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Diese 11 Fußball-Stars endeten tragisch


DER GANZE POST IN EINZELNEN KURZVIDEOS ODER ALS DOSSIER

Tragik 8 – Tragik 6: Vom Suizid des Nationaltrainers bis zum Niedergang der HSV-Ikone

Gary Speed war zuletzt Trainer der walisischen Nationalmannschaft. Foto: Getty Images
Gary Speed war zuletzt Trainer der walisischen Nationalmannschaft. Foto: Getty Images

8. Gary Speed und der Suizid, den keiner versteht (1969-2011)

Gary Andrew Speed, MBE (* 8. September 1969 in Mancot, Flintshire; † 27. November 2011 in Huntington, Cheshire) war ein walisischer Fußballspieler und -trainer. Die aktive Karriere des Mittelfeldspielers umfasste mehr als zwei Jahrzehnte. Seine 85 Einsätze für Wales sind aktueller Rekord für