Bundesliga: Bei Hannover 96 glänzen nur die 3 Stadt-Heiligen


Der Tabellenvorletzte Hannover 96 tritt am Samstag bei Spitzenreiter Borussia Dortmund an. Verlieren „Die Roten“ beim BVB, dürfte es das für Trainer André Breitenreiter (45) gewesen sein. Dabei liegen die Probleme beim Deutschen Meister von 1954 nicht nur auf dem Platz.

Den hier hätte Gerhard Schröder (74) auch in seiner Zeit als Bundeskanzler nicht besser verlauten lassen können. „Hannovers Aufsichtsrats-Boss glaubt an die Rettung und lobt die Harmonie auf der Führungsebene“, betitelt SPORT BILD (Ausgabe 03/2019) ein Interview mit dem Altkanzler.

Mit Verlaub! Dann müssen wir seit Sommer 2018 ein anderes Hannover 96 gesehen haben. Oder? Seit 7 Spielen sind „Die Roten“ in der Bundesliga ohne Sieg. Die letzten 4 Heimspiele gegen Hertha BSC (0:2), den FC Bayern München (0:4), Fortuna Düsseldorf und Werder Bremen (jeweils 0:1) verloren sie allesamt. Trainer André Breitenreiter (45) ist nach dem verpatzten Rückrundenstart gegen Bremen angezählt, macht aber seit Dienstag die Vorbereitung für das Spiel gegen Borussia Dortmund mit. Das ist beruhigend, wo doch Ex-Coach Mirko Slomka und HSV-Retter Markus Gisdol schon als Schattenmänner bereit stehen…

Und von der vom Kanzler a. D. beschworenen „Harmonie auf der Führungsebene“ soll sich jeder Leser beim nächsten Auftritt von Klubchef Martin Kind selbst ein Bild machen.

Auch auswärts dabei: Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (m.) und Martin Kind bei Hannovers Auswärtssieg am 21. Oktober 2017 in Augsburg. (Photo by Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images)

Hannover 96: Der Star ist der Kanzler

Kennt Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder (l., mit Mirko Slomka) etwa schon den neuen Trainer von Hannover 96?(Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images) .

Wie schlimm es um Hannover 96 bestellt ist, zeigt sich schon am Hauptbahnhof der niedersächsischen Metropole.

Selbst die wartenden Taxifahrer haben keine Hoffnung mehr auf den Liga-Verbleib. Fragen nach 96 weichen sie aus. Und das ist in jeder Fußballstadt der schlechteste, denkbare Indikator. Fragen Sie mal nach in Hamburg…Insofern passt die Titelzeile „Nichts geht mehr“ aus dem Kicker-Sportmagazin vom Montag gut zur aktuellen Situation in Hannover. Sportlich gesehen ist die Mannschaft zu abhängig von Torjäger Niclas Füllkrug (25), der nach einem Knorpelschaden im Knie sogar um die Fortsetzung seiner Karriere bangen muss.

Ansonsten setzt man in Hannover nur auf biederes Mittelmaß. Leih-Stürmer Bobby Wood ist im letzten Jahr schon mit dem Hamburger SV abgestiegen. Der US-Amerikaner hat mit 3 Treffern genauso viele Tore erzielt wie Hendrik Weydandt, die Entdeckung aus Hannovers 2. Mannschaft. Walace kam ebenfalls vom Hamburger SV, lag aber beim 0:1 gegen Bremen bei einer unterirdische Zweikampfquote von 25 Prozent.

Stars gibt es beim Pokalsieger von 1992 nur auf der Tribüne. Neben Aufsichtsrat-Chef und Altkanzler Gerhard Schröder („Ich komme auch gegen Sandhausen“) ist dies der mächtige Unternehmer Carsten Maschmeyer (59). In seiner Loge in der HDI Arena sind die zu finden, die in Hannover „in“ sind. Als Jugendlicher, so will es die Maschmeyer-Legende, pilgert der Selfmade-Man kilometerweit ins Stadion, um Hannover zuzujubeln, später trägt die 96-Spielstätte den Namen seiner jetzt verkauften Finanzfirma AWD. Er selbst wohnt inzwischen in München, wo Ehefrau Veronica Ferres lebt. Nicht immer im Stadion aber dafür in den Schlagzeilen: Ex-Bischöfin Margot Käßmann (60). Das personifiziert gute Gewissen von Hannover könnte im Abstiegskampf sicher mit einer flammenden Predigt aufwarten. Aber ob das hilft?

Ligalive Infografik - Team Performance Hannover 96, Bundesliga-Saison 2018/19

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Schröder schaut mit Bewunderung auf den BVB

The miracle from Weserstadion.
The miracle from Weserstadion. Image: Imago Sportfoto.

Wer kann jetzt überhaupt noch helfen? Eigentlich nur Fußball-Kanzler „Acker-Schröder! „Acker“, so wurde der Polit-Fuchs einst als unermüdlicher Stürmer beim Tus Talle genannt, als er auf dem Platz und nicht im Aufsichtsrat die Verantwortung trug.

Seit 2016 ist Gerhard Schröder nun Aufsichtsratschef von Hannover 96 und er ist eng vernetzt mit Klubchef Martin Kind. Der exzellente Wahlkämpfer hat bei SPORT BILD nur einen Rat für sein Team: „Hannover wird richtig kämpfen müssen, das ist doch klar. Es wird eng, aber wir sind guten Mutes.“

Als 2. Fußball-Liebe des SPD-Politikers gilt Borussia Dortmund. Mit Bewunderung schaut Schröder derzeit auf den BVB.

„Dortmund kann schon jetzt von der Meisterschaft träumen“, glaubt der Alt-Kanzler, „Hans-Joachim Watzke, wie er so ist, sagt, dass der FC Bayern Favorit ist, man die Münchner nicht unterschätzen dürfe – und sie wieder ins Spiel zurückkommen. Aber ich glaube, dass Borussia Dortmund wirklich eine gute Mannschaft hat – und einen Trainer, der sie wirklich motivieren kann.“

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