Bundesliga: Fußballstar Jan Rosenthal kritisiert das Business


Rechne mal ab… mit Rosenthal! Der frühere Bundesliga-Profi Jan Rosenthal (32) hat in einem Interview mit dem Portal Sportbuzzer.de scharfe Kritik am Fußballgeschäft geübt.

Seit Sommer war es ruhig um Jan Rosenthal geworden. Der Halbstürmer einigt sich am 1. Juli 2018 mit dem SV Darmstadt 98 auf eine vorzeitige Auflösung seines noch bis 2019 laufenden Vertrags. „Meine persönlichen Prioritäten haben sich deutlich in Richtung meiner Familie verschoben“, teilt er dazu mit.

Zuvor hat Rosenthal zwischen 2005 und 2010 insgesamt 80 Bundesliga-Spiele für Hannover 96 absolviert. Von 2013 bis 2015 spielt er bei Eintracht Frankfurt, zuvor beim SC Freiburg. Für die „Lilien“ aus Darmstadt gelingt ihm in 32 Einsätzen in der ersten und 2. Liga nur ein Tor.

Dem Portal Sportbuzzer.de hat Rosenthal am Freitag ein sehr offenes Interview gegeben, in dem er sich auch schonungslos über die Schattenseiten des Fußballgeschäfts äußert.

Was wollt Ihr eigentlich alle von mir? Ex-Fußballprofi Jan Rosenthal ist zum Systemkritiker geworden... (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Jan Rosenthal: „Schnelllebigkeit des Geschäfts war nervig"

Gestern noch oben, heute ganz unten: Die Schnelllebigkeit des Bundesliga-Geschäfts spürten Jan Rosenthal (r.) und sein Teamkollege Pirmin Schwegler auch am 10. August 2013 mit dem 1:6 mit Eintracht Frankfurt bei Hertha BSC... (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Auf dem Weihnachtsmarkt mit der Tochter auf dem Karussell fahren – das ist inzwischen die neue Lebenswelt des Jan Rosenthal. Der 16-fache U21-Nationalspieler des DFB genießt die Zeit mit der Familie.

„Mich haben viele Dinge zunehmend genervt“, gesteht der Ex-Profi im Interview mit Sportbuzzer.de, „der Egoismus in dem Geschäft – es geht in vielen Vereinen vorrangig um Macht, Status und nicht um die Sache an sich, also das, was dem Mannschaftserfolg dient. Und das auf allen Ebenen.“

Der Ex-Profi weiter: „Es spielt auch die extreme Schnelllebigkeit des Geschäfts mit hinein, die aus dem kurzen öffentlichen Bewertungszeitraum resultiert.“

Rosenthal stellt die berechtigte Gegenfrage: „Wie soll da eine Entwicklung stattfinden?“

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Die Bundesliga und ihre TV-Interviews: „Man denkt, man wäre sonst wie wichtig“

Bundesliga-Interviews, hier mit Reporterin Jessica Kastrop und Trainer Bruno Labbadia, sind einer der Kritikpunkte von Jan Rosenthals... (Photo by Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Das sind jedoch längst nicht alle Aspekte, die Rosenthal heute kritisch betrachtet. Auch die Kommunikation und die Außendarstellung vieler Fußballprofis missfallen ihm.

Beispiel: Interviews. Im modernen Fußball – und diese Meinung teilen viele Fans und Beobachter mit dem früheren SGE-Spieler – agieren Profis vor der TV-Kamera oft wie ihr eigener Pressesprecher. Bitte nicht verbindlich, bitte nicht emotional!

Jan Rosenthal sieht es ähnlich: „Die TV-Interviews sind doch fast alle gleich, das spiegelt den ganzen Schein der Branche gut wieder. Viel Fassade, meist wenig Inhalt. Natürlich kann man nie verallgemeinern, aber vielerorts wird die eigene Welt komplett überhöht – da beziehe ich mich auch genauso mit ein. Nicht zuletzt bei all den politischen Fragen heutzutage merke ich im Nachhinein, wie ich mich geradezu der Lächerlichkeit preisgegeben habe.“

Rosenhtal sieht klar: „Man denkt, man wäre sonst wie wichtig – dieser Eindruck wird einem eben auch permanent von außen vermittelt –, aber tatsächlich ist das Quatsch.“ Zu den „sozialen Netzwerken“ wie Faceobook oder Instagram geht Rosenthal auf Distanz: „Wenn deine Instagram-Timeline nur von deinen Fußballkollegen bespielt ist, wird es schnell langweilig: Ein Bild vor dem Spiel, „Wir kommen an, gleich aufwärmen“, dann noch ein Foto nach der Partie mit einem nichtssagenden Fazit wie „Kopf hoch, nächstes Spiel drei Punkte“. Das bietet mir nichts – weil das meiste, was an Statements interessant sein könnte, gar nicht erst rausgeht, sondern von den Vereinen glattgebügelt oder bewusst weggelassen wird, weil es dem Klub oder einem selbst in irgendeiner Form schaden könnte. Ich habe zunehmend gecheckt, wie stumpf das alles ist.“

Anders gesagt: Rechne mal ab… mit Rosenthal.

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