Der Tag, als: Die Bundesliga am 24. April – Als der „Champagner-Willi“ Präsident wurde


Bester Stoff für Bundesliga-Junkies auf Entzug: Was geschah am 24. April in der deutschen Fußball-Eliteklasse?

Vor 41 Jahren? Bayern München bekommt einen neuen Präsidenten. Nach der Spielerrevolution im März 1979 war der Posten vakant, Wilhelm Neudecker trat zurück. Nun übernimmt der leutselige Wilhelm Hoffmann, bisher Schatzmeister, das Zepter. Der steht für einen extravaganten Lebensstil, sein Spitzname lautet „Champagner-Willi“, nach seinem Lieblingsgetränk. Womit auch geklärt ist, warum die Bayern in jenen Jahren ihre Titel noch nicht mit Weißbierduschen feiern.

Vor 38 Jahren? Großes Kino im Titelrennen 1981/82. Nach dem 29. Spieltag ahnt man allerdings, wie der Film ausgehen dürfte. Der HSV gewinnt den Klassiker jener Tage bei den Bayern nach 1:3-Rückstand – bis Minute 70 – noch mit 4:3. Horst Hrubesch köpft das entscheidende Tor, nun haben sie drei Punkte Vorsprung auf den Meister. Bayern-Trainer Pal Csernai wirft schon das Handtuch: „Nun haben wir Zeit, uns auf unsere Pokalendspiele zu konzentrieren.“ Zum Schaden kommt der Spott. Am Abend werden die Bayern von Showmaster Rudi Carrell verulkt. Der witzelt nach der dritten 3:4-Niederlage der Münchner in einer Woche: „Die Bayern haben eine neue Telefonnummer: 343434.“

Hoffmann, Hoeneß, Bayern
Bayern unter sich! Präsident Willi O. Hoffmann und Manager Uli Hoeneß 1979. Copyright: imago images / WEREK

24. April 1998: Marschall rettet den FCK mit einem Hattrick

Marschall, Koch, Kaiserslautern
Umarmung? Olaf Marschall bietet Harry Koch den gemeinsamen Jubel nach seinem Hattrick für Kaiserslautern 1998 an. Copyright: imago images / Pressefoto Baumann

Vor 22 Jahren? Der Betzenberg erlebt 1998 wieder mal ein Spiel, das nur dort möglich ist. Der 1. FC Kaiserslautern, Aufsteiger und Sensations-Erster, bekommt auf der Zielgeraden die Meisterflatter. Der Vorsprung auf die Bayern schmilzt und am 32. Spieltag scheint er aufgebraucht. Gegen den Vorletzten Borussia Mönchengladbach liegt der FCK schon mit 0:2 zurück, doch dann kommt Olaf: Mittelstürmer Olaf Marschall dreht die Flutlichtpartie am Freitagabend mit einem fast klassischen Hattrick. Drei Tore in Folge, wenn auch auf beide Hälften verteilt. Das 3:2 fällt in letzter Minute, wie es sich für ein echtes Betze-Drama gehört. „So wie wir spielen und dann trotzdem gewinnen, da müssen wir eigentlich Meister werden“, sagt der Held des Abends.

Vor 10 Jahren? Klammheimliche Freude bei Tasmania 1900 Berlin oder was vom Prügelknaben der Liga noch übrig geblieben ist. Der große Lokalrivale Hertha BSC teilt sich mit ihr einen der vielen Minusrekorde. Nach dem 0:1 gegen Bayern-Jäger Schalke 04 durch ein spätes Tor von Heiko Westermann ist die Mannschaft von Friedhelm Funkel seit 15 Heimspielen sieglos – so lang wie nur Tas anno 1966. Ob es am weitläufigen Olympiastadion liegt, in dem schon Tas spielte? Beinahe ein Wunder, dass noch 61.902 Menschen gekommen sind und dass Schlusslicht Hertha noch immer nicht abgestiegen ist.

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24. April 2013: Götzes Wechsel zu Bayern sorgt für Zoff

BVB, Fans, Götze
BVB Fans machen ihrer Wut über den Götze Transfer zum FC Bayern Luft. Auch in der Führungsriege der Klubs löste der Wechsel Zoff aus. Copyright: imago images / Jan Huebner

Vor 7 Jahren? Zoff wischen Bayern und Dortmund, die sich im Mai 2013 im Champions League-Finale sehen werden. Am Tag, als der BVB in sein Halbfinale gegen Real Madrid startet, sorgt der publik gewordene Wechsel von Mario Götze nach München für zusätzliche Brisanz. Bayern zahlt die fixierte Ablösesumme von 37 Millionen Euro, weshalb Götze aus seinem Vertrag aussteigen kann. Es ist die Rekordsumme für einen Wechsel innerhalb der Liga. Der BVB fällt aus allen Wolken, Boss Hans-Joachim Watzke knurrt: „Man hätte es von Seiten Bayern Münchens etwas stilvoller machen können. Zum Beispiel, wenn Karl-Heinz Rummenigge mich angerufen hätte. Das ist nicht passiert. Da kann ich auch mit leben. Es ist abgespeichert – und okay.“ Es ist der Beginn einer Eiszeit zwischen den Großen der Liga.

Vor 4 Jahren? Nach 14 Jahren ist es soweit: Hannover 96 muss wieder mal absteigen, nach dem 31. Spieltag hilft auch der Rechenschieber nichts mehr. Das Ende der längsten Ligazugehörigkeit der Niedersachsen wird am Vortag beim dadurch bereits geretteten Aufsteiger FC Ingolstadt eingeleitet, der 96 trotz 70-minütiger Unterzahl ein 2:2 abtrotzt. Besiegelt wird es am 24. April 2016, als Eintracht Frankfurt gegen Mainz 05 mit 2:1 gewinnt. Schuldige gibt es viele, aber nur einen Seuchenvogel: Stürmer Felix Klaus steigt binnen vier Jahren schon zum dritten Mal ab – mit drei verschiedenen Klubs (Fürth, Freiburg, 96).

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