Der eitle Monsieur Favre: So vergrault BVB das Juwel Sancho!


BVB Jadon Sancho
Jadon Sancho ist bei Borussia Dortmund in die Kritik geraten... (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Bei Borussia Dortmund braut sich neuer Ärger zusammen. Nach dem 1:3 (0:2) beim FC Barcelona am Mittwoch droht mehr als nur das Champions-League-Aus.

Der ohnehin angezählte BVB-Trainer Lucien Favre (62) hat einen neuen Nebenkriegsschauplatz eröffnet. Der Schweizer diszipliniert vor dem Spiel bei ,,Barca” erneut Jungstar Jadon Sancho (19).

Der Engländer hat sich offenbar eine erneute Disziplinlosigkeit geleistet und ist zu spät zur Mannschaftssitzung erschienen. Daraufhin lässt Favre den Halbstürmer auf der Bank. Beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach (1:0) im Oktober hat der Schweizer Favre komplett aus dem Kader gestrichen (Ligalive.net berichtete).

Sancho kommt nach 45 Minuten doch in die Partie und setzt mit dem 3:1 (77.) das einzige Dortmunder Lebenszeichen in einer letztlich einseitigen Partie.

BVB Jadon Sancho
Das einzige BVB-Highlight in Barcelona: Jadon Sancho (ganz links) trifft gegen den deutschen ,,Barca"-Torhüter Marc-André ter Stegen (m.) zum 3:1-Endstand. Foto: Imago Images

Mündige Spieler sind nichts für Favre...

Marco Reus (m.) spielt seit 2018 wieder unter seinem Trainer-Mentor Lucien Favre. Links: Julian Weigl.
Marco Reus (m.) spielt seit 2018 wieder unter seinem Trainer-Mentor Lucien Favre. Links: Julian Weigl. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Während sich viele Dortmunder Fans über die Start-Aufstellung wundern, erklärt Favre gewohnt verklausuliert bei Sky: ,,Wir brauchen 11 Spieler auf dem Platz, die fokussiert und bereit sind. Wir haben geschaut und uns für diese Startelf entschieden.”

Ob es bei der derzeit allgemein spürbaren Verunsicherung bei Borussia Dortmund die richtige Aufstellung ist, lassen wir mal dahingestellt.

Sicher ist aber: Favre versucht, mit der Disziplinierung des Feingeistes Sancho, in der letzten Saison ein Motor des Dortmunder Spiels, Zeichen zu setzen. An der falschen Stelle! Mit der Entscheidung, Sancho draußen zu lassen, schwächt er sein Team sportlich.

Es wird Favre immer wieder nachgesagt, dass er stur und eigensinnig sei- Aber auch, dass er gut mit Talenten umgehen kann. Möglich. Aber nur mit den jungen Spielern, die sein nicht immer einfach zu verstehendes System durchschauen und es vor allem kommentarlos umsetzen. Da hat er mit Thorgan Hazard, Nico Schulz und Marco Reus, die er schon aus seiner Zeit als Coach bei Borussia Mönchengladbach kennt und z. T. selbst an den Niederrhein geholt hat, seine eigene Fraktion in Dortmund um sich herum geschart.

Marco Reus wird kein böses Wort über Favre sagen, der nach dem 1:3 in Barcelona und vor dem schweren Auswärtsspiel in Berlin auf der Kippe steht.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Die BVB-Bosse zeigen bei Sancho die Härte, die sie bei Aubameyang und Dembélé vermissen ließen...

Pierre-Emerick Aubameyang streikte sich von Borussia Dortmund zum FC Arsenal...
Pierre-Emerick Aubameyang streikte sich von Borussia Dortmund zum FC Arsenal... (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Jadon Sancho bekommt aber in Sachen Disziplinierung die Härte zu spüren, die Dortmunds Verantwortliche im Umgang mit anderen Holdrio-Profis wie Pierre-Emerick Aubameyang (30, jetzt FC Arsenal) und Ousmane Dembélé (22, FC Barcelona) hat vermissen lassen.

Die BVB-Führung hat sich 2017/2018 von ,,Auba”, der ohne viel Federlesens in einer Indoor-Soccerhalle mit Freunden kickt, während die Dortmunder Profis in Berlin gastieren, und von Dembélé, der einfach nicht mehr zum Training von Peter Bosz (55) erscheint und für den Holländer auch nicht mehr erreichbar ist, an der Nase herumführen lassen. Ohne auch nur einen Anflug der Gefahr einer Einmischung von Vereinsseite können sich beide Spieler in die Premier League und zu ,,Barca” streiken. Der sportliche Verlust ist für den BVB immens, 2017/218 wird ein mehr als mäßiges Jahr.

BILD (Freitag-Ausgabe) vermutet nun ein ähnliches Theater bei Jadon Sancho. Der englische Nationalspieler hat offenbar einen Wechsel im Winter im Sinn. ,,Ist es einfach nur unprofessionell oder sind Sanchos Aktionen Berechnung?”, fragt das Boulevardblatt, ,,um schnell den Abgang machen zu können.”

Auf Anfrage von BILD will sich Sancho am Donnerstag nach der Rückkehr aus Barcelona dazu nicht äußern. Das ist auch eine Reaktion. Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc (57), derzeit auch wahlweise als Favre-Pressesprecher einsetzbar, widerspricht in der Pressekonferenz zum Spiel bei Hertha BSC: ,,Die Situation um Sancho ist so nicht ganz richtig, weil wir das so intern schon besprochen haben. Jadon ist ganz normaler Bestandteil der Mannschaft und hat eine gute Reaktion gezeigt, als er rein kam. Wir haben mit ihm und seiner Agentur viele Gespräche geführt und es gibt keine Pläne für einen Winter-Transfer.” Lassen wir mal so stehen…

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