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Der beste Torjäger aller Zeiten schoss 805 Tore und spielte für “Hertha”


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Platz 23 – Platz 19: Vom Real-Star bis zum Friedrich aus der Pfalz

23. Alfredo di Stefano, der Ballettmeister – 514 Tore

Alfredo di Stefano mit Juan Carlos.
Alfredo di Stefano mit Juan Carlos. Foto: Imago

Alfredo Stéfano Di Stéfano Laulhe (1926 – 2014) war der charismatische Führungsspieler der Mannschaft von Real Madrid, die in den 1950er- und frühen 1960er-Jahren eine Ära prägte.

Der Stürmer wurde zwei Mal als „Europas Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet (1957 und 1959) und belegte bei der FIFA-Wahl zum „Spieler des Jahrhunderts“ den vierten Platz. Seine erfolgreichste Zeit erlebte Di Stefano während der 1950er und frühen 1960er Jahre. Als Kopf des legendären „weißen Balletts“ gewann di Stefano mit Real fünf Mal in Folge den Europapokal der Landesmeister. Diese Bestmarke konnte in 65 Jahren Meisterpokal nie übertroffen werden.

„Mit dem Namen Alfredo di Stefano ist nicht nur der Aufstieg von Real Madrid auf das Engste verbunden, sondern auch die ungeheure Popularität des nunmehr in sein zehntes Bestandsjahr eintretenden UEFA-Wettbewerbs um den Europacup der Meisterklubs“, schrieb UEFA-Präsident Gustav Wiederkehr 1964 über di Stefano, „er ist einer der größten Persönlichkeiten, die der Weltfußball je hervorgebracht hat.“

Der erste Fußballmillionär wurde entführt…

Sein Vermögen wurde schon 1964 auf umgerechnet vier Millionen Euro geschätzt, bei einem Jahressalär von rund 100.000 Euro in Madrid galt di Stefano nicht nur als erster Weltstar, sondern er war auch der erste Top-Verdiener. „Ich spreche nicht über Geld, es würde mir nur noch mehr Neider und Feinde einbringen“, blieb di Stefano in einem Interview in Fritz Hacks 20 Jahre Weltklasse (1964, Verlag Wilhelm Limpert) stets bescheiden. Nicht ohne Grund: 1963 war er in Caracas Opfer einer Entführung geworden…

Der gebürtige Argentinier, der 1946 bei Huracán Buenos Aires seinen ersten Profivertrag zeichnete, gehörte auch zu den Spielern, die es sich leisten konnten, zu rauchen oder einen Hackbraten mit Kartoffelbrei zu verputzen. Ernährungswissenschaft, penible Trainingsprogramme und Askese schienen im Fußball der 50er-Jahre noch Fremdwörter zu sein.

Ob mit oder ohne gesunde Lebensweise: Di Stefano gewann 14 nationale Meisterschaften. Auf dem Platz galt er als eine Mischung aus generösem Grandseigneur und eiskaltem Vollstrecker vor der Bude. Der Mann, der Fußball als seine Leidenschaft bezeichnete, wurde zehn Mal in diversen Ligen und Wettbewerben Torschützenkönig. Dazu gehörten allein fünf Auszeichnungen zum besten Schützen in der spanischen Liga, zuletzt 1959. Der einzige Makel der Karriere des Alfredo di Stefano: Er gehört zu den Weltstars ohne Weltmeisterschaft. 1956 bereits in Spanien eingebürgert, verpasste er mit der „Seleccion“ 1958 die Teilnahme an der Weltmeisterschaft in Schweden und verletzte sich unmittelbar vor dem WM-Turnier in Chile 1962. Mit 36 Jahren war der Traum von einer Weltmeisterschaft für den Altstar zu Ende.

21. Zico, der „weiße Pelé“ – 522 Tore

Held ohne großen internationalen Titel mit Brasilien - Zico. Foto: Imago
Held ohne großen internationalen Titel mit Brasilien - Zico.

Zico, bürgerlich Arthur Antunes Coimbra wurde während seiner aktiven Laufbahn der „weiße Pelé“ genannt und war einer der populärsten Spieler Brasiliens in den 1970er- und 1980er-Jahren.

In 88 Länderspielen schoss Zico insgesamt 66 Tore. Er spielte von 1971 bis 1983 und 1985 bis 1989 bei Flamengo in Rio de Janeiro. Darüber hinaus war er in Italien bei Udinese Calcio unter Vertrag. Wie Pelé trug er im Verein und in der Nationalmannschaft die Nummer 10. Seine Spezialität waren Freistöße aus Distanzen zwischen 16 bis 30 Metern.

Er gilt noch heute als einer der besten Freistoß-Schützen überhaupt. Die Generation der „Selecao“ der 1980er-Jahre um Zico und Socrates blieb ohne großen internationalen Erfolg, gilt in Brasilien ob der Spielkultur aber dennoch als eine der besten Nationalmannschaften des Landes.

„Der Tag, an dem der Fußball starb“

Zico selbst schien das WM-Aus 1982 gegen den späteren Weltmeister Italien nie verwunden zu haben.

