BVB: Schon jetzt Meister im Tiefstapeln


9 Siege aus 12 Bundesliga-Spielen, weiter ohne Niederlage – Borussia Dortmund marschiert nach dem 2:1 (0:0) am Samstag beim 1. FSV Mainz 05 weiter in Richtung „Herbstmeisterschaft“. Die BVB-Verantwortlichen um Coach Lucien Favre (61) sind bemüht, die Euphorie zu bremsen. Und das in einer fast charmanten Art.

Mit Schirm, Charme und Methode – So könnte man den Auftritt von Dortmunds Trainer Lucien Favre am Samstagabend im Anschluss an das Spiel in Mainz bei Sky überschreiben.

Reporter-Urgestein Ecki Heuser gibt alles, aber er kann dem Schweizer, der sich mit einem transparenten Regenschirm vor der Nässe schützt, kein klares Statement zur Deutschen Meisterschaft entlocken. Vielmehr versucht Favre, abzulenken. „Unsere Hauptaufgabe ist es, in jedem Training Spaß zu haben“, sagt der Beinahe-Meistermacher von Hertha BSC und Retter von Borussia Mönchengladbach aus den Jahren 2009 und 2011.

In der Saison 2010/2011 hat Favre die Gladbacher über die Relegation zum Klassenverbleib geführt. Im gleichen Jahr stürmen die Dortmunder Borussen mit Kult-Trainer Jürgen Klopp (51) beinahe sensationell zur Deutschen Meisterschaft. Der BVB liefert ein Jahr später die beste Saison seiner Bundesliga-Geschichte: Meister und neuer Bundesliga-Rekord mit 81 Zählern.

 

Thomas Delaney (l), Jacob Bruun Larsen und Marco Reus (r.), hier nach dem 1:0 in Wolfsburg, stehen für den Höhenflug von Borussia Dortmund. (Photo by Ronny Hartmann/Bongarts/Getty Images)

Das kann Lucien Favre mit den Schwarzgelben in dieser Spielzeit auch gelingen. Die Dortmunder tun derzeit – nach einem Drittel der Saison – allerdings gut daran, auf dem Teppich zu bleiben.

Dortmund hat den Absturz von 2017 noch vor Augen...

Mit dem 2:3 gegen RB Leipzig begann am 14. Oktober 2017 ein fast beispielloser Absturz für Borussia Dortmund. Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang of Dortmund (vorn) war dann im Winter auch noch weg... (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Ein mahnendes Beispiel ist die letzte Saison. Mit dem neuen Trainer Peter Bosz scheint die Borussia dabei zu sein, die jahrelange Alleinherrschaft des FC Bayern zu brechen.

Am 7. Spieltag der Saison 2017/2018 hat der BVB noch 5 Zähler Vorsprung auf den FC Bayern München, der sich von Trainer Carlo Ancelotti trennt und mit Jupp Heynckes auf einen absoluten Routinier setzt. Am 8. Spieltag beginnt Dortmunds Stern zu sinken: 2:3 gegen RB Leipzig, dann Verlust der Tabellenführung am 10. Spieltag nach 2:4 in Hannover und am Saisonende sind es 29 Punkte, die Meister Bayern und Borussia Dortmund trennen. Abgestürzt auf Platz 4 kann der BVB nur dank der um 3 Treffer besseren Tordifferenz vor Bayer Leverkusen die Champions-League-Teilnahme noch retten.

Es ist nicht so, dass die Dortmunder sich im Spätsommer 2017 in Jubelhymnen über ihr Spiel ergießen. Auch Bosz bleibt während der erfolgreichen, ersten Phase seines kurzen Engagements bei den Westfalen immer pragmatisch.

Aber: Dem Niederländer fehlt ein „Plan B“, sein Team kann nicht verteidigen – und läuft so in die Ergebnisfalle. Absoluter Tiefpunkt ist der 4:4-Schock vor exakt einem Jahr gegen den Erzrivalen FC Schalke 04. Dortmund verspielt eine 4:0-Pausenführung. Der endgültige Bruch in der Saison!

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Favre: „Wir machen von Spiel zu Spiel weiter“

Favre will 4 defensive Innenverteidiger im Team.
Lucien Favre erlebte das Spiel des BVB gegen Hoffenheim nicht im Stadion. (Photo by Matthias Hangst/Bongarts/Getty Images)

Bosz und dem BVB fehlt in der vergangenen Spielzeit ein Abräumer im defensiven Mittelfeld. Einer, der, wie es BVB-Vorstandschef Hans-Joachim Watzke putzig formuliert, „auch mal ein bisschen grimmig guckt.“ Diese Position hat man mit dem Dänen Thomas Delaney (27) nun optimal besetzt.

Drei Assists in 10 Bundesliga-Auftritten hat der Däne, der auch einen amerikanischen Pass besitzt, in dieser Saison geliefert. Dazu kommen die Vorlagen-Könige Marco Reus (29) und Jadon Sancho (18), die jeweils 6 Tore vorbereitet haben. Es gibt viele, überragende Werte beim BVB dieser Tage.

Aber: Auch Delaney warnt vor zu viel Euphorie. Ich hoffe natürlich, dass wir weiter ohne Niederlage bleiben – also wir“, erklärt Delaney am Samstag dem Pay-TV-Sender Sky, „wir sind früh in der Saison, für mich persönlich und auch für die Mannschaft ist der Vorsprung egal. Unsere Mentalität momentan ist, dass wir unser eigener Gegner sind. Wir schauen nicht so viel auf die Tabelle. Das funktioniert für uns, also warum sollten wir das ändern?“

Lucien Favre sieht es ähnlich. Mit verschmitztem Lächeln erklärt der BVB-Coach am Samstag in Mainz: „Wir schauen natürlich auf die Tabelle, aber wir machen Spiel für Spiel weiter. Es ist nicht nur Bayern. Andere Mannschaften spielen auch gut: Gladbach, Frankfurt, Hoffenheim und Leipzig.“

Mit dem Erfolg bei der Mannschaft aus Rheinhessen haben die Dortmunder 9 Zähler zwischen sich und den Serien-Meister FC Bayern gebracht. Am Mittwoch kann der BVB in der Champions League mit einem Sieg gegen den FC Brügge das Achtelfinale klar machen.

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