Aus im Pokal, Angst um Reus: BVB, wo ist die Lockerheit?


Darf der FC Bayern München doch noch auf den ganz großen Einbruch von Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund hoffen? Das Pokal-Aus gegen Werder Bremen (2:4 n. E. / 3:3 n. V.) haben den BVB verschnupft zurückgelassen.

Der schwache Applaus von der riesigen Südtribüne ist am Dienstagabend der Schlusspunkt.

Wie geprügelte Hunde verlassen die Spieler von Borussia Dortmund den Signal Iduna Park, während auf der anderen Seite des Stadions die Bremer Pokal-Party abgeht. Ausgelassen feiern die Bremer um den 40-jährigen Fußball-Veteran Claudio Pizarro den bisherigen Coup des Jahres im DFB-Pokal.

Eine Grippewelle, ein Spiel ohne Abwehr und 75 Minuten ohne Superstar Marco Reus (29) der mit leichenbitterer Miene nach der Halbzeit draußen bleibt haben dem BVB einen Pokal-Abend verdorben, der fast schon gelaufen schien.

Auch Trainer Lucien Favre (61) wirkt verschnupft, als er am späten Dienstagabend vor die Presse tritt.

Was nun, Borussia Dortmund? Marco Reus geknickt beim Pokal-Aus gegen Werder Bremen. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Der 3. Pokal-Krimi ist einer zu viel für Dortmund…

Das Pokalspiel gegen den 1. FC Union Berlin am 31. Oktober 2018 war ein ähnliches Drama für Borussia Dortmund wie nun gegen Bremen. (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)
„Das gehört im Februar dazu“, kommentiert der Schweizer das gesundheitliche Pech seiner Mannschaft mit schwacher Stimme, „wir sind leider nicht mehr dabei, aber das ist Sport, das ist Fußball.“

Es ist der größte Rückschlag für den bislang so souveränen Bundesliga-Tabellenführer in dieser Saison, nachdem Dortmund im Pokal bei Greuther Fürth (1. Runde) mit späten Toren zum 2:1 in der Verlängerung und gegen Union Berlin (3:2) ebenfalls nach 120 Minuten 2-mal spät den Kopf aus der Schlinge gezogen hat.

Dieses Mal ist das Pokalglück aufgebraucht. In der 119. Minute bestraft eine nie aufgebende Bremer Mannschaft einen BVB, der in der Abwehr viel zu sorglos auftritt. Dass mit Roman Bürki und Marwin Hitz die beiden Stammkeeper mit Grippe flach liegen, macht die Sache nicht besser.

Marco Reus hat nach dem Spiel seine eigene Ansicht: „Das müssen wir über die Bühne bringen – egal wie. Da müssen wir dreckiger spielen.“ 2-mal hat die Borussia in der Verlängerung geführt, Bremen aber immer wieder die Tür aufgemacht. Sowas nutzen so eiskalte Brüder wie Pizarro oder Max Kruse eben.

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BVB: Hoffenheim spielt sich nur im Kopf ab

BVB-Coach Lucien Favre (r.), hier mit dem 3. Torhüter Eric Oelschlägel, ist nach dem Pokal-Knockout gegen Werder Bremen vor allem als Psychologe gefragt. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

„Es war ein gebrauchter Abend“, findet Weltmeister Mario Götze, „normalerweise müssen drei Tore zu Hause reichen. Das war sehr, sehr bitter.“

Die Liga schaut am Samstag (15.30 Uhr) wieder gespannt auf Dortmund. Wird der zuletzt so leichtfüßig aufspielende Liga-Primus gegen 1899 Hoffenheim wieder mit Bleistiefeln spielen? Der Borussia fehlen gegen kompakte Bremer – wie auch schon im 2. Durchgang in der Liga gegen Frankfurt beim 1:1 – die Leichtigkeit und die Ideen.

„Favre steht vor seiner schwersten Aufgabe beim BVB“, heißt es dazu am Mittwoch bei WELT.DE, „das nächste Spiel entscheidet sich im Kopf.“

Die erkrankten Bürki, Hitz, Jadon Sancho und Marcel Schmelzer könnten es bis Samstag schaffen. Das dickste Fragezeichen steht hinter Marco Reus. Der BVB-Leader, der die Westfalen mit seinem sehenswerten Freistoßtor zum 1:1 (45. + 2) ins Spiel zurück gebracht hat, hält seinen Einsatz gegen Hoffenheim offen.

„Der Oberschenkel hat heute zugemacht. Ich kann noch nicht sagen, ob ich am Wochenende spielen kann“, sagt der Nationalspieler am Dienstagabend. „Übermorgen machen wir eine Kontrolle“, verweist Lucien Favre auf den Freitag.

Ligalive-Infografik: Action Zones im Spiel Borussia Dortmund gegen Werder Bremen (2:4 n. E.), DFB-Pokal 2018/2019

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