„Es war der Tag, an dem der Fußball starb“, so lautete seine Umschreibung für das 2:3 gegen die „Squadra Azzurra“ am 5. Juli 1982 im Sarria-Stadion in Barcelona, als es Brasilien zwar schaffte, einen 0:2-Rückstand durch Socrates und Falcao auszugleichen, doch letztlich am überragenden, dreifachen italienischen Torschützen Paolo Rossi scheiterte. Das mit „Tanzen wollten sie, nicht weinen“ betitelte Foto der zahlreichen brasilianischen Fans in der BUNTE sprach dabei Bände. Die „Tragödie von Sarria“, wie diese Niederlage in Brasilien genannt wurde, hatte für Zico richtungweisenden Charakter. „Wenn Brasilien die WM 1982 gewonnen hätte, hätte sich der Fußball verändert“, war er auch Jahre später noch von der Signalwirkung überzeugt.

Auch 1998, als sportlicher Direktor der brasilianischen Nationalmannschaft, blieb ihm bei der Weltmeisterschaft in Frankreich der Titel verwehrt. Im Finale unterlag Titelverteidiger Brasilien den Gastgebern mit 0:3.

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21. Gyula Zsengellér, der fast Vergessene – 522 Tore

Ein fast vergessener ungarischer Fußballheld. Foto: Imago
Ein fast vergessener ungarischer Fußballheld.

Vize-Weltmeister – Ein doppeltes Trauma für Ungarn und seine prägenden Spieler Gyula Zsengeller und später für Ferenc Puskás.

Der Stürmer Zsengeller spielte von 1936 bis 1947 bei Újpest Budapest und erzielte in dieser Zeit 387 Tore. Damit ist er bis heute Dritter in der ewigen Torjägerliste der ungarischen Liga.

Sechs Mal hatte Zsengeller bei der Fußball-WM 1938 in Frankreich, die im Zeichen des heraufziehenden Zweiten Weltkriegs unter keinem guten Stern stand, für Ungarn erzielt. Damit brachte er die Magyaren ins Finale, wo man Titelverteidiger Italien mit dem überragenden Silvio Piola mit 2:4 unterlag. Nur der Brasilianer Leonidas erzielte in diesem Turnier mehr Tore als Zsengeller.

Der Zweite Weltkrieg und erst recht der Aufschwung des ungarischen Fußballs ab 1952 zur führenden Kraft in Europa mit der „goldenen Elf“ um Ferenc Puskas ließen den nach Kriegsende in Italien tätigen Zsengeller ein wenig in Vergessenheit geraten.

Sprung über den großen Teich

Insgesamt brachte er es auf 39 Länderspiele und erzielte dabei 32 Tore. Seine Spuren hinterließ Ungarns erster großer Stürmer ab 1947 als Profi in der italienischen Serie A beim AS Rom.

Nach einem Wechsel 1949/50 zu Anconitana Ancona ging er 1951 nach Südamerika zum kolumbianischen Club Deportivo Samarios. Hier beendete er 1952 seine Laufbahn. Er verstarb 1999 im Alter von 76 Jahren. Die IFFHS führt ihn unter den sieben größten Torjägern in einer ersten Liga.

20. József Takács, der Mitropa-King – 523 Tore

Ein Superstar aus den frühen tagen des Fußballs. Foto: Wikipedia
Ein Superstar aus den frühen tagen des Fußballs.
Noch ein Ungar und noch ein Superstar aus den frühen Tagen des Fußballs!

József Takács (1904 – 1983) war das, was man einen echten Goalgetter nennt. Er wurde fünf Mal ungarischer Torschützenkönig und führte den Budapester Vorzeigeklub Ferencváros 1928 zum Sieg im Mitropapokal, dem Vorläuferwettbewerb des Europapokals. József Takács spielte von 1917 bis 1926 bei Budapesti Vasas in der höchsten ungarischen Liga. Nachdem er 1926 als bester Torschütze der Meisterschaft auf sich aufmerksam machen konnte, wechselte Takács im Jahr darauf zum Ferencvárosi Torna Club. In seiner ersten Saison bei den „grünen Adlern“ konnte er 1928 die ungarische Meisterschaft gewinnen und erneut Torschützenkönig werden.

Über Ungarn hinaus bekannt wurde er durch seine Auftritte im Mitropapokal. József Takács erreichte mit Ferencváros das Endspiel im Jahr 1928, wo er auf den Vorjahresfinalisten Rapid Wien traf.

Bester Schütze im Europacup-Vorgängerwettbewerb

Das Hinspiel in Budapest gewannen die Ungarn mit 7:1, Takacs schoss 3 Tore. Das Rückspiel in Wien ging mit 5:3 an Rapid, was Ferencváros allerdings zum Titelgewinn reichte. Mit 10 Treffern im Wettbewerb war József Takács der beste Torschütze.

Der Stürmer blieb bis 1934 bei den Grün-Weißen aktiv, konnte noch zwei weitere Male Meister sowie noch drei Mal Torschützenkönig werden. 1932 gelangen ihm 42 Treffer in einer Saison, Ferencváros konnte in dieser Spielzeit zudem alle 22 Meisterschaftsspiele gewinnen.

