Der Tag, als: Die Bundesliga am 04. Mai – Als Arminia am Betzenberg für Chaos sorgte


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 04. Mai in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Vor 41 Jahren? Tumult am Betzenberg. Im Freitagabendspiel schlägt Herbstmeister 1. FC Kaiserslautern 1979 Aufsteiger Arminia Bielefeld mit 3:2, wonach es nach torlosen 80 Minuten nicht aussieht. Dann geht’s rund. Die FCK-Führung wird postwendend ausgeglichen, was fünf Arminen zu lange feiern. Schiedsrichter Manfred Dölfel pfeift wieder an, als sie noch in der gegnerischen Hälfte sind. Prompt fällt das 2:1. Das löst Tumulte aus, zwei Arminen Frank Pagelsdorf und Christian Sackewitz sowie FCK-Torjäger Klaus Toppmöller fliegen vom Platz. Die Lücken auf dem Feld führen zu zwei weiteren Toren. Arminia legt Protest ein und hofft auf den damals noch verpönten TV-Beweis, der den irregulären Anstoß belegt. Der Fall geht durch alle Instanzen, erst vier Wochen später wird der Protest abgelehnt.

Vor 36 Jahren? Ein Spiel ganz nach dem Geschmack von Mutter Allofs steigt in Kaiserslautern. Noch zu Beginn ihrer Profikarriere wohnen beide Söhne bei ihr in Düsseldorf. 1986 nicht mehr, aber der Spielverlauf ist ganz im Sinne des Familienfriedens. Klaus Allofs schießt den 1. FC Köln in der 83. Minute in Führung, im Gegenzug gleicht Thomas Allofs für die Pfälzer aus.

Vor 35 Jahren? Endlich kann sich Waldhof Mannheim wieder mal entscheiden. Mit dem 3:1 gegen Eintracht Frankfurt endet 1985 die noch immer längste Unentschieden-Serie der Bundesliga (acht Spiele). Bielefelds Siggi Reich stellt immerhin einen Vereinsrekord auf und schießt als erster Armine vier Bundesligatore, was völlig ausreicht um den Karlsruher SC zu besiegen (4:1).

Arminia Bielefeld, Kaiserslautern
Hannes Bongartz (li.) und Josef Pirrung (beide 1. FC Kaiserslautern) gegen Lorenz Günter Köstner am Boden und Roland Peitsch (beide Arminia Bielefeld) 1979. Copyright: imago images / Ferdi Hartung

04. Mai 1996: Eintracht Frankfurt steigt zum ersten Mal ab

Eintracht Frankfurt
Dietmar Roth (li., Frankfurt) gegen Martin Max (Schalke) 1996. Die Eintracht verliert dieses Spiel 0:3 vor Heimpublikum und besiegelt ihren bitteren Abstieg. Copyright: imago images / Alfred Harder

Vor 29 Jahren? So schnell kann man nur im Fußball einen Fehler korrigieren. Nürnbergs Marc Oechler schießt 1991 in Köln ein Eigentor und zwei Minuten später ein Tor für seinen Verein.

Am selben Tag wird der erste Bundesligist aus der ehemaligen DDR ermittelt: Hansa Rostock wird durch ein 3:1 gegen Dynamo Dresden letzter ostdeutscher Meister (NOFV-Liga), der Trainer kennt die Bundesliga schon: Uwe Reinders ist nun der beliebteste „Wessi“ an der Ostsee.

Vor 27 Jahren? Zickenzoff in Leverkusen. Bayer entlässt auf Wunsch der Mannschaft Trainer Reinhard Saftig, obwohl er das Team ins Pokalfinale 1993 geführt hat. Nachfolger Dragoslav Stepanovic sagt: „Saftig kann gern nach Berlin kommen und sich im Endspiel auf die Bank setzen, mir ist das egal.“ Mitgefühl klingt anders.

Vor 24 Jahren? Die Bundesliga verliert 1996 einen weiteren Dino. Eintracht Frankfurts erster Abstieg steht nach der 0:3-Heimpleite gegen Schalke 04 definitiv fest. Manager und Ex-Stürmer Bernd Hölzenbein spricht vom „schwärzesten Stunde meiner 30 Jahre bei der Eintracht“.

Bei Bayern sitzt erstmals in der Liga-Historie ein Präsident als Trainer auf der Bank. Franz Beckenbauer, 1994 half er noch als Vize-Präsident aus, springt nach Otto Rehhagels Rauswurf erneut ein und führt die Münchner zu einem 3:2 gegen den 1. FC Köln. Ein Traumstart ist es nicht, Lothar Matthäus erzielt ein Eigentor und erst nach Rot für Kölns Carsten Baumann knickt der Gast ein.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Borussia Dortmund Channel
Die Geschichte der Bundesliga nach Kalendertagen: Vom 09. Mai bis zum 01. Mai
Papst, Bayern, München
Der Tag, als: Die Bundesliga am 09. Mai - Als Bayern dem Pabst die Schuld gab
Werder Bremen, Meister
Der Tag, als: Die Bundesliga am 08. Mai - Als Bremen Deutscher Meister wurde
Ordenewitz, Werder Bremen
Der Tag, als: Die Bundesliga am 07. Mai - Als ein Bremer sich selbst anzeigte

04. Mai 2019: Hertha Handspiel sorgt für Aufregung

Rekik, Hertha BSC
Herthas Karim Rekik, hier gegen Mario Gomez, sorgt mit seinem Handspiel für Tumulte beim Spiel gegen Stuttgart 2019. Copyright: imago images / Contrast

Vor 23 Jahren? Das wohl turbulenteste Münchner Bundesliga-Derby hat keinen Sieger. 1860 München und der FC Bayern trennen sich 1997 3:3 und wieder mal nicht als ziemlich beste Nachbarn. Die Bayern sind mit dem Punkt gut bedient, da am Ende nur noch neun Rote auf dem Platz stehen. Christian Ziege und Lothar Matthäus fliegen runter, Carsten Jancker gleicht trotzdem aus. Der von allen Seiten wüst beleidigte Schiedsrichter Hans-Jürgen Weber fertigt einen Sonderbericht an.

Vor 18 Jahren? Borussia Dortmund setzt sich am letzten Spieltag im Dreikampf um den Titel durch. In der Blitztabelle zwar zwischenzeitlich hinter Leverkusen und die Bayern gefallen, bringen Treffer von Jürgen Kohler und Joker Ewerthon zum 2:1 gegen Werder Bremen Borussia wieder nach vorne. Dort bleibt sie bis zum Abpfiff und Matthias Sammer geht mit seinen 34 Jahren als jüngster Meistertrainer in die Geschichte ein. Leverkusen mit etwas anderem auch: erstmals verspielt ein Team drei Spiele vor Schluss einen Fünf-Punkte-Vorsprung.

Vor 12 Jahren? Bayern München feiert wieder mal im fremden Stadion seinen Titel. Ein 0:0 in Wolfsburg bringt die von Ottmar Hitzfeld gecoachte Mannschaft nach 31 Spieltagen ins Ziel. Da sie drei Tage zuvor in Petersburg hochkant (0:4) aus der Europa League geflogen sind, ist die Stimmung gedämpft. Hitzfeld hat Kapitän Oliver Kahn und Superstar Franck Ribery zuhause gelassen, sie stoßen abends zur 21. Meisterfeier des Klubs. Uli Hoeneß kritisiert die Kritiker: „Unverschämtheit, jetzt ist das Double schon nichts mehr wert!“ Stolz darf Kahn-Vertreter Michael Rensing sein, der auch sein 22. Bundesligaspiel nicht verliert – Rekord!

Vor einem Jahr? Aufregung in Berlin, wo „das glasklarste Handspiel des Jahres“ (Bild) vom Herthaner Karim Rekik im eigenen Strafraum den VAR ad absurdum führt. Video-Schiedsrichter Günter Perl ist wenigstens erfrischend ehrlich: „Ich habe es erst zwei Minuten später gesehen und gedacht: Schöne Scheiße!“ Seine Entschuldigung: kein Stuttgarter habe protestiert, deshalb habe er weiter eine zurückliegende Foulszene analysiert.

Ligalivenet Premium-Dienste

AKTE BUNDESLIGA

Dossiers für Lover und Hater. Triumphe, Tragödien, Erfolge und Peinlichkeiten der Bundesliga-Vereine

CLOSELOOKNET

The dossier site. Global content for global people. Top content for top subjects.

AKTE FC BAYERN

Das Bayern München Dossier. Der Aufstieg der Mittelmäßigen. Von der Lokalgröße zum Weltverein.