sao Paulo. Mit nur 37 Jahren – und in völliger Armut.Nix wie weg aus Berlin, zurück nach Brasilien! Dieser Schritt brachte Alex Alves 2003 kein Glück. Immerhin: Bis zu seinem Vertragsende 2004 mussten die Berliner weiter sein Gehalt zahlen.

Nach 3 Monaten kam für den Stürmer auch bei Atlético Mineiro das „Aus“. Alves leistete sich auch beim brasilianischen Klub, für den u. a. Ronaldinho, Toninho Cerezo, Lincoln und Claudio Taffarel spielten, unglaubliche Disziplinlosigkeiten. Nach nur 2 Ligaspielen wurde er bereits Ende 2003 entlassen. Diesen Wechsel bezeichnete Alves später als „schlimmste Entscheidung“ seiner Karriere.

Doch es sollte nicht besser werden. Bei Vasco da Gama hielt es den exzentrischen Alves immerhin 7 Monate. Dann wurde er erneut gefeuert. Im Juni 2007 kehrte Alex Alves überraschend nach Deutschland zurück. Dort schien er wieder auf die Beine zu kommen. Bei Zweitligist Alemannia Aachen hielt er sich fit. Ein Engagement mit dem Bundesliga-Absteiger von 2007 kam jedoch nie zustande.

Der griechische Zweitligist AO Kavala war 2008 die letzte Profi-Station vor seiner Erkrankung. Wenig später wurde bei Alves Leukämie diagnostiziert.

Und vorher? Als Hertha BSC ihn 1999 von Cruzeiro Belo Horizonte holte, blieb er über mehr als ein Jahrzehnt teuerster Einkauf der Berliner. Für die Dienste von Alves zahlte man umgerechnet 7 Mio. Euro. Dieser Wert wurde erst 2017 durch die 8 Mio. Euro teure Verpflichtung von Davie Selke von RB Leipzig übertroffen.

 

Alex Alves – Private Ups and Downs

Alex Alves galt als Problemprofi. Nicht erst in Berlin fiel er immer wieder durch Gesetzesübertretungen und Disziplinlosigkeiten auf.

Die Scheidung von seiner Ehefrau Nadya leitete seinen finanziellen Ruin ein. Wie groß das finanzielle Drama um ihn wirklich war, schildete BILD.DE kurz nach seinem Tod.

Seine Familie, so hieß es, soll nicht einmal das Geld für den Leichentransport gehabt haben. Die Ärzte untersagten die Veröffentlichung weiterer Details zu Alves‘ Krankheit und Tod.

Ein Lichtblick vor und nach dem Ableben bleibt Alves‘ Tochter Alexandra, die in Berlin geboren wurde. Sie schrieb nach dem Tod ihres Vaters bei Facebook: „„Gott soll dir eine Armee von Engeln schicken, um dich zu schützen und immer auf dich aufzupassen. Danke für alles, Papa! Du sollst wissen, dass, obwohl du weit weg bist, du bist immer noch mein Idol bist und ich passe auf dich auf trotz der Entfernung. Ich liebe dich.“Erfolge

Champions-League-Teilnahme 2000 mit Hertha BSC

DFL Ligapokalgewinner 2002 und 2003 mit Hertha BSC

„Tor des Jahres“ 2000 (für Hertha BSC)

 

Misserfolge

Die größten Misserfolge musste Alex Alves in seiner Zeit bei Hertha BSC hinnehmen. Insbesondere sind dies:

„Aus“ im UEFA-Cup 2001 gegen Servette Genf – 0:3 und 0:0

Verpasste, erneute Champions-League-Teilnahme 2000 – 0:3 am letzten Spieltag gegen Borussia Dortmund

Scheitern in der 2. DFB-Pokal-Hauptrunde 2000/2001 – 1:3 beim VfL Wolfsburg

Viertelfinal-Aus im DFB-Pokal 2001/2002 – 1:2 n. V. beim späteren Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln

 

„Ich habe nicht das Vergnügen gehabt, an seiner Seite zu spielen, aber er war ein guter Spieler, der liebe Gott soll bei ihm sein und seine Familie segnen.“ (Brasiliens Fußball-Idol Romário über Alex Alves)
Maurice Banach gilt bis heute als eines der größten Talente im deutschen Fußball. 1990 wird er im Trikot von Wattenscheid Zweitligatorschützenkönig, beim 1. FC Köln erzielt er 24 Bundesliga-Tore in 49 Spielen. Am 17. November 1991 stirbt Maurice Banach bei einem Autounfall. Da ist er gerade 24 Jahre alt. Die Gründe sind bis heute ungeklärt.

Maurice Banach kommt bei einem Autounfall auf der A1 bei Remscheid in Höhe der Autobahnraststätte Remscheid ums Leben. Er ist gegen 8:27 Uhr mit seinem Opel Omega frontal gegen einen Brückenpfeiler gerast und im brennenden Autowrack gestorben. Seine Ehefrau wird gegen 11 Uhr per Telefon informiert. Vier Stunden zuvor hat sich Maurice Banach, den alle nur „Mucki“ nannten, bei seiner Frau mit den Worten verabschiedet: „Ich fahre allein zum Training, bleibt ihr ruhig hier. Ich bin gegen Mittag wieder hier.“

Maurice Banach ist im Sommer 1990 für 1,2 Millionen Mark zum 1. FC Köln gewechselt. Zuvor hat er für Wattenscheid 09 Tore am Fließband geschossen, in der Saison 1989/90 ist er allein 21-mal erfolgreich und damit nicht nur Torschützenkönig geworden, sondern auch eine der heißesten Personalien auf dem Bundesliga-Transfermarkt.

