Champions League: Bayer Leverkusens Beamtenfußballer vor frühestem ,,Aus“…


Bayer Leverkusen in der Champions League 2019/2020: Die pure Ratlosigkeit.
Bayer Leverkusen in der Champions League 2019/2020: Die pure Ratlosigkeit. Foto: Imago Images / David Kirchner

Der Bosz-Dienst kann Europa nicht! Bayer Leverkusen steht nach 3 Niederlagen in 3 Spielen unter Trainer Peter Bosz (55) vor dem ,,Aus“ in der Champions League.

Das 0:1 (0:0) bei Atético Madrid am Dienstag in Gruppe D lässt der Bayer-Elf bei 3 verbleibenden Spielen nur noch theoretische Chancen auf das Achtelfinale.

Realistischer erscheint vielmehr das früheste ,,Aus“ – mit einem Punktverlust im Rückspiel gegen Atlético am 5. November 2019 wäre Bayer draußen. Nach dem 4. Spiel.

Die Konstellation in Leverkusen mit Peter Bosz erinnert fatal an seine Champions-League-Premiere 2017 mit Borussia Dortmund. Null Siege, 2 Remis und die schlechteste Gesamtleistung, die je einem deutschen CL-Klub erlaubt, in der Europa League weitermachen zu dürfen… In Dortmund hat Bosz ohne Abwehr gespielt, in Leverkusen ohne Mut. Mit der von ihm nach dem 0:4-Debakel in Dortmund vorgenommenen taktischen Umstellung vom offensiven 4-3-3-System auf 3-4-2-1 beraubt der Niederländer Leverkusen seiner Stärken.

Kai Havertz (m., gegen Danny da Costa) verpasste mit Bayer Leverkusen bei Eintracht Frankfurt (0:3) die Bundesliga-Tabellenführung.
Keine gute Woche für die Werkself: Kai Havertz (m., gegen Danny da Costa) verpasste mit Bayer Leverkusen bei Eintracht Frankfurt (0:3) die Bundesliga-Tabellenführung. Foto: Imago Images

Champions League: Nie scheiterte Bayer 04 krasser als 1999!

Frankie Hejduk und Bayer Leverkusen ließen am 14. September 1999 gegen Lazio Rom (1:1) Punkte liegen. Das sollte sich am Ende bitter rächen... Foto: Imago Images / Sven Simon
Bayer Leverkusen in der Champions League, das ist nicht nur 2019 biederer Beamtenfußball!

3-mal ist Bayer Leverkusen seit 1997 in einer Champions-League-Vorrunde schon gescheitert. Das unglaublichste ,,Aus“ gibt es 1999/2000 unter Christoph Daum. In 6 Spielen gelingt dem deutschen Vizemeister nur ein einziger Sieg, ein mageres 2:0 beim Außenseiter NK Maribor aus Slowenien. Maribor spielt am 6. Spieltag Schicksal, mauert sich in Leverkusen zu einem 0:0 und verbaut Bayer das sicher geglaubte Weiterkommen. ,,Träumen Sie weiter, meine Herren“, schreibt Alfred Draxler in BILD – zu den Fotos von Daum, Leverkusens entsetztem XXL-Manager Reiner Calmund und Sportdirektor Rudi Völler.

Dass Bayer Leverkusen die Kiste bis zum 6. Spieltag und zum Heimspiel gegen Juventus Turin offen hält, ist unwahrscheinlich. Wenn man die Beteiligten am Dienstagabend nach dem 0:1 bei Atlético Madrid so hört, glauben sie wohl selbst nicht mehr daran. „Auch wenn es mathematisch noch möglich ist, man muss realistisch sein“, sagte Sportdirektor Rudi Völler nach der Partie.

Die wahrscheinlichste Option: Bayer gewinnt das Rückspiel bei Lokomotive Moskau und holt sich den direkten Vergleich. Dann wäre bei günstigem Verlauf – unter der Voraussetzung, dass der russische Vertreter nicht mehr punktet – noch Platz 3 und damit das Überwintern in Europa bzw. im europäischen ,,Unterhaus.“

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3 Spiele, 3 Pleiten - das konnte nur Newcastle United noch umbiegen

13. November 2002: Als Craig Bellamy Geschichte schrieb.. sein Tor zum 3:2 bei Feyenoord Rotterdam (Foto) brachte Newcastle United sensationell noch weiter..
13. November 2002: Als Craig Bellamy Geschichte schrieb.. Das Tor des Walisers zum 3:2 bei Feyenoord Rotterdam (Foto) brachte Newcastle United sensationell noch weiter... Foto: Imago Images / Copyright: imago/VI Images

Wenn wir schon bei den Rechen-Spielen sind: Das Beispiel Newcastle United ist so ziemlich das einzige, an das sich die Bayer-Elf nach dem 0:1 (0:0) bei Atlético Madrid halten kann.

Nach 3 Niederlagen in 3 Spielen stemmen sich die ,,Magpies“ in der Gruppenphase 2002 fulminant gegen das fast sichere „Aus“ und kommen mit 3 Siegen gegen Dynamo Kiew, Juventus Turin und bei Feyenoord Rotterdam (3:2) noch in die 2. Gruppenphase. Das Tor von Craig Bellamy (,,The Nutter with the Putter“) im Stadion ,,De Kuip“ in Rotterdam sorgt bei den Engländern für riesige Jubelstürme.

Seitdem ist es nie mehr einem CL-Teilnehmer gelungen, nach einem derartigen Fehlstart noch weiterzukommen. Dass ausgerechnet Bayer Leverkusen beim Comeback nach 2 Jahren Abstinenz in der „Königsklasse“ das Team ist, dass es Newcastle United gleich tut, ist unwahrscheinlich.

Bleiben wir realistisch: Bayers Champions-League-Rückkehr ist eine einzige Enttäuschung. Beim 1:2 gegen Lokomotive Moskau lässt man sich von dem Team mit dem dritthöchsten Durchschnittsalter (27,8 Jahre) aller 32 Vorrundenteilnehmer überrumpeln. Für Juventus Turin ist man beim 0:3 nur ein Sparringspartner. Bei Atlético Madrid, das Bayer schon 2015 und 2017 im Achtelfinale rausgeworfen hat, fehlt am Dienstag der Mut. Es ist, ob für Bayer-Fans oder neutrale Beobachter, ein Spiel zum Einschlafen. „Wir haben über 90 Minuten ein giftiges Team auf dem Platz gehabt. Atlétcio ist mit einer Chance da, und wir verlieren das Spiel“, redet sich Bayer-Stürmer Kevin Volland (27) nach dem Spiel beim ausführenden Streamingdienst DAZN froh, „in meinen Augen haben wir ein gutes Spiel gemacht. Vielleicht waren wir zu schlampig. Trotzdem haben wir gekämpft bis zum Schluss.“ Immerhin. a

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