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Die größten Ultra- und Fan-Rivalitäten der Bundesliga


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Fan-Feinde 4-6: Das Rheinland

4. Borussia Mönchengladbach: Die „Buuren“ vs. 1. FC Köln

Borussia Mönchengladbach: Schwarzer Rauch nach dem Derbysieg 2011 gegen den 1. FC Köln.
Borussia Mönchengladbach: Schwarzer Rauch nach dem Derbysieg 2011 gegen den 1. FC Köln. Foto: Imago Images / Eduard Bopp

Gladbach gegen Köln, das ist kein normales Spiel, „dat is Jeföhl“, wie man am Rhein sagt.

Die besondere Rivalität zwischen dem 1. FC Köln und den Borussen vom Niederrhein ist sowohl regional begründet als auch Ereignis begründet.

Viele führen sie aber auf eine Person zurück, die Gründungsmitglied des 1. FC Köln im Jahr 1948 war und dort in den 1950er Jahren als Trainer wirkte – Hennes Weisweiler († 1983). Denn 1964 wechselte „Don Hennes“, Ur-Kölner und Dozent an der Sporthochschule in Köln, überraschend zum Provinzverein nach Gladbach. Beide Vereine trennten damals Welten.

Der FC war gerade im Gründungsjahr der Bundesliga deutscher Meister geworden und die Gladbacher spielten noch nicht im „Oberhaus.“ Das sollte sich aber 2 Jahre später ändern und von 1966 an begann der rasante Aufstieg der „Fohlen”. Unter der Ägide von Weisweiler, der mit Vornamen nicht zufällig auch noch so hieß wie das Kölner Maskottchen und der nach Siegen in den Derbys mit dem 1. FC Köln (und meistens gewannen ja die Gladbacher…) gerne grinsend wie ein Honigkuchenpferd durch die Gänge der Kölner Universität lief.

Schnell entwickelten sich die „Buuren“ (Bauern) vom Niederrhein zur Nummer 1 im Rheinland und der 1. FC Köln musste sich mit der Nummer 2 zufriedengeben. Das Blatt wendete sich erst wieder als Hennes Weisweiler nach seinem Scheitern als Trainer des FC Barcelona den 1. FC Köln übernahm und 1978 zur bis dato letzten deutschen Meisterschaft führte. Ganz knapp, nur aufgrund des besseren Torverhältnisses vor den Borussen, denen auch der Rekordsieg gegen die anderen Borussen (12:0) – damals von Otto „Torhagel“ Rehhagel trainiert – am letzten Spieltag nichts half. Denn der 1. FC Köln schoss 5 Tore gegen St. Pauli im Hamburger Volksparkstadion und gewann sein letztes Spiel ebenfalls.

Die Derby-Bilanz am Rhein (Stand: 1. Juni 2020): 90 Bundesliga-Spiele, dabei 50 Siege für Borussia Mönchengladbach und 16 Unentschieden. Köln gewann nur 24-mal.

5. 1. FC Köln: Das Fading Platzhirsch Syndrom vs. Emporkömmling Leverkusen

1. FC Köln: So sieht es aus, wenn der rheinische Platzhirsch in Düsseldorf antritt...
1. FC Köln: So sieht es aus, wenn der rheinische Platzhirsch in Düsseldorf antritt... Foto Imago Images / Sven Simon

Fanfeindschaften des 1. FC Köln sind eindeutig Ereignis bezogen. Man kann sie am besten mit dem „Fading Platzhirsch Syndrom“ erklären.

Der 1. FC Köln ging zwar erst 1948 aus einer Fusion des Kölner BC und der SpVgg Sülz 07 hervor, hatte aber bei 5 Westdeutschen Meisterschaften und 2 deutschen Meisterschaften rund um die Bundesliga-Gründung (1962 und 1964) am Rhein quasi keine Konkurrenz.

Borussia Mönchengladbach war damals noch ein unbedeutender Regionalverein vom Niederrhein und die kickende Abteilung des Bayer-Konzerns aus Leverkusen spielte bis 1951 nicht in der Oberliga West, etablierte sich in der damals höchsten Spielklasse aber schnell als „Angstgegner“ der Kölner! So schrieb das Kicker-Sportmagazin schon im Jahr 1953: „Auch diesmal konnte der hoch favorisierte 1. FC Köln das Gesetz der Serie nicht durchbrechen und war am Ende froh, mit einem Punkt das gefährliche Stadtpark-Gelände verlassen zu können. Ob die Leute aus der Domstadt gegen ihren alten Rivalen aus der Farbenstadt tatsächlich mit Hemmungen ins Spiel gehen?“ Die Oberliga-Bilanz der Leverkusener gegen den FC ist in jedem Fall positiv: Je 5 Siege, 5 Remis und nur 2 Niederlagen.

