Bekenntnisse eines Nicht-Fußball-Söldners…


Srdjan Lakic konnte sich beim VfL Wolfsburg nicht durchsetzen. (Photo by Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images)

Es ist still geworden um Srdjan Lakic. Der inzwischen 35-jährige Ex-Bundesliga-Profi, hinter dem mal halb Fußball-Europa her war, lebt inzwischen wieder in seiner kroatischen Heimat in Zagreb.

Seine erfolgreichste Zeit erlebt der Stürmer, den Hertha-Macher Dieter Hoeneß 2006 nach Berlin und in die Bundesliga holt, zwischen 2008 und 2011 beim inzwischen als Drittliga-Krisenklub firmierenden 1. FC Kaiserslautern. Mit Lautern wird er 2010 Zweitliga-Meister und schockt in der Bundesliga u. a. den großen FC Bayern beim 2:0 am 27. August 2010, dem bis heute letzten Sieg der Pfälzer gegen die Großkopferten aus München.

Lakic, an dem u. a. Celtic Glasgow, Lazio Rom und der AFC Sunderland interessiert sind,  haftet nach seinem Wechsel von Lautern zum VfL Wolfsburg (2011, ablösefrei) das Image eines Fußball-Söldners an. Am Ende wird er am ,,Betze“ sogar von den eigenen Fans angespuckt.

In einem Kicker-Interview (Donnerstags-Ausgabe) räumt Lakic mit einigen Mythen und Klischees zu seiner Laufbahn auf. Vor allem mit einem Trainer verbindet ihn ein ambivalentes Verhältnis.

Torjubel mit dickem Arm - aber am Ende stand für Srdjan Lakic beim SC Paderborn der Doppel-Abstieg aus der ersten und 2. Bundesliga 2015/2016. Danach beendete der Kroate seine Karriere. (Photo by Sascha Steinbach/Bongarts/Getty Images)

,,Magath hatte Respekt"

Stolz präsentieren Felix Magath und Josué die mit dem VfL Wolfsburg 2009 gewonnene Meisterschale. (Photo by Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images)
Es ist Wolfsburgs Meister-Quälix Magath. Der VfL-Meistertrainer von 2009 holt Lakic 2011 während seiner 2. und wesentlich weniger erfolgreichen Amtszeit zum VW-Klub.

,,Damals war es sehr turbulent in Wolfsburg“, erinnert sich Srdjan Lakic im Kicker-Interview, ,,es waren viele Spieler dort und der Trainingsstil von Felix Magath passte nicht gut für mich.“

Magath setzt 2012 – nach einer halbjährigen Leihe bei 1899 Hoffenheim – noch einmal auf den inzwischen zum Fußball-Wandervogel gewordenen Stürmer. ,,Magath hatte Respekt vor meiner wiedergewonnen Form“, sagt Lakic heute, ,,aber bald musste er gehen…“ Dumm gelaufen.

Das 2. Leihgeschäft mit Lakic, den Wolfsburg im Winter 2013 zu Bundesliga-Rückkehrer Eintracht Frankfurt abgibt, ist mit 4 Treffern in 22 BL-Spielen mäßig erfolgreich. Dennoch springt Lakic mit den Hessen in die Europa League und macht dort mit 2 Toren in 7 Spielen in einer ähnlich furiosen Kampagne der Frankfurter 2013/2014 (Runde der letzten 32) weiter auf sich aufmerksam. Doch wieder hat Lakic Pech: Bei Gymnastikübungen in einem Hotelzimmer zieht er sich einen Hexenschuss zu und ist bei Eintracht-Trainer Armin Veh in der Folgezeit unten durch. Bis zu seinem Abschied von der SGE im Januar 2014 steht er nie mehr länger als 30 Minuten auf dem Rasen.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Lakic: ,,FCK wollte mit bestimmten Deals viel Kohle machen"

Lucky Lakic: Beim 1. FC Kaiserslautern hatte der Stürmer (r.), der hier mit Ivo Ilicevic (m.) am 27. August 2010 gegen den FC Bayern (2:0) jubelt, seine beste Zeit in der Bundesliga. (Photo by Alex Grimm/Bongarts/Getty Images)

Was also tun? Lakic wechselt zurück zum 1. FC Kaiserslautern. Das Comeback beim FCK bezeichnet er heute als ,,Entscheidung der Seele.“

,,Es war mein Klub“, sagt Lakic über Lautern, ,,ich wollte dort meine Karriere beenden und vorher den FCK als wichtiger Spieler zurück in die 1. Liga führen.“ Auch daraus wird nichts. Vorstandschef Stefan Kuntz, Sportdirektor Markus Schupp schießen sich 2014/2015 auf Lakic und Trainer Kosta Runjaic ein. Es gibt Streit, der Wiederaufstieg misslingt – und Lakic verlässt Kaiserslautern endgültig.

,,Der FCK wollte mit bestimmten Deals Kohle machen“, verrät der in der Pfalz als ,,Fußball-Söldner“ verschriene Kroate, der nie ein Länderspiel für ,,Die Feurigen“ macht, ,,mit mir hätten sie aber mehr Kohle gemacht.“

Neben dem unrühmlichen Abschied aus Kaiserslautern ärgert Lakic vor allem sein Image als ,,Abzocker“ in Wolfsburg. ,,Ich habe wie andere gut verdient“, räumt er ein, ,,aber mir wurde nichts geschenkt. Mein Vertrag in Wolfsburg war nicht der bestmögliche. Ich hätte in halb Europa unterschreiben können. Beim FCK wollte ich nicht das 10-fache meiner Kollegen verdienen. Das hätte irgendwann Probleme gegeben.“ Die gab es. So oder so.

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