Das sind die schlechtesten Fußballer-Debüts aller Zeiten. Nr. 4 ist Desaster pur.


Ein cooles und erfolgreiches Debüt zum Start hilft der Fußballer-Karriere. Ein Desaster-Debüt stattdessen und dann ist bei vielen Kickern erst mal Schluss. Mit Spielen, mit Erfolg, mit Ruhm und Ehre. Dann gibt es - den Shitstorm im Internet, die Häme in den Medien und die Kritik vom Coach, vom Verein und den Teammates. Doch es gibt auch Gegenbeispiele. Erst Desaster-Debüt und dann doch ein Volksheld. Lionel Messi ist so ein Fall, wie das Video zeigt. 

Für einen Spieler wie Tim Wiese dagegen war sein Debüt im Trikot der TSG Hoffenheim beim Regionalligisten Berliner AK der Anfang vom Ende. Vier Tore kassierte er, bei denen er mehr als unglücklich aussah. Und bald darauf war er alles los. Erst seinen Stammplatz, dann seinen Job und irgendwann auch sein Renommee.

Neben den 5 ausgewählten Fällen aus unserem Video sind das 10 der schlimmsten Debüts der Fußball-Geschichte. Nr. 4 ist beides - Zunächst Desaster pur - aber dann der Start zu einer der herausragendsten Fußballer-Karrieren überhaupt.

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10. Dave Beasant – Newcastle United

Für viele ist er der schlechteste Torwart, den Newcastle United jemals hatte. Vielleicht lag es am fürchterlichen Debüt. Denn vorher spielte er 9 Jahre lang solide beim FC Wimbledon und auch danach beim FC Chelsea lief es gar nicht so schlecht. Das erste Spiel von David Beasant für Newcastle war in Everton im Goodison Park. Sein erstes Tor kassierte er nach 33 Sekunden. Das Spiel endete 4:0 für Everton. Beasant agierte unglücklich. Das durfte er 19 Mal, dann war Schluss und es ging zurück nach London. Chelsea - damals in den 80er und zu Anfang der 90er Jahre keine so große Nummer wie heute - verpflichtete den Keeper.

Dave Beasant

David Beasant - In London ging es, in Newcastle war es katastrophal direkt vom Start an © Getty Images

9. Zlatan Ibrahimovic – AC Milan

AC Milan v Atalanta BC - Serie A

Auch ein Desaster-Debüt konnte ihn nicht lange stoppen beim AC Milan. © Getty Images

Zlatan Ibrahimovic verließ den FC Barcelona im Zorn.  Josip Guardiola und er - das passte einfach nicht. Also ging es zurück in die Serie A - zunächst auf Leihbasis und dann permanent. Doch statt allen zu zeigen, dass er noch der alte Zlatan war, ging das Debut für den AC Milan erst mal komplett schief. Beim Auftaktspiel gegen Cesena wirkte er er seltsam zögerlich - so gar nicht das Alpha-Männchen, welches er sonst immer war. Milan verlor 2:0 und Zlatan setzte einen Penalty neben das Tor. Shit happens.

8. Rio Ferdinand – Leeds United

Hohe Transfersummen führen zu hohen Erwartungen. Und das führt zu Druck und das kann leicht mal schief gehen. Genau das passierte dem damals 22-jährigen Rio Ferdinand bei seinem Debüt für Leeds United. Von West Ham United für schlappe 35 Millionen US-Dollar verpflichtet ging das Auftaktspiel gegen Leicster City gründlich schief. Leeds musste 3 Tore in der ersten Halbzeit einstecken und die Leistung von Ferdinand war unterirdisch. Doch was folgte, waren 2 starke Jahre und der Move zu Manchester United. Und da lief es gut - von Anfang an.

