BVB: Herbstmeister fast eine Titel-Garantie für Reus und Co.


Borussia Dortmund ist zum 4. Mal Herbstmeister in der Bundesliga. Der BVB bezwingt in einem packenden Samstagabendspiel Werder Bremen mit 2:1 und ist zwei Spieltage vor Hinrunden-Ende weder von Borussia Mönchengladbach noch von Rekordmeister Bayern München von Platz 1 zu verdrängen. Für die Dortmunder ist dieses „Titelchen“ nach eigenen Aussagen nicht viel wert. Es ist für Schwarzgelb aber fast eine Meisterschafts-Garantie. Ligalive.net war live dabei im Signal Iduna Park.

Wer wird Deutscher Meister? BVB Borussia“, das singen die beseelten Dortmunder Fans unter den 81.536 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park nach dem Spiel gegen Werder Bremen (2:1) am Samstag voller Inbrunst.

Ihr Team tanzt euphorisiert vor der Südtribüne zu diesem Fan-Song, der nach der Melodie von „Pippi Langstrumpf“ intoniert wird und den die fröhlichen Schwarzgelben erstmals 1995 zur Premieren-Meisterschaft in der Bundesliga auflegen.

Nur einer will sich von dieser Festtagsstimmung in Dortmund nicht anstecken lassen: BVB-Coach Lucien Favre (61). Der Schweizer hat den BVB zwar an die Spitze zurückgeführt und auch mit einer überragenden Champions-League-Gruppenphase ins Champions-League-Achtelfinale gebracht, aber von Vorschusslorbeeren hält „Der Monsieur“ offenbar nicht viel.

Zweite Halbzeit ist BVB-Paco Alcácer und Marco Reus schossen Borussia Dortmund mit ihren Treffern gegen Werder Bremen zur vorzeitigen Herbstmeisterschaft. (Photo by Jörg Schüler/Getty Images)

Favre zurückhaltend, aber die Zahlen sprechen für den BVB

Favre will 4 defensive Innenverteidiger im Team.
Lucien Favre erlebte das Spiel des BVB gegen Hoffenheim nicht im Stadion. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

,,Das bedeutet mir nicht viel“, sagt Favre anschließend bei Sky, „ich will nicht darüber sprechen, ob wir in der Lage sind, den Meistertitel zu holen.“

Es ehrt den Dortmunder Coach, dass er auch nach 15 ungeschlagenen Bundesliga-Spielen in Understatement macht. Die Zahlen sprechen dabei schon jetzt für eine Wachablösung am Saisonende in Sachen Meisterschaft.

3-mal ist Borussia Dortmund vor dem Samstag schon Herbstmeister in der Bundesliga gewesen – 1994, 1995 und 2010. Am Ende wird man jeweils Deutscher Meister. Mehr noch: In 55 Jahren Bundesliga sind nur 17 Herbstmeister nicht mit der Schale belohnt worden.

Zuletzt ist das 2008 der Fall. Neuling 1899 Hoffenheim steht nach 17 Spieltagen oben, Meister wird aber völlig überraschend der VfL Wolfsburg. Hoffenheim ist zudem der einzige Herbstmeister, der es nicht unter die Top 5 schafft.

Und die Bayern? Der gefühlte BVB-Jäger Nummer 1 (Ligalive.net berichtete)  hat nach einer Herbstmeisterschaft der Anderen 6-mal noch zurückgeschlagen. Zuletzt holen die Münchner 2009/2010 den Titel, obwohl sie zum Vorrundenende nicht vorn stehen. Das ist damals Bayer 04 Leverkusen. Vielleicht speisen sich die Bedenken des Monsieur Favre aus dieser Statistik – oder auch daraus, dass man den Dortmundern die strapaziösen Spiele der letzten Wochen vor allem im zweiten Durchgang anmerkt. Viele Aktionen der schwarzgelben Offensive sind zu unkonzentriert, die fast fahrlässige Chancenverwertung sorgt für ein Zitterspiel.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Paco Alcácer nach dem 2:0-Erfolg mit Borussia Dortmund bei der AS Monaco in der Champions League 2018/2019.

Reus trotz Herbstmeisterschaft nicht ganz zufrieden

Borussia Dortmund steht erstmals seit 2010 wieder zum Vorrundenende auf Rang 1. (Photo by Jörg Schüler/Getty Images)

Der Dortmunder Höhenflug, der gegen ein starkes Werder Bremen mit dem 6. Sieg in Folge weitergeht, ist vor allem an einem Spieler festzumachen: Marco Reus (29).

Der BVB-Kapitän ist in der Form seines Lebens. Sein Tor zum 2:0 ist der 10. Saisontreffer in der Bundesliga und die 17. Tor-Beteiligung vom Nationalspieler allein in der Bundesliga in dieser Spielzeit.

Mit dem 2:0 ebnet Reus der Borussia den Weg zum Sieg, der bis zum Schluss auf der Kippe steht. Das scheinbar erlösende 3:1 von seinem Kumpel Mario Götze (90. + 6) wird vom nicht überzeugenden Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) zurückgepfiffen.

Dass die Fans bis zum Schluss zittern müssen, ärgert Reus im Nachgang. „Vor der Winterpause kosten diese Spiele extrem Kraft. Das hätten wir heute locker vermeiden können oder vermeiden müssen“, sagt er anschließend bei Sky, „wir müssen einfach früher das 3:1 machen, dann müssen wir auch nicht ständig hinterherlaufen. Vor allem jetzt so kurz vor der Winterpause kosten diese Spiele extrem Kraft. Das hätten wir heute locker vermeiden können oder vermeiden müssen.“

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Sahin „ein großer Spieler für Borussia Dortmund“

Nuri Sahin bedankt sich bei den Dortmunder Fans auf der Südtribüne. Der Ex-BVB-Spieler wurde beim Spiel gegen seinen neuen Klub Werder Bremen offiziell verabschiedet. (Photo by Jörg Schüler/Getty Images)
Einen weiteren Gänsehautmoment gibt es in Dortmund lange nach dem Schlusspfiff. Mit „Nur, Nuri“-Sprechchören fordert die Südtribüne, die am Samstag in vorweihnachtlicher Feierlaune ist, einen Spieler von Werder Bremen, der in Diensten des BVB zur Legende geworden ist: Nuri Sahin.

Der 30-jährige Neuzugang von Werder Bremen ist im Trikot von Borussia Dortmund jüngster Bundesliga-Spieler und Torschütze aller Zeiten geworden und holt mit dem Team von Jürgen Klopp 2011 fast sensationell die Deutsche Meisterschaft. In 223 Bundesliga-Spielen für Borussia Dortmund erzielt Nuri Sahin 21 Tore – und wird zu Recht vom BVB-Anhang gefeiert.

Vor dem Spiel hat der BVB den gebürtigen Lüdenscheider offiziell verabschiedet. Szenen, die auch BVB-Teammanager Sebastian Kehl unter die Haut gehen.

„Das hat er sich mehr als verdient. Er ist ein großer Spieler für Borussia Dortmund“, sagt Kehl nach dem Spiel, „es freut mich, dass er jetzt in Bremen nochmal deutlich mehr Spielzeit bekommt. Das war für ihn eine schwierige Situation im Sommer. Ich glaube, dass er dieser Bremer Mannschaft sehr viel geben kann.“

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