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Nächster Ex-Bundesligist im freien Fall…

Vor 20 Jahren gehörte der 1. FC Kaiserslautern noch zu den High Flyern des deutschen Fußballs. Mittlerweile ist man in Liga 3 auf dem Nullpunkt angekommen.

4-mal Deutscher Meister, davon 2-mal in der Fußball-Bundesliga, 2-mal DFB-Pokalsieger, 2 UEFA-Cup-Halbfinals, Aushängeschild einer ganzen Region – Der 1. FC Kaiserslautern befindet sich im freien Fall!

Es ist der 4. November 1999. Europameister Steffen Freund ist nach dem 1:0 im Hinspiel an der Londoner White Hart Lane mehr als zuversichtlich. ,,Ich spiele für Tottenham, ich gehe davon aus, dass es reicht”, sagt der Ex-BVB-Profi vor dem Rückspiel der ,,Spurs” in der 2. Runde des UEFA-Pokals beim 1. FC Kaiserslautern.

Dabei ist für die Pfälzer alles also noch drin, wenn man an die Magie vom Betzenberg denkt, wo unter Flutlicht schon so manches Spitzenteam eingeknickt ist. Auch Premier-League-Klub Sheffield Wednesday hat 1992/93 beim 1:3 mit diesem Mythos Bekanntschaft gemacht. Zudem hat Lautern einen echten Weltstar im Team: Es ist der französische Weltmeister Youri Djorkaeff, den der Boulevard aufgrund seiner geschmeidigen Spielweise die „Tor-Schlange vom Betzenberg“ tauft. Man hat schon originellere Spitznamen für Spieler gehört.

Es läuft bereits die 90. Minute.Aller Betze-Zauber und sämtlicher sonstiger Hokuspokus scheinen dem FCK nicht zu helfen. Erst ein Tor von Andy Buck (90.) nach Zuspiel von Djorkaeff lässt den Vulkan ausbrechen. Getragen von diesem unglaublichen Torjubel setzt Lautern, Sensationsmeister als Aufsteiger 1998, direkt nach. Ein Eigentor von Stephen Carr, der einen Ball von Djorkaeff in den Kasten von Tottenham-Keeper Ian Walker lenkt, macht die Sensation perfekt. Spurs-Coach George Graham ist hinterher not amused. Seine Entscheidung, den französischen Superstar David Ginola draußen zu lassen, fliegt ihm um die Ohren… Dieses legendäre Spiel, international einer der letzten, ganz großen Schläge auf der Betze-Pauke, jährt sich am Montag zum 20. Mal.Beim 1. FC Kaiserslautern ist heute nichts mehr, wie es einmal war. Die ,,Roten Teufel” befinden sich auf dem direkten Weg in die ,,Hölle” – und die heißt Regionalliga Südwest!

Der SWR hat den langen Abstieg des Traditionsklubs aus der Pfalz 2018 nach dem Sturz in Liga 3 mit ,,Stirb langsam – 1. FC Kaiserslautern” nachgezeichnet.

Inzwischen sieht es so aus, als ob nicht mal der gebürtige Rheinland-Pfälzer Bruce Willis alias John McClane den FCK noch retten könnte.

Den 1. FC Kaiserslautern 20 Jahre nach der Sternstunde gegen Tottenham und 7 Jahre nach dem letzten Abstieg aus der Bundesliga nicht mehr viel vor dem Sturz in dei Bedeutungslosigkeit.Der Klub von Fritz Walter, Andy Brehme und Miroslav Klose befindet sich schon seit Wochen im freien Fall.

Spätestens nach den 2:3 (1:1) gegen die Würzburger Kickers am Samstag und dem Fall auf Tabellenrang 18 in der 3. Liga wächst die existenzielle Sorge vor einem noch tieferen Absturz. Den Schwung aus dem Pokal-Krimi gegen den 1. FC Nürnberg können die Lauterer am Samstag nicht in die Partie gegen die Würzburger mitnehmen.

Ihre Zahlen in der 3. Liga? Reif fürs Höllenfeuer! 5 Niederlagen aus den letzten 7 Liga-Spielen, nur ein Sieg gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten FC Jena, Option ,,Trainerwechsel” mit der Verpflichtung von Boris Schommers für Sascha Hildmann wirklungslos verpufft, mit 32 Gegentoren die schlechteste Abwehr der 3. Liga, drittschlechtestes Heimteam in Liga 3.

Die Leistung gegen Würzburg bestätigt diese Werte. Das, was die 16.260 Zuschauer auf dem Betzenberg geboten wird, gleicht einem sportlichen Offenbarungseid. „Warum wir heute so aufgetreten sind, kann ich nicht erklären. Wir werden aber nicht in Panik verfallen“, sagt der noch sieglose FCK-Trainer Boris Schommers. „Ich bin mir der prekären Situation bewusst, aber darum bemüht, Ruhe zu bewahren.“ Das dürfte schwierig werden. Nach diversen Rücktritten brodelt am Betzenberg, wo am 1. Dezember 2019 ein neuer Aufsichtsrat gewählt wird, ein unwürdiger Machtkampf.


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