Atlético-Superstar Griezmann: Auf dem Weg zur Legende

2:0 gegen Borussia Dortmund, 20. Tor für Atlético Madrid im 50. Europapokal-Spiel – Atletico Superstar und Weltmeister Antoine Griezmann (27) bestätigt seine Topform und schießt Atlético im Duell mit dem BVB so gut wie ins Achtelfinale.

Antoine Griezmann braucht am Dienstagabend bis zur 80. Minute, ehe er zu seinem Jubiläumstreffer kommt. Gegen Borussia Dortmund gelingt dem Superstar von Atlético Madrid das entscheidende 2:0 (1:0). Im 50. Europapokalspiel trifft er zum 27. Mal, davon 20-mal in Diensten von Atlético Madrid. Es ist sein 3. Tor im 12. Spiel gegen einen deutschen Klub.

Ein einziger Treffer fehlt „Grizou“ nur noch, um mit Atléticos Rekord-Torschützen Luis Aragones gleichzuziehen. Der 2014 verstorbene Europameister-Trainer Spaniens erzielt in seiner Zeit bei den „Colchoneros“ zwischen 1964 und 1974 insgesamt 172 Tore.

Eben eine solche Klublegende will Griezmann, dessen Vorfahren aus der Nähe von Straßburg stammen, in Madrid nun auch werden. „Es reizt mich, eine Legende, ein historischer Spieler hier bei diesem Klub zu werden“, sagt er unbescheiden.

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Antoine Griezmann jubelt nach seinem 2:0 gegen Borussia Dortmund. (Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)
Das Finale am 1. Juni 2019 im eigenen Stadion Wanda Metropolitano, wo sich „Atléti“ am späten Dienstagabend gegen Dortmund schadlos hält, ist das nächste, ganz große Ziel von Antoine Griezmann.

Griezmann: „Die Champions League ist der Traum aller bei Atlético“

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2018 hat sich Griezmann mit Atlético die Europa League und den Supercup geholt – und mit Frankreich wurde er in Moskau Weltmeister. Damit gibt sich der ehrgeizige Offensivspieler nicht zufrieden.

„Die Champions League und die Europameisterschaft fehlen mir noch“, sagt Griezmann in einem längeren Kicker-Interview (Montagsausgabe), „ich hoffe, dass ich das noch schaffe.“

Den Traum vom Finale im eigenen Stadion hat Griezmann mit dem 2:0 gegen den BVB am Leben erhalten. In Gruppe A steht einem Weiterkommen der Spanier und der Borussia praktisch nichts mehr im Wege.

„Das Finale ist das große Ziel und der Traum aller bei Atlético“, sagt Griezmann dem Kicker, „aber wir wissen, dass es schwierig wird. Das Achtelfinale zu erreichen, ist ein erster Schritt. Dann hängt vieles vom Glück ab, von dem Klub, auf den man trifft.“

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„Grizous“ Mission: Das Final-Trauma von 2016 endlich vergessen machen

Das Trauma: Griezmann vergibt im Champions-League-Finale 2016 gegen Real Madrid einen Elfmeter für Atlético. (Photo by Clive Rose/Getty Images)

Glück hat das oft als „Klub der einfachen Leute“ in der spanischen Hauptstadt titulierte Atlético in seinen beiden Champions-League-Finals 2014 – damals noch ohne Griezmann – und 2016 jeweils gegen den Stadtrivalen Real Madrid nie gehabt.

Das späte Ausgleichstor durch Sergio Ramos im Finale von Lissabon 2014 in der 3. Minute der Nachspielzeit, das Elfmeterdrama in Mailand zwei Jahre später, diese beiden verlorenen Spiele nagen an Atlético und seinen Fans.

Auch an Griezmann. „Die Niederlage in der Champions League war die schlimmste für mich“, erzählt der Weltmeister von 2018, „es war mein erstes Finale. Ich hatte viele Dinge im Kopf. Wie man feiern würde, ich hatte so viele Träume und Gedanken – und nach 120 Minuten war die einfach verschwunden.“

Besonders bitter: Im Finale 2016 gegen Real vergibt Griezmann in der regulären Spielzeit einen Elfmeter. „Die Enttäuschung nach dem ersten Elfmeter war sehr groß“, sagt er heute, „ich schoss in die Mitte und verschoss.“

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„Die Bundesliga ist auf Augenhöhe mit der Premier League“

Bayer 04 Leverkusen, der FC Bayern München und Borussia Dortmund sind die bisherigen deutschen Gegner von Antoine Griezmann, der zum exklusiven Klub der Spieler gehört, die in Länderspielen 4-mal gegen die deutsche Nationalmannschaft getroffen haben.

„Die Deutschen liegen mir einfach“, sagt Griezmann, „Partien gegen Deutschland oder auch gegen Bayern München oder nun wieder gegen Dortmund spielt man gerne. Man weiß, dass die ganze Welt zuschaut. Es sind Spiele auf höchstem Niveau.“

Die Bundesliga schätzt der französische Superstar, dessen Talent im eigenen Land zunächst verkannt wurde – seit 2005 spielt Griezmann bereits in Spanien – hoch ein. „Ich würde Spanien auf Platz eins setzen“, so seine Meinung, „in den Achtel- und Viertelfinals der Champions League stehen immer viele spanische Mannschaften. Danach folgt die Bundesliga oder die Premier League. Die englische Liga ist zwar weltweit populärer, aber was Talente und die Mannschaften anbetrifft, nehmen sich diese beiden Ligen nicht viel.“

Gegen die Bayern im Halbfinale 2016 und gegen Bayer 04 Leverkusen im Achtelfinale ein Jahr später schafft Griezmann mit Atlético Madrid jeweils das Weiterkommen. Den direkten Vergleich gegen den BVB hat man dieses Mal trotz der starken Leistung im Rückspiel am Dienstag verloren – das allerdings nach dem 0:2 im Hinspiel. Dass Atlético Madrid möglicherweise auf Platz 2 ins Achtelfinale einzieht, liegt nicht an Griezmann. Er erzielt in 4 Gruppenspielen 3 Tore (siehe Grafik) – und liefert 2 Tor-Vorlagen.