RB Leipzig: Die Kraft der Wut-Rede


Raus mit dem ganzen Frust - Marcel Sabitzer erzielt das 2:0 für RB Leipzig beim Pokal-Kantersieg in Wolfsburg (6:1).
Raus mit dem ganzen Frust - Marcel Sabitzer erzielt das 2:0 für RB Leipzig beim Pokal-Kantersieg in Wolfsburg (6:1). Foto: Imago Images

Trainingszentrum am Leipziger Cottaweg, Samstagnacht.

Die Profis von RB Leipzig sind nach der 1:2-Pleite beim SC Freiburg in der Nacht noch in die Bachstadt zurückgekehrt. Auf sie wartet eine 20-minütige Standpauke von Manager Markus Krösche (39).

Im Beisein von RBL-Coach Julian Nagelsmann (32) nimmt Krösche die Bullen so richtig bei den Hörnern. Es geht darum, mehr Gier zu zeigen, Verantwortung zu übernehmen. Krösches Hauptvorwurf: ,,Es hat an Willensstärke gemangelt.“

Nagelsmann schlägt in die gleiche Kerbe: ,,Die Mannschaft ist mir zu ruhig.“

Timo Werner (l.) und Konrad Laimer bejubeln das 0:3 von Emil Forsberg (m.) beim 6:1-Kantersieg beim Wolfsburg im DFB-Pokal.

Nagelsmann: ,,Die Galligkeit ist zurück"

Julian Nagelsmann vor dem RBL-Auswärtsspiel bei Werder Bremen. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)
Möglicherweise haben diese 20 Minuten Samstagnacht ihre Wirkung nicht verfehlt.

Am Mittwoch überrollt RB Leipzig den bis dato Wettbewerb übergreifend ungeschlagenen VfL Wolfsburg mit 6:1 (1:0). Nach der Pause kommen die ,,Roten Bullen“ mit 5 eigenen Treffern in einen echten Red-Bull-Rausch.

Julian Nagelsmann wirkt danach völlig ausgepowert. Die Erleichterung ist ihm mehr als deutlich anzumerken. „Ich bin sehr froh und stolz auf die Jungs und auf das, was sie abgeliefert haben nach den nicht so guten Ergebnissen in der Liga“, sagt der 32-Jährige in der Pressekonferenz.

Während seine Spieler in der Kabine noch zu von Yussuf Poulsen und Nordi Mukiele ausgewählter Musik feiern, liefert der Coach Erklärungen für den Leistungssprung: „Die Galligkeit und die Gier, die RB in der letzten Saison ausgezeichnet hat, der Drang zu null zu spielen – das war schon anders. Das war der ausschlaggebende Punkt.“

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Demme: Ansprache hat Wirkung gezeigt

RB Leipzig spielte die Wolfsburger Volkswagen Arena leer... Foto: Imago Images

Die Kraft der Wut-Rede – Sie scheint den Leipzigern Flügel zu verleihen.

Vor allem nach der 1:0-Führung erinnert das Spiel der ,,Roten Bullen“ stark an die alte „RB-DNA“. Aggressives Stören im Kollektiv sowie konsequentes Umschalt- und Konterspiel lassen die ,,Wölfe“ in der Volkswagen Arena reif für den Pannendienst erscheinen…

,,Ich werde mir dieses Spiel nie mehr im Fernsehen anschauen“, gelobt VfL-Trainer Oliver Glasner nach der Partie.

Leipzig-Star Emil Forsberg hat hingegen jede Menge Grund zur Freude: „Es ist ein sehr schönes Gefühl. Wir haben heute gezeigt, dass es das alte Leipzig immer noch gibt. Im Fußball läuft es nicht immer positiv. Es ist die Frage, wie man da rauskommt.“ Und Diego Demme verrät: „Klar, hat man sich nach der Ansprache Gedanken gemacht. Wir haben heute eine starke Reaktion gezeigt, sind als Gruppe gut aufgetreten, haben die Chancen rausgespielt und die Tore vorn reingemacht. Das bringt ein bisschen Selbstvertrauen und hoffen, dass wir jetzt eine Serie starten können.“

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