Der BVB und die Transfers: Man spricht Deutsch


Nur 3 deutsche Spieler haben bei Tabellenführer Borussia Dortmund mindestens die Hälfte aller 22 Bundesliga-Spiele absolviert. Das ist vergleichsweise wenig für den Klub, der dauerhaft den Anspruch hat, hinter Bayern München die solide Nummer 2 im deutschen Fußball zu sein.

Deutscher Spieler mit den meisten Einsätzen ist Kapitän Marco Reus mit 19 Spielen. Sein Spezi Mario Götze folgt mit 15 Partien, gefolgt von Maximilian Philipp, der 14-mal zum Zug kam.

17 Legionäre hat der BVB aktuell unter Vertrag, das sind 68 Prozent des Gesamt-Kaders. Am 15. Spieltag läuft der Revierklub gegen Werder Bremen (2:1) mit 10 ausländischen Spielern auf. Zum Vergleich: Beim FC Bayern München liegt die Legionärs-Quote bei 52 Prozent, beim Tabellendritten Borussia Mönchengladbach ist dieser Wert mit 55,2 Prozent etwas höher.

Der personelle Umbruch nach der durchwachsenen Saison 2017/2018 ist mit der Verpflichtung von Spielern wie Paco Alcácer (FC Barcelona), Thomas Delaney (Werder Bremen) oder Axel Witsel (Tianjin / China) gelungen. Dortmund ist trotz Schlingerkurs Tabellenführer und wird dies – gibt es keine überdimensionalen Schützenfeste in München und im eigenen Spiel gegen Leverkusen auch nach dem 23. Spieltag bleiben.

Marco Reus (r.) konnte Borussia Dortmund im Spiel bei RB Leipzig nicht helfen. Ansonsten ist er der deutsche Spieler beim BVB mit den meisten BL-Einsätzen in dieser Saison. (Photo by Karina Hessland-Wissel/Bongarts/Getty Images)

Werner doch noch ein Thema beim BVB?

Timo Werner verdribbelt sich gegen Dortmunds Torhüter Roman Bürki (l.). (Photo by Karina Hessland/Bongarts/Getty Images)
Wie auch immer es ausgehen mag an der Spitze, Dortmund wird in der kommenden Spielzeit wieder in der Champions League spielen.

Die Zeitschrift SPORT BILD (aktuelle Ausgabe) nennt erste Details aus den BVB-Planungen. Der Fokus ist dabei vor allem auf deutsche Spieler gerichtet.

Ein Name, der nach den jüngsten Meldungen etwas überraschend auf der „Einkaufsliste“ auftaucht, ist der von Timo Werner.

Der 22-jährige Sturmbulle von RB Leipzig – Vertrag bis 30. Juni 2020 – hat im Dezember öffentlich mit einem Wechsel kokettiert.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Von Werder zu Dortmund: Ein Erfolgsweg, auch für Eggestein?

Spielen Maximilian Eggestein (l., Werder Bremen) und Axel Witsle in der kommenden Saison zusammen im Mittelfeld von Borussia Dortmund? (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wollte zudem wissen, dass „einer der beiden Spieler“ – gemeint waren Gladbachs Thorgan Hazard und Werner – „seine Zukunft geklärt hat – allerdings nicht bei uns.“ Der Sauerländer als verbaler Fallensteller, das ist nicht schlecht.

90 Mio. Euro hat Borussia Dortmund vor dieser Saison in die Hand genommen, im Sommer wird der 2. Teil des Neuaufbaus mindestens genauso viel Geld kosten. Wie SPORT BILD berichtet, sollen sich die BVB-Verantwortlichen bereits in Fankreisen über die Akzeptanz des Stürmers von dem in Dortmund als „Dosenklub“ verachteten RB-Team erkundigt haben. Noch nie ist ein Spieler von RB Leipzig zu Borussia Dortmund gewechselt. Ob Werner diesen Tabubruch wagt, ist die ganz große Frage.

Transfers zwischen Werder Bremen und der westfälischen Borussia sind schon allein wegen der geographischen Nähe von nur 230 Kilometern etwas ganz Normales. Thomas Delaney, Sokratis oder die Nationalspieler Torsten Frings und Patrick Owomoyela gingen diesen Weg. Maximilian Eggestein (22) könnte der nächste Werder-Import beim BVB sein. Der Vertrag des Mittelfeldspielers läuft – wie im Fall Werner – noch bis 30. Juni 2020. Bislang sieht der torgefährliche Mittelfeldspieler (6 Treffer und 2 Assists in 25 BL-Spielen) das Werben des BVB als „schöne Anerkennung“ an. „Auch Werder ist ein großer Verein“, sagte Eggestein in einem BILD-Interview, „ich möchte keine Gerüchte kommentieren.“

Das will wohl auch der Augsburger Philipp Max (25) nicht. Der Linksverteidiger, der in der Tor-Vorbereitung stark ist, könnte Nachfolger des legendären Marcel Schmelzer werden. Bis 2022 ist Max noch an den FC Augsburg gebunden. Bei einem Marktwert von 20 Mio. Euro könnte das für Unruhe in der Puppenkiste der Liga sorgen.

Ligalive-Infografik: Team Performance Borussia Dortmund, Bundesliga-Saison 2018/2019

Ligalive-Infografik: Player Profile Timo Werner, RB Leipzig, Bundesliga-Saison 2018/2019

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