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Deutschland gegen Holland: Fakten als Alarmsignale vorm Klassiker

Die UEFA Nations League bringt am Montag das 42. Duell Deutschland gegen Holland. Trister als vor dem Spiel in Gelsenkirchen könnte die Stimmung bei der DFB-Elf kaum sein. Nach dem 2:0-Erfolg der Holländer am Freitag gegen Frankreich ist klar: Deutschland steht als Absteiger in die B-Gruppe der Nations League fest. Doch es gibt noch mehr unerfreuliche Fakten.

Die Medien haben europaweit nach dem Triumph gegen Frankreich (2:0) am Freitag und dem damit verbundenen Abstieg von Erzrivale Deutschland in Liga B der Nations League nicht an Häme für den entthronten Weltmeister gespart.

„Feeling Low, Joachim?“, fragt etwa die britische Zeitung Daily Mail gewohnt sprachgewandt. „Wahnsinn! Holland macht Deutsche zum Absteiger“, kann es die österreichische Kronen-Zeitung (Wien) kaum glauben. „Deutschland degradiert“, schreibt das belgische Blatt De Standaard.

„Wir sind uns durch den Abstieg bewusst, dass wir Dinge ändern müssen, die wir aber auch schon angegangen sind. Diesen Weg müssen wir weiter verfolgen und von Null wieder anfangen“, kommentiert Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (50) am Samstag das Scheitern der „Mannschaft“ in der A-Gruppe.Doch es gibt neben der aktuellen Form der Niederländer – andere Medien feiern die „Elftal“ schon wieder als „die fliegenden Holländer“ aus deutscher Sicht vor dem Spiel am Montag noch weitere, unerfreuliche Fakten.

Der deutschen Mannschaft droht gegen „Oranje“ ein neuer Negativrekord.Deutschland gegen Holland – dieses Nachbarschaftsduell ist bis 1974 eigentlich ein „ganz normales“ Länderspiel – steigt zum 42. Mal. Nur gegen die Schweiz spielt Deutschland bei 51 Vergleichen häufiger als gegen die „Elftal.“

Warum 1974? Weil mit dem WM-Finale am 7. Juli 1974 in München ein neuer Fußball-Dualismus entsteht. Holland mit seinen Ajax-Stars Johan Cruyff und Johan Neeskens und dem revolutionären „totalen Fußball“ (Voetbal totaal) ist Top-Favorit auf den Weltmeistertitel bei der Endrunde in der Bundesrepublik. Dass die deutsche Mannschaft trotz des von Johan Neeskens nach einer Minute verwandelten Elfmeters die Partie noch vor der Pause durch Tore von Paul Breitner (23. / Elfm.) und Gerd Müller noch in ein 2:1 drehen, wird man in Holland wohl nie verwinden.

Andere, denkwürdige Duelle zwischen beiden Rivalen sind geprägt von hässlichen Szenen. Der Faustschlag von Dirk „Dick“ Nanninga im WM-Spiel 1978 gehört zu den Tiefpunkten. Der Mittelstürmer von Roda Kerkrade hat sich den „Schwalbenkönig“ von 1974 vorgenommen, Bernd Hölzenbein. Nanninga boxt dem Frankfurter in den Bauch – und sieht die Rote Karte.

1988 wischt sich Hollands heutiger Bondscoach Ronald Koeman nach dem Trikot-Tausch und dem 2:1-Halbfinalerfolg bei der EURO in der Bundesrepublik Deutschland in Hamburg mit dem Jersey von Olaf Thon symbolisch den Allerwertesten ab. Zwei Jahre später nimmt die DFB-Elf  bei der WM 1990 in Italien im Achtelfinale Revanche – 2:1, aber Frank Rijkaard mutiert zum „Lama“ und spuckt Rudi Völler an.Vor der Partie in Gelsenkirchen sitzt der Schock bei der deutschen Mannschaft nach dem Abstieg in die B-Gruppe der neuen UEFA Nations League, der durch das 0:3 in den Niederlanden eingeleitet wird, noch tief.

Eine weitere Klatsche würde für einen neuen Negativ-Rekord sorgen. 67 Gegentore hat Deutschland in 41 Spielen gegen den 3-fachen Vize-Weltmeister kassiert. Nur gegen England (70) sind es mehr. Allein bei der 5:1-Demütigung am 1. September 2001 im Münchner Olympiastadion treiben die „Three Lions“ diesen Wert nach oben…

In den letzten beiden Duellen gegen Holland können die deutschen Fans zudem kein Tor für „Die Mannschaft“ bejubeln – damit bleibt Deutschland so oft torlos wie in den letzten 33 (!) Duellen zusammen.

Die Misere der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw (58) zeigt sich am deutlichsten in der Offensive. Nur ein Spieler – Toni Kroos von Real Madrid – hat im Länderspiel-Jahr 2018 zwei Tore erzielt. Ein Armutszeugnis für die Sturm-Reihe! Kroos hat auch den bislang einzigen Treffer für Deutschland in der Nations League erzielt. Dies geschieht beim 1:2 in Frankreich jedoch nicht aus dem laufenden Spiel heraus, sondern per Elfmeter. Seit 4 Pflichtspielen ist Deutschland ohne Sieg. Das hat es zuletzt 1999/2000 gegeben, als sowohl das letzte Qualifikationsspiel – 0:0 im Oktober 1999 in München gegen die Türkei – als auch alle 3 Endrundenspiele bei der EURO 2000 gegen Rumänien (1:1), England (0:1) und Portugal (0:3) nicht gewonnen werden. 2000 nennt man das noch „Rumpelfußball“, heute nennt man es „Neuaufbau“…


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