Die 30 größten “Verräter-Transfers” der Bundesliga-Geschichte


DIE STORY IN KURZEN VIDEOS

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Verräter 30 – 26: Vom Kölner im Lire-Paradies bis zum „Arbeiterkind“ bei Bayern

30. Karl-Heinz Schnellinger (Vom 1. FC Köln zu AS Rom) – „Ausgerechnet Schnellinger“… kassiert ab

Unterschiedliche Wege: Karl-Heinz Schnellinger (Milan, li.) wechselte nach Italien, Uwe Seeler (HSV) nicht…
Karl-Heinz Schnellinger (Milan, li.) wechselte nach Italien, Uwe Seeler (HSV) nicht. Foto: Imago Images / Sven Simon

Karl-Heinz Schnellinger – unsterblich geworden in der TV-Reportage von Ernst Huberty beim „Jahrhundertspiel“ Deutschland gegen Italien im WM-Halbfinale 1970 in Mexiko City (3:4 n. V.) am 17. Juni 1970. „Ausgerechnet Schnellinger, es ist nicht zu glauben“, jubelt Huberty, als der Italien-Profi Sekunden vor dem Abpfiff der regulären Spielzeit zum 1:1 gegen sein Gastgeberland eingrätscht.

Ja, ausgerechnet er, der „Fußballer des Jahres“ 1962, bis dahin vom Kicker-Sportmagazin 5-mal in die Kategorie „Weltklasse“ eingestuft, sucht das Glück jenseits der Alpen.

Im Wirtschaftswunder-Deutschland scheinen alle gut zu verdienen – aber eine Profiliga gibt es (noch) nicht. Dass man in Deutschland als einzigem Top-Fußballland in Europa noch mit Meisterschafts-Endrunde spielt und alles noch regional über die Oberligen organisiert ist, wirkt Anfang der 1960er-Jahre irgendwie rückständig. Nostalgiker werden das anders sehen.

Franz Kremer („Der Boss“), Präsident des 1. FC Köln, und Bundestrainer Sepp Herberger („Der Chef“) wollen die deutschen Wirtschaftswunder-Kicker endlich zu Profis machen. Erst 1962 wird der Weg frei für die Bundesliga, zu deren größten Befürwortern Kremer und Herberger gehören.

 

Wechsel nach Italien bringt Schnellinger ein Vermögen

Die Einführung der neuen deutschen Fußball-Eliteklasse kommt für Schnellinger zu spät. Der Weltklasse-Abwehrspieler entscheidet sich im Sommer 1963, in das Land zu wechseln, wo so richtig gut gezahlt wird: Nach Italien. Es braucht nur die Summen, die über den Tisch gehen – und schon sieht man klar. 300.000 Mark Handgeld, also 150.000 Euro, damals ein Vermögen, bekommt Schnellinger von seinem neuen Klub AS Rom ausgezahlt, als er 1963 wechselt. Der 1. FC Köln darf sich über eine Ablösesumme von 1,1 Mio. Mark (550.000 Euro) freuen. Hübschet Sümmschen.

Dass ihm die Fans in Deutschland diesen Wechsel als „Verrat“ auslegen, kann Schnellinger auch Jahrzehnte nach seinem Transfer in die Serie A nicht nachvollziehen. „Wir haben viel getan für Deutschland – wir, die wir damals ins Ausland gegangen sind. Unser Land wurde mit Krieg identifiziert, mit Hitler, nicht mit Offenheit und gutem Fußball. Aber daran hat keine Sau gedacht. Man hat uns das Geld vorgerechnet und man hat von Verrat gesprochen. Ich bin mir sicher, dass wir Spieler mehr für Deutschland getan haben als alle Konsuln, Botschafter und Politiker zusammengenommen“, kritisiert er 2005 in einem dpa-Interview.

