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Champions League: BVB – Das Märchen vom ,,benachteiligten Gruppenzweiten”

Es gibt viele Fußball-Mythen. Zur Champions-League-Auslosung passt immer der vom benachteiligten Gruppenzweiten, vom ,,Hammer-Los” oder – vor Beginn der Vorrunde – der von der ,,Todesgruppe”. Borussia Dortmund hat mehrfach bewiesen, dass der 2. einer Gruppe nicht automatisch auch die schlechteren Karten in der Knock-out-Phase haben muss…

Lucien Favre BVB Borussia Dortmund - Slavia Prag

Fußball-Europa blickt am Montagmittag nach Nyon.

In der Schweiz werden die Lose für das Champions-League-Achtelfinale 2020 gezogen. Dank Schützenhilfe des FC Barcelona noch in den Lostöpfen zur ,,Königsklasse” und eben nicht zum europäischen ,,Unterhaus”, der Europa League, ist Borussia Dortmund.

Ein 2:1 von ,,Barca” bei Inter Mailand im Fernduell und ein 2:1-Zittersieg gegen Slavia Prag in Unterzahl haben es ermöglicht, dass der BVB gespannt auf die Auslosung schauen darf.

Platz 2 wie nun in Gruppe F kann dabei durchaus als ein gutes Omen für den BVB gelten. Auch gegen das am Montag als Gegner gezogene Paris St.-Germain mit Ex-BVB-Trainer Thomas Tuchel (46).Der BVB zieht damit als Gruppenzweiter ins Achtelfinale ein – und dieser Weg kann ein leichter sein!

Die Vergangenheit der Schwarzgelben in der „Königsklasse“ zeigt, dass der vermeintliche Nachteil, als 2. der Gruppenphase gegen einen scheinbar schwereren Gegner in der Finalrunde eine Art Klischee ist.

Aber: Die Schlagzeile von den ,,Hammer-Losen” oder – wie zuvor in Gruppe F – von der ,,Todesgruppe” passen auf dem Boulevard irgendwie immer. Wobei nur die wenigsten bedenken, dass ab dem Achtelfinale in 2 Knock-out-Spielen immer alles passieren kann. Manchester United, das letztes Jahr das hoch favorisierte Paris St.-Germain fröhlich und frei rauskgekegelt hat, oder Tottenham Hotspur, das im Viertelfinale das Manchester-City-Starensemble (,,Video killed the Guardiola-Stars”) verabschiedet hat, seien als Beispiele genannt.

Bei den Borussen hilft der Blick auf die eigene Vergangenheit! Borussia Dortmund hat seine Premieren-Saison in der Champions League 1995/96 mit Platz 2 in einer Gruppe mit Juventus Turin, den Glasgow Rangers und Steaua Bukarest abgeschlossen. 9 Punkte bedeuten für die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld eine Minimal-Ausbeute. In der damals noch mit 16 Teams ausgespielten Meisterklasse folgt das „Aus“ im Viertelfinale – 0:2 und 0:1 gegen den späteren Finalisten Ajax Amsterdam.Das beste Ergebnis seiner Champions-League-Geschichte erzielt die Borussia als Gruppenzweiter.

In der Saison 1996/97 verliert man in der Gruppe mit Altético Madrid, Widzew Lodz und Steaua Bukarest den direkten Vergleich gegen die ,,Colchoneros”. Ein 1:0 in Madrid (Tor: Stefan Reuter) biegt Atlético in Dortmund noch um – 1:2 aus BVB-Sicht.

13 Punkte und nur Platz 2? Kein Problem! Über die Stationen AJ Auxerre (3:1 / 1:0) und Manchester United (1:0 / 1:0) marschiert das Hitzfeld-Team bis ins Finale. In München schreibt der BVB mit dem 3:1-Erfolg gegen Juventus Turin Geschichte und wird erster deutscher Sieger des 1992 novellierten Wettbewerbs.

Zum 3. und bis zu dieser Saison letzten Mal geht Borussia Dortmund 2002 als Gruppenzweiter über die Ziellinie. Rang 2 in einer Konstellation mit dem FC Arsenal, AJ Auxerre und PSV Eindhoven bescheren dem BVB bei 10 Punkten die noch bis 2004 ausgespielte 2. Gruppenphase. Hier reicht es hinter Real Madrid und dem AC Mailand nur zu Rang 3. Das 1:0 in Mailand ist ein wertloser Sieg: Lokomotive Moskau kann – anders als nun der FC Barcelona – gegen Real Madrid keine Schützenhilfe geben. Aber ,,Loko” ist eben auch nicht ,,Barca” und Wunder gibts nicht jeden Tag…


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