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Thomas Doll bei Hannover 96: Der „Trainer mit klarer Ansprache“ ist zurück…

Dass die Tage von Trainer André Breitenreiter (45) bei Hannover 96 nur im unwahrscheinlichen Fall eines Sieges bei Borussia Dortmund (1:5 / Ligalive.net berichtete) gezählt sein würden, ist schon vor der Partie am Samstag klar. Dann geht alles aber sehr schnell.

„Die Roten“ gehen in Dortmund unter und präsentieren am Sonntagmittag zur besten „Doppelpass“-Zeit einen neuen Trainer. Es ist Thomas Doll (52). Der Ex-Nationalspieler hat den Hamburger SV 2006 in die Champions League und Borussia Dortmund 2008 ins DFB-Pokalfinale geführt.

Ein Jahr zuvor hat Doll den BVB vor dem Abstieg gerettet und in einem unvergessenen Revier-Derby dem Erzrivalen FC Schalke 04 (2:0) die Meisterschale weg geschossen. In den letzten 5 Jahren hat Doll als Coach bei Ferencvaros Budapest eine ungarische Meisterschaft und 3 Pokalsiege gefeiert.

Nun ist „Dolly“ wieder da – und Hannover 96 hofft auf die ungemein positive Aura, die der frühere Weltstar des Hamburger SV ausstrahlt. Dabei kann der nette Dolly aber auch anders…Für Thomas Doll ist es sicher die schwerste Aufgabe seiner Trainerlaufbahn. Gut, bei Borussia Dortmund läuft unter dem Schweiger Bert van Marwijk 2006/2007 auch nicht viel zusammen.

Als auch die Karte „Trainerwechsel“ mit Jürgen Röber im Frühjahr nicht zündet, übernimmt Doll am 13. März 2007 den sportlich wie finanziell angeschlagenen Ex-Meister – und rettet ihn vor dem Absturz. Das geht, weil Doll es beim BVB versteht, das Potenzial von Spielern wie Alexander Frei, Christoph Metzelder oder Roman Weidenfeller zu wecken. Die Klubführung und vor allem die Fans stehen hinter ihm und der Mannschaft – und so gibt es ein kleines Happy-End.

In Hannover ist das anders. Hier findet Doll einen in sich zerstrittenen Verein vor. „Kind muss weg“ gegen den scheinbar allmächtigen Klubchef Martin Kind (74) schallen bei fast jedem Spiel der „Roten“ durch die Stadien – auch am Samstag in Dortmund.

emeinen.„Hannover hat in der Phase vor Weihnachten so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, fällt Vize-Weltmeister Dietmar Hamann (45) in der TV-Sendung SKY90 am Sonntagabend ein vernichtendes Urteil über den Pokalsieger von 1992.

Ex-Coach Breitenreiters Maßnahme, seinen Spielern den Weihnachtsurlaub zu verkürzen, stößt beim kritischen Hamann auf wenig Verständnis. „Breitenreiter ist dann umgefallen und hat am 28. angefangen, was seiner Glaubwürdigkeit geschadet hat. Dabei musstet du die Köpfe frei bekommen. Denn die geistige Frische hat den Hannoveranern gefehlt. Wenn du dann nur drei, vier Tage Pause machst, geht das an die Moral“, so der Champions-League-Sieger von 2005.

Twitter-User taufen den Krisenklub am Sonntag nach der bekannt gewordenen Verpflichtung von Thomas Doll kurzerhand in „FC Dollywood“ um. Am eigentlich trainingsfreien Montag geht Doll, der 2008 mit einer legendären Wut-Pressekonferenz bei Borussia Dortmund („Da lache ich mir doch den Arsch ab“) Bundesliga-Geschichte geschrieben hat, in Hannover an den Start. Wohl auch mit Blick auf diesen unvergessenen Auftritt in Dortmund („Marc Ziegler kommt zu mir: Trainer, kann ich noch mit trainieren?“) sagt 96-Sportdirektor Horst Heldt: „Thomas Doll ist bekannt als akribische Arbeiter mit einer klaren Ansprache.“

Die erste Bewährungsprobe für Doll, der nach 11 Jahren in die Bundesliga zurückkehrt, gibt es schon am Freitagabend: Heimspiel gegen RB Leipzig. Und die haben gerade am Sonntag Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit 4:0 zerlegt…


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