Kein Reus, keine Party – BVB vergeigert ein 3:0!


Bundesliga-Tabellenführer Borussia Dortmund lässt sich beim 3:3 gegen 1899 Hoffenheim eine 3:0-Führung nach 75 Minuten noch aus der Hand nehmen. Die unbequemen Kraichgauer kommen stark aus der Kabine und versetzen dem BVB nach dem Pokal-Aus gegen Bremen den nächsten Tiefschlag.

So hatten sich das Edin Terzic (36) und Manfred Stefes (51) vorgestellt. Eine komfortable Führung mit Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim – und dann ganz entspannt an den Chef funken. So ist der Plan der beiden BVB-Assistenztrainer.

Dortmund-Coach Lucien Favre (61) kann grippegeschwächt nicht auf der Bank sitzen. Er hält, wie es aus Dortmund heißt, die Ansprache vor dem Spiel an das Team aus „unbedenklicher Entfernung“ und überlässt den Rest dann dem Funkkontakt. Während der 90 Minuten ist er nicht mehr im Stadion. BVB ohne Reus und ohne Favre? Kann das gut gehen? Ja, kann es. Aber nur bis zur 75 Minute!

Dann meldet sich 1899 Hoffenheim mit einem fulminanten Schlussspurt doch noch in diesem Spiel an und funkt dem BVB gewaltig dazwischen.

Oh my God! Jadon Sancho von Borussia Dortmund nach dem 3:3 gegen 1899 Hoffenheim...(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Zum 3. Mal in Folge: BVB kann keine Führung mehr halten!

Wie lange spielt Jadon Sancho noch für Borussia Dortmund?(Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)
Die Dortmunder agieren in der Abwehr wie zuletzt gegen Werder Bremen im Pokal (3:3 n. V., 1:3 n. E.) viel zu sorglos in der Abwehr und lassen wieder 3 Gegentore zu.

Die „ungewohnte Situation“, wie es BVB-Manager Michael Zorc (56) vor dem Spiel im Sky-Interview formuliert, nämlich ohne Kapitän und Antreiber Marco Reus (29 / Muskuläre Probleme), sondern auch ohne den Schweizer Maestro Favre antreten zu müssen, überfordert die Borussia in der Schlussphase offensichtlich. Zuvor scheinen Favre und das Team auf beinahe telepathische Weise verbunden zu sein – 3:0 steht es nach 67 Minuten durch Tore von Sancho (32.), Mario Götze (43.) und Raphael Gueirrero (67.). „Gehen Sie ruhig ins Bett, Monsieur Favre“, denken viele im Stadion und vor den Fernsehgeräten bei sich. Dass sich der Pfostentreffer noch Sancho (75.) sich noch rächen wird, glauben zu diesem Zeitpunkt bestenfalls Berufsoptimisten aus München…

Spätestens nach dem 3:2 (83.) von Pavel Kaderabek nach Vorarbeit des eingewechselten und wie aufgedreht spielenden Dennis Geiger wird auch dem letzten unbedarften BVB-Fan klar, dass das Ding wieder scharf ist.

Endgültig vergeigert ist der Vorsprung nur 4 Minuten später.

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„Favre ist genauso enttäuscht wie wir alle“

Favre will 4 defensive Innenverteidiger im Team.
Lucien Favre erlebte das Spiel des BVB gegen Hoffenheim nicht im Stadion. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Wieder ist es Geiger, der einen Freistoß von rechts nach innen bringt, Ishak Belfodil ist gedanklich frischer als die Dortmunder Abwehr und schädelt den Ball ins rechte Eck – 3:3.

„Es ist extrem bitter, wir haben 75 ein richtig gutes Spiel gemacht“, sagt Ex-Gladbachprofi Manfred Stefes nach der Partie bei Sky, „wir haben naiv verteidigt und die entscheidenden Duelle verloren.“

Über die Kommunikation mit seinem Chef sagt der Co-Trainer des BVB: „Er ist genauso enttäuscht wie wir, ich habe kurz mit ihm telefoniert. Die Mannschaft wird diese Rückschläge wegstecken.“

Mario Götze sieht es ähnlich: „Eine 3:0-Führung zu Hause, das sollte uns nicht passieren, das ist bitter, wie es gelaufen ist.“ Kann man so sehen. 1899 Hoffenheim wird somit das erste Team, gegen den der BVB in beiden Saisonspielen ohne Sieg bleibt.

Ligalive-Infografik: Action Zones im Spiel Borussia Dortmund gegen 1899 Hoffenheim (3:3), Bundesliga-Saison 2018/2019

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