Nach einem Jahr Leihe beim AC Mantua und dem Gewinn der Coppa Italia 1964 wechselt Schnellinger ins Star-Ensemble des AC Mailand, wo mit Kurt „Kurre“ Hamrin, Gianni Rivera, Roberto Rosato und einem gewissen Giovanni Trapattoni einige Klassespieler am Start sind. Mit Milan holt Schnellinger, den sie in Italien respektvoll „Carlo, il Biondo“ (Karl, der Blonde) nennen, 8 Titel, u. a. die Coppa Italia, die italienische Meisterschaft (Scudetto), 1969 Europapokalsieger der Meister. Zuvor 1968 den Europapokal der Pokalsieger im Finale gegen den Hamburger SV und den Mann, der den Verlockungen aus Italien widerstanden hat: Uwe Seeler. Das HSV-Idol hat 1961 ein Mega-Angebot von Inter Mailand in Höhe von 1,2 Mio. Mark ausgeschlagen. Schnellinger eben nicht.

 

Ein alternativloser Transfer?

„Ich bin nach Italien gegangen, weil man in Deutschland nur 24 Mark verdiente und nichts da war“, sagt er im Kicker-Interview zu seinem 80. Geburtstag am 31. März 2019. Er sei froh darüber, denn er habe viel gesehen, viel gelernt und viel gewonnen und sich auch sehr amüsiert. Schnellinger ist für sich sicher, dass es „keine andere Möglichkeit“ gegeben hat.

29. Herbert Sandmann (1928 – 2007 / Von Schalke zu Dortmund) – Als Erster von Schalke zum BVB und zurück

Die Meistermannschaft von Borussia Dortmund von 1957 mit (hinten, ganz links) Herbert Sandmann.
Die Meistermannschaft von Borussia Dortmund von 1957 mit (hinten, ganz links) Herbert Sandmann. Foto: Imago Images / Horstmüller

Als Herbert Sandmann mit 18 sein Debüt in der ersten Mannschaft von Borussia Dortmund gibt, ist der BVB allenfalls ein guter Sparringspartner für die Nummer 1 im Revier, den FC Schalke 04.

Das ändert sich ab 1949 schrittweise. Nach dem Gewinn der Meisterschaft in der Oberliga West schicken sich die Schwarz-Gelben und Sandmann an, die Machtverhältnisse im Kohlenpott zu kippen.

Allerdings weitgehend ohne den Flügelstürmer Sandmann. Er zieht sich einen Schienbeinbruch zu und bestreitet in der ersten Saison für Dortmund lediglich 4 Spiele (3 Tore). Er sieht beim BVB keine Perspektive und wechselt zum noch nicht ganz so verhassten Rivalen FC Schalke 04.

Dort wird er neben Heinrich Kwiatkowski und Hermann Eppenhoff, zwei weiteren „Überläufern“, die 1950 bzw. 1961 zum BVB wechseln, zum Stammspieler. Aber: In der Endrunde um die Deutsche Meisterschaft 1951 kommt er nicht mehr zum Einsatz und kehrt nach nur 2 Jahren zu Borussia Dortmund zurück.

Ein guter Entschluss, ist Herbert Sandmann in den Jahren 1956 und 1957 doch Teil der BVB-Mannschaft, die 2-mal in unveränderter Aufstellung Deutscher Meister wird. Beide Titel und erst recht mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1966 vollzieht Dortmund die „Wachablösung“ im Revier.

 

Schon „Adi“ Preißler kehrte reumütig zum BVB zurück…

Beim Portal schwatzgelb.de wird die BVB-Rückkehraktion so bewertet: „Die Rückkehr von Herbert Sandmann, war wie bei Adi Preißler ein voller Erfolg.“ Der legendäre Mittelstürmer geht 1950 zwar nicht zu Schalke, doch irgendwie ist sein Wechsel in den 100.000-Mark-Sturm von Preußen Münster doch ein Tabubruch. Denn: Die Münsteraner streben nach Höherem. Sie haben das 1949 vom DFB eingeführte „Vertragsspieler-Statut“ ziemlich ausgereizt. Dabei zahlen sie ihren Spielern offiziell zwar nicht mehr als die vorgeschriebenen 320 Mark.

