Champions League: Tottenham – Immer Ärger mit Harry


  • Tottenham Hotspur verliert englisches Champions-League-Finale gegen den FC Liverpool mit 0:2 (0:1)
  • ,,Spurs“-Kapitän Harry Kane bleibt wirkungslos
  • Spieler hadern mit ,,historischer Chance“
  • Matthäus kritisiert Taktik

,,Tottenham hat die Unbekümmertheit gefehlt"

Wie viele große Spieler vor ihm auch blieb Harry Kane in Madrid der bittere Weg am Meistercup vorbei in nicht erspart...
Wie viele große Spieler vor ihm auch blieb Harry Kane in Madrid der bittere Weg am Meistercup vorbei in nicht erspart... (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)
Wo ein Sieger ist, ist immer auch ein Verlierer. Für das Champions-League-Finale 2019 gilt das für Tottenham Hotspur. Die ,,Spurs“ verlieren am Samstag ihr erstes Endspiel in der ,,Königsklasse“ gegen den FC Liverpool verdient mit 0:2 (0:1).

Die Londoner können die ,,Reds“ damit auch im 3. Vergleich in dieser nun zu Ende gehenden Saison nicht schlagen. In der Premier League gehen beide Partien an den FC Liverpool, der auch im CL-Finale von Madrid verdient als Sieger vom Platz geht.

,,Man darf diesen Faktor des ersten Finales bei Tottenham nicht unterschätzen“, sagt Ex-Englandprofi Michael Ballack (40) anschließend bei Sky, ,,es hat ihnen ein bisschen die Unbekümmertheit gefehlt, sie haben nicht das Spiel auf den Rasen bringen können, das sie vorher gezeigt haben.“ Ballack hat 2002 mit Bayer Leverkusen ebenfalls als großer Außenseiter ein Champions-League-Finale bestritten – und verloren, 1:2 gegen Real Madrid.

Die Nervosität merkt man dem Final-Neuling vom Anpfiff weg an. Nach 24 Sekunden leistet sich Moussa Sissoko ein strafwürdiges Handspiel – Elfmeter. Der Strafstoß, den Liverpool-Torjäger Mohamed Salah gegen Weltmeister Hugo Lloris verwandelt, ist das zweitschnellste Tor in einem Champions-League-Finale. Nach 108 Sekunden netzt der Ägypter ein. Schneller ist nur der Italiener Paolo Mal, der im verrückten Finale 2005 mit dem FC Liverpool und dem AC Mailand für Milan schon nach 56 Sekunden (Marcel Reif: ,,1:0 durch Paolo Maldini, gibt’s denn das?) trifft.

 

Hat sich Pochettino vercoacht?

Und wieder lassen Heung-Min Son (m.) und Harry Kane eine große Chance für Tottenham gegen Liverpool und Keeper Alisson Becker (l.) liegen. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)
In der ersten Halbzeit ist Tottenham scheinbar gar nicht im Spiel. Vor allem der nach 54 Tagen Verletzungspause in die Startelf zurückgekehrte Kapitän Harry Kane (25) wird von der LFC-Abwehr weitgehend abgemeldet.

Kane agiert als einzige nominelle Spitze in einem 4-2-3-1-System mit dem ebenfalls nicht überzeugenden Christian Eriksen in der zentralen Mittelfeldposition.

,,Pochettino hat sich vercoacht“, kritisiert Weltmeister Lothar Matthäus, 1999 mit dem FC Bayern im CL-Finale gegen Manchester United ebenfalls unterlegen, den argentinischen Trainer der ,,Spurs“, ,,er würde mit dieser Aufstellung, Eriksen seit Wochen nicht in Form, Harry Kane lange verletzt, sicher nicht noch einmal antreten.“

,,Liverpool hat ein bisschen erwachsener gespielt als Tottenham“, sagt Arsenals Trainerlegende Arsene Wenger (69), ,,sie waren dem 2. Tor immer wesentlich näher als Tottenham dem Ausgleich.“ Der Franzose hat 22 Jahre in einer professionellen Rivalität mit dem Klub aus dem Londoner Norden gestanden.

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Ja, er hat ihn endlich! Jürgen Klopp gewinnt mit dem FC Liverpool die Champions League - zuvor hatte er mit den Reds und mit Borussia Dortmund in 2 Finals den kürzeren gezogen. (Photo by Matthias

Letztlich hatte Madrid 2019 kein Champions-League-Format

Der Moment, in dem für Tottenham alles vorbei zu sein schien: Manchester City hat zum vermeintlichen 5:3 getroffen. (Photo by Shaun Botterill/Getty Images)

,,Tottenham hat nicht verloren, weil sie schlecht gespielt haben, sondern weil Liverpool einfach das reifere Team war und nun zu Recht in Europa vorn steht“, schreibt The Independent am Sonntag.

Tottenham hat halb Fußball-Europa verblüfft, als man im Viertelfinale den späteren englischen Meister Manchester City dank der Auswärtstor-Regelung (1:0 / 3:4) aus dem Weg räumt und im Halbfinale bei Ajax Amsterdam (3:2 / Hinspiel: 0:1) ebenfalls dank der Regel, wonach bei Tor-Gleichstand die auswärts mehr erzielten Treffer ein Team weiterbringen, gewonnen.

In Madrid hat man nicht das Gefühl, ein Champions-League-Finale zu sehen, sondern ein Premier-League-Duell in einem ausländischen, wenngleich auch architektonisch sehr anmutenden Stadion. Die Spieler der ,,Spurs“ trauern anschließend der vergebenen Chance nach.

,,Es ist ein sehr harter Tag für uns, wir haben eine sehr große Chance liegen gelassen“, sagt Fernando Llorente in der Mixed Zone. Der Spanier hat Tottenham mit dem 4:3 bei Man. City weiter gebracht. ,,Ich bin total ausgebrannt nach dem letzten Abend“, schreibt Harry Kane bei Twitter, ,,aber wir werden daraus lernen und nächstes Jahr stärker zurückkommen. Unsere Fans waren unglaublich, vielen Dank für den tollen Support in dieser Saison.“

Ligalive-Infografik: Action Zones im Champions-League-Finale 2019, Tottenham Hotspur gegen FC Liverpool (0:2)

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