In Köln setzen sie ein Siegerlächeln auf, als sie den Zuschlag erhielten. Nicht Pierre Littbarski oder Frank Ordenewitz soll ihnen eine goldene Zukunft bescheren sondern Maurice Banach. Da sind sich die Domstädter sicher. Denn Banach gilt als Top Prospect.

 

Er schoss einfach nur viele Tore

Und in der Tat. Mucki Banach entwickelt sich zum erhofften Torjäger, der den 1. FC Köln wieder nach oben bringt. Bis zu seinem letzten Spiel auf Schalke am 16. November 1991 führt er die Torjägerliste der Bundesliga an.

Banach spielt dabei nicht Hacke, Spitze, etc., er macht auch keine Übersteiger. Er schoss einfach nur viele Tore. Sucht man nach gegenwärtigen Vergleichen, fallen einem Spieler wie Ruud van Nistelrooy oder Thomas Müller ein, die den Drang zum Tor und die Simplizität des Spiels vereinen. Seine letzten Tore erzielt Maurice Banach am 9. November beim 4:1-Heimspielsieg gegen Fortuna Düsseldorf. Der große Triumph gegen den Rivalen vom anderen Rheinufer.

Wenige Tage vor dem Unfall verlängert der 1. FC Köln seinen Vertrag für drei weitere Jahre. Und kurz vor seinem tragischen Tod sagt er in einem seiner letzten Interviews: „Eines Tages möchte ich nach Irland, das muss wunderbar sein, die Natur, die Luft. Da fahre ich dann nur Fahrrad.“ Danach legen sich Tragik und Pech über den Fußball und das Leben. Die genauen Umstände des Todes von Maurice Banach sind bis heute nicht geklärt.

Die Presse vermeldet im November 1991, Banach sei mit Restalkohol im Blut von Münster aus losgefahren. Am Abend zuvor sollen er und seine Frau eine Karnevalsparty besucht haben. Banachs Frau zweifelt die Blutwerte allerdings erfolgreich vor Gericht an. Andere Theorien besagen, dass der Spieler an jenem Morgen von der aufgehenden Sonne geblendet wird und die Kontrolle über das Auto verloren hat.Über diverse Kölner Zeitungen moniert Claudia Banach Jahre später, dass sich der 1. FC Köln nach dem Unglück nie um die Hinterbliebenen gekümmert habe.

„Sie waren sich damals schon zu fein, auf die Trauerfeier in einer Gaststätte zu kommen. Die FC-Delegation ging in ein Fünf-Sterne-Hotel“, sagt Banachs Witwe sie bei einem Treffen im FC-Stammtisch, später wird sie so auch in der BILD-Zeitung zitiert. Auch werden Details über eine Versicherung öffentlich, die der Klub für die Familie abgeschlossen hatte.

„Der Geschäftsführer Wolfgang Schänzler zahlte mir nur einen kleinen Teil. Die Begründung: Ich müsste mir ja keinen neuen Mann kaufen, der FC aber einen neuen Stürmer“, so formuliert es Claudia Banach anlässlich des 20. Todestages der BILD-Zeitung. Heute lebt sie mit ihren Kindern in Münster und ist wieder verheiratet.

An der Unfallstelle ist sie nie wieder vorbeigefahren. Wenn sie von Münster aus Richtung Köln unterwegs sind, nimmt sie immer die A 43 statt die A1, so wird erzählt. Ob „urban legend“ oder wahr, das ist unwichtig.

 

Erfolge

Torschützenkönig der 2. Bundesliga: 1989/90 (mit Wattenscheid 09)

DFB-Pokalfinalist 1990/91 (mit dem 1. FC Köln)
Gernot Petzold scheint ein Prophet gewesen zu sein. Im Januar 2014 schreibt er per E-Mail einen Leserbrief an die Zeitschrift SPORT BILD, der in Ausgabe 02/2014 abgedruckt wird.

„Der beste Stürmer der Bundesliga“, so Petzold, „schießt seine Tore nun bald für die Bayern. Wenn Robert Lewandowski dies als nächsten Schritt auf der Karriereleiter sieht, ist sein Wechsel nachvollziehbar. Schade für die Bundesliga, dass damit der Kampf um die Meisterschaft über die nächsten Jahre noch weiter entschieden scheint. Es droht die große Langeweile!“

Wie recht er damit haben wird, stellt sich spätestens am Abend des 16. Juni 2020 heraus. Robert Lewandowski hat den FC Bayern München in Bremen zur 8. Deutschen Meisterschaft in Folge geschossen – mit seinem 31. Saisontor, wohlgemerkt. In der Torjägerliste ist der Pole in der Bundesliga mindestens genauso konkurrenzlos wie die Münchner in der Abschlusstabelle. „Was ist langweiliger als der FC Bayern? Die Opferrolle seiner Gegner!“, beklagt DIE WELT beinahe ketzerisch die Langeweile der Liga.