Auch seine Trefferquote im Nationaldress (26 Tore bei 32 Einsätzen) war imposant. Es wird erzählt, dass Frankreichs Nationaltorwart Maurice Cottenet 1927 seinen Rücktritt aus der „Equipe Tricolore“ erklärte, weil Takács ihn beim 13:1-Sieg am 12. Juni 1926 in Budapest sechs Mal überwinden konnte. Schönes Ding aus den frühen Tagen des Fußballs…

19. Fritz Walter, der „alte Fritz“ – 539 Tore

Spielszene aus dem Film "Das Wunder von Bern" mit Knut Hartwig als Fritz Walter (BRD), der den Pokal entgegen nimmt.
Spielszene aus dem Film "Das Wunder von Bern" mit Knut Hartwig als Fritz Walter (BRD), der den Pokal entgegen nimmt. Foto: Imago
Friedrich „Fritz“ Walter ist eine deutsche Fußball-Ikone und der erste Ehrenspielführer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Mit ihm als Kapitän gewann die Nationalmannschaft die Weltmeisterschaft 1954. Auf Vereinsebene hielt Walter dem 1. FC Kaiserslautern über 30 Jahre lang die Treue. Getreu seiner pfälzischen Devise „Dehäm is dehäm“ (Hochdeutsch: „Daheim ist daheim“) konnte er es sich leisten, finanziell lukrativere Angebote aus dem Ausland abzulehnen. Wie 1951. Atlético Madrid bot dem bodenständigen Gastwirtsohn aus Kaiserslautern umgerechnet 125.000 Euro Handgeld, dazu einen Zwei-Jahres-Vertrag, Punktprämien, Auto, Haus. Seine Frau Italia verwies auf „seinen“ Betzenberg, der in Sichtweite war – und Walter wusste schnell, wo her hingehörte. 1985 benannte der 1. FCK anlässlich des 65. Geburtstags seines größten Spielers das Stadion auf dem Betzenberg in „Fritz-Walter-Stadion“ um. Die Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern, die mit ihm 1951 und 1953 Deutscher Meister wurde, ging als „Die Walter-Elf“ in die Geschichte des deutschen Fußballs ein. Sie begründete die hohe Popularität des FCK im gesamten südwestdeutschen Raum.

Zur „Legende des deutschen Fußballs“, so auch der Titel des gleichnamigen Buches seines Schulfreundes Rudi Michel aus dem Jahr 1995, wurde Fritz Walter durch den Triumph von Bern 1954 und auf Vereinsebene durch sein berühmtes Hacken-Tor in einem Freundschaftsspiel zwischen dem SC Wismut Karl-Marx-Stadt und dem 1. FC Kaiserslautern 1956.

Genialer Spielmacher, aber nur ein Mal bester Torjäger

Zeichneten Bescheidenheit und Bodenständigkeit außerhalb des Rasens („Ich bin doch kein Prominenter, nur weil ich den Ball geradeaus treten kann“), so war er auf dem Platz genialer Stratege und Torjäger in Personalunion. Ein genialer Spielmacher, „ein Mann, der seiner Zeit voraus war“, wie der Kicker einmal über ihn schrieb, hochgradig sensibel, mit Charisma und Autorität ausgestattet sowie mit der Fähigkeit, ein Spiel „lesen“ zu können.

Mit den „Roten Teufeln“ bis zur Einführung der Bundesliga (1963) Abonnement-Meister in der Oberliga Südwest, konnte „de Walter-Fritz“ aber nur ein Mal die Torjägerkrone in der damals höchsten deutschen Spielklasse holen: 1953, mit 38 Treffern. Am Saisonende deklassierten die Walters die Konkurrenz im Südwesten mit famosen 127 Toren und fünf Zählern vor TuS Neuendorf aus Koblenz. 327 Liga-Tore erzielte Fritz Walter im Dress der Lauterer, für die er ab seinem siebten Lebensjahr gespielt hatte.

Der Zweite Weltkrieg und die russische Kriegsgefangenschaft schienen seiner vorgezeichneten Karriere nach nur 24 Länderspielen ein Ende zu bereiten. Bundestrainer Sepp Herberger, der schon zu Kriegszeiten die Nationalmannschaft als „Reichstrainer“ betreute und Walters Potenzial sofort erkannt hatte, motivierte seinen Schützling neu: „Sie werden 25 Länderspiele machen und noch mal 25. Sie werden Kapitän der deutschen Mannschaft.“

Exakt so kam es. 61 Länderspiele machte Fritz Walter für Deutschland und selbst nach seinem DFB-Abschied versuchte Herberger, ihn zur WM 1962 in Chile noch einmal zu überreden. Dieses Mal vergeblich. Fritz Walter starb 2002 in Alsenborn, wo er in den 1960er-Jahren auch als Trainer wirkte, weniger als ein Jahr nach dem Tod seiner langjährigen Ehefrau Italia.

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