Fußballlegende Matthäus: „Gladbach ist BVB-Jäger Nummer eins“


Die deutsche Meisterschaft könnte zum Borussen-Duell zwischen Dortmund und Mönchengladbach werden – und am letzten Spieltag am 18. Mai 2019 mit dem direkten Aufeinandertreffen einem ultimativen Höhepunkt entgegensteuern. Borussia Mönchengladbach hat sich mit dem späten 2:0 (0:0) beim FC Schalke 04 am Samstagabend auf Rang 2 vorgearbeitet und den bisherigen Tabellenzweiten FC Bayern München dank der besseren Tordifferenz überholt.

Fernduelle um den Titel am letzten Spieltag hat die Bundesliga schon oft gesehen – aber in 55 Jahren Fußball-Oberhaus eben nur ein direktes Aufeinandertreffen zweier Titelkandidaten. Das ist 46 Jahre her. Am 34. Spieltag der Saison 1971/72 wies der FC Bayern im neuen Münchner Olympiastadion den FC Schalke 04 mit 5:1 in die Schranken und holte sich seine erst 2. Meisterschaft in der Bundesliga.

1984 gibt es ebenfalls ein Spiel Erster gegen Zweiter zum Saisonfinale – doch der Hamburger SV ist trotz des 1:0 beim VfB Stuttgart aufgrund der um 7 Treffer schlechteren Tordifferenz auf verlorenem Posten und kann die schwäbische Meisterparty nicht mehr aufhalten.

Am 18. Mai 2019 ist es nun denkbar dass sich Geschichte wiederholt. Dann spielen Borussia Mönchengladbach und der Klub-Namensvetter aus Dortmund gegeneinander. Die „Fohlen“ sind seit Samstagabend und durch das 2:0 (0:0) beim FC Schalke 04 neuer Tabellenzweiter hinter dem BVB.

Weltmeister Christoph Kramer (l., mit Nabil Bentaleb) erlöste Borussia Mönchengladbach mit dem 1:0 auf Schalke. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Schalke-Coach Tedesco vermutet Verschwörung

Zurück auf Los: Nabil Bentaleb; Jeffrey Bruma und Ralf Fährmann bleiben mit dem FC Schalke 04 im unteren Tabellendrittel. (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Christoph Kramer nach 85 Minuten und Florian Neuhaus in der Nachspielzeit bescheren den Gladbachern jeweils nach Vorarbeit des überragenden Thorgan Hazard einen späten 2:0-Erfolg auf Schalke.

Die „Knappen“ müssen ab der 59. Minute in Unterzahl auskommen und gezwungenermaßen erneut einen Torwartwechsel vollziehen. Alexander Nübel zieht gegen Hazard die Notbremse – und sieht Rot. Ralf Fährmann, vor dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg (2:1) von S04-Trainer Domenico Tedesco (33) ausgebootet, muss wieder zwischen die Pfosten.

Den Platzverweis und damit die wohl entscheidende Schwächung seines Teams will Tedesco anschließend im Sky-Interview nicht akzeptieren. „Wir brauchen nicht drum herum reden, dass die Rote Karte natürlich spielentscheidend ist. Die erste Halbzeit war pari, da haben wir es ganz gut gemacht. Der Ort des Fouls und der Ort der Ausführung des Freistoßes, das ist ein Unterschied von zehn, zwölf Metern. Es ist ein bisschen krass, dass es uns fast jede Woche trifft. Ich weiß nicht, wie es das Regelwerk vorsieht, aber ich sage nur, dass der Freistoß zehn Meter zu weit vorne angeführt wird. Mehr war schlichtweg nicht drin zu zehnt“, so der Vizemeister-Trainer von 2018.

Ligalive-Infografik: Action Zones beim Spiel FC Schalke 04 gegen Borussia Mönchengladbach (0:2), Bundesliga-Saison 2018/19

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Gladbach als BVB-Jäger? Ja und… naja…

Wann sehen wir Lothar Matthäus wieder in Deutschland? Photo by Dennis Grombkowski/Bongarts/Getty Images)

Bei Borussia Mönchengladbach geht man mit dem Begriff „Dortmund-Jäger“ anschließend vorsichtig um.

„Es ist noch viel zu früh. Du kriegst natürlich mit, dass die anderen Punkte haben liegen lassen. Es nützt jetzt nichts auf die anderen zu gucken. Wenn wir unser Ding heute hier nicht durchziehen, dann hat uns das alles nichts geholfen“, mahnt Gladbachs Coach Dieter Hecking (54), „wenn wir jetzt nachlassen, werden wir nicht die Erfolge haben. Natürlich sind wir ambitioniert und würden es gerne am 33. Spieltag so sehen, wie es jetzt ist.“

Weltmeister Christoph Kramer (27) sieht es nur wenig anders: „Ja, wir sind in der Rolle drin. Wir sind da absolut nicht zu Unrecht, aber wir sehen uns nicht als Dortmund-Jäger. Das ist ja auch irgendwo klar. Wir wissen, dass Bayern und Dortmund noch die Mannschaften sind, die ein Stück weit über uns sind, auch wenn es in der Tabelle jetzt anders aussieht. Das sind einfach die beiden Branchenprimusse in der Liga.“

Für den legendären Ex-Gladbacher Lothar Matthäus (57) liegt der Vorteil im Spitzenkampf nun bei seinem früheren Klub vom Niederrhein, den er 1984 unter großem medialem Getöse in Richtung Bayern München verließ. „Gladbach kann sich auf die nächsten 14 Spiele dieser Saison vorbereiten, hat keinen Pokal mehr, keinen Europapokal. Sie sind Dortmund-Jäger Nummer 1, die Bayern haben sie überholt“, sagt Matthäus nach dem Spiel bei Sky, „sie haben die Dortmunder noch zu Hause, sie haben die Bayern zu Hause.“.

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