Dabei ist diese Situation auch durch 2 so genannte „Verräter-Transfers“ herbeigeführt worden! Der erste ist der von Manuel Neuer, der mit seinen großartigen Paraden ein Punkte- und Titelgarant für die Münchner ist. Dazu aber später mehr. Machen wir uns nichts vor: Kein Transfer zum FC Bayern hat Borussia Dortmund so zugesetzt wie der Abgang von Robert Lewandowski im Sommer 2014.

 

Kaum zu glauben: Lewandowski verließ Dortmund ohne Ablöse

Dass der Bundesliga-Torschützenkönig von 2014 ablösefrei zum größten sportlichen Rivalen zieht, nehmen einige Fans dem Polen auch nach Jahren noch krumm.

Denn „Lewy“ war nicht nur Top-Torjäger, sondern auch Publikumsliebling in Dortmund. Die Fans vermuten hinter seiner Abwerbung eine ganz bestimmte Strategie: Die Konkurrenz zu schwächen. Im Interview mit SPORT BILD sagt Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer: „Konkurrenten zu schwächen, ist nicht unser Credo!“ Wenig später wird der Lewandowski-Wechsel bekannt gegeben.

Binnen eines Jahres ist es der 2. Top-Transfer vom BVB zu den Bayern, nach Mario Götze. Seitdem und mindestens bis zum Juni 2020, haben die Borussen den Münchenern die Meisterschale nie mehr abjagen können. Dass sie 2019 100 Mio. Euro investieren und der inzwischen 31-jährige Lewandowski ihnen mit den Bayern trotzdem am Ende wieder voraus ist, sagt alles.Robert Lewandowski wurde am 21. August 1988 in der polnischen Hauptstadt Warschau geboren.

Er ist 1,84 m groß und wiegt 80 Kilo, bei Schuhgröße 44. Seine am häufigsten verwendeten Spitznamen sind ,,Lewy”, ,,Lewa”, ,,Robby” und ,,Lewangoalski”.

Beim FC Bayern München trägt Robert Lewandowski das Trikot mit der Rückennummer 9. Er unterschrieb nach 4 erfolgreichen Jahren bei Borussia Dortmund am 1. Juli 2014 einen Vertrag beim FC Bayern München. Dieser Kontrakt wurde am 29. August 2019 vorzeitig und bis zum 30. Juni 2023 verlängert.

Das Gehalt von Robert Lewandowski wird in München auf 20 Mio. Euro pro Jahr (Quelle: Vermoegensmagazin.de) geschätzt. In Sachen akkumuliertes Vermögen soll der Rekord-Torschütze der polnischen Fußball-Nationalmannschaft gemäß der gleichen Quelle auf 45 Mio. Euro kommen. Sein Berater ist der israelische Spielervermittler Pinhas Zahavi, der auch den deutschen Nationaltorhüter Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt), Wilfried Zaha (Crystal Palace) oder den Argentinier Carlos Tévez (Boca Juniors) vertritt. Robert Lewandowski ist seit 2013 mit der polnischen Kampfsportlerin Anna Stachurska verheiratet. Das Paar hat 2 Töchter und hält seinen Wohnort in München und sein Privatleben weitgehend unter Verschluss.

 

Robert Lewandowski – Good to Know

Robert Lewandowski ist ein Gerd Müller der Moderne. Sein Impact auf den FC Bayern München und die polnische Fußball-Nationalmannschaft manifestiert sich in Toren und Rekorden.

Kein anderer ausländischer Spieler hat mehr Tore in der deutschen Fußball-Eliteliga erzielt als der Warschauer, den einst Jürgen Klopp bei Lech Posen entdeckte. ,,Lewy” hatte bei Borussia Dortmund in seiner ersten Saison 2010/2011 mit mangelnder Anerkennung zu kämpfen.

Beim BVB gab es nämlich noch einen anderen Knipser: Lucas Barrios. ,,La Pantera”, der Panther, hatte am ersten Meistertitel der Schwarzgelben 2011 mit 16 Bundesliga-Toren den höheren Anteil am Erfolg als Lewandowski. Der Traf in seiner Premieren-Saison beim BVB ,,nur” 8-mal, doch die Dinge änderten sich schon in der folgenden Spielzeit. Lewandowskis Leistung ,,explodierte”: 22 Tore und 10 Assists in 34 BL-Spielen. Dazu kamen 7 Tore in 6 DFB-Pokalspielen. Der Dreierpack gegen den FC Bayern im Finale 2012 in Berlin machte Dortmunds Double-Triumph perfekt und von diesem Moment an war klar, dass Lewandowski der Transfer-Hotspot der Schwarzgelben respektive der gesamten Liga war…

Mit dem Wechsel zu Bayern München (2014) wurde Lewandowski dann zum Rekordmann. Im Folgenden nur eine Auswahl seiner Bestmarken und Meilensteine.  5-mal wurde er (Stand: August 2020) schon Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, nur Bayern-Bomber Gerd Müller holte diese Trophäe häufiger (7-mal). Erstmals seit über 20 Jahren konnte mit Lewandowski 2018/2019 wieder ein Spieler ,,seine” Torjäger-Kanone verteidigen. Zuletzt war das Stürmer-Legende Ulf Kirsten von Bayer Leverkusen (1997 und 1998) gelungen.