Trotzdem: Mit Preußen Delbrück wähnten die „Geißböcke“ zu dieser Zeit noch den größten rheinischen Rivalen innerhalb der eigenen Stadtgrenzen. Und dann gab es für die Kölner ja noch Fortuna Köln und Viktoria Köln. Aber dann wurden die Gladbacher eben in den 1970er-Jahren so richtig erfolgreich und der rheinische Platzhirsch aus der Domstadt war fortan nur noch die Nummer 2 in der Region. Da half auch kein Röhren!

Dass man um diese Position nach dem ersten Abstieg von Borussia Mönchengladbach 1999 mit den Leverkusenern rangeln musste, traf die Kölner besonders hart. Dass sich dort, wo für den Ur-Kölner bereits die Ukraine anfängt, auf der „schäl Sick“, am rechten Rheinufer nämlich, ein neuer Konkurrent auftat, war für manchen zu viel. Ein Konkurrent ohne große Tradition, aber mit deutlich mehr Geld – und zu Zeiten von Reiner „Calli“ Calmund, Christoph Daum oder Klaus „Toppi“ Toppmöller auch mit dem höheren Unterhaltungswert! Leverkusen war plötzlich schick für den Boulevard.

Während Bayer jahrelang als später patentiertes „Vizekusen“ um die deutsche Meisterschaft mitspielte, verkam der FC zum Jojo-Team, das mal aufstieg, dann aber wieder gleich in die 2. Bundesliga musste. Aber: Eine Vizemeisterschaft „verdankt“ Leverkusen dem 1. FC Köln. Ein 0:4 im Müngersdorfer Stadion am 33. Spieltag der Saison 1996/97 bedeutete das Ende aller Titelträume für die Mannschaft von Christoph Daum. Die Leverkusener revanchierten sich in der „Triple-Vize“-Saison 2001/2002. In der Bundesliga beschleunigten sie mit einem 4:1-Heimerfolg den abermaligen Abstieg der Kölner und im DFB-Pokal-Halbfinale setzten sie sich mit 3:1 in der Verlängerung durch. „Bayer nagelte Euch an die Wand“, las man vor dem Anpfiff auf einer Blockfahne in der Leverkusener Heim-Kurve.

Das Auf und Ab am Rhein schien ein Indiz dafür zu sein, dass sich für den FC alles zum Schlechteren verändert hatte. Zumindest in der Derby-Hierarchie. Gladbach und Bayer 04 – Zwischendurch sogar auch noch Alemannia Aachen – spielten regelmäßig in Europa und der 1. FC Köln hatte sich im Mittelfeld der Liga etabliert, blieb die Nr. 3 am Rhein. Auch wenn in der Saison 2016/2017 sogar die Qualifikation für die Euro-League raussprang. Doch kaum schien sich alles positiv beruhigt zu haben, da setzte beim 1. FC wieder das Selbstzerstörungssyndrom ein. In der Saison 2017/2018 stiegen die Kölner ziemlich sang- und klanglos in die 2. Bundesliga ab. Und noch schlimmer – Fortuna Düsseldorf stieg in die Bundesliga auf. Für eine Saison lang war man nur noch die Nr. 4 am Rhein.

Experten wie Johannes Mäling stufen die Rivalität FC gegen Fortuna Düsseldorf – immerhin das Pokalfinale der Jahre 1978 und 1980 – als die gewichtigste Fan-Feindschaft hinter FC gegen Gladbach ein. Andere Animositäten am Rhein, wie die von Rot-Weiß Essen und des MSV Duisburg gegen Fortuna Düsseldorf, „resultierten aus den Niederungen, die Düsseldorf in den 1990er-und 200er-Jahren Liga technisch durchlaufen hat.“ Ab 1999 spielte die Fortuna ein ganzes Jahrzehnt lang außerhalb der 1. und 2. Bundesliga.

6. Bayer Leverkusen – Der Verein, der zum hassen zu kultiviert ist

Bayer Leverkusen – Bei diesem Anti-Köln-Spruchband muss man erst um die Ecke denken.
Bayer Leverkusen – Bei diesem Anti-Köln-Spruchband muss man erst um die Ecke denken. Foto: Imago Images / Sven Simon

Bei Bayer Leverkusen wird eher gemobbt, als dass die Fans von Bayer andere Vereine und Fans dissen oder gar hassen. Denn dazu sind die Bayer-Anhänger eigentlich zu kultiviert und distinguiert.

