Das macht Eintracht Frankfurt so stark


Der DFB-Pokalsieger gehört bisher zu den absoluten Überraschungen dieser Bundesliga-Saison. Eintracht Frankfurt hat sich mit erfrischendem Offensiv-Fußball auf Rang 3 gespielt und darf im kommenden Jahr wieder von Europa träumen.

Das diesjährige Etappenziel „Europa-League-Sechzehntel-Finale“ hat Eintracht Frankfurt schon am 4. Spieltag klar gemacht. Ein 3:2 bei Apollon Limassol auf Zypern hat die „Adler“ schon in die nächste Runde fliegen lassen.

Was kaum jemand erwartet hätte: Trainer Adi Hütter (48) kann im bedeutungslosen letzten Heimspiel am Donnerstag gegen Olympique Marseille Stammkräfte schonen.

Ein taktisches Detail macht Eintracht Frankfurt in dieser Saison bislang so unberechenbar: Die Umstellung von 4-4-2 – ein System, dass der Österreicher Hütter auch beim Schweizer Meister Young Boys Bern spielen lässt – in eine 3-4-1-2-Anordnung scheint der neue Eintracht-Code zu sein.

Mit dem 3:1 in Augsburg bejubeln Kevin Trapp (m.) und Eintracht Frankfurt einen weiteren Big Point in der Saison 2018/2019.
Mit dem 3:1 in Augsburg bejubeln Kevin Trapp (m.) und Eintracht Frankfurt einen weiteren Big Point in der Saison 2018/2019. (Photo by Adam Pretty/Bongarts/Getty Images)

Von dieser neuen Ausrichtung profitiert vor allem einer: Ante Rebic (25). Der Vize-Weltmeister aus Kroatien spielt als klassischer Zehner hinter Sebastién Haller und Luka Jovic.

 

Ligalive-Faktencheck: Frankfurts überragende Sturm-Reihe mit Top-Scorer Haller

Der Vorteil mit Rebic als Regisseur: Alle 3 Stürmer können aus dem Rückraum immer wieder starten, sich Bälle aus dem Mittelfeld holen, mit dem ältesten Stilmittel des Fußballs, dem Doppelpass, in der Kontersituation eine Abwehr-Reihe aushebeln.

Die Spieleröffnung läuft bei den Frankfurtern aus der Abwehr mit Makoto Hasebe in der zentralen Position der Dreier-Kette direkt zum Dreier-Sturm Haller, Jovic und Rebic.

Die Zeiten, in denen die Eintracht die „Mainimalisten“, die Tor-Allergiker vom Main gibt, sind vorbei. 29 Tore hat die SEG in 12 Spielen erzielt – darunter allein 7 gegen Fortuna Düsseldorf und 9 aus den letzten 3 Partien. Das sind fast 2 Drittel der Tor-Ausbeute aus der gesamten letzten Saison. Damals erzielt der Pokalsieger 45 Treffer. In der ersten kompletten Saison unter Niko Kovac sind es nur 36 Buden in 34 Spielen. Frankfurt ist unter Kovac die Minimalisten-Truppe der Liga.

Für die 29 Treffer in diesem Jahr zeichnen Sebastien Haller und Luka Jovic je 9-mal verantwortlich. Rebic kommt auf 5 Treffer, hat allerdings nur 8 Spiele absolviert. Der Franzose Haller, 2017 vom FC Utrecht geholt, ist mit überragenden 7 Assists dazu der Top-Scorer der Liga.

Ligalive Infografik - Sebastian Haller, Spielerprofil in der Saison 2018/19

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Ligalive-Faktencheck: Eintracht Frankfurt bestes Auswärtsteam hinter Dortmund

Platz 14 in der Auswärtstabelle der ersten kompletten Saison unter Kovac 2016/2017 und Rang 7 im vergangenen Jahr machen die Eintracht zum gern gesehenen Gast in fremden Stadien. Damit ist unter Hütter Schluss.

Mit nur 13 Punkten, 4 Siegen und nur 2 Niederlagen sind die Hessen hinter Borussia Dortmund das stärkste Auswärtsteam der Liga.

Zu Saisonbeginn kommt Adi Hütter mit dem von ihm favorisierten 4-4-2-System nicht klar. Seine Spieler fremdeln mit dieser Spielweise. Die Umstellung auf 5er-Kette, die auch Kovac praktiziert, ist ebenfalls nicht erfolgversprechend.

Nein, Eintracht Frankfurts größtes Plus vor allem in den Auswärtsspielen ist das Umschaltspiel mit hohem Pressing.

Die beiden Renner auf den Außenbahnen, Danny da Costa und Filip Kostic, agieren äußerst offensiv, unterstützen bei Ballgewinn das Sturm-Trio mit Haller, Jovic und Rebic sofort – und höchst effektiv. Im hohen Tempo gelangt die Eintracht über die Außen hinter die gegnerischen Ketten, der Rest ist dann für die abschlussstarken Angreifer um Haller meist nur noch Formsache.

Ligalive Infografik - Auswärts-Tabelle der Bundesliga, Saison 2018/19

Ligalive Live-Ticker - Nationale und internationale Spiele mit Autorefresh, ohne lästiges Aktualisieren

Ligalive-Faktencheck: Frankfurts großer Rückhalt ist Kevin Trapp

Eintracht Frankfurt steht in dieser Saison für ein kraftvolles Offensivspiel – ohne allerdings die Defensive zu vernachlässigen.

Mit 14 Gegentreffern stellt man hinter RB Leipzig (10) und Borussia Dortmund (13) und gemeinsam mit Gladbach und Mainz 05 die beste Defensive der Liga.

Clever: Mit Kevin Trapp (28) holt man nach dem schwachen Saisonstart, der auch auf das Konto des neu von Bröndby IF verpflichteten Torhüters Frederik Rönnow (26) geht, kurz vor dem Transferschluss noch einen erfahrenen Schlussmann. Der Nationaltorhüter bleibt 2-mal ohne Gegentor und legt 36 Paraden hin. Das sind 3,27 pro Spiel.

Ligalive-Infografik: Die Bilanz von Kevin Trapp, Eintracht Frankfurt, in der Saison 2018/2019

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