Fußballstar Hans-Jörg Criens: Tod eines Jokers


Hans-Jörg Criens Rolf Rüssmann
Hans Jörg Criens (li., mit MGB-Maanager Rolf Rüssmann) ist tot. Foto: Imago Images / Ferdi Hartung

Traurige Nachricht für alle Fans von Borussia Mönchengladbach. Hans-Jörg Criens ist tot.

Der ehemalige ,,Fohlen“-Stürmer ist am 2. Weihnachtsfeiertag und nur 8 Tage nach seinem 59. Geburtstag an den Folgen eines Herzinfarkts verstorben.

,,Tiefe Traurigkeit und Trauer erlebe und durchleide ich mit der Familie von Hans-JörgCriens !“, schreibt Trainerlegende Peter Neururer (64) am Abend des 2. Weihnachtsfeiertages bei Facebook, ,,ein großartiger Mensch hat uns verlassen! Langer , ich vergesse Dich nie.“

Den ,,Langen“ wird man wohl auch bei Borussia Mönchengladbach nie vergessen. Criens hält einen besonderen Wert bei der rheinischen Borussia.

Hans-Jörg Criens Norbert Eder
Hans-Jörg Criens (vorn) im Duell gegen den FC Bayern München und Norbert Eder am 11. April 1987 am Gladbacher Bökelberg. Auch der Bayern-Verteidiger ist 2019 verstorben... Foto: Imago Images / Kicker/ Liedel

Nur Heynckes und Laumen trafen häufiger für die Borussia als Criens

Frust pur: Die Gladbache rHans-Jörg Criens (l.) und Holger Fach nach dem verlorenen DFB Pokal Finale 1992 in Berlin gegen Hannover 96. Foto: Imago Images
Nur 2 Spieler erzielen im Dress von Borussia Mönchengladbach in der Fußball-Bundesliga mehr Tore als der 1,89 m große Neusser Hans-Jörg Criens.

Hinter VfL-Rekord-Torjäger Jupp Heynckes (195 Tore) und Herbert Laumen (97 Treffer) kommt Criens zwischen 1981 und 1993 auf 92 Torerfolge.

Gerade mal 2 Tore gelingen ihm in seinem letzten Bundesliga-Jahr 1993/94 in Diensten des 1. FC Nürnberg. Mit dem ,,Club“, der am Freitag den von BILD gemeldeten Tod von Hans-Jörg Criens bestätigt, steigt Criens 1994 aus der deutschen Fußball-Eliteliga ab.

Nach Ende seiner aktiven Karriere arbeitet Criens u. a. als Fußballtrainer im Amateurbereich und als Handelsvertreter in der Fertighaus-Branche. Auch in der ,,Weisweiler-Elf“, der Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach ist er bis zu seinem plötzlichen Tod zu sehen.

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Der ,,Vater" aller Bundesliga-Joker...

Hans-Jörg Criens Borussia Mönchengladbach Pokalfinale 1984
Pokalfinale 1984: Hans-Jörg Criens trifft im Elfmeterschießen für Borussia Mönchengladbach gegen Jean-Marie Pfaff und den FC Bayern München. Foto: Imago Images / Kicker/ Eissner, Liedel

Kein anderer Spieler prägt den Begriff ,,Joker“ im deutschen Fußball so wie Hans-Jörg Criens.

Der damals 23-jährige Gladbacher erhält diesen Beinamen an dem Tag, an dem sein Stern bei Borussia Mönchengladbach aufgeht. Im DFB-Pokal-Halbfinale zwischen Gladbach und Werder Bremen sind am 1. Mai 1984 nur noch Sekunden in der Nachspielzeit auf der berühmten Uhr der Anzeigetafel auf der Nordkurve.

Klaus Fichtel klärt für Werder zur 10. Ecke für die Gladbacher. Die kommt dicht vors Tor und Hans-Jörg Criens wuchtet den Ball mit einem Hechtsprung in die Maschen – und erzwingt mit dem 4:4 in dieser packenden Partie die Verlängerung! ,,Ich stehe jetzt auch mal auf, meine Damen und Herren“, ruft ARD-Reporter Heribert Fassbender ins Mikrofon, ,,das ist ja unglaublich!“

Gladbach-Coach Jupp Heynckes hat Criens für den Routinier Winfried Schäfer ins Spiel gebracht. ,,Ich habe in diesem Jahr 4 Tore nach Einwechslungen gemacht“, erzählt Hans-Jörg Criens dem WDR im Frühjahr 2019 in einer Dokumentation anlässlich des 35. Jahrestages dieses unvergessenen Spiels, ,,der Trainer hat mir dann das Vertrauen geschenkt und mich beim Stand von 3:3 eingewechselt. 30 Sekunden schießt der Uwe Reinders das 3:4.“ Mehr noch: Hans-Jörg Criens bringt Gladbach in der 117. Minute mit dem 5:4 ins Finale. ,,Gladbach hat den besseren Joker“, titelt BILD Düsseldorf anschließend – und greift dabei den Ausdruck auf, den TV-Reporter Faßbender für Criens wählt. ,,Zu dieser Zeit wurde dieser Begriff Joker geprägt“, sagt Criens, der nach dem Halbfinal-Drama sogar ins ZDF-,,Sport-Studio“ eingeladen wird – damals noch ein Ritterschlag, heute eher ein OMG für jeden Fußballprofi -, ,,ich hätte mir diesen Begriff wahrscheinlich schützen lassen müssen.“ In 303 Bundesliga-Spielen für Mönchengladbach und Nürnberg erzielt der ,,Vater aller Joker“ 14 Tore nach Einwechslungen.

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