Cardiff v Leeds X

Rio Ferdinand - Desaster-Debüt bei Leeds United, doch dann wurde alles gut. © Getty Images

 7. Tomas Repka – West Ham United

Tomas Repka gehörte zu den Spielern der rustikaleren Sorte. Er liebte, wie es die Engländer auszudrücken pflegen, den ‘combative approach' zum Thema Fußball, allerdings gepaart mit den Charakter- und Fußballeigenschaften 'rash tackles', mangelnde Selbstdisziplin und einer Vorliebe für Platzverweise. Man hätte jetzt denken können, dass der Nationalspieler aus Tschechien bei seinem Debüt für West Ham mit Bedacht vorgehen würde, doch weit gefehlt. Der mit 10 Millionen US-Dollar Ablösesumme damalige Rekordtransfer flog gleich beim ersten Pflichtspiel vom Platz und nur um zu beweisen, dass er es noch nicht verlernt hat, machte er das gleiche wieder. Nämlich in seinem ersten Spiel nach der Sperre. Repka fing sich dann und spielte mehr als 200 mal für West Ham. Doch seine insgesamt 19 Roten Karten sind wirklich rekordverdächtig.

West Ham United v Fulham

Tomas Repka war ein eher rustikaler Spielertyp, der wusste, was eine Blutgrätsche war. © Getty Images

 6. Graeme Souness – Glasgow Rangers

Graeme Souness war in den 80er Jahren eine große Nummer im englischen Fußball. Als ihn zum Ende der Karriere die Glasgow Rangers dann als Player-Manager verpflichteten, galt das als großer Coup. Spieler-Trainer haben es natürlich besonders schwer, die Balance zu finden. Auf der einen Seite emotionaler Spieler und Leader auf dem Platz, auf der anderen Seite kühler Analytiker und Vorbild.

Dieses fiel Graeme Souness bei seinem Debüt etwas schwer. Das Auftaktmatch begann mit einigen Fouls der übleren Sorte und irgendwann glaubte der Spieler-Trainer, er müsse seinem Team zeigen, wie man zurückschlägt. Ein böses Foul gegen George McCluskey brachte ihm ein frühes Duscherlebnis und resultierte in einer Massenkeilerei auf dem Platz. 21 von 22 Spielern erhielten ihre Karten und die Rangers verloren 2:1.

Graeme Souness

Beim ersten Spiel als Trainer-Manager gab es gleich eins auf die Glocke für den Gegner - Graeme Souness © Getty Images

5. Tim Wiese - TSG Hoffenheim

Tim Wiese war ein Großmaul aber lange auch ein guter Torwart. Bei Werder Bremen jedenfalls. Als er jedoch zur TSG Hoffenheim wechselte, war es vorbei, mit den guten Leistungen, dem Glück - mit allem. Das erste Pokalspiel beim Berliner AK ging mit 4:0 verloren und Wiese war bald darauf alles los. Seinen Platz in der Nationalmannschaft, seinen Platz im Tor der TSG Hoffenheim und seinen Job. Vielleicht kommt er ja nochmals als Wrestler wieder.

Fortuna Duesseldorf v 1899 Hoffenheim - Bundesliga

Tim Wiese got the Blues in Hoffenheim. © Getty Images

4. Lionel Messi – Argentinien

Für den legitimen Nachfolger Maradonas, als der Lionel Messi bereits mit 18 Jahren  von seinen Landsleuten in Argentinien angesehen wurde, sollte das Debüt im Nationaldress eigentlich ein erster großer Karriere-Höhepunkt sein. Doch Debüts verursachen auch Stress. Zu viel für Lionel Messi. Messi wurde in seinem ersten Spiel für die argentinische Nationalmannschaft in der 63. Minute eingewechselt. Es ging gegen Ungarn. Und nach 2 Minuten auf dem Platz wollte Leo zu einem seiner Barcelona-Solos ansetzen. Für seinen ungarischen Gegenspieler war Messi zu schnell. Dieser zog am Trikot, Messi wollte sich frei machen. Ein Wischer ins Gesicht des Ungarn. Und da war der Debütant mir roter Karte auch schon wieder draußen. Kaum länger als 120 Sekunden auf dem Platz fand man Lionel Messi später weinend vor Scham in der Kabine. Doch was folgte, wissen wir.

