DFB-Pokal: Schalke siegt für den letzten Cowboy der Manager


Die emotionalsten Szenen gibt es auf Schalke schon vor dem Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf 4:1 (1:0). Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies (62) richtet sich mit bewegenden Abschiedsworten zum Tod von Manager-Legende Rudi Assauer ( 74) an die Schalker Fans.

„Ohne Rudi wären wir alle nicht hier“, sagt Clemens vor der Partie gegen Fortuna Düsseldorf via Stadion-Mikrofon, „er hat mich 1994 auf Schalke geholt, er ist der Architekt des modernen Schalke und wir werden sein Andenken immer in Ehren bewahren, Glück auf.“

Rudi Assauer – der letzte Cowboy unter den Bundesliga-Managern, „der letzte Macho der Fußball-Bundesliga, eine Institution des Ruhrgebiets“ (FOCUS) ist tot. Nach langer und schwerer Krankheit ist der einstige Schalke-Macher am Mittwoch im Alter von 74 Jahren verstorben.

Der Pokal ist irgendwie der Wettbewerb des Rudolf Assauer. Als Spieler hat er den „Pott“ ausgerechnet 1965 mit dem S04-Erzrivalen Borussia Dortmund gewonnen, als Manager 2001 und 2002 mit Schalke. Er hat ihn sogar beim Triumphzug durch Gelsenkirchen fallen lassen…

Schalke trauert um Manager-Legende Rudi Assauer. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Assauer, der Cowboy

Schalke-Manager Rudi Assauer (+) nach dem DFB-Pokalsieg 2001 in Berlin. (Photo by Jana Lange/Bongarts/Getty Images)
Rudi Assauer – der Mann mit der obligaten Zigarre und der Lässigkeit eines Cowboys, er kommt mitunter mit Weisheiten daher, die selbst bei den Indianern Nordamerikas nicht besser sind.

„Wenn der Schnee schmilzt, sieht man, wo die Kacke liegt“, sagt er einmal. Außer Bayern-Macher Uli Hoeneß ist er wohl der einzige in der gesamten Branchen, der sich solche Sprüche leisten kann. Für die an Peinlichkeit nicht mehr zu überbietende „Trainer-Findungskommission“ des DFB hat er 2004 am Rande eines Intertoto-Cup-Spiels in Esjberg nur den hier übrig: „Das Lachkabinett geht weiter und jeder blamiert sich so gut, wie er kann.“ Das hat Assauer in 30-jähriger Tätigkeit als Fußballmanager nie. Den VfB Oldenburg hat er gemeinsam mit Wolfgang Sidka 1990 in die 2. Bundesliga geführt. Werder Bremen schafft 1981 mit „Assi“ und Trainerlegende Otto Rehhagel (80) die Rückkehr in die Bundesliga.

Als Schalke 1981 in Abstiegsnot ist, kehrt Rudi zurück und ist zwischendurch auch S04-Coach. Assauer hat Schalke gelebt, geliebt und bis zu seinem Rücktritt 2006 mit Schalke gelitten.

Wer denkt nicht an seine bitteren Tränen nach der in der Nachspielzeit der Saison 2000/2001 verlorenen Deutschen Meisterschaft im letzten Spiel im Parkstadion, das danach der von ihm mit initiierten und geplanten Veltins Arena weichen musste? „Das ist natürlich ein schwerer Schlag für den Verein“, sagt Schalkes Rekord-Torjäger Klaus Fischer (69 / 182 Treffer) am Mittwoch. „Rudi Assauer“, sagt Fortunas Trainer-Veteran Friedhelm Funkel (65) vor dem Spiel, „ist ein Stück deutsche Fußballgeschichte.“

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

Das 1:0 für Schalke – ein Tor zum Einrahmen

Ahmed Kutucu dreht nach dem 1:0 für den Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf jubelnd ab. (Photo by Maja Hitij/Bongarts/Getty Images)

Schalke spielt am Mittwoch für seinen verstorbenen Ex-Manager.

Nach einer halben Stunde lässt Ahmet Kutucu einen 16-Meter-Schuss mit der linken Klebe ins Tor von Fortuna Düsseldorf rauschen – 1:0. Einer zum Einrahmen. Auf den Rängen gibt es Sprechchöre für Rudi Assauer.

Das 2:0 staubt Salif Sané gegen Düsseldorfs Torwart-Oldie Jaroslav Drobny (39) kurz nach der Halbzeit aus weniger als einem Meter ab. Den Ball zum 3:0 von Mark Uth (53.) wehrt der Tscheche wieder zu kurz ab. Sané (87.) macht mit dem 3. Treffer nach einer Standardsituation beim 4:1 alles klar.

Schalke, Rudi wäre stolz auf Euch gewesen…

Ligalive-Infografik: Action Zones im Spiel FC Schalke 04 gegen Fortuna Düsseldorf (4:1), DFB-Pokal 2018/2019

Ligalive Live-Ticker - Nationale und internationale Spiele mit Autorefresh, ohne lästiges Aktualisieren