Von vielen grandiosen Spielen des Polen wurde eines zur absoluten Rekord-Partie. Am 22. September 2015 wechselte Bayern-Trainer Pep Guardiola Lewandowski beim Stande von 0:1 gegen den VfL Wolfsburg ein. Der ,,Edel-Joker” aus Polen erzielte zwischen der 51. und der 60. Minute alle 5 Münchner Treffer zum 5:1-Endstand. Es war der schnellste Hattrick, der schnellste Viererpack und der schnellste 5er-Pack der Bundesliga-Geschichte. Erstmals seit dem Duisburger Michael Tönnies († 2017) im Jahr 1991 konnte sich überhaupt wieder ein Spieler fünf Mal als Torschütze feiern lassen. Lewandowski stellte auch im Meister-Jahr 2015/2016 mit 9 Toren in drei Spielen (6. bis 8. Spieltag) einen neuen Bundesliga-Rekord auf. Zudem ist ,,Lewangoalski” erster Spieler der Liga-Historie, der an 11. Spielen in Folge einnetzte. Damit übertraf er die zuvor von seinem langjährigen Dortmunder Konkurrenten Pierre-Emerick Aubameyang und Europameister Klaus Allofs gesetzten Bestmarken.

Dass Lewandowski eine Tor-Power wie Gerd Müller hat, manifestiert sich in weiteren Zahlen. Der ,,Bomber der Nation” hatte in der Saison 1968/69 nach 11 Spieltagen 15 Tore auf dem Konto – der polnische Stürmerstar des FC Bayern kam 2019/20 nach der gleichen Anzahl an Spieltagen bereits auf 16 Buden.

Der Budnikowski der Bundesliga benötigte für seine ersten 50 Bundesliga-Treffer im Bayern-Trikot nur 64 Spiele. Schneller hatte Vereins übergreifend in der Liga noch nie ein Spieler diese Marke erreicht.

Bayern-intern hat Lewandowski mit 246 Treffern Wettbewerb übergreifend (Stand: August 2020) sich auf Rang 2 der ewigen Torschützenliste bei den Münchnern geschossen. In der Saison 2019/2020 überholte er Bayern-Idol Karl-Heinz Rummenigge. Am 13. Mai 2017 erzielte er gegen RB Leipzig sein 150. Bundesliga-Tor im 226. Spiel. Nur Gerd Müller war auf dem Weg zu dieser Tor-Anzahl schneller: Die Bayern-Legende brauchte 192 Partien. Mit seinem 200. Tor im ,,deutschen Clasico” gegen Borussia Dortmund 2018/2019 zog ,,Lewy” dann in den exklusivsten Torjäger-Kreis der Bundesliga-Geschichte ein. Nur Gerd Müller (365), Klaus Fischer (Schalke, Köln, Bochum, 1869 München / 268), Jupp Heynckes (Gladbach, Hannover / 220) und Manfred Burgsmüller (BVB, Nürnberg, Rot-Weiß Essen, Bremen / 213) haben 200-mal oder häufiger in ihrer Karriere in der deutschen Fußball-Eliteklasse getroffen.

Und: Kein Ausländer hat in der Bundesliga-Geschichte mehr Tore erzielt als Lewandowski, der in der ewigen BL-Torjägerliste bereits auf Rang 3 steht und Jupp Heynckes überflügeln konnte. Schalke-Idol Klaus Fischer ist mit 268 Treffern in Reichweite, Gerd Müllers Rekord von 365 Treffern wird trotz Lewandowskis Ambitionen – er ist immerhin schon deutlich über 30 – wohl auf ewig bestehen bleiben.

 

Was nur wenige wissen

  • 10 komplette Spielzeiten hat Lewandowski in der Bundesliga gespielt, 8-ml wurde er am Ende Deutscher Meister. Zunächst in seinen ersten 2 Jahren bei Borussia Dortmund und seit seinem Wechsel zum FC Bayern bis 2020 6-mal in Folge. Nur 6 Spieler in der Liga-Geschichte haben die ,,Schale” häufiger gewonnen, nur 2 Spieler, Lewandowskis Team-Kollegen David Alaba und Thomas ,,Radio” Müller sind aber noch aktiv.
  • Am 22. August 2010 gab Robert Lewandowski bei Borussia Dortmund in der Bundesliga sein Debüt. Der erste Treffer folgte knapp einen Monat später am 19. September 2010 – 3:1 auf Schalke.
  • Lewandowski ist überzeugter Katholik und engagiert sich u. a. im Jahr 2013 für eine missionarische Initiative in Polen.
  • Bachelorarbeit über sich selbst: Im Oktober 2017 beendete Lewandowski den Bachelor-Studiengang Sport an der Sporthochschule Warschau mit Auszeichnung. Das Thema seiner Bachelorarbeit (Titel: RL 9. Der Weg zum Ruhm) war seine eigene Karriere, viel authentischer geht es nicht…
  • Der TATORT ,,Rebland”, Erstsendung am 27. September 2020 in der ARD, brachte Robert Lewandowski auch auf dem Bildschirm ins Spiel. Wenn auch nur am Rande. Der Polizist Mario Lewandowsky (gespielt von Marek Harloff) tritt im Trikot des Bayern-Stars auf einem Weinfest am Kaiserstuhl auf – und gerät nach einer Vergewaltigung eines weiblichen Gastes prompt ins Visier der Ermittler der Kripo Freiburg um Kommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner). Berg über Lewandowsky: ,,So einem Bayern-Fan ist alles zuzutrauen.”…

