Bundesliga: Die 23 Trainer des Willi Neuberger


Die 23 Trainer des Willi Neuberger (2. v. r.): Dietrich Weise (re.) war nur einer von ihnen...
Die 23 Trainer des Willi Neuberger (2. v. r.): Dietrich Weise (re.) war nur einer von ihnen... Foto: Imago Images

Willi Neuberger (73) hat 17 Jahre lang in der Bundesliga gespielt. Bei einer ,,Millionen-Elf“, beim BVB, bei einem der besten Aufsteiger aller Zeiten und bei einer ,,launischen Diva“.

42-mal läuft Neuberger für Borussia Dortmund, den Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt in 2 Europapokal-Wettbewerben auf. Mit der Eintracht holt er 1980 den UEFA-Pokal, wird zudem 1975 und 1981 mit den Hessen DFB-Pokalsieger.

Seine Bilanz: 528 Bundesliga-Spiele für 4 Vereine – Borussia Dortmund, Werder Bremen, Wuppertaler SV und Eintracht Frankfurt.

Auf diese Zahlen kann Neuberger, der heute als Rentner noch beim Golfspielen gesichtet wird, stolz sein. Über einen anderen Rekord dürfte der frühere Mittelfeldspieler weniger erbaut sein.

2 Eintracht-Legenden: Karl-Heinz ,,Charly" Körbel (l.) und Willi Neuberger.
Bildnummer: 01040399 Datum: 17.04.1982 Copyright: imago/Kicker/Eissner Karl-Heinz Körbel (li.) und Willi Neuberger (Frankfurt) - zufriedener Abgang; DEUTSCHSPRACHIGE SPORTZEITSCHRIFTEN UND -ZEITUNGEN NUR NACH RÜCKSPRACHE, Karlheinz, Charly, Mfdia, quer, zufrieden, Saison 1981/1982, Eintracht Frankfurt Frankfurt / M. Fußball 1. BL Herren Mannschaft Deutschland Gruppenbild Randmotiv Personen

Werders ,,Millionen-Elf" schleuderte die Trainer

Europapokalfinale der Pokalsieger: Borussia Dortmund - FC Liverpool (2:1 n.V.) am 5.5.1966 in Glasgow. Trainer Multhaup und Stan Libuda.
Europapokalfinale der Pokalsieger: Borussia Dortmund - FC Liverpool (2:1 n.V.) am 5.5.1966 in Glasgow. Trainer Multhaup und Stan Libuda. Foto: Imago
Kein anderer Bundesliga-Profi hat in über 55 Jahren im ,,Oberhaus“ mehr Trainer kommen und gehen gesehen als Willi Neuberger.

Als er 1966 von TuS Röllfeld in Hessen zu Borussia Dortmund wechselt, ahnt Neuberger nicht, dass er beim amtierenden Europapokalsieger der Cupgewinner 5 Trainerwechsel erleben muss. Schon 1967/68 landet der BVB, Vizemeister von 1966, nur auf Rang 14. Bis zu Neubergers Abschied aus Dortmund 1971 sitzen 5 Trainer auf dem BVB-Schleudersitz, darunter der Pfälzer Helmut Schneider, 1956 und 1957 Deutscher Meister mit der Borussia, und der 1956 aus der DDR geflohene Oswald Pfau.

Ein Jahr später steigt Borussia Dortmund ab. Neuberger spielt mittlerweile in Bremen, hat aber zuvor noch juristischen Ärger mit den Dortmundern. Er hat im Frühjahr 1971 gleich 2 Arbeitsverträge unterschrieben. Der BVB und Bremen gehen darüber in einen Rechtsstreit. Dieser wird salomonisch beigelegt. ,,Für wen wollen Sie denn nun spielen?“, soll der zuständige Arbeitsrichter Neuberger gefragt haben – und der soll mit ,,Für Bremen“ geantwortet haben.

Bei Werder Bremen sind die Ambitionen 1971 so hoch und so unhanseatisch wie nie! Mit den beiden Gladbacher Assen Herbert Laumen und Peter Dietrich will man hoch hinaus. Ein Jahr zuvor haben die Bremer schon Rudolf ,,Rudi“ Assauer von Borussia Dortmund los geeist und Karl-Heinz ,,Kalli“ Kamp vom OSC Rüsselsheim geholt. Beide werden zu Klublegenden. Die neue Bremer Mannschaft erhält den Beinamen ,,Die Millionen-Elf“. Sie kann aber den hohen Erwartungen nicht gerecht werden, landet 1971 auf Rang 10, ein Jahr später auf Rang 11 und verschleißt in Neubergers Zeit mit Robert Gebhardt, Meistercoach Willi ,,Fischken“ Multhaup und Sepp Piontek 3 Trainer.

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Jürgen Grabowski (r.) mit Eintracht-Torjäger Bum-kun Cha.

Selbst Weltmeister Grabowski war mal Eintracht-Coach...

Jürgen Grabowski und Willi Neuberger (r.) im Jahr 2013.
Jürgen Grabowski und Willi Neuberger (r.) im Jahr 2013. Foto: Imago Images / Copyright: imago/Hartenfelser

Neuberger wechselt 1973 zum Wuppertaler SV. Der WSV ist 1972 als Bundesliga-Neuling sensationell Vierter geworden.

In Wuppertal erlebt Willi Neuberger mit Aufstiegscoach Horst Buhtz  († 2015) und Janos Bedl 2 Trainer. Der Abstieg des WSV ist 1975 nicht zu verhindern. Willi Neuberger zieht es zurück nach Hessen, zur Frankfurter Eintracht.

Die ,,launische Diva vom Main“ ist trotz der sportlichen Erfolge der 1970er- und frühen 1980er-Jahre nicht eben eine Oase für Trainer. Die Fans vergöttern ihre Stars wie die Weltmeister Bernd ,,Holz“ Hölzenbein oder Jürgen ,,Grabi“ Grabowski, aber die strengen Frankfurter Boulevardmedien gehen mit scheinbar jedem Trainer streng ins Gericht.

9 Spielzeiten bei Eintracht Frankfurt machen Willi Neuberger zum Rekordmann. Am Stadtwald geben sich in dieser Zeit 13 Trainer die Klinke in die Hand. Ein Mal muss sogar SGE-Idol Grabowski selbst als Spielertrainer aushelfen. Unter den Geschassten sind Größen wie Dietrich Weise, Gyula Lorant, Dettmar Cramer, Friedel Rausch, Lothar Buchmann oder zuletzt Branko Zebec. Der alkoholkranke Jugoslawe tritt am 7. Spieltag der Saison 1982/83 das Amt in Frankfurt an und wird zum 23. Trainer, unter dem Willi Neuberger gearbeitet hat. Am Saisonende, die Hessen landen auf Rang 10, beendet Neuberger seine Karriere. Zebecs ,,Aus“ bei der Eintracht kommt im Oktober 1983…

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