Was nun, Monsieur Favre? Fans pfeifen auf den BVB – Trotz 3:3!


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Ein Bild sagt mehr als 1.000 Worte: Borussia Dortmunds Spieler nach dem 3:3 gegen den SC Paderborn. Foto: Imago Images

Gegen 22.25 Uhr trauen sich die Stars von Borussia Dortmund nicht mehr vor die Südtribüne.

Obwohl sie mit dem 3:3 von Marco Reus (90. + 2) mit dem 3:3 (0:3) gegen den SC Paderborn noch die totale Blamage abgewendet haben, werden die BVB-Profis von ihren eigenen Anhängern nach der Partie gnadenlos ausgepfiffen. Sie verharren kurz, klatschen in die Hände und schleichen dann wie geprügelte Hunde aus der Arena. Liebesentzug durch die ,,Süd“? Das ist ,,Alarmstufe Rot“ beim BVB!

Schon zur Pause gibt es gellende Unmutsbekundungen im Signal Iduna Park. Der – wir schreiben es langsam und zum mitschreiben – amtierende deutsche Vizemeister und Champions-League-Teilnehmer Borussia Dortmund wird vom Tabellenletzten SC Paderborn förmlich hergespielt.

Der erste Pflichtspielsieg der Ostwestfalen gegen den BVB wird am Ende nur um Sekunden verpasst. Freuen mag man sich darüber in Dortmund am Freitagabend nicht.

Schlusspfiff in Dortmund. Die Paderborner sacken enttäuscht zusammen und auch die BVB-Stars sind enttäuscht. Foto: Imago Images

Nobody Paderborn bohrt in die Schwachstellen des BVB

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Wechselte zur Pause gegen Paderborn beim Stand von 0:3 gleich 3-mal: BVB-Trainer Lucien Favre. Foto: Imago Images
Warum? Weil die Mannschaft von Trainer Lucien Favre (62) mit der blutleeren Darbietung in den ersten 45 Minuten genau da weitermacht, wo sie beim 0:4-Desaster beim FC Bayern München vor der Länderspielpause aufgehört hat.

,,Das ist karo-einfach“, kommentiert Jonas Hummels, Ex-Fußballprofi und Bruder von Weltmeister Mats Hummels bei DAZN das 0:3 der Paderborner von Gerrit Holtmann (43.), ,,so einfach kann man dem BVB derzeit weh tun.“

Fehlende Schnelligkeit in der Rückwärtsbewegung, eine um 5 Kilometer schlechtere Laufleistung (123:128 Kilometer zugunsten des SCP), 90 Fehlpässe und eine haarsträubende Aufstellung mit Mo Dahoud auf der Doppel-Sechs – Dortmund bietet bis zur Halbzeit ein Sammelsurium an alten und neuen Fehlern.

Zudem muss Stürmer Paco Alcácer in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einer Knieverletzung vom Platz. Favre reagiert und der Schweizer kann tatsächlich noch retten, was zu retten ist.

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Mehr muss man über Mario Götze und Lucien Favre bei Borussia Dortmund nicht wissen...

Reus mit Klartext: ,,So dürfen wir nie wieder auftreten"

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Mit diesem Kopfballtreffer rettete Marco Reus (m.) Borussia Dortmund beim 3:3 gegen den SC Paderborn wenigstens noch einen Punkt. Foto: Imago Images

Er bringt zur Pause Julian Brandt, Achraf Hakimi und Thorgan Hazard, die Dahoud, den verletzten Alcacér und den angeschlagen ins Spiel gegangenen Nico Schulz ersetzen.

Und man fragt sich. Und man wundert sich: Warum hat Favre dieses Trio, das letztlich das Ruder mit herumreißt, nicht von Anfang an gebracht. Dass die Partie nicht 2:3 und damit im totalen Desaster endet, verdankt Favre seinem Musterschüler Marco Reus, der aber auf die Distanz von 90 Minuten auch vieles schuldig bleibt.

Der BVB-Kapitän Reus (,,Hört mir auf mit Eurem Mentalitäts-Scheiß“) redet bei DAZN anschließend Klartext, wie so oft schon in dieser Saison. ,,Wir müssen uns bei allen Leuten hier im Stadion für die Leistung entschuldigen. Ich habe momentan keine Erklärung für die erste Halbzeit. Keine Ahnung was wir da fabriziert haben. Man hat sich heute richtig geschämt“, sagt Reus, ,,so dürfen wir nie wieder auftreten. Das war absolute Scheiße. Wir dürfen zu Hause nicht so auftreten, egal gegen wen. Darüber werden wir sprechen, anders geht es nicht.“

BVB gegen Paderborn ist das Spiel, in dem der BVB den frühesten 0:3-Heim-Rückstand seit dem 15. April 1983 gegen Bayer Leverkusen (3:3) hinnehmen muss. Damals führen die Leverkusener schon nach 17 Minuten (!) durch Tore von Arne Larsen-Ökland (4.) und Herbert Waas (15. / 17.) mit 0:3. Rüdiger Abramczik und Erdal Keser (62./63.) mit einem Doppelschlag und Meinolf Koch stellen für Dortmund noch auf 3:3. Da wird Lucien Favre wenig trösten. ,,Das war eine desaströse erste Halbzeit von uns. Wir kriegen drei Tore. Das war unglaublich. Das einzig Positive ist das 3:3″, sagt der BVB-Coach nach dem Spiel, ,,wir werden das gründlich analysieren. So kann es nicht weitergehen.“

Ligalive-Infografik: BVB gegen SC Paderborn 3:3 - Der Thriller zum Nachlesen

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Ligalive TV: Lucien Favre nach dem peinlichen 3:3 gegen den SC Paderborn