Doch sie locken die Stars mit der Beschaffung von Existenzen. Top-Stürmer „Jupp“ Lammers hat man einen Sport-Studienplatz versprochen, dem Anstreicher Siegfried Rachuba spendiert man ein eigenes Malergeschäft. „Adi“ Preißler will Bares. Den Dortmunder lotst man mit 10.000 Mark Handgeld nach Münster. Das Ziel, die „beste Mannschaft in Deutschland“ zu werden, wird, wie wir heute wissen, verpasst…

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28. Leonhard „Lony“ Seiderer (1895 – 1940 / Von Nürnberg nach Fürth) – Tabubruch in Franken

Leonhard „Lony“ Seiderer ist bis heute im Stadion am Fürther Ronhof allgegenwärtig.
Leonhard „Lony“ Seiderer ist bis heute im Stadion am Fürther Ronhof allgegenwärtig. Foto: Imago Images / MiS

Als „unerbittliche Rivalen“ schildert das zur fußballerischen Wiedervereinigung 1990 erschienene Sonderheft 100 Jahre Deutscher Fußball in Ost und West den 1. FC Nürnberg und die SpVgg Greuther Fürth.

Wie tief die Abneigung der beiden fränkischen Klubs tatsächlich ist, dokumentiert das Magazin anhand einer Episode. Zum Länderspiel gegen Holland in Amsterdam am 21. April 1924 reisen die beiden verfeindeten Fraktionen in getrennten Eisenbahnwagen. Aufpasser inklusive. Nationalmannschafts-Betreuer Gustav „Papa“ Blaschke sorgt peinlichst genau dafür, dass sich Nürnberger und Fürther im Zug auch ja nicht begegnen. Es ist wohl schon genug passiert.

Ein paar Tage zuvor, beim fränkischen Derby zu Ostern, hat es Ausschreitungen gegeben. Selbst der Schiedsrichter ist von einem aufgebrachten Fan getreten worden. Auf der Reise nach Amsterdam, wo Deutschland gegen die „Elftal“ 1:0 gewinnt, wird zwischen „Clubberern“ und „Kleeblatt“-Spielern kein Wort gesprochen. Es gibt nicht mal einen Torjubel, als der Fürther Karl Auer († 1945) auf Zuspiel des Nürnbergers Heinrich Träg († 1976) zum 1:0 trifft. Auch im Bus zum Stadion oder im Hotel ist man voneinander getrennt. „Alles andere wäre wie Fahnenflucht gewesen“, erzählt Heiner Stuhlfauth, der legendäre FCN-Torhüter, Jahre später.

„Neid und offene Feindschaft waren aus der lokalen Konkurrenz der beiden überragenden Vereine der 1920er-Jahre entstanden“, heißt es dazu in 100 Jahre deutscher Fußball in Ost und West, „die paradoxerweise eine wunderbare Kombination für die Nationalmannschaft ergaben. Mehrmals bestand das DFB-Team vollständig aus Spielern beider Klubs, eine Konzentration, die es später selbst in der Glanzzeit der Bayern und Gladbacher nicht mehr gab.“

 

Die „kleine Gazelle“ wechselt mitten im Krieg

Und in dieser überhitzten Atmosphäre soll ein Spieler die Seiten wechseln? Kaum vorstellbar, aber schon weit vor 1924 passiert! Der Stürmer Leonhard „Lony“ Seiderer (1895 – 1940) vollzieht als erster den fränkischen Tabubruch. Mitten im Ersten Weltkrieg wechselt „die kleine Gazelle“, wie der schnelle Angreifer genannt wird, von Nürnberg nach Fürth. Da die Spielvereinigung im Krieg den Verlust vieler Stammspieler zu betrauern hat, entscheidet sich Seiderer 1917, dem „Kleeblatt“ zu helfen. Gleich in seiner ersten Saison erzielt er 20 Tore in 19 Punktspielen und schießt die Fürther 1918 zum Süddeutschen Pokalsieg gegen die Stuttgarter Kickers. Bis 1928 spielt Seiderer für die SpVgg Fürth, wird 1926 Deutscher Meister.

