Das sind die Spitznamen der englischen Fußballvereine und ihre Bedeutung


Die Engländer sind ziemlich kreativ, wenn es um Spitznamen im Allgemeinen und um die Spitznamen ihrer Fußball-Klubs im Besonderen geht. Das sind die Spitznamen der englischen Fußballvereine und ihre Bedeutung.

Ligalive hat einige Spitznamen recherchiert und versucht, ihre Bedeutungen auszugraben. Manchmal ganz leicht und eindeutig und manchmal eher diffus und wohl auch nicht unbedingt korrekt. Aber immerhin…

Spitznamen Englischer Vereine

Spitznamen Englischer Vereine

Aston Villa

Der Spitzname Aston Villas sorgt immer wieder für Konfusion. Richtig ist: der Spitzname des Teams lautet Villans und ist damit eine Ortsbezeichnung.

Wegen ähnlicher Aussprache wird aber immer wieder von den Villains – den Bösewichten gesprochen.

 

Das Vereinswappen von Aston Villa aus Birmingham. (Photo by Clive Mason/Getty Images)

Das Vereinswappen von Aston Villa aus Birmingham. (Photo by Clive Mason/Getty Images)

FC Chelsea London

Viel spannender oder dröger (je nachdem) als der aktuelle Spitzname des Chelsea FC ist ein alter, nicht mehr gebräuchlicher – The Pensioners.

Bis in die 50er-Jahre wurde das Team aus London mit diesem Spitznamen assoziiert. Die Bezeichnung Pensionäre rührte von dem Begriff „chelsea pensioner“ her. So wurden nämlich die Insassen des Royal Hospital Chelsea genannt, einem Altenheim für britische Soldaten. Die Verbindung von Seniorenheim und Fußballklub war so eng, dass sich im Klublogo sogar ein alter, bärtiger Geselle fand. Club Manager Ted Drake sorgte ab 1952 für einen Imagewandel – er lies das alte Logo und den Spitznamen verschwinden.

 

Die Fahne des FC Chelsea London. Foto: Getty Images

Die Fahne des FC Chelsea London. Foto: Getty Images

FC Liverpool 

Die Bedeutung des Spitznamens des Liverpool FC ist eindeutig. Reds ist eine Anspielung auf die Trikots und Rot ist gleichzeitig auch eine für Liverpool typische Farbe.

Nicht ganz unbekannt aber dennoch erwähnenswert ist, dass der Liverpool FC zwar schon sehr lange, aber noch nicht seit seiner Gründung in roten Trikots aufläuft. In den ersten Jahren spielte man in den Farben Blau und Weiß – also denen des Lokalrivalen Everton. Noch im ausgehenden 19. Jh. wechselte man zu roten Trikots und weißen Hosen. 1964 dann wurde unter Trainer Bill Shankly die rote Hose eingeführt.

 

Die Fahne des FC Liverpool (Photo by Mike Hewitt/Getty Images for Tottenham Hotspur FC)

Die Fahne des FC Liverpool (Photo by Mike Hewitt/Getty Images for Tottenham Hotspur FC)

West Bromwich Albion 

Spitznamen aus der Vogelwelt sind bzw. waren bei englischen Fußballklubs keine Seltenheit und sollten Beweglichkeit und Geschicklichkeit symbolisieren.

So zum Beispiel bei West Bromwich Albion, die eine Drossel im Klublogo führen. Aus heutiger Sicht wirken die kleinen Vögelchen eher putzig. Inzwischen hat sich für WBA der Spitzname Baggies durchgesetzt, zu dem mehrere Theorien kursieren. Eine besagt, dass es zu Beginn des 20. Jh. nur zwei Stadionzugänge gab. Dort wurden dann die Tageseinnahmen eingesackt und in prall gefüllten Hosentaschen zu den Büroräumen im Stadion getragen – daraus entstand der Ruf: „here come the Baggies“. Weitere Theorien ranken sich um Schutzkleidung von Fabrikarbeitern oder bekannte Spieler, die den Klub verließen und den übrig gebliebenen Spielern zu große Hosen (Fußstapfen) hinterließen.