Argentina Training & Press Conference

Lionel Messi - Desaster-Debüt in der argentinischen Nationalelf. Nach 2 Minuten flog er vom Platz...© Getty Images

3. Gervinho – Arsenal

Gervinho wechselte im Jahr 2011 zu Arsenal London. In seinem ersten Match, einem Freundschaftsspiel gegen den 1. Fc Köln traf er gleich 2 Mal in den ersten 15 Minuten. Doch das Pflichtspieldebüt des Ivorers ein paar Wochen später ging gründlich daneben. Eigentlich spielte er in seinem Auftaktmatch gegen Newcastle solide bis gut. Dann jedoch legte er sich mit Joey Barton an. Die Folge: Rote Karte und 3 Spiele Sperre.

Arsenal v Reading - Premier League

Gervinhos Debüt bei Arsenal war weniger glücklich. © Getty Images

2. Jonathan Woodgate – Real Madrid

Für die meisten britischen Fußballfans gilt Jonathan Woodgate als jemand, der eindeutig zu wenig aus seinem Talent gemacht hat. Die Folge: Für ein Team wie Middlesborough reichte es, für Real Madrid eben nicht. Die Königlichen verpflichteten Woodgate im Jahr 2004 trotz einiger Bedenken für viel Geld. Viel Zutrauen in einen Spieler, der darüber hinaus auch noch verletzt war, als er verpflichtet wurde. Es dauerte also mehr als 1 Jahr, bis er für Real debütieren konnte. Was für ein großer unvergesslicher Tag, als das Debüt sich näherte. Doch nicht so, wie sich Woodgate, das erträumt hatte. Real musste gegen Athletic Bilbao spielen und der Engländer wirkte von Anfang an steif und mit Fehlern behaftet. Das Desaster nahm seinen Lauf. Erst schoss Woodgate ein Eigentor, dann wurde er nach zwei gelben Karten vom Platz verwiesen. Eine Mischung aus Drama und Slapstick. Woodgate spielte eine Zeit für Real Madird und hatte auch ein paar gute Spiele. Doch Verletzungen warfen ihn immer wieder zurück und irgendwann ging es zurück nach England - zum Jugendklub Middlesborough.

Real Madrid v Athletic Bilbao

Jonathan Woodgate hatte eines der berühmtesten Debüts im Weltfußball - allerdings nicht zu seiner Freude. © Getty Images

1. Ali Dia – Southampton

Ali Dia hat es zu einer besonderen Berühmtheit gebracht. In England ist er bekannt als der Fake Fußballer. Und während viele Spieler sich von einem Desaster-Debüt erholten, ging das bei Ali Dia nun wirklich nicht. Ali Dia und sein Manager-Kumpel schafften es irgendwie, dass Graham Souness, ohne genauer hinzuschauen, den Burschen für Southampton verpflichtete. Unter anderem, weil sie behaupteten, Ali Dia sei der Cousin des Ballon d'Or Gewinners George Weah. Schlau - bis er dann spielen musste

Ali Dia debütierte noch in der ersten Hälfte als Ersatz für die Southampton-Legende Matt Le Tissier. Doch schon nach einigen Minuten war klar. Hier stand kein Erstliga-Spieler auf dem Platz. Ein besserer Hobby-Player. Mehr nicht. Ali Dia musste bald wieder den Platz verlassen, der Vertrag wurde aufgelöst. Und Le Tissier beschrieb das Ereibnis treffend als “very embarrassing to watch”.

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Ali Dia - der Fake Fußballer aus Southampton

Coole Stories finden wir. Aus begründetem Anlass daher auch unsere neue Ligalive-Umfrage:

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