Aus Liebe, nicht aus Nächstenliebe, vollzieht Hans Sutor 1920 den ersten umgekehrten Wechsel – von Fürth nach Nürnberg. Die „Kleeblättler“ nehmen ihm die Heirat mit einer Nürnbergerin übel. „Ein Wechsel von Fürth nach Nürnberg war eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt Sutor später, doch er macht es trotzdem. Er fühlt sich von den Grün-Weißen nicht respektiert – wechselt die Seiten und wird mit dem „Club“ 3-mal Deutscher Meister. „Als sich nach Hans Sutor, „Loni“ Weiß, Heiner Auer, „Urbl“ Krauß, Georg Kennemann, Otto Brenzke und Horst Schade auch Reinhold Gettinger anschickte, über die Stadtgrenze zu wechseln, führte das zu wahren Hass-Tiraden gegen den abtrünnigen Spieler und den 1. FCN“, beschreibt das Kicker-Spezial Die großen Derbys die Reaktionen.

„Es scheint für die Clubberer ungefährlicher, mit bloßen Händen in ein Kreuzotter-Nest zu greifen“, vermutet die Nürnberger Vereinszeitung im Juli 1960, „als sich um einen Fürther Spieler zu bemühen.“ Willkommen in der Schlangengrube!

27. Olaf Thon (Von Schalke zu Bayern) – Schalkes verlorener Sohn kehrt triumphal zurück

6:6 – Die Leinwand im Gelsenkirchener Parkstadion zeigt es an: Olaf Thon und der FC Schalke 04 haben im Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern München ein Jahrhundertspiel geliefert.
6:6 – Die Leinwand im Gelsenkirchener Parkstadion zeigt es an: Olaf Thon und der FC Schalke 04 haben im Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern München ein Jahrhundertspiel geliefert. Foto: Imago Images / WEREK
Eine solche Sternstunde hat der deutsche Fußball nicht oft erlebt. Insbesondere in den grauen 1980er-Jahren nicht.

Am 2. Mai 1984 macht ein Junge Schlagzeilen, der es auf Schalke zu ähnlich hohen Popularitätswerten bringen wird wie Klub-Legende Ernst Kuzorra. Sein Name: Olaf Thon. Am 1. Mai 1984 ist er 18 Jahre alt geworden. Nun spielt er gegen den großen FC Bayern. Im DFB-Pokal-Halbfinale.

Beim unvergesslichen 6:6 nach Verlängerung gelingen dem Youngster 3 Tore – Schalke, gerade erst wieder im Begriff in die Bundesliga zurückzukehren, erzwingt ein Wiederholungsspiel in München. Doch schon jetzt tragen ihn die völlig euphorisierten Schalke-Fans auf den Schultern aus dem brodelnden Parkstadion.

Schon im Dezember 1984 gibt der Junge aus Gelsenkirchen auf Malta sein Länderspiel-Debüt für Deutschland. 4 Jahre lang werden sie ihm auf Schalke noch zujubeln und 56 Bundesliga-Tore in 167 Einsätzen mit ihm feiern. Dann steigt Schalke 1988 wieder aus der Bundesliga ab und ist völlig klamm. Die „Königsblauen“ verkaufen ihr Mittelfeld-Juwel Olaf Thon aus Geldnot.

 

Thon: „Eigentlich wollte ich ins Ausland…“

Die Bayern schlagen zu – und zahlen den knappen „Knappen“ umgerechnet 1,7 Millionen Euro Ablöse. Das ist für damalige Verhältnisse viel Geld. „Wir waren abgestiegen. Der Verein benötigte dringend Geld und musste mich deshalb verkaufen“, erzählt Olaf Thon im Januar 2020 der Zeitung Augsburger Allgemeine, „eigentlich wollte ich ins Ausland gehen. Aber damals gab es ja die Ausländerbeschränkung. Uli Hoeneß und Jupp Heynckes haben mich dann davon überzeugen können, dass der FC Bayern München der richtige Verein für mich ist.“ Auf jeden Fall können sie sicher sein, sich eines der größten deutschen Fußball-Talente rechtzeitig geangelt zu haben, bevor die Konkurrenz auf den Trichter kommt.

