Copa Libertadores: River Plate triumphiert in Madrid!


Copa Libertdadores, Final-Rückspiel, 3. Versuch – und dieses Mal wird im Kampf um Südamerikas Fußballkrone tatsächlich gespielt! River Plate setzt sich gegen die Boca Juniors in Madrid nach 2:2 im Hinspiel mit 3:1 (0:1; 1:1) in der Verlängerung durch. Es ist der 4. Titel in der Champions League Südamerikas für River.

Madrid im Ausnahmezustand! Die spanische Hauptstadt steht den gesamten Sonntag über im Zeichen des argentinischen Fußballs! Das Estadio Santiago Bernabeu von Rekord-Europapokalsieger Real Madrid ist nach den schweren Ausschreitungen in Buenos Aires Ende November zum Austragungsort der Partie des Rückspiels im Copa-Libertadores-Finale bestimmt worden.

Und was soll man sagen? Geht man rein nach der Stimmung, so bringen River Plate und die Boca Juniors mit Tausenden Fans eine ganz andere Atmosphäre in den spanischen Fußballtempel, als sie in Champions-League-Spielen von Real Madrid oder in den Partien der „Königlichen“ in La Liga oft zu spüren ist.

Es gibt Endlos-Gesänge vom Anpfiff weg. Das in Argentinien 2013 eingeführte Verbot, wonach für dieses Duell keine Auswärtsfans zugelassen sind, ist auf spanischem Boden aufgehoben. Auf neutralem Platz ist auch die sonst in diesen Final-Spielen gültige Auswärtstor-Regel außer Kraft gesetzt, Rechenspiele fallen also weg.

Juan Quintero von River Plate nach dem vorentscheidenden 2:1 in der Verlängerung gegen Boca. (Photo by Matthias Hangst/Getty Images)

Boca und River Plate lassen Bernabeu in den Grundfesten erzittern!

Copa-Libertadores-Sieger mit 35: Ex-Bundesligaprofi Javier Pinola von River Plate. (Photo by Laurence Griffiths/Getty Images)

Nach 44 Minuten gibt es die erste Jubel-Eruption – Dario Ismael Benedetto erzielt die 1:0-Führung für Boca!

Eingeleitet wird der Treffer von einem Steilpass von Nahitan Nandez, den beim ehemaligen Maradona-Klub wohl sonst nur der Meister himself, Diego Armando Maradona, so hervorragend temperiert hätte. Ein genialer Ball in die Spitze, den Benedetto aus vollem Lauf verwertet. Lucas Pratto (68.) lässt dann die River-Kurve beben: 1:1 mit einem Rechtsschuss aus elf Metern nach einem über rechts herausgespielten Konter.

Mit diesem Ergebnis geht es in die Verlängerung. Die Gelb-Rote Karte für Wilmar Barrios (92.) schwächt Boca schon zu Beginn der Verlängerung entscheidend. In der 109. Minute gelingt Juan Quintero mit einem Traumtor aus 17 Metern das 2:1.

Ein Empty-Net-Goal nach einem Konter von Gonzalo Martinez bringt in der 122. Minute das 3:1 und den Siegtreffer für „Los Millionarios“, für den Klub der Bürgerlichen aus Buenos Aires im ewigen Duell mit dem traditionell dem Arbeitermilieu zuzurechnenden Boca. „Für mich ist dieses Finale ein nicht mehr für möglich gehaltener Traum“, sagt der für River spielende Ex-Bundesligaprofi Javier Pinola (35) schon vor dem Spiel. Die hochdramatische Partie ist der 3. und letzte Akt in einem Spiel, das im Chaos zu versinken drohte.

Copa Libertadores: Das Endspiel, das keiner mehr haben wollte

Es ist gut, dass wenigstens das in Madrid ausgetragene Rückspiel sportliche Schlagzeilen schreibt. 28 Tage (!) liegen zwischen dem Hin- und Rückspiel. Beim hochbrisanten „Superclasico“ hat Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires am 24. und 25. November trotz massiver Sicherheitsvorkehrungen und 2.100 aufgebotenen Polizisten nicht für eine gewaltfreie Durchführung des Final-Rückspiels sorgen können (Ligalive.net berichtete)

River-Plate-Hooligans attackieren den Mannschaftsbus von Boca mit Steinen und verletzten gleich mehrere Spieler. Auch der zweite Versuch, die Partie am Tag darauf durchzuziehen, scheitert. Nun müssen 10.000 Kilometer Entfernung und 2.500 Polizeibeamte her – mehr als beim „Clasico“ zwischen Real und dem FC Barcelona –, um das Spiel im zur Hochsicherheitszone umfunktionierten Estadio Santiago Bernabeu endlich unfallfrei über die Bühne zu bringen.

Auf argentinischer Seite hat man für die Verlegung nach Europa wenig Einsicht. „Es ist komisch, hier in Madrid zu sein“, ätzt Boca-Präsident Daniel Angelici nach dem 11-stündigen Flug. Außerhalb Südamerikas ist das Copa-Finale vorher noch nie ausgetragen worden.

Argentiniens Idol Juan Roman Riquelme, selbst ehemaliger Profi von Boca, gießt vor dem Spiel ebenfalls Öl ins Feuer: „Sie haben es uns weg genommen, ich denke, das Finale muss in unserem Land gespielt werden.“ Die Bedeutung des Spiels in Argentinien ist monumental. Rund 70 Prozent der argentinischen Fußballfans bekennen sich zu einem dieser beiden Vereine, davon stehen 40 Prozent auf Seiten der Boca Juniors. „Es geht neben dem ewigen Ruhm auch darum, die Schatzkiste zu füllen“, schreibt die argentinische Zeitung La Nacion. Rund 6 Millionen Dollar gibt es für den Gewinner – die „Millionarios“ von River Plate.

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