England-Profi mit vernichtendem Urteil über die Bundesliga


José Holebas bejubelt am 15. Dezember 2018 sein Tor für den FC Watford gegen Cardiff City.
José Holebas bejubelt am 15. Dezember 2018 sein Tor für den FC Watford gegen Cardiff City. (Photo by Richard Heathcote/Getty Images)

England-Profi José Holebas (35) hat der Fußball-Bundesliga alles andere als ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Der für den Premier-League-Klub FC Watford aktive Deutsch-Uruguayer kritisiert in einem Interview mit dem Portal Sportbuzzer.de vor allem die mangelnde Attraktivität der Bundesliga für wechselwillige Spieler.

Vor allem die führenden Bundesliga-Teams, FC Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke 04 bekommen von Holebas eine verbale Ohrfeige.

,,Wen hast du denn da noch großartig?", stellt José Holebas die Frage nach der Attraktivität der Bundesliga-Spitzenteams, ,,Bayern, Dortmund, Bayer Leverkusen und Schalke, wobei die im Moment nicht die große Nummer sind."

MADRID, SPAIN - MARCH 15: The Bayer Leverkusen team lines up for a photo before the UEFA Champions League Round of 16 second leg match between Club Atletico de Madrid and Bayer Leverkusen at Vicente Calderon Stadium on March 15, 2017 in Madrid, Spain.
Sind Bundesliga-Klubs wie Bayer Leverkusen wirklich nur noch 2. Wahl für Topspieler? (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

,,In der Premier League hat jeder Verein Geld"

José Holebas schließt eine Rückkehr in die Bundesliga klar aus...
José Holebas schließt eine Rückkehr in die Bundesliga klar aus... (Photo by Dan Istitene/Getty Images)

Für José Holebas ist klar: ,,Es ist eine viel größere Herausforderung als anderswo. Die Vereine in der Premier League kannst du nicht mit anderen in Europa vergleichen."

Holebas weiter gegenüber Sportbuzzer.de: ,,In der Premier League hat jeder Verein Geld – da geht ein gescheiter Spieler auch mal nicht gleich zu einem Top-Verein, um richtig Geld zu verdienen. Wie dies vielleicht in Deutschland oder Spanien der Fall ist."

Sein vernichtendes Urteil: ,,So wie ich das mitbekomme, will einfach keiner mehr nach Deutschland." Rumms! Nun ist es nicht so, dass der Abwehrspieler, der sich schon 2010 von 1860 München in Richtung Olympiakos Piräus verabschiedet hat, mit 7 Toren in 74 Zweitliga-Spielen die 2. Bundesliga aus den Angeln gehoben hat. Aber seine provokanten Aussagen gilt es, zu überprüfen.

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Fakten stützen Holebas' Kritik!

In der Premier League können selbst kleine Klubs wie der FC Burnley und der FC Watford (mit José Holebas, r.) mehr zahlen als so mancher Top-Bundesligist...
In der Premier League können selbst kleine Klubs wie der FC Burnley und der FC Watford (mit José Holebas, r.) mehr zahlen als so mancher Top-Bundesligist... (Photo by Alex Morton/Getty Images)

Die Fakten (Alle Angaben: Transfermarkt.de) stützen Holebas' Sichtweise auf die Bundesliga und ihre Transfers. 

In den letzten Jahren kommen die meisten Bundesliga-Neuzugänge mehrheitlich aus der gleichen Liga oder aus der 2. Bundesliga. ,,Für die anstehende Saison 2019/20 taucht nun erstmals sogar die 3. Liga als reichlich ausgeschöpfte Bezugsquelle der Erstligisten auf, mit mehr Transfers als aus jeder Auslandsliga", heißt es in einer Analyse von Transfermarkt.de vom Montag, ,,die Zahl der Transfers aus England in die Bundesliga nimmt dagegen zu, allerdings kamen die meisten zuletzt nur für eine Leihsaison nach Deutschland, bevor es zurück nach England ging. Feste Transfers waren in der Regel nur mit großem finanziellem Aufwand selbst für Jungprofis wie Rabbi Matondo (18, für 9 Millionen Euro zum FC Schalke) oder Pablo Maffeo (20, für 9 Mio. zum VfB Stuttgart) möglich."

Dass Holebas mit seiner Kritik offene Türen einrennt, sieht auch Sportbuzzer-Redakteur Sönke Gorgos so.

,,Er hat in unsrem Interview vor allem einen Satz gesagt, der dem deutschen Fußball zu denken geben sollte", schreibt Gorgos am Dienstag, ,,,So wie ich das mitbekomme, will einfach keiner mehr nach Deutschland.' Ja, die Stadien der Bundesliga sind voll und es gibt eine Reihe hoffnungsvoller Talente. Im europäischen Wettkampf aber ist die Bundesliga ins Hintertreffen geraten. Dieser Sommer verdeutlicht das: Viele Top-Profis wechseln lieber nach England, Spanien und Italien. Von deutschen Klubs fehlt im Werben um die größten Stars jede Spur. Nicht mal der FC Bayern hat noch die Strahlkraft von einst, anders ist der aktuelle Absagen-Hagel kaum zu interpretieren. Selbst die 1a-Lösung Leroy Sané scheint nicht willens, seine Zelte bei Manchester City abzubrechen."

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