Mit den Bayern wird Thon 3-mal Deutscher Meister und zudem mit Deutschland Weltmeister 1990. Der damalige Bayern-Coach Erich Ribbeck schult Thon vom Mittelfeldspieler zum Libero um, doch ab 1992 hat Thon mit dem Italien-Rückkehrer Lothar Matthäus („Am liebsten is mer Mai Land“) den ultimativen Platzhirsch als Konkurrenten. Beide harmonieren auch in der Nationalmannschaft allenfalls bedingt miteinander. „Komm nach Hause, Olaf Thon”, singen die mitgereisten Schalker Fans nach Thons letztem Meisterstück mit Bayern 1994, das am 34. Spieltag und ausgerechnet mit einem 2:0 gegen S04 perfekt gemacht wird. Schalke-Macher Rudi Assauer hört gut hin. Er folgt dieser Aufforderung der Anhänger und holt Thon zurück. Ein lohnendes 2. Engagement: 1997 führt er Schalke 04 als Kapitän zum UEFA-Pokal-Sieg, dem größten internationalen Erfolg des Revier-Klubs.

26. Ludwig „Wiggerl“ Kögl (Von 1860 zu Bayern München) – Ein „Arbeiterkind“ macht alles richtig

Ludwig Kögl überspringt 1984 im Spiel FC Bayern Amateure gegen 1860 München einen Gegenspieler. F
Ludwig Kögl überspringt 1984 im Spiel FC Bayern Amateure gegen 1860 München einen Gegenspieler. Foto: Imago Images / WEREK
Ludwig Kögl weiß, dass seine Karriere möglicherweise ganz anders verlaufen wäre, wenn da nicht ein bestimmtes Detail gewesen wäre.

„Davon gehe ich aus“, sagt der Ur-Bayer der Zeitschrift 11 FREUNDE anlässlich seines 50. Geburtstags am 7. März 2016 und muss lauthals lachen, wie der Verfasser vermerkt.

„Wiggerl“ Kögl, der trickreiche und dribbelstarke Mittelfeldspieler, wechselt 1984 nämlich nur deshalb zum FC Bayern München, weil die „Löwen“ von 1860 es mal wieder versemmelt haben. In der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga hat der in die Drittklassigkeit abgestürzte Deutsche Meister von 1966 nur einen Sieg geholt – und bleibt weiter unten. „Ich wäre schon noch ganz gerne bei den Sechzigern geblieben“, räumt Kögl 2016 ein, „aber als wir den Aufstieg verpasst haben, war ich auf dem Markt und hatte viele Angebote von Bundesligisten. Und letztlich habe ich mich dann für den FC Bayern entschieden.“

Die Enttäuschung der Fans bekommt Kögl, der aus seiner Verbundenheit zum Arbeitermilieu nie einen Hehl gemacht hat, anschließend zu spüren. Es habe „schon ein paar Leute“ gegeben, die „den Kontakt komplett abgebrochen“ und ihm das persönlich genommen hätten, erzählt Kögl.

 

„Sechzig“-Fans sind unversöhnlich

Wohl auch, weil die großen Bayern den klammen Giesingern für das Talent gerade mal 70.000 Mark Ablöse (!) zahlen. Beim Ablösespiel an der Grünwalder Straße wird Kögl 90 Minuten lang ausgepfiffen.

Ob persönlich genommen oder nicht: Ludwig Kögl trifft die richtige Entscheidung. Bei den großen Bayern kommt er vom Start weg zum Zug, beim 3:1 gegen Arminia Bielefeld am 25. August 1984. Es wird eine Start-Ziel-Meisterschaft für die Münchner. Dass der Jungstar, den die selbst die BRAVO 1985 zum „Sportler des Jahres“ nominiert, nicht abhebt, verdankt er Bayern-Manager Uli Hoeneß. Er verbietet Kögl sogar, einen Porsche zu fahren. Insgesamt 5-mal wird Kögl mit dem FC Bayern Deutscher Meister, dazu kommt eine deutsche Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart (1992), dem er sich 1990 anschließt.

Der bayerische Bursche, der seine Herkunft aus dem Arbeitermilieu nie verleugnet hat, greift mit dem FCB 1987 auch nach dem Europapokal der Landesmeister und steigt unter Teamchef Franz Beckenbauer zum Nationalspieler auf. Bis die „Löwen“ in die Bundesliga zurückkommen, dauert es bis 1994. Da wäre Kögl dann schon 28 gewesen. Also: Alles richtig gemacht.

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