BVB: Der beste Marco Reus aller Zeiten


Marco Reus (29) ist bei Borussia Dortmund in der Form seines Lebens. 14 Tor-Beteiligungen in 12 Pflichtspielen machen den Kapitän der Schwarzgelben so wertvoll wie noch nie. Bleibt der zerbrechliche Fußball-Heilsbringer fit, ist für Borussia Dortmund in dieser Saison vieles möglich.

4:0 gegen Atlético Madrid, mit 9 Punkten aus drei Champions-League-Spielen schon fast im Achtelfinale, dazu Tabellenführer in der Bundesliga – selten hat man Marco Reus (29) so entspannt in einem Post Match-Interview erlebt wie am Mittwochabend nach der Partie gegen die Spanier.

Bei Sky gibt der Kapitän von Borussia Dortmund ungewohnte Einblicke in das Innenleben der BVB-Mannschaft. „Wir mussten heute extrem leiden, besonders in Halbzeit zwei. Wir hatten kaum Ballbesitz, erst ab Minute 65. Es war ein brutaler Abend“, sagte der Nationalspieler.

Reus‘ Arbeitsprotokoll in der für Dortmund bisher makellosen CL-Saison liest sich so: 3 Spiele über die vollen 90 Minuten absolviert, dazu ein Tor und ein Assist beim 3:0 gegen die AS Monaco.

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Marco Reus steht für den Aufschwung des BVB. (Photo by Martin Rose/Bongarts/Getty Images)

Was den Fans des verletzungsanfälligen Flügelstürmers noch mehr Hoffnung macht: Nie ist Reus besser in eine Saison gestartet als 2018/2019.

Marco Reus in der Form seines Lebens

Die Verletzung im Pokalfinale 2016 warf Marco Reus lange zurück... (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Das WM-Debakel mit dem historischen Vorrunden-Aus der deutschen Fußball-Nationalmannschaft beantwortete Marco Reus seit Saisonbeginn auf dem Platz.

Gleich im ersten Pflichtspiel, beim glücklichen 2:1-Erfolg nach Verlängerung bei Zweitligist SpVgg Greuther Fürth verhindert Reus mit einem Tor und einer Vorlage das frühe Aus für den BVB.

Beflügelnd scheint sich die Ankunft seines früheren Mentors aus Gladbacher Zeiten, Lucien Favre (60) auszuwirken. Der Schweizer formte den Jungstar Reus einst bei der rheinischen Borussia, setzt in Dortmund auf ihn als Kapitän und Führungsspieler. Reus zahlt dieses Vertrauen vom ersten Liga-Spieltag an zurück. 5 Treffer und genauso viele Vorlagen stehen für den besten Saisonstart des gebürtigen Dortmunders in seiner Bundesliga-Laufbahn.

Die vorläufige Krönung der Reus-Festspiele im BVB-Dress gibt es beim 4:2-Wahnsinn bei Bayer 04 Leverkusen am 6. Spieltag. Nach 0:2-Pausenrückstand leitet Reus mit einem Tor und einer Vorarbeit die Wende ein. Alle 62 Minuten (Stand: 25. Oktober 2018 / 10. Spieltag) netzt Reus ein.

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Die Kritiker hatten den BVB-Star schon abgeschrieben

Die Blamage: Marco Reus und Thomas Müller nach dem deutschen WM-Vorrundenaus in Kazan.
Die Blamage: Marco Reus und Thomas Müller nach dem deutschen WM-Vorrundenaus in Kazan. (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images, )

Die Geschichte des Marco Reus ist auch eine Geschichte von vielen Verletzungen und privaten Rückschlägen.

Astronomische Geldstrafe nach Fahren ohne Führerschein und 67 nach Verletzung und Krankheiten verpassten Pflichtspiele bei Borussia Dortmund allein seit der Saison 2015/2016 bringen Reus den Ruf eines zerbrechlichen Fußballstars ein.

Seine schlimmste Verletzung muss er ausgerechnet in dem Spiel hinnehmen, in dem er seinen ersten großen Titel als Profi gewinnt. Beim DFB-Pokalfinale 2017 gegen Eintracht Frankfurt (2:1) in Berlin erleidet Reus einen Kreuzbandriss, der ihn 220 Tage oder 27 Pflichtspiele für den BVB zum Zuschauen verdammt. Eine Schambeinentzündung bringt Reus nach dem verlorenen DFB-Pokalfinale 2016 gegen den FC Bayern für 176 Tage auf die Tribüne.

In der Oktober-Länderspielpause müssen die BVB-Fans tief durchatmen. Reus pausiert nach Kniebeschwerden 10 Tage lang, meldet sich dann aber mit einem furiosen Auftritt beim VfB Stuttgart (4:0) mit dem fast schon gewohnten Doppelpack – Tor und Vorarbeit – fit.

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Auf dem Weg zur BVB-Legende

Es gibt nur 9 Spieler, die in Diensten von Borussia Dortmund 100 oder mehr Tore erzielten. Seit dem 26. September 2018 gehört Marco Reus zu diesem exklusiven Kreis.

Im Liga-Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg (7:0) überspringt Reus mit zwei Treffern die 100-Tore-Marke in der BVB-Historie. Nun ist er in einem Atemzug zu nennen mit Klublegenden wie Michael Zorc, Manfred Burgsmüller oder Stéphane Chapuisat.

Mit dem Spiel in Stuttgart hat Reus auch seinen ehemaligen Mitspieler Robert Lewandowski (30), seit 2014 bei Bayern München, eingeholt. Bei einer Vertragslaufzeit bis zum 30. Juni 2023 – der BVB verlängerte mit Reus im Frühjahr 2018 und setzte ein starkes Zeichen – kann er auch den legendären Schweizer Chapuisat („Chappi“, 122 Treffer) und Jürgen Schütz (133 Tore) überflügeln.

Marco Reus ist in der Form seines Lebens. Aber der Offensivspieler ist auch persönlich gereift. Mit seiner Freundin Scarlett freut er sich auf das erste Kind. Er führt das Team auf- und außerhalb des Rasens, er geht aggressiv in die Diskussionen mit den Schiedsrichtern und er stellt sich kompromisslos vor seine Mitspieler. Die Kritik von Weltmeister Lothar Matthäus an seinem Spezi Mario Götze konterte Reus unlängst so: „Wir sollten langsam damit aufhören, jeden Tag über Mario zu sprechen. Das tut dem Jungen nicht gut, das tut uns nicht gut. Er will einfach nur Fußball spielen.“ Ein großer Kapitän.

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