DFB-Pokal: Die Puppenkiste spielt jetzt auch Krimis


So fing alles an: Timo Werner bejubelt seinen Führungstreffer zum 1:0 für RB Leipzig im Pokal-Viertelfinale beim FC Augsburg. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

Da hat sich die GEZ doch gelohnt! Es muss nicht immer Bayern München sein. Nein, FC Augsburg gegen RB Leipzig (1:2 n. V.) im DFB-Pokal-Viertelfinale in der ARD, das war beste Fußball-Unterhaltung!

Dramatischer hätten dies wohl auch die Autoren der Augsburger Puppenkiste nicht hinbekommen. In der Nachspielzeit der Nachspielzeit kommt Alfred Finnbogason wie Urmel aus dem Eis und erzielt das 1:1. ,,Huh“, wie man in Island wahrscheinlich an der Stelle rufen würde…

Die letzte Minute der Verlängerung bringt dann Michael Gregoritsch in dem Ein-Personen-Stück ,,Wie der Gregerl einmal die Sportart wechselte“ – der Österrericher leistet sich einen folgenschweren Blackout. Handspiel und Elfmeter, Nationalspieler Marcel Halstenberg nutzt das Geschenk und schießt den ,,Dosenklub“ erstmals ins DFB-Pokal-Halbfinale.

Was dann folgt, kann man in dem legendären Marionettentheater in der Spitalgasse in Augsburg unter dem Titel ,,Rumble in the Puppenkiste“ vorlegen…

Eiskalt vom Punkt: Marcel Halstenberg schießt RB Leipzig mit seinem Elfmeter in Augsburg in der 120. Minute ins Pokal-Halbfinale. (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)

FC Augsburg: Rumble in the Puppenkiste

Stefan Reuter hat man schon besser gelaunt gesehen als nach dem Pokal-Viertelfinale des FC Augsburg gegen RB Leipzig... (Photo by Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images)
Nach dem Abpfiff wird es hektisch. Die Verantwortlichen beider Klubs spielen sich auf, als wären sie mit Jim Knopf und Lokomotive Emma im Eiltempo durch die gute Kinderstube gefahren!

,,Eine bodenlose Frechheit, wie er sich nach dem Schlusspfiff verhalten hat! Anstatt sich mit seiner Mannschaft über das Weiterkommen zu freuen, stürmt er in unsere Coachingzone direkt zu unserer Bank“, kritisiert Reuter.

Der Weltmeister (,,Wir wollen den Pokal gewinnen“) ist sicher: ,,Man sollte mit Anstand verlieren, aber heute hat man gesehen, dass man mit extremer Arroganz offensichtlich gewinnt.“ Dieser Satz hätte auch vom berühmtesten Augsburger, Bertolt Brecht (1898 – 1956), stammen können. Zu Uni-Zeiten stand ,,Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren“ fast auf jedem Küchenhandtuch.

Jedenfalls ist der Reuter-Stefan anschließend beleidigt. ,,Mintzlaff braucht gar nicht mehr zu kommen und sich entschuldigen. Das kann er sich sparen, so verhält man sich nicht“, sagt er eingeschnappt.

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Bayern-Kandidat Timo Werner kann nicht vollständig überzeugen

Leipzigs Stürmerstar Timo Werner.
Leipzigs Stürmerstar Timo Werner. (Photo by Matthias Kern/Bongarts/Getty Images)

Ob nun mit oder ohne offizielle Entschuldigung: Man wird den weltmeisterlichen Zoron in Leipzig verschmerzen können.

Auch über die Feinheiten – der geneigte ARD-Zuschauer erfährt im Vorlauf, dass FCA-Präsident Klaus Hofmann ,,nach jeder Leipzig-Niederlage ein Bier trinkt“, wird man beim Vizemeister von 2017 hinweg sehen. Der erst 2009 gegründete Klub steht erstmals in seiner jungen Historie im Pokal-Halbfinale.

Nachdem das Geschubse auf dem Platz vorbei ist, die Gemüter beruhigt und der Bühnendeckel der Puppenkiste zu ist, findet Marcel Halstenberg endlich mal Worte zum sportlichen Teil: ,,Wir haben immer fest daran geglaubt, weiterzukommen.“

Der vom großen Augsburger Nachbarn FC Bayern München umworbene RBL-Stürmer Timo Werner (23) hat nur einen Moment in diesem Spiel. Er trifft nach 74 Minuten zum 0:1- Ob das ausreicht, um ihn im kommenden Sommer im neu geplanten Stück ,,Wie der FC Bayern einmal umbaute“ zu sehen?

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