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Die größten Fanfeindschaften der Bundesliga-Vereine – Mehr als nur Rivalität


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Mehr als sportliche Gegner? Feindschaft, Hass, Wut?

Zum Weinen, zum Jubeln, zum Lachen (Photo by Mario Tama/Getty Images)
Zum Weinen, zum Jubeln, zum Lachen (Photo by Mario Tama/Getty Images)
Fanfeindschaften der Bundesliga-Vereine. Es gibt Gegner – ganz normale. Mit den entsprechenden Rivalitäten. Und es gibt Freundschaften – weniger unter den Vereinen aber unter den Fans. Aber dann gibt es auch das Gegenteil. Das sind die größten Fan-Feindschaften der Bundesliga. Diese Fans “verachten” einander. Zum Teil eindeutig begründbar und seit Jahrzehnten bekannt und gepflegt, zum Teil eher unscharf, amorph und nur bei einem Teil der Anhängerschaft wirklich kultiviert.

Manchmal regional begründet durch Nähe und dadurch natürliche Derby-Rivalität. Manchmal entstanden durch zum Teil lange zurückliegende Ereignisse, an die sich kaum noch ein Fan erinnern kann, der sofort weiß, was WhatsApp und Snapchat sind. Wir haben versucht, die größten Fanfeindschaften in der Bundesliga, die besonderen Fanfeindschaften unter den Bundesligaklubs zu rekonstruieren. Geschichten über deren Entstehung wiederzugeben und Begründungen zu liefern. Manchmal klingt das dann wie der Opa, der am Lagerfeuer von seiner Jugend erzählt. Manchmal aber auch wie die Intrigen und Rivalitäten bei Game of Thrones.

Wir fangen an im Rheinland gehen dann ins Rhein-Main Gebiet und von da in den Norden der Republik. Es folgen der Ruhrpott, die Hauptstadtregion, der Osten und ganz zum Schluss landen wir in Bayern. Die besondere Lebenseinstellung der Fans des Klubs, der als zweitletzter vorgestellt wird, taugt als Blueprint fürs Leben. Ein Schritt vor und zwei zurück. Und wehe es gibt einen Titel. Dann hat man sich zu sehr gefreut und es folgt ein Desaster. Es droht sofort der totale Absturz – der Abstieg.

Wir unterscheiden 3 Arten von Fanfeindschaften: Regional begründete Feindschaften, Ereignis begründete Feindschaften und „keiner weiß so richtig warum“ Feindschaften. Während die regional begründeten Fanfeindschaften in der Regel nachvollziehbar sind und historisch gewachsene Rivalitäten unter Nachbarn sind (Platzhirsch-Syndrom), sind die „keiner weiss so richtig warum“ Feindschaften seltsam. Hier gibt es häufig gleich mehrere Geschichten, die erzählt werden, warum und wie es zur Feindschaft kam. Wichtig:  Feindschaften zwischen den „normalen“ Fams und den Ultras unterscheiden sich zum Teil beträchtlich. Wir haben deshalb nach der Darstellung der „normalen“ Fanfeindschaften eine Aufstellung wesentlicher Ultra Freundschaften und Feindschaften versucht. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit.  Und – auch wenn es sie seltener gibt – wir benennen auch einige wichtige Fanfreundschaften. Das folgt ganz zum Schluss des Dossiers.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Fanfeinde 1 – 3: Das Rheinland

1. Borussia Mönchengladbach: Die „Buuren“ und der 1. FC Köln

Borussia Mönchengladbach: Die „Buuren“ und der 1. FC Köln. Foto: Getty Images
Borussia Mönchengladbach: Die „Buuren“ und der 1. FC Köln. Foto: Getty Images

Gladbach gegen Köln, das ist kein normales Spiel, „dat is Jeföhl“. Die besondere Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und den Borussen vom Niederrhein ist sowohl regional begründet als auch Ereignis begründet.

Viele führen sie aber auf eine Person zurück, die Gründungsmitglied des 1. FC Köln im Jahr 1948 war und dort in den 50er Jahren als Trainer wirkte – Hennes Weisweiler. Denn 1964 wechselte Don Hennes, Ur-Kölner und Dozent an der Sporthochschule in Köln, überraschend zum Provinzverein nach Gladbach. Beide Vereine trennten damals Welten.