 

Robert Lewandowski – Schwächen und Stärken

Robert Lewandowski hat das Angriffsspiel in der Fußball-Bundesliga und in der polnischen Nationalmannschaft auf ein neues Level gehoben. Dennoch hat er eine fußballerische Schwäche, die in großen Spielen oft ins Gewicht fällt.

Schwächen/Schwachstellen

Wenn man im Spiel des Robert L. aus M. eine Schwäche ausmachen will, dann ist es seine defensive Ausrichtung. Lewandowski ist kein Stürmer, der anders als beispielsweise Romelu Lukaku, mit nach hinten arbeitet und bei Drucksituationen mit aushilft.

Auch könnte man anführen, dass Lewandowski in großen Spielen ,,abtaucht”. Das lässt sich allenfalls an den weniger erfolgreichen Champions-League-Spielzeiten mit den Bayern 2018/2019 (Achtelfinale und frühestes ,,Aus” seit 2010) und 2017/2018 belegen. 2018/2019 blieb Lewandowski in der Runde der letzten 16 gegen den FC Liverpool (0:0 / 1:3) ebenso ohne Tor wie im Spitzenspiel der Gruppe zu Hause gegen Ajax Amsterdam (1:1). Ein Jahr vorher blieb er gar im Viertel- und im Halbfinale gegen den FC Sevilla und Real Madrid ohne Treffer bzw. Tor-Vorbereitung.

Stärken

Klinisches Finishing vor dem Tor, hohes Spielverständnis, Kopfballstärke und Sicherheit vom Elfmeterpunkt, Wendigkeit gepaart mit Dribbelstärke, diese ,,klassischen” Torjägerqualitäten hat Robert Lewandowski auf seinem Weg von Dortmund nach München perfektioniert.

Mit dem Ergebnis, dass er mit 32 Jahren in der Saison 2019/2020 auf dem absoluten Zenit seines sportlichen Wirkens steht. In der Bundesliga verteidigte ,,Lewy” mit 34 Treffern seine Torjägerkanone – diese Trefferanzahl bedeutete den besten Wert seit Dieter Müller (1. FC Köln) 1976/77, ebenfalls mit 34 Toren.

Noch stärker präsentierte sich Robert Lewandowski 2019/2020 in der Champions League. Er erzielte in dieser ,,Königsklassen”-Saison insgesamt 15 Tore. Dies war seine mit Abstand beste Tor-Ausbeute und die ergiebigste seit der CL-Saison 2012/2013 mit Borussia Dortmund (10).

In der polnischen Nationalmannschaft spielt Lewandowski lange quasi außer Konkurrenz. Er ist sowohl Rekordspieler als auch bester Schütze im Team der ,,Adler”. In seinem seinem 90. Länderspiel, dem WM-Qualifikationsspiel gegen Armenien am 5. Oktober 2017 gelangen Lewandowski beim 6:1-Kantersieg gegen Heinrich Mkhitaryan und Co. 3 Treffer. Damit stellte er den 37 Jahre alten Länderspiel-Torrekord Polens von Włodzimierz Lubański (WM-Teilnehmer 1978) ein und wurde mit dem 2. Treffer in diesem Spiel neuer Rekord-Mann Polens in Sachen Tore. Stand August 2020 ist Lewandowski mit 61 Treffern genau 40 Tore besser als der einzige aktive polnische Nationalspieler, der ihn theoretisch noch einholen könnte. Es ist sein ehemaliger Dortmunder Mitspieler Jakub ,,Kuba” Blaszczykowski…

Erfolge

Deutscher Meister 2011, 2012 (mit Borussia Dortmund), 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020 (mit dem FC Bayern München)

Champions-League-Finalist 2013 (mit dem BVB)

Champions-League-Sieger 2020 (mit dem FC Bayern)

UEFA Supercup-Sieger 2020

DFB-Pokal-Sieger 2012 (mit Dortmund), 2016, 2019, 2020 (mit dem FC Bayern)

DFL-Supercup-Sieger 2013 (mit Bor. Dortmund) und 2016, 2017, 2018 mit dem FC Bayern München.

