Bundesliga-Geschichte – Als Matthäus aus Wut zwei Tore schoss


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 21. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

In Essen findet 1970 die größte Schlammschlacht der Bundesligageschichte statt. Keineswegs bildlich gesprochen. Rot-Weiß Essen schlägt Tabellenführer Borussia Mönchengladbach im Georg-Melches-Stadion auf einem Untergrund, der nur noch die Bezeichnung Morast verdient. „Ich habe noch nie auf einem solchen Acker gespielt, wir sind bis zu den Knöcheln im Schlamm versunken“, klagt Borussias Spielmacher Günter Netzer. Wegen der nahenden WM in Mexiko drängt der DFB, der kaum noch Termine für die zahlreichen Nachholspiele findet, im Frühjahr 1970 auf die Austragung. RWE hat die besseren Schlammkicker und gewinnt dank „Ente“ Lippens mit 1:0.

Auf Schalke fällt am 21. April 1979 ein Tor, das nur für den Schiedsrichter keines ist. Der Kopfball von Rüdiger Abramczik schlägt dicht unter der Latte im Nürnberger Kasten ein und springt wieder heraus. Alles in Königsblau jubelt, doch Hans-Heinrich Barnick (Schenefeld) gibt den Treffer nicht und die Nürnberger nehmen einen glücklichen Punkt mit, denn sonst fällt kein Tor mehr. TV-Bilder beweisen die gravierende Fehlentscheidung, Schalke legt Protest ein. Im Abstiegskampf 1979 brauchen sie jeden Punkt, aber noch hat keiner eine Tatsachenentscheidung am grünen Tisch revidieren können. Schalke schafft es auch nicht…

Matthäus, Mönchengladbach
Lothar Matthäus jubelt über den 3:2-Sieg mit Gladbach über den SV Waldhof Mannheim am 21. April 1984. Daneben Hans Jörg Criens. Copyright: imago images / Ferdi Hartung

21. April 1984: Heynckes bringt Matthäus erst in der 70. Minute

Klaus Sommer, Dynamo Dresden
Dynamo-Trainer Klaus Sammer muss 1993 wegen „Kompetenzüberschreitung“ gehen. Copyright: imago images / Ferdi Hartung

Wut macht 1984 Torjäger. Gladbach-Trainer Jupp Heynckes setzt seinen Nationalspieler Lothar Matthäus in Mannheim auf die Bank, bringt ihn erst nach 70 Minuten. Mit einem Doppelschlag dreht Matthäus die Partie (3:2) und setzt am TV-Mikrofon den nächsten Treffer: „Ich bin menschlich schwer enttäuscht von Jupp Heynckes“. Das Gerücht, bei Borussia sei man über den Wechsel von Matthäus zu den Bayern im Sommer 1984 verärgert, weisen die Verantwortlichen zurück. Der Trainer kontert ungerührt: „Bei mir müssen Leistung und Disziplin stimmen.“

Auch sein großer Name schützt ihn am 21. April 1993 nicht. Dynamo Dresden trennt sich von Trainer und Klublegende Klaus Sammer, als Spieler zweimaliger DDR-Meister, als Trainer DDR-Pokalsieger und außerdem Vater eines noch größeren Dynamo-Spielers. Als er sich jedoch ins Krankenhaus begibt – wegen eines kleinen Eingriffs an den Knien – befördert Präsident Rolf-Jürgen Otto Assistent Ralf Minge zum Übergangstrainer mit Bleibeperspektive. Da der von ihm ungeliebte Sammer um seinen Job fürchtet und trotz Krankschreibung viel zu früh zurückkehrt, wirft Otto ihn wegen Kompetenzüberschreitung raus. Das Ehrenwort, zur Not mit Sammer unterzugehen, hat er ganz vergessen. Eine Schmierenkomödie auf Sächsisch.

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21. April 2007: Der VfB animiert Bayern zur Neuausrichtung

Cacau, VfB Stuttgart
Cacau bejubelt seinen Treffer gegen den FC Bayern München am 21. April 2007. Seine Tore sorgen für einen Umbruch beim Rekordmeister! Copyright: imago images / Pressefoto Baumann

In Stuttgart erleidet Bayern München 2007 eine seiner folgenreichsten Niederlagen. Nach dem 0:2 beim VfB verabschieden sich die Bayern aus dem Titelrennen 2007 und gedanklich von der halben Mannschaft. Noch auf der Rückfahrt beschließen Manager Uli Hoeneß und Trainer Ottmar Hitzfeld „einen gewaltigen Umbruch. Sechs, sieben neue Spieler werden kommen.“ Der Doppelschlag des VfB-Stürmers Cacau wird der Bundesliga internationale Größen wie Luca Toni und Franck Ribery bringen.

Borussia Dortmund verteidigt 2012 ihren Titel erfolgreich und wird zum achten Mal Deutscher Meister. Die Klopp-Mannschaft erledigt ihre Pflichtaufgabe im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach (2:0) im Abendspiel des 32. Spieltags souverän. Fast wäre sie schon vor Anpfiff Meister gewesen, doch Riberys Tor zum 2:1 in letzter Minute bei Bayerns Gastspiel in Bremen sorgt für das letzte Spannungsmoment im Titelkampf 2011/12. Seit diesem Tag hat es keinen anderen Meister mehr gegeben als Bayern München.

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