In Leverkusen ist man daher eher pikiert, ob der ganzen Emotionen der Fans in Köln, Gladbach und Düsseldorf. Man geht selten aus sich heraus. Fast könnte man glauben – und das ist eigentlich gar nicht schlecht – die Bayer-Fanszene würde sich an ein Zitat des früheren Leverkusener Trainers Berti Vogts halten: „Hass gehört nicht ins Stadion. Solche Gefühle sollte man zu Hause mit der Ehefrau ausleben.“

Nein, das kann man den Leverkusenern nun wirklich nicht nachsagen. Alleinfalls eine Hassliebe zu den rheinischen Rivalen, denn die füllen ihnen ja auch die BayArena. Das Rheinderby gegen den FC Köln zu den brisantesten Begegnungen für Bayer 04. Denn der sportliche Aufstieg des Vereins begann zeitgleich mit dem Niedergang des 1. FC Köln. Es geht darum, die „Macht am Rhein“ zu sein – auf der einen Seite der chronisch erfolglose Traditionalist aus Köln und auf der anderen Seite der beamtenhafte Werks-Klub vom rechten Rheinufer. Selten auf Augenhöhe, aber auch auf Leverkusener Seite mit mehr Emotionen geführt als jedes andere Spiel.

Diese Abneigung speist sich noch aus einer anderen Quelle. Die Stadt Köln wollte in den 1970er-Jahren Leverkusen eingemeinden, um Millionenstadt zu werden. Der damalige NRW-Ministerpräsident wusste dieses durch seine Kommunalreform zu verhindern. Jetzt heißt Leverkusen weiterhin Leverkusen und nicht zum Beispiel „Köln-Wiesdorf“ oder „Köln-falsche Rheinseite“. Und da die Fans von Bayer 04 im deutschen Fußball den Ruf von ordentlichen Fußballkennern haben, halten sich Rivalitäten mit anderen Vereinen in engen Grenzen.

Ein Leverkusener Spieler sorgt für eine Fan-Freundschaft – und Rivalität

Das gilt auch für den bis 1996 von der mächtigen Bayer AG in Leverkusen ebenfalls subventionierten FC Bayer 05 Uerdingen, der aus dem Umfeld der Bundesliga verschwunden ist. Die Krefelder sind abgestürzt, ebenso wie der Klub, zu dem die Bayer 04-Fans eine Freundschaft unterhalten, Kickers Offenbach.

Diese freundschaftliche Beziehung zu den Kickers war gleichzeitig der Beginn der Rivalität mit Eintracht Frankfurt. Auslöser war ein rüdes Foul des Leverkuseners Jürgen Gelsdorf an Frankfurts koreanischem Torjäger Bum-kun Cha. Das brachte die Frankfurter Fans in den Bembel-Bars derart auf, dass es sogar Morddrohungen gegen Gelsdorf, später auch Trainer von Bayer Leverkusen, gab.

Was war geschehen? Beim nächsten Spiel gegen Leverkusen wollten sich die Frankfurter Fans an den Leverkusenern „rächen“. Das sprach sich rum und die Bayer-Anhänger bekamen daraufhin Unterstützung von Fans der Offenbacher Kickers. Seitdem gibt es eine Fanfreundschaft zwischen Leverkusen und Offenbach – und auf Leverkusener Seite eine Rivalität mit Eintracht Frankfurt. Die Verbindung zu den Offenbachern, die man in Frankfurt nur „Ochsenbacher“ nennt, überstand auch die Relegationsspiele zur Bundesliga in der Saison 1981/82, in denen Leverkusen den Abstieg verhinderte. Zur Neueröffnung des Offenbachers Stadions am Bieberer Berg am 18. Juli 2012 war folgerichtig Bayer Leverkusen der Gegner. Der fußballerische „Hass” auf Frankfurt eint beide Fanlager. So sind Besuche von Offenbachern bei Spielen gegen die Eintracht ebenso regelmäßig und zahlreich wie die „Bayer und der OFC“-Gesänge.

Die Fan-Freundschaft Bayer Leverkusen und Offenbacher Kickers besteht heute noch.
Die Fan-Freundschaft Bayer Leverkusen und Offenbacher Kickers besteht heute noch. Foto: Imago Images / Jan Huebner

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