Polnischer Meister 2010, Polnischer Pokalsieger und Superpokalsieger  2009 mit Lech Posen

Fußballer Europas der Saison 2019/20

Misserfolge

Die größten Misserfolge des Robert Lewandowski sind Niederlagen des FC Bayern München, von Borussia Dortmund und der polnischen Nationalmannschaft in wichtigen Turnieren oder entscheidenden Spielen. Insbesondere sind dies:

  • Das verlorene Champions-League Endspiel in Wembley mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern (1:2)
  • Das Ausscheiden der polnischen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in der Vorrunde
  • Diverse Niederlagen gegen spanische Klubs im Viertel- oder Halbfinale der Champions League
  • Das ,,Aus” bei der EURO 2016 im Viertelfinale gegen Portugal (3:5 n. E.)
  • Die verlorenen DFB-Pokal-Endspiele 2014 (mit dem BVB) und 2018 mit den Bayern.

Robert Lewandowski – Auweia

Der Wechsel, der ,,keinen Sinn machte” und der kalte Krieg mit ,,Kuba”. Der ,,Fall Lewandowski” – Ein Jahr lang hielt diese Personalie den deutschen Fußball in Atem. Experten, Besserwisser und Wichtigtuer fühlten sich gemüßigt, über den gefühlt jeden Tag neu bevorstehenden Wechsel des Polen von Borussia Dortmund zum FC Bayern zu spekulieren, fabulieren, schwadronieren. Der deutsche Fußball-Stammtisch war in Hochform!

Los ging es im Sommer 2012. Dortmund hatte die Bayern gerade in der Bundesliga abgehängt und im DFB-Pokalfinale 2012 mit 5:2 klar besiegt. Die ersten Gerüchte, wonach Bayern seine Fühler nach dem BVB-Dreifachschützen im Finale, Robert Lewandowski, ausgestreckt hätte, werden laut.

Das Nachrichtenmagazin FOCUS scheint im Dezember 2012 bestens informiert zu sein. Oder doch nicht? Der Wechsel sei ,,beschlossene Sache”, hieß es dort. Die Konkurrenz vom SPIEGEL zog im Februar 2013 nach. ,,Wir sind uns mit dem Spieler so gut wie einig. Jetzt beginnen aber erst die Verhandlungen mit dem BVB”, zitierte das Magazin einen Mister X beim FC Bayern. Wohl ein Aufsichtsratsmitglied, das aber anonym bleiben wollte (und auch blieb). Wir wussten sowieso alle Bescheid…

Wenig später schaltete sich dann die nach der ,,Abteilung Attacke” wichtigste Abteilung beim FC Bayern ein. Es ist Karl-Heinz Rummenigge von der Abteilung ,,Das offene Wort” – und nun wird es blumig. ,,Die Geschichte ist über einen spanischen Blog entstanden. Das ist schon eine Art Gerüchteküche, die der Küchenschabe relativ nahe kommt. Dazu sind wir bei Bayern München nicht mehr bereit, einen Kommentar abzugeben”, donnert Killer-Kalle aus dem Bayern-Trainingslager in Doha in Katar. Schöne Gerüchteküche… Der Steilpass für einen, der auf dem deutschen Fußball-Boulevard nicht wegzudenken ist: Lothar Matthäus, inzwischen bei Sky als Experte, ist in Sachen Lewandowski nicht nur besser als alle anderen informiert, er verrät auch, warum: ,,Ich habe gehört, dass sich Lewandowski einig ist mit dem FC Bayern. Meine Ohren hören ab und zu genau zu, wenn sich Leute in meiner Umgebung unterhalten.”

Beim FC Bayern München schon 2002 in Ungnade gefallen, erhält der Rekord-Nationalspieler die Antwort von ,,Bayern Münhen” direkt. ,,Er hat sich in den letzten Monaten immer mit Frauen beschäftigt. Jetzt diskutiert er plötzlich über neue Spieler beim FC Bayern. Scheinbar hat er sein Jagdfeld etwas verändert”, ordnet Bayern-Präsident Uli Hoeneß ordnet bei SPORT1 die Matthäus-Zitate gewohnt süffisant ein.

Es fehlt zu diesem relativ frühen Zeitpunkt der Lewandowski-Debatte eigentlich nur einer. Und zwar der, der in 2 Sätzen den gleichen Sachverhalt erklären kann, Fußball-Kaiser Franz Anton Beckenbauer. Seine Einschätzung ist gegenläufig zu den Statements der Bayern: ,,Ein Transfer macht für mich wenig Sinn. Ich würde Lewandowski natürlich nehmen, ihm aber in Aussicht zu stellen, dass er auch spielt, dürfte schwierig werden.” Wie wir heute wissen, kann sich auch der ,,Kaiser” irren. Lewandowski sollte die bisherigen Bayern-Stoßstürmer Mario Mandzukic und Mario Gomez aus München vertreiben… Dass sich Lewandowski gegen die beiden Bayern-Stürmer nicht durchsetzen würde, diesem Irrglauben unterliegt auch BVB-Boss Hans-Joachim (,,Aki”) Watzke am 28. Februar 2013: ,,Robert ist ein kluger Junge, ein Wechsel zu Bayern München würde gar keinen Sinn ergeben, Mario Gomez ist da gesetzt.” Solche Sätze kommen beim BVB-Fanvolk immer gut an. Bei der Dortmunder Führung nicht. ,,Wir werden im Moment im Stundentakt mit neuen Gerüchten überschüttet. Der Wahrheitsgehalt steigt dadurch nicht”, ist BVB-Sportdirektor Michael Zorc am 26. April 2013 vor dem CL-Halbfinale gegen Real Madrid (4:1, 4 Lewandowski-Tore für die Borussia) schon genervt. Auch die Bayern gehen in die Offensive. In Zusammenarbeit mit der Abteilung ,,Offenes Wort” veröffentlicht die Abteilung ,,Kommunikation” am gleichen Tag eine Presse-Mitteilung: ,,Der FC Bayern hat entgegen dieser Meldungen keinen Vertrag mit Robert Lewandowski.” Schön!

