CR7: Cristiano Ronaldo verrechnet sich in Madrid


Es sind unschöne Szenen, die sich rund um das Giganten-Duell Atlético Madrid gegen Juventus Turin (2:0) am Mittwochabend im Finalstadion Wanda Metropolitano auf beiden Seiten abspielen. Während „Atléti“ den Traum vom Endspiel am 1. Juni 2019 in der eigenen Arena am Leben erhält, schmollt Juve-Superstar Cristiano Ronaldo (34) so richtig.

Ronaldo zeigt es beim bitteren Abgang aus dem „Wanda Metropolitano“ den wartenden Journalisten an. Mit gestreckten Fingern geht er an ihnen vorbei. Seht her, 5! 5-mal hab ich die Champions League schon gewonnen, signalisiert er. Machen Sie das mal bei niederländischen Fans direkt nach einem Tor gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, so nach dem Motto „Wir waren 4-mal Weltmeister, und ihr so?“ oder… lieber nicht!

Eben mit solchen ebenso unnötigen wie theatralischen Gesten hat er zuvor schon das geneigte Publikum im Stadion gegen sich aufgebracht. Der Niveau-Limbo geht aber noch weiter. Beim Torjubel fasst sich Atléticos Trainer-Irrwisch Diego Simeone in den Schritt. Nicht die feine argentinische Art – ein Ausgleich der unschönen Sorte…

Ich hab 5 Champions-Leaegue-Titel - und Ihr so? Cristiano Ronaldo bei der Rückkehr nach Madrid... (Photo by Angel Martinez/Getty Images)

Will Juventus noch weiterkommen, braucht es Ronaldo-Tore!

Cristiano Ronaldo bleibt auch nach dem Spiel in Madrid auf nur einem Treffer für Juventus Turin in der Champions League sitzen... (Photo by Gonzalo Arroyo Moreno/Getty Images)

CR7 geht jedoch nicht ohne eine handfeste Drohung nach Hause. „Wir werden sehen, was im Rückspiel passiert“, zischt er – und verschwindet.

Es muss eine Menge passieren. Vor allem muss Ronaldo seine Tor-Allergie in der Champions League in Diensten von Juventus Turin überwinden.

Nur ein einziges Mal hat der Rekord-Torjäger der Champions League (121 Tore) bislang für Juve eingenetzt. Und das ist beim 1:2 am 7. November 2018, ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub Manchester United.

In der Gruppenphase hat ihm sein argentinischer Teamkollege Paulo Dybala (25) mit 5 Toren in 5 Spielen die Schau gestohlen. Nun droht die Ronaldo-Show schon im Achtelfinale zu Ende zu gehen.

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Tor-Gleichung für Juve: 2 Gegentreffer im Hinspiel gleich „Aus“ in der Champions League!

Buffon und Real Madrid geht gar nicht. Foto: Getty Images
Buffon und Real Madrid geht gar nicht. Foto: Getty Images

Im Prinzip hat Ronaldo ja richtig gerechnet. Du musst es halt nur anders rüberbringen. 2008 mit Manchester United und 4-mal ab 2014 mit Real Madrid, das macht 5 Titel in der Champions League.

Damit ist der exzentrische Portugiese beinahe selbstredend Rekord-Sieger in der „Königsklasse“. Die 2. Rechnung, über Atlético mit Juventus Turin ins Finale zu kommen, hat jedoch ein paar ungünstige Variablen. Sagen wir es direkt: Sie geht nicht auf!

In der Champions League hat Juventus beim bisher einzigen Aufeinandertreffen, 2014/2015 in der Gruppenphase, mit 0:0 und 0:1 den Kürzeren gezogen. Auch sonst spricht die Europacup-Statistik gegen den italienischen Rekordmeister. Juventus Turin hat bei 2 oder mehr Gegentoren im Hinspiel zuletzt nie die nächste Runde erreicht. 2013 ist im Viertelfinale gegen den FC Bayern nach 0:2 und 0:2 Schicht. Die Münchner setzen sich auch 2015/2016 nach 2:2 im Turiner Hinspiel mit 4:2 in der Verlängerung durch. Ein 0:3 gegen Real Madrid ist im letzten Jahr eine zu hohe Hypothek – das 3:1 in Bernabeu reicht nicht mehr zur Korrektur, trotz eines heldenhaften Auftritts. Denken Sie an die Tränen des Gianluigi Buffon nach dem Abpfiff!

„Atletico Madrid hat Ronaldo dort getroffen, wo es am meisten schmerzt“, bilanziert die spanische Sportzeitung Marca am Donnerstag, „er hat gut gespielt, gut kombiniert, aber er hat sich zu Gesten gegen die Atlético-Fans hinreißen lassen.“ So was kommt im stolzen Spanien gar nicht gut an.

Ligalive Infografik: Head2Head: Atlético Madrid gegen Juventus Turin in der Champions League

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