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Rummelplatz 13 – 9: Vom Schiri-Würger bis zum Comeback-Kid

13. Ronnie Wallwork - Würgen, Treten, Beißen

Ronnie Wallwork für Huddersfield. Foto: Getty Images
Ronnie Wallwork für Huddersfield. Foto: Getty Images

Ronald „Ronnie“ Wallwork (* 10. September 1977 in Manchester) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler der besonderen Art.

Als zentraler Abwehr- und defensiver Mittelfeldspieler wurde er in seiner Heimatstadt bei Manchester United ausgebildet.

Dort blieb ihm jedoch der sportliche Durchbruch verwehrt und nach diversen Leihstationen versuchte er im Jahr 2002 bei West Bromwich Albion einen Neuanfang.

Nach einer Würgeattacke gegen einen Schiedsrichter im Jahr 1999 in Diensten von Royal Antwerpen war Wallwork kurzzeitig – bis zur teilweisen Aufhebung durch ein belgisches Gericht – lebenslang gesperrt.

Illegales Handeln mit Autoteilen

In Aktion für ManU. Foto: Getty Images
In Aktion für ManU. Foto: Getty Images

Nach der Saison 2007/08 beendete Wallwork im Alter von nur 30 Jahren seine aktive Profilaufbahn.

Größter sportlicher Erfolg war in der Saison 2000/01 der Gewinn der englischen Meisterschaft mit Manchester United, als ihn Trainer Alex Ferguson immerhin in insgesamt zwölf Premier-League-Partien einsetzte.

Auch außerhalb des Pitch verlief das Leben Wallworks eher gewalttätig. 2006 attackierte ihn der Ex-Freund seiner Freundin mit einem Messer und 2011 wurde er zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt, wegen des illegalen Handels mit Autoteilen.

Die Polizei erwischte ihn, als er in einem gestohlenen Mazda zum Schrottplatz fuhr.

12. Ralf von Diericke - Überfall auf die eigene Geschäftsstelle

Ralf von Diericke beim VfL Osnabrück. Foto: Imago
Ralf von Diericke beim VfL Osnabrück. Foto: Imago

Ralf von Diericke spielte als Jugendfußballer bei Schinkel 04, dem Osnabrücker SC und Blau-Weiß Schinkel. Aus der Amateurmannschaft des VfL Osnabrück schaffte er den Sprung in den Profikader und debütierte 1980/81 in der 2. Bundesliga. Anschließend wechselte er in die Oberliga Nordrhein zum Wuppertaler SV, wo er seine wegen des Fußballs abgebrochene Lehre als Großhandelskaufmann wieder aufnehmen und beenden konnte.

Im Sturm neben Jonny Hey war er in der Saison 1982/83 mit 14 Treffern bester WSV-Torschütze. Nach einem erneuten Wechsel bestritt er in der Saison 1983/84 14 Bundesligaspiele für Fortuna Düsseldorf. Gegen Ende der Saison war er jedoch nur noch Reservist. Trotz eines Zweijahresvertrages verließ er Fortuna Düsseldorf, um sich wieder dem Wuppertaler SV anzuschließen. Dieser Vertragsbruch hatte eine halbjährige Sperre zur Folge.

Am 17. Februar 1985 überfiel ein maskierter Mann die Geschäftsstelle des Wuppertaler SV. Dabei schlug dieser eine Sekretärin nieder, sperrte sie in die Toilette ein und raubte die Einnahmen aus dem Kartenverkauf eines Spiels des WSV gegen den FV Bad Honnef in Höhe von 11.000 DM aus dem Tresor. Nach mehrwöchigen Ermittlungen gestand von Diericke, der in dem Spiel als Mittelstürmer zum Einsatz gekommen war, einem Komplizen den Tipp gegeben sowie eine Skizze der Räumlichkeiten in der Geschäftsstelle geliefert und auch noch selbst Schmiere gestanden zu haben.

Darüber hinaus gab er zu, maskiert und mit einer Gaspistole bewaffnet eine Wuppertaler Spielothek überfallen und dabei 2000 DM erbeutet zu haben. Im September 1985 verurteilte ihn das Landgericht Wuppertal zu sechs Jahren Haft wegen schweren Raubes.

Heute ist er ein Versicherungsfachmann

DFB Pokal, 2. Runde, Union Solingen - Fortuna Köln: Ralf von Diericke (li., Solingen) gegen Hans-Jürgen Gede (Köln)
DFB Pokal, 2. Runde, Union Solingen - Fortuna Köln: Ralf von Diericke (li., Solingen) gegen Hans-Jürgen Gede (Köln)

Als Stürmer der Gefängnismannschaft spielte von Diericke unter anderem ein Freundschaftsspiel gegen den VfB 06/08 Remscheid, der dadurch auf ihn aufmerksam wurde.

Nachdem ein Gutachten zu einer positiven Sozialprognose kam, wurde er in den offenen Strafvollzug nach Remscheid-Lüttringhausen verlegt und spielte 1987/88 für den Oberligisten, bei dem er auch als Hausmeister beschäftigt war. Anschließend wechselte er, noch immer als Häftling, zu Union Solingen und kam dort in der Saison 1988/89 zu 27 Einsätzen in der 2. Bundesliga.

Nach seiner Haftentlassung war von Diericke für Preussen Krefeld, Sportfreunde Siegen, den VfB Kleve, SV Straelen, Siegfried Materborn und in der Kreisliga B als Spielertrainer bei Rheinwacht Erfgen aktiv.

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn trainierte er ab 2006/07 die A-Jugend des Verbandsligisten SV Hönnepel/Niedermörmter und ist heute Versicherungsfachmann.

11. Jonathan Woodgate – Fußballerisch begabt und temperamentvoll

Auch Real Madrid verlief nicht besonders erfolgreich. Foto: Getty Images
Auch Real Madrid verlief nicht besonders erfolgreich. Foto: Getty Images
Jonathan Woodgates Karriere begann in der Nachwuchsabteilung des FC Middlesbrough, mit 16 wechselte er zu Leeds United, wo er sein Talent unter Beweis stellte und später auch zum ersten Mal in die englische Nationalmannschaft berufen wurde.

Mal davon abgesehen das seine fußballerischen Leistungen hervorragend waren, agierte er häufig temperamentvoll. Einen der größten Fehltritte leistete er sich gemeinsam mit seinem Teamkameraden Lee Bowyer.

Im Januar 2000 war er gemeinsam mit Bowyer unterwegs in einem Nachtlokal. Vor dem Laden waren die beiden maßgeblich in eine Schlägerei verwickelt, bei der ein asiatischer Student schwere Verletzungen erlitt. Nachdem das erste Gerichtsverfahren im April 2001 noch zu einem vorzeitigen Ende gekommen war, wurde Woodgate in einem zweiten Verfahren, das bis Dezember 2001 andauerte und seine Einsatzmöglichkeiten in der Mannschaft reduzierte, zur Ableistung von 100 Sozialstunden verurteilt und Lee Bowyer von der Anklage freigesprochen.

Der englische Fußballverband sperrte Woodgate in der Folge für weitere Länderspieleinsätze, sodass dieser nach seinem Debüt vorerst zu keinem weiteren Auswahlspiel kam und damit auch eine mögliche Teilnahme an der WM 2002 in Japan und Südkorea verpasste. Auch aufgrund zahlreicher Verletzungen folgten im Nationaltrikot anschließend nur noch sporadische Einsätze.

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10. Rafael Márquez – Vom Barca-Star zum Handlanger des Paten?

Rafael Marquez im WM-Spiel gegen Deutschland im Sommer 2018 (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)
Rafael Marquez im WM-Spiel gegen Deutschland im Sommer 2018 (Photo by Alexander Hassenstein/Getty Images)

Rafael Márquez debütierte schon im zarten Alter von 17 in der ersten Mannschaft von Atlas Guadalajara und kurz vor seinem 18. Geburtstag lief er erstmals für die mexikanische Nationalmannschaft auf.

Als 20-Jähriger ging er nach Europa, erst zum AS Monaco, dann zum FC Barcelona. Er spielte herausragend, elegant und zuverlässig, konnte das Spiel lesen wie nur wenige andere. Als erster Mexikaner gewann er 2006 die Champions League mit Barca.

Pep Guardiola, der ab 2008 den FC Barcelona trainierte, sagte über ihn: „Durch sein Spiel macht er andere noch besser.“ Márquez heiratete eine beliebte Soap-Schauspielerin, ließ sich scheiden und heiratete erneut, diesmal ein Model. Doch dann traf er eine Entscheidung, die er später als großen Fehler bezeichnen sollte.

2010 ging er nämlich aus Europa weg und wechselte zu den New York Red Bulls. Die New York Times bezeichnete ihn als „Einstein des Fußballs“, doch dann geriet die Karriere ins Stocken.  Er wurde immer unbeliebter bei den Fans, der Mexikaner foulte, fluchte und zettelte Schlägereien an.

Márquez und der Drogenboss

Mit knapp 40 noch im Nationalteam. Photo by Hector Vivas/Getty Images)
Mit knapp 40 noch im Nationalteam. Photo by Hector Vivas/Getty Images)

Mehr als die Hälfte aller MLS-Partien verpasste er. Mal wurde Márquez vom Club suspendiert, mal von der MLS, dann war er wiederholt verletzt und manchmal war es unklar, warum er fehlte. Als er den Club 2012 verließ, waren alle entsprechend erleichtert.

2016 kehrte Márquez zurück zu seinen Wurzeln nach Mexiko zu Atlas Guadalajara, wo seine Karriere einst begonnen hatte und er nun in Ruhe weiterkicken wollte. Doch daraus wurde nichts, da die amerikanischen Behörden eines Tages mitteilten, dass sie alle Konten von Rafael Márquez eingefroren hätten, weil dieser an Drogengeschäften beteiligt gewesen sein soll.

Auch eine von ihm gegründete Fußballschule wurde von den USA auf die schwarze Liste gesetzt. In einer spontan einberufenen Pressekonferenz auf dem Spielfeld von Guadalajara sagte Márquez:

„Das ist das schwerste Spiel meines Lebens, aber ich werde es meistern.“ Zudem bestritt er, jemals etwas mit dem Drogenboss Raul Flores zu tun gehabt zu haben.

9. Süleyman Koç – Erfolg – Absturz – Chance auf Besserung

Koc in Aktion. (Photo by Thomas Starke/Bongarts/Getty Images)

Als D-Jugendspieler wechselte Süleyman Koç einst zu Tennis Borussia Berlin. In der Saison 2007/08 spielte er dann in der Oberliga Nordost zunächst für Berlin Ankaraspor 07, in der Winterpause schloss er sich dem Ligakonkurrenten und späteren Regionalligaaufsteiger Türkiyemspor Berlin an, 2010 ging es weiter in die Dritte Liga zum SV Babelsberg 03.

Doch am 18. April 2011 änderte sich plötzlich alles für Koç, denn er wurde von der Polizei verhaftet. Ihm wurde die Beteiligung an mehreren Überfällen mit schwererem Raub und Körperverletzung vorgeworfen.

Im Prozess wurde er Ende 2011 wegen Beihilfe als Fahrer zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt, wodurch Koç bis Juli 2012 nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen konnte.

Ende Dezember 2013 wurde Süleyman Koç aber vorzeitig aus der Haft entlassen – und bekam beim SV Babelsberg eine zweite Chance.

Das Comeback

Zurück in die Bundesliga und in die 2. Bundesliga. (Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)
Zurück in die Bundesliga und in die 2. Bundesliga. (Photo by Mika Volkmann/Bongarts/Getty Images)
Der Deutsch-Türke habe sich im Rahmen seiner Vertragslaufzeit keine Verfehlungen zu Schulden kommen lassen, sondern sei im Kreis der Mannschaftskameraden anerkannt gewesen.

Er bereue nach Wahrnehmung aller Beteiligten in Vorstand und Trainerteam die Beteiligung an den schweren Straftaten ehrlich und sei um Wiedergutmachung bemüht, hieß es auf der Babelsberger Website.

Koç erklärte, dass er bereit und dankbar sei, wieder beim SV Babelsberg spielen zu dürfen. Er sei nach seiner Haftentlassung täglich mehrere Kilometer gerannt, doch es sei etwas ganz anderes, mit einer Mannschaft und dem Ball trainieren zu können.

Mit der Vergangenheit und seiner ehemaligen Bandenclique habe er abgeschlossen. Das demonstrierte er auch in seiner Zeit beim SC Paderborn, mit dem er in der Bundesliga spielte.

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