Der FC war gerade deutscher Meister geworden und die Gladbacher spielten noch nicht einmal in der Bundesliga. Das sollte sich aber 2 Jahre später ändern und von 1966 an begann der rasante Aufstieg der „Fohlen“. Unter der Ägide von Weisweiler, der mit Vornamen nicht zufällig auch noch so hieß wie das Kölner Maskottchen und der nach Siegen in den Derbys mit dem 1. FC Köln (und meistens gewannen ja die Gladbacher) gerne grinsend wie ein Honigkuchenpferd durch die Gänge der Kölner Universität lief.

Schnell entwickelten sich die „Buuren“ (Bauern) vom Niederrhein zur Nummer 1 im Rheinland und der 1. FC Köln musste sich mit der Nummer 2 zufriedengeben. Das änderte sich erst wieder als Hennes Weisweiler nach seinem Scheitern als Trainer des FC Barcelona den 1. FC Köln übernahm und 1978 zur bis dato letzten deutschen Meisterschaft führte. Ganz knapp, nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den Borussen, denen auch der Rekordsieg gegen die anderen Borussen (12:0) – damals von Otto „Torhagel“ trainiert – am letzten Spieltag nichts half. Denn der 1. FC Köln schoss 5 Tore auf St. Pauli und gewann sein letztes Spiel ebenfalls. Ein Vereinsprofil von Ligalive zum Verein mit Fun Facts und vielen relativ unbekannten Begebenheiten sowie den größten Niederlagen und Siegen gibt es hier.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

2. 1. FC Köln: Das Fading Platzhirsch Syndrom und die Emporkömmlinge Gladbach und Leverkusen

1. FC Köln: Das Fading Platzhirsch Syndrom und die Emporkömmlinge Gladbach und Leverkusen. Foto: Getty Images
1. FC Köln: Das Fading Platzhirsch Syndrom und die Emporkömmlinge Gladbach und Leverkusen. Foto: Getty Images

Fanfeindschaften des 1. FC Köln sind eindeutig Ereignis bezogen. Man kann sie am besten mit dem „Fading Platzhirsch Syndrom“ erklären. Denn die Rivalität zwischen den rheinischen Klubs Köln, Gladbach und Leverkusen war zum Beispiel in den 50er Jahren kaum ausgeprägt.

Damals war Borussia Mönchengladbach sogar die erste Mannschaft, die am neu erbauten Geißbockheim, dem Klubhaus des 1. FC Köln, zu Gast war. Mit Preußen Delbrück wähnten die „Geißböcke“ zu dieser Zeit noch den größten rheinischen Rivalen innerhalb der eigenen Stadtgrenzen. Und dann gab es für die Kölner ja noch Fortuna Köln und Viktoria Köln. Aber dann wurden die Gladbacher eben in den 70er Jahren so richtig erfolgreich und der rheinische Platzhirsch aus der Domstadt war fortan nur noch die Nummer 2 in der Region.

Wobei in den 80er und 90er Jahren des letzten Jahrtausends sowie in den 0-er Jahren des neuen Jahrtausends die sportlichen Erfolge beider Vereine eher rar gesät waren und man sich auch schon mal in der 2. Bundesliga zum Derby traf. Da traf es die Kölner besonders hart, dass sich dort, wo für den Ur-Kölner bereits die Ukraine anfängt, auf der schälen Sick am rechten Rheinufer nämlich, ein neuer Konkurrent auftat. Ein Konkurrent ohne große Tradition aber mit deutlich mehr Geld.

Die Rede ist von Bayer Leverkusen. Und während Bayer jahrelang als Vizekusen um die deutsche Meisterschaft mitspielte, verkam der FC zum Jojo-Team, das mal aufstieg, dann aber wieder gleich in die 2. Bundesliga musste. Doch das schien sich in den letzten Jahren geändert zu haben. Gladbach und Bayer spielten regelmäßig um die Champions-League Plätze und der 1. FC Köln hatte sich im Mittelfeld der Liga etabliert. Der FC blieb die Nr. 3 am Rhein. Auch wenn in der Saison 2016/17 sogar die Qualifikation für die Euro-League raussprang. Doch kaum schien sich alles positiv beruhigt zu haben, da setzte beim 1. FC wieder das Selbstzerstörungssyndrom ein. In der Saison 2017/18 stiegen die Kölner ziemlich sang- und klanglos in die 2. Bundesliga ab. Und noch schlimmer – Fortuna Düsseldorf stieg in die Bundesliga auf. Jetzt ist man nur noch die Nr. 4 am Rhein. Zum Glück stieg Fortuna Köln nicht auch noch in die 2. Bundesliga auf sondern aus der 3. Bundesliga ab. und der 1. FC Köln spielt wieder erstklassig. Ein Vereinsprofil von Ligalive zum Verein mit Fun Facts und vielen relativ unbekannten Begebenheiten sowie den größten Niederlagen und Siegen gibt es hier.