 

Die Fahne von Westbromwich Albion. Foto: Getty Images

Die Fahne von Westbromwich Albion. Foto: Getty Images

FC Norwich City 

In der Vogelwelt hat man sich auch beim Norwich City FC bedient. The Canaries – also Kanarienvögel – rührt von den von Einwanderern mitgebrachten und in Norwich gezüchteten Vögeln her.

1905 bezeichnete Klubmanager John Bowman seine Spieler liebevoll als „my little canaries“. Eine Vorlage, die die Presse gerne aufgriff. 1907 passte Norwich seine Trikotfarben entsprechend an, die Heimtrikots waren fortan grün-gelb.

 

Die Fahne von Norwich City. Foto: Getty Images

Die Fahne von Norwich City. Foto: Getty Images

Sunderland AFC 

Der Sunderland AFC hatte viele Spitznamen, so zum Beispiel „Rokerman“ in Anspielung auf das Roker Park Stadion. Nachdem man aus diesem 1997 auszog, musste ein neuer Name her. 

Der Verein verließ sich auf die Stilsicherheit seiner Anhänger und organisierte eine Abstimmung unter den Fans, die vorab ihre Vorschläge einreichen konnten. Mehr als 10.000 Anhänger stimmten ab und erkoren „The Black Cats“ zum neuen Spitznamen. Mit schwarzen Katzen bestanden bei Sunderland nämlich schon länger Anknüpfungspunkte. 1908 schaffte es ein Exemplar z.B. aufs Mannschaftsfoto.

 

FC Sunderland und FC Chelsea London. Foto: Getty Images

FC Sunderland und FC Chelsea London. Foto: Getty Images

Swansea City 

Der Spitzname des Swansea City AFC hat wohl weniger mit Schwänen zu tun, als vielmehr mit Wikingervornamen und der Lage des Ortes. Swansea war ein Handelsposten der Wikinger und der Name bedeutet wahrscheinlich soviel wie „Svens Insel“.

Beim heute geläufigen Spitznamen der Fußballmannschaft „The Swans“, denkt natürlich niemand mehr an einen Wikinger, sondern vielmehr an Schwäne, die auch im Klublogo verewigt sind. Swans ist jedoch nur eine Kurzform für Swansea Jacks, so werden auch die Einwohner der Stadt bezeichnet. Für die Swansea Jacks wiederum gibt es zwei Theorien. Die erste stammt aus der Zeit, als die Männer aus Swansea als Seeleute einen guten Ruf genossen.

Die zweite hat mit einer besonderen Begebenheit zu tun und soll deshalb an dieser Stelle näher erläutert werden. Im Jahr 1930 erblickte Retriever Jack in Swansea das Licht der Welt. Hund Jack konnte Gefahr quasi riechen und betätigte sich als Rettungsschwimmer. 27 Menschen soll Jack vorm Ertrinken gerettet haben, bis er 1937 nach dem Genuss von Rattengift auf tragische Weise starb. Bereits zu Lebzeiten wurde er mit Medaillen ausgezeichnet. Jack war ein Star und ist in Swansea unvergessen – heute erinnert ein Denkmal an ihn.

 

Swansea City. Foto: Getty Images

Swansea City. Foto: Getty Images

Manchester United  

Die Red Devils, Manchester United, haben ihren Spitznamen vielleicht nur geborgt – einem Stadtteil von Manchester. Auf einer Tournee durch Frankreich 1934 bekam das Rugbyteam diesen Spitznamen von den Franzosen verpasst.  

Unter Trainerlegende Matt Busby kam durch die Medien der Spitzname Busby Babes auf. Der Begriff wurde aller Wahrscheinlichkeit nach das erste Mal 1951 in einem Zeitungsartikel erwähnt. Das aus den Busby Babes die Red Devils wurden, hat vermutlich wenig mit dem dramatischen Flugzeugabsturz von 1958 in München zu tun, denn die Bezeichnung Red Devils kam schon vorher auf.

 

Manchester United (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

Manchester United (Photo by Alex Livesey/Getty Images)

 

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