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Der Rummelplatz der 16 bösen Fußball-Buben

Wen die Götter zerstören

DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

DIE STORY IN KURZEN ESSAYS

Rummelplatz 8 – 4: Vom Vergewaltiger bis zu Wodka-Andy auf der Überholspur

8. Paul Dickov – Aus dem Trainingslager auf die Anklagebank

Paul Dickov und David Beckham. Foto: Getty Images
Paul Dickov und David Beckham. Foto: Getty Images

Paul Dickov durchlief beim FC Arsenal die Jugendabteilung und wurde dort 1992 in die erste Mannschaft geholt. Aufgrund der großen Konkurrenz kam der junge Stürmer kaum zu Einsätzen, was Leihen an Luton Town und Brighton & Hove Albion nach sich zog.

Schließlich verpflichtete Manchester City ihn fest und bei den Citizens wurde er zum Stammspieler und das erste Mal ins schottische Nationalteam berufen. Er spielte insgesamt sechs Jahre für City, war eine wichtige Stütze des Vereins und bei den Fans besonders beliebt. Nach seiner Zeit in Manchester war der Schotte noch für die Blackburn Rovers, Leicester City, Leeds United und Oldham Athletic aktiv.

Und Dickov sorgte gemeinsam mit Frank Sinclair und Keith Gillespie, die sich während eines Trainingslagers mit Leicester im spanischen La Manga offenbar ein Vergehen geleistet haben, für einen echten Skandal. Laut Aussage der drei beteiligten in Deutschland lebenden Afrikanerinnen haben sie sich an den Frauen vergangen. Insgesamt wurden neun Spieler in Gewahrsam genommen, das Gericht in Cartagena behielt zunächst nur Dickov, Gillespie und Sinclair in Haft. Ihnen drohte nach spanischem Recht eine Haftstrafe von bis zu zwölf Jahren.

Nach sieben Tagen im Gefängnis wurden Paul Dickov, Frank Sinclar und Keith Gillespie gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von insgesamt 288.000 Euro aus dem Knast entlassen und flogen zurück nach England. Ihr Blick war leer, als sie in Luton ankamen.

7. Ulrich Borowka – Alkoholiker und Nationalverteidiger

Ulrich Borowka in Aktion. (Photo by Bongarts/Getty Images)
Ulrich Borowka in Aktion. (Photo by Bongarts/Getty Images)

Publikumsliebling, Nationalspieler, Alkoholiker, Doppelleben, furchtbare Abstürze. Die Fans nannten Uli Borowka einst die Axt, schließlich war er als Verteidiger in den 1980er- und 1990er-Jahren gefürchtet.

Der kantige Manndecker lernte auf die harte Schule: Als Jüngling bei Borussia Mönchengladbach nahm ihn Trainer Jupp Heynckes nach der offiziellen Trainingseinheit mit in den Strafraum, ließ Flanken in die Mitte schlagen und brachte seinem Schützling in langen, harten Übungsstunden jeden schmutzigen Trick bei, den er in seiner Karriere gelernt hatte. In der Folge wurde Borowka nicht müde, das erlernte Wissen auch einzusetzen. Fortan pflegte er einen so knüppelharten Stil, dass ihn die Fußballerkollegen viele Jahre hintereinander bei der damals noch existierenden Wahl des Magazins „Kicker“ zum unbeliebtesten Spieler der Liga kürten.

Borowka, nicht auf den Mund gefallen, besaß auch Talent in psychologischer Kriegsführung. Vor einem Spiel gegen den FC Schalke nahm der Verteidiger sich Jungstar Olaf Thon zur Seite und knurrte: „Thon, heute breche ich dir beide Beine!“ Borowka wurde mit Werder Bremen zweimal Meister und Pokalsieger, gewann den Europapokal der Pokalsieger. Er war der umjubelte Held der Fans. Doch er hatte auch eine ganz andere Seite, führte ein sogenanntes Doppelleben.

Uli Borowka trank regelmäßig und stürzte immer weiter ab. Im Jahr 1996 war er so weit am Boden zerstört, dass er sich das Leben nehmen wollte, überlebte den Suizidversuch aber. 2000 ließ ihn dann Christian Hochstätter, Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach, in eine Klink einwiesen ließ. Seitdem ist Borowka „trocken“ und hat einen eigenen Suchthilfeverein gegründet.

6. Sanel Kuljić – Eine Idee, die nicht funktionierte

Seine Idee funktionierte nicht. Foto: Getty Images
Seine Idee funktionierte nicht. Foto: Getty Images

Sanel Kuljić, dessen Eltern aus Bosnien-Herzegowina stammen, verbrachte seine Kindheit in Salzburg und Grödig. Seine Karriere begann er beim unterklassigen SV Grödig, von wo er 1991 als Kooperationsspieler zur Jugend des SV Austria Salzburg wechselte.

Dort schaffte er den Sprung in die Profimannschaft und feierte als Kaderspieler mit den Violetten in der Saison 1996/97 den Gewinn des österreichischen Meistertitels. Kuljić vermochte sich in der Mannschaft unter Trainer Heribert Weber jedoch nicht durchzusetzen und wurde an den Regionalligisten PSV Schwarz-Weiß Salzburg abgegeben.

Obwohl eine mögliche große Karriere beendet schien, schaffte Kuljić über den Umweg der Regionalliga und der zweiten Liga, wo er bei Vereinen wie SV Pasching, BSV Bad Bleiberg und LASK Linz spielte, den Aufstieg zum Erstligaakteur und österreichischen Nationalspieler. 2004/05 wurde er mit 34 Toren Torschützenkönig der zweiten Liga und nach dem Aufstieg 2005/06 mit 15 Treffern Torschützenkönig in der österreichischen Bundesliga.