3. Bayer Leverkusen – Zum Hassen zu kultiviert. Noch nicht mal den 1. FC Köln

Bayer Leverkusen – Zum Hassen zu kultiviert. Noch nicht mal den 1. FC Köln. Foto: Getty Images
Bayer Leverkusen – Zum Hassen zu kultiviert. Noch nicht mal den 1. FC Köln. Foto: Getty Images

Bayer Leverkusen wird eher gemobbt, als dass die Fans von Bayer andere Vereine und Fans dissen oder hassen. Denn dazu sind die Bayer-Anhänger eigentlich zu kultiviert und distinguiert. In Leverkusen ist man daher eher pikiert, ob der ganzen Emotionen der Fans in Köln, Gladbach und Düsseldorf. Allerdings gehört natürlich das Rheinderby gegen den FC Köln zu den brisantesten Begegnungen für Bayer 04. Denn der sportliche Aufstieg des Vereins begann zeitgleich mit dem Abstieg des 1. FC Köln.

So konnte es in den letzten 25 Jahren aber selten ein Spiel auf sportlicher Augenhöhe geben, was natürlich die Emotionen auf Leverkusener Seite moderierte. Die Antipathie der Leverkusener gegenüber den Kölnern speist sich aber auch noch aus einer anderen Quelle. Die Stadt Köln wollte in den 70er Jahren Leverkusen eingemeinden, um Millionenstadt zu werden. Der damalige NRW Ministerpräsident wusste dieses durch seine Kommunalreform zu verhindern. Jetzt heißt Leverkusen weiterhin Leverkusen und nicht zum Beispiel Köln-Wiesdorf oder Köln-falsche Rheinseite. Und da die Fans von Bayer 04 im Deutschen Fußball den Ruf von ordentlichen Fußballkennern haben, halten sich Rivalitäten mit anderen Vereinen in engen Grenzen.

Selbst Lokalspiele gegen Borussia Mönchengladbach oder Fortuna Düsseldorf fallen in aller Regel freundlich aus. Beispielsweise feierte man zum Saisonabschluss 2010 im Borussiapark gemeinsam die Verabschiedung von Oliver Neuville – aber eben auch den Untergang des 1.FC Köln. Etwas “Hass” muss sein. Es existiert eine Fanfreundschaft mit den Fans von Kickers Offenbach, die ihre Begründung in der Rivalität mit Eintracht Frankfurt hat. Was war geschehen? Ein ziemlich hartes Foul von Jürgen Gelsdorf (Bayer 04) an Cha Bum (damals Eintracht) mit längerer Verletzungspause des Gefoulten vor mehr als 30 Jahren. Das brachte die Frankfurter Fans dermaßen auf, dass es sogar Morddrohungen gegenüber Gelsdorf gab. Beim nächsten Spiel gegen Leverkusen wollten sich die Frankfurter Fans an den Leverkusener Fans „rächen“, diese bekamen daraufhin Unterstützung von Fans der Offenbacher Kickers. Seitdem gibt es eine Fanfreundschaft zwischen Leverkusen und Offenbach.Der fußballerische „Hass“ auf Frankfurt eint beide Fanlager. So sind Besuche von Offenbachern bei Spielen gegen die Eintracht ebenso regelmäßig und zahlreich wie die „Bayer und OFC“ Gesänge.

Eine „gewünschte“ sportliche Rivalität gibt es mit dem FC Bayern München. Fans und Mitarbeiter im Verein erinnern sich nach wie vor an die vielen Sticheleien aus München. Ebenso das Abwerben vieler Spieler, die immer wieder zu den vielen Erfolgen des FC Bayern beitrugen. Doch der Abstand zwischen der „Bestia Negra“ von der Isar und dem Provinzklub von der rechten Rheinseite ist deutlich größer geworden in den letzten Jahren. Mittelmaß in Leverkusen und Titel en Masse in Bayern. Ein Vereinsprofil von Ligalive zum Verein mit Fun Facts und vielen relativ unbekannten Begebenheiten sowie den größten Niederlagen und Siegen gibt es hier.

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