Mitte Mai 2013 will auch Robert Lewandowski nicht mehr länger ökonomisch mit der Wahrheit umgehen. ,,Ein Transfer ist für mich im Moment kein Thema. Es sind noch 2 Spiele. Darauf will ich mich konzentrieren. Ich denke, dann ist alles klar”, sagt der Umworbene im polnischen Fernsehen. 9 Tage später haut Noch-Bayern-Trainer Jupp Heynckes nach dem Champions-League-Erfolg in Wembley gegen den BVB (2:1) einen raus: ,,”…und Robert Lewandowski wird nicht lange auf sich warten lassen.” In Dortmund weiß man – wie so oft – davon nichts und gibt das auch zu Protokoll. Watzke: ,,Ich weiß nicht, wie nah Jupp Heynckes am Management des FC Bayern ist. Aber wenn die Bayern Lewandowski wirklich haben wollen, wäre es gut, wenn auch wir davon erfahren.”

Aber gerne! Nur einen Tag später meldet sich Lewandowskis damaliger Berater Czesary Kucharsky beim polnischen Sender TVN 24: ,,Der Wechsel ist nur noch eine Sache von einer Woche, 2 oder 3 Wochen.” Sein Schützling gibt das am 5. Juni 2013 in SPORT BILD so wieder: ,,Wir sind uns seit geraumer Zeit mit dem Verein einig. Das habe ich den Verantwortlichen mitgeteilt. Ich gehe davon aus, dass nun alles geklärt wird und ich diesen Sommer zu meinem Wunschverein wechseln darf. Das wäre für alle Seiten das Beste.”

Die Dortmunder müssen Lewandowski am Ende ablösefrei gehen lassen, aber sie halten ihn noch bis 2014. Lewandowski kurz vor seiner Hochzeit im Juni 2013 sichtlich genervt: ,,Ich glaube, dass dies nicht die endgültige Entscheidung des Chefs ist und sich die Situation bald ändert. (…) Vorläufig habe ich Urlaub, ich erhole mich. Ich hoffe, dass es bald vorwärts geht und sich bald etwas ändert. Ich rege mich über nichts auf. Weder über die bevorstehende Hochzeit, noch über den Transfer.”

,,Lewy” gegen ,,Kuba” – Duell der polnischen Fußball-Alphatiere – Robert Lewandowski und Jakub ,,Kuba” Blaszczykowski, das ist eine Episode aus der Reihe ,,Ziemlich beste Feinde.” Sie sind mit Borussia Dortmund von Erfolg zu Erfolg geeilt, sie haben gemeinsam mit ihrem Nationalmannschaftskollegen Lukasz ,,Piszczo” Piszczek aus dem BVB in der ,,Double”-Saison ,,Polonia Dortmund” gemacht und 2012 die EURO im eigenen Land gespielt. Das alles hat sie nicht einen können.

Es genügt eine Anekdote aus ihrer Dortmund-Zeit, um die Rivalität der beiden polnischen Fußball-Idole zu veranschaulichen. ,,Lewy”, ,,Kuba” und ,,Piszszo” sollten im Dortmunder Tierpark ein Löwenbaby als Paten übernehmen. Ein schöner PR-Termin, Tiere und Kinder gehen bekanntlich immer. Doch aus der für die Fotografen gestelzten Idylle wurde nichts. Lewandowski kam zu spät und Blaszczykowski hatte irgendwann keine Lust mehr. Man könne ja dann den polnischen Teamkollegen allein fotografieren, ätzte ,,Kuba” und stempelte die Aktion mit ,,unprofessionellem Verhalten” ab. Dabei wurde ,,Lewy” nur wenige Minuten später erwartet…

,,Es ist kein Geheimnis, dass wir nicht auf einer Wellenlänge liegen. Wir haben keinen Kontakt, jeder geht seinen eigenen Weg”, schrieb Blaszczykowski in seiner Biografie Kuba. ,,Die Charaktere der beiden besten Fußballspieler Polens in diesem Jahrzehnt sind zu unterschiedlich”, bilanzierte DIE WELT im Juni 2016. Auch, weil es um die Führungsrolle in der polnischen Nationalmannschaft ging. Dass ,,Kuba” die ,,Adler” zur Heim-EM 2012 als Kapitän anführte, ärgerte Lewandowski. Unter Nationaltrainer Adam Nawalka wurde dann der Neu-Münchner zum Teamkapitän der Polen. Zur EURO 2016 nach Frankreich reiste die Mannschaft sogar mit 2 Kapitänen, den verfeindeten Stars Blaszczykowski und Lewandowski, an. Der Rechtsaußen ,,Kuba” gilt spätestens seit seinem verschossenen Elfmeter im EM-Viertelfinale 2016 gegen Portugal als großer Verlierer dieses polnischen Duells.

Eine Jugendsünde – 2016 veröffentlicht Robert Lewandowski mit Meine wahre Geschichte (Verlag: riva) seine Biographie. So ein Buch kommt nicht ohne Skandal-Beichte aus. Auch der brave Robert hat so seine Jugendsünden zu gestehen…

Teenager Lewandowski mag den gefährlichen Kick, er liefert sich Verfolgungsjagden mit der Polizei. ,,Wir sind zur Polizeiwache gefahren, und dann nichts wie weg und die hinter uns her“, schreibt Lewandowski, der wegen des Spielens mit Feuerwerkskörpern so manche Nacht auf dem Revier verbrachte. ,,Lewy” gibt offen zu: ,,Ich war nicht immer nur das ruhige Kind und der brave Junge. Als Kind macht man eben manchmal Dummheiten.“

,,Zu Barca oder Real zu wechseln, wäre für mich kein Schritt nach vorne.” (Robert Lewandowski)

Oliver Bierhoff haftet lange das Image an, in der Bundesliga durchgefallen zu sein.

Bei Schwarz-Weiß Essen in der Jugend ausgebildet, ist der 1,91 m große Stürmer alles, nur kein Malocher. Ab 1986 Profi, kann sich Bierhoff weder beim FC Bayer 05 Uerdingen, noch beim Hamburger SV oder Borussia Mönchengladbach durchsetzen. In 73 Bundesliga-Spielen gelingen ihm nur 10 Treffer.

Gemessen an seinen späteren Tor-Quoten im Ausland ist das wirklich nicht viel. Möglicherweise hat der junge Oliver in diesen Jahren das ein oder andere Mal darüber nachgedacht, den Weg seines Vaters einzuschlagen – oder ganz was anderes zu machen.

Oliver Bierhoff hat es eigentlich nicht nötig, sich von den Medien als Bundesliga-Versager abstempeln zu lassen.Der Großvater verbot den Profifußball bei den reichen Bierhoffs. 

Sein Vater, Dr. Rolf Bierhoff, ist promovierter Ingenieur und Manager. Er gehört bis zu seinem Ruhestand 2002 gehört er dem Vorstand und dem Aufsichtsrat von RWE an, dem großen Essener Energieversorger, der damals im Geld nur so schwamm. Rolf Bierhoff ist selbst Torwart beim SG Düren 99, stand im Tor der Schülernationalmannschaft, Sepp Herberger hat ihn wohl noch beobachtet.

Und er wäre gerne Profispieler geworden, doch sein Vater Eduard, Jurist und u. a. Oberkreis-Direktor in Düren, sagt nur: „Mein Sohn spielt nicht für Geld Fußball.”

Das ändert sich bei den Bierhoffs erst in der nächsten Generation. Über die Stationen SV Salzburg und Ascoli Calcio landet Oliver Bierhoff 1995 bei Udinese Calcio, wo er endlich einschlägt – 48 Tore in 117 Liga-Spielen. Die Folge: Bundestrainer Berti Vogts nimmt Bierhoff mit zur EURO 1996 in England und macht mit ihm im Finale gegen Tschechien (2:1 n. V.) den entscheidenden Zug.

Er bringt Bierhoff nach 69 Minuten für den enttäuschenden Mehmet Scholl ins Spiel und mit 2 Toren zum 1:1-Ausgleich (73.) und mit dem 2:1 (95.), dem ersten „Golden Goal“ der Fußballgeschichte, macht Bierhoff Deutschland zum Europameister – und sich selbst unsterblich.

Beim AC Mailand wird er 1999 italienischer Meister und dass er von den Manager-Qualitäten seines Vaters was hat, beweist er ab 2014.

In der Funktion des Team-Managers der deutschen Fußball-Nationalmannschaft wird Bierhoff im Gespann mit Bundestrainer Joachim Löw, Assistenzcoach Hans-Dieter Flick und Torwart-Trainer Andreas Köpke in Brasilien Weltmeister.Videoinhalte – Der Video-Player oben zeigt zunächst das Video über Oliver Bierhoff, danach automatisch folgend alle weiteren Videos unseres Dossiers: “Diese 10 Fußballspieler verstarben viel zu jung. Unfall, Mord, Krankheit, Mysteriöses – Gone too soon”. 

Alternativ kann jedes Video auch direkt aufgerufen werden durch Klicken auf das Bild, die Überschrift oder den Hinweis der weiter unten folgenden Vorschaubilder, Überschriften und Hinweise unter der Überschrift “Gone too soon – Einzelvideos”.

Wer die Story mit vielen zusätzlichen Texten, Bildern und allen Videos lesen und schauen will, dem empfehlen wir unser Dossier “Diese 20 Fußballstars waren schon reich vor ihrer Karriere.” Bitte hier entlang.

Wer das Dossier werbefrei und als E-Book, PDF oder PWA kostenpflichtig lesen und schauen will, bitte hier informieren.


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