Im August 2014 kam es dann aber dick für Sanel Kuljić, denn in Graz begann der Prozess um den größten Fußballskandal Österreichs. Kuljić, Dominique Taboga und Thomas Zündel sowie sieben weitere Beschuldigte mussten sich für die Manipulation von 18 Spielen verantworten. Den Beschuldigten wurde unter anderem schwerer gewerbsmäßiger Betrug, schwere Erpressung, Nötigung und das Bilden einer kriminellen Vereinigung – zum Teil auch als Versuch – vorgeworfen.

Viele der Beschuldigten wurden verurteilt, darunter auch Sanel Kuljić, der in erster Instanz nicht rechtskräftig fünf Jahre Haft aufgebrummt bekam.

5. Kevin Großkreutz – Der "Alpha-Kevin" von nebenan

Kevin Großkreutz für Borussia Dortmund. Foto: Getty Images
Kevin Großkreutz für Borussia Dortmund. Foto: Getty Images
Kevin Großkreutz wuchs im Dortmunder Stadtteil Eving auf. Er war mit dem Verein Borussia Dortmund stets stark verbunden. Im Alter von sieben Jahren besaß er seine erste Dauerkarte. Und sogar in der BVB-Jugendabteilung spielte er, musste  die Borussia 2002 allerdings wieder verlassen, weil er als zu schmächtig eingestuft wurde.

2009 kehrte Kevin Großkreutz aber zu Borussia Dortmund zurück und war dort sehr erfolgreich, bevor er Dortmund 2015 verließ, zu Galatasaray Istanbul (allerdings ohne Einsatz) ging und von hier weiter nach Stuttgart und Darmstadt zog.

Seine Eskapaden begannen im Jahr 2014 nach dem DFB-Pokal Finale in Berlin, wo er sturzbetrunken in einem Berliner Hotel in die Lobby urinierte. Einen weiteren Vorfall gab es in Köln, wo er einen Fan mit einem Döner beworfen haben soll.

Wegen dieser Aktionen wurde Kevin Großkreutz vom britischen Guardian Ende 2014 in der Liste der zehn unfairsten Sport-Persönlichkeiten aufgeführt. Für sein Verhalten nach dem Pokalspiel entschuldigte sich Kevin Großkreutz, Borussia Dortmund verhängte dennoch eine Geldstrafe von 60.000 Euro. Großkreutz macht sich auch bei Instagram wegen seiner oft abfälligen Posts über verschiedene Vereine keine guten und neuen Freunde.

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4. Andreas Sassen: „Wodka-Andy“ lebte auf der Überholspur

Andreas Sassen in Aktion für den HSV (Photo by Beate Mueller/Bongarts/Getty Images)
Andreas Sassen in Aktion für den HSV (Photo by Beate Mueller/Bongarts/Getty Images)
Abseits vom Fußballgeschäft, fast unbemerkt, endete das tragische Leben eines der talentiertesten deutschen Mittelfeldspieler der Neunzigerjahre. Aus einer hoffnungsvollen Fußballerkarriere wurde ein trostloses Dasein am Rande der Kriminalität.

Der Essener Andreas Sassen kam 1990 über Bayer 05 Uerdingen in die Bundesliga. Zwölf Tore in 66 Liga-Einsätzen für die Krefelder machten den Hamburger SV auf ihn aufmerksam. In Hamburg sorgten Sassen und Harald „Lumpi“ Spörl für einen der größten Skandale der HSV-Geschichte.

Die beiden nahmen sich nach einer ausgiebigen Zech-Tour über die Reeperbahn mit der kultigen Box-Kneipe „Ritze“ als Endstation einen türkischen Taxifahrer vor – und verprügelten ihn. Sassen wurde mit 6.200 Euro vom HSV zur Kasse gebeten, „Taxifahrn mit Sassen“ wurde zu einem Hit in der Westkurve im alten Volksparkstadion. Nach dem Skandal und nur einer Spielzeit war für Sassen in Hamburg Schluss. Dynamo Dresden holte ihn für 350.000 Euro. Auch hier konnte es „Wodka-Andy“, wie der trinkfeste Mittelfeldmann nicht mehr nur unter vorgehaltener Hand genannt wurde, nicht lassen. Eine Kneipentour mit dem späteren australischen Nationaltorhüter und WM-Teilnehmer Mark Schwarzer brachte ihm in Dresden eine weitere Suspendierung ein.

Trainer Horst Hrubesch warf den bis dahin teuersten Neuzugang der Dynamo-Historie im März 1995 raus. Nach einem halben Jahr im ukrainischen Exil bei Dnipro Dnipropetrowsk kehrte Sassen zur inzwischen zweitklassigen SG Wattenscheid 09 zurück – und setzte noch einen Skandal drauf. Beim Trainingslager der SGW an der Algarve brannte er mit einer Bardame durch, war tagelang verschwunden. Die Mannschaft reiste ohne ihn zurück nach Deutschland, wo seine Frau gerade ein Kind auf die Welt gebracht hatte. Einen neuen Club fand Sassen danach nie mehr. Jahre später überfiel er mit einer Gaspistole eine Kneipe. Hilfsgärtner beim Grünflächenamt der Stadt Essen – das war die letzte offizielle Berufsbezeichnung von Andreas Sassen, der am 17. Oktober 2004 mit nur 36 Jahren einem Gehirnschlag erlag.

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