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Gladbach – FC: So lief das erste ,,Geisterspiel” der Bundesliga

Ein befremdliches Rhein-Derby ohne Zuschauer geht aufgrund des Corona-Virus in die Bundesliga-Geschichte ein. Borussia Mönchengladbach gewinnt mit 2:1 gegen den 1. FC Köln – und mag doch nicht jubeln.

Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln ,,Geisterspiel"

Es ist befremdlich, was sich da am Mittwochabend im Borussia-Park abspielt.

Das Rhein-Derby Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln (2:1, nur nebenbei…) – ein Hort der Fußball-Emotion in Deutschland, findet als erstes Spiel in der Geschichte der Bundesliga vor leeren Rängen statt.

Das Corona-Virus und seine rasante Ausbreitung hatte die Behörden in Mönchengladbach zu diesem Schritt gezwungen. Schon seit Montag steht fest: Gladbach – Köln wird das erste Geisterspiel der Liga-Geschichte.

Genauso trist, wie es klingt, wird es dann auch. ,,Es ist einfach anders, es wird in den nächsten Wochen in den Bundesliga-Stadien so sein”, erklärt Bundesliga-Trainerlegende Friedhelm Funkel (66), u. a. Bundesliga-Aufstiegscoach des 1. FC Köln im Jahr 2003, zur Halbzeit am Sky-Mikrofon, ,,es fehlt diesem Spiel alles, was zum Fußball dazugehört, Tempo, Emotion, die ja auch von den Rängen aufs Spielfeld gebracht wird.”Die Gladbacher schaffen es, trotz der extremen, deprimierenden Zustände, die Konzentration aufrecht zu erhalten.

Die Kommandos von Trainern und Spielern sind im komplett leeren Borussia-Park zu hören wie auf einem Kreisliga-Platz oder in einem Trainingsspiel.

In der Facebook-Gruppe ,,Eintracht Frankfurt Fans” – die Hessen erwartet am Donnerstag in der Europa League gegen den FC Basel ein ,,Geisterspiel” – hat man schon nach 20 Minuten genug: ,,Das ist nicht zum Aushalten, das hat mit Fußball nichts zu tun, dann brecht die Saison lieber gleich ab.”

Der Schweizer Breel Embolo trägt sich in der 32. Minute in die Bundesliga-Geschichtsbücher ein. Er erzielt das 1:0 für die Borussia und wird damit der erste Spieler, dem ein Tor in einem Bundesliga-,,Geisterspiel” gelingt. Ansonsten bleibt der Karten- und Chancenzettel so leer wie das Stadion im Mönchengladbacher Nordpark.

Breel Embolo wird dann auch zum Matchwinner.

Nach 70 Minuten bringt der Schweizer eine Rechtsflanke in den Strafraum und der Kölner Jorge Meré lenkt den Ball ins eigene Netz. 2:0, das 2:1 von Mark Uth (81.) ist dann der Endstand.

Und: Nach dem 2:0 gibt es wie gewohnt die schrille Gladbacher Tor-Hymne „Maria (I like it loud)“ von Scooter, die unter Nicht-Gladbachern auch als das „Döp Döp Döp …“ bekannt ist.

Ganz ohne Emotion bleibt emotionsloseste Rhein-Derby aller Zeiten dann doch nicht. Weit vor den Toren des Borussia-Parks bilden die Fans vor dem Spiel bei der Ankunft des Mannschafts-Busses ein Spalier. Und nach dem Spiel gibt es noch einen emotionalen Empfang mit den vor dem Stadion ausharrenden Fans. Aus sicherer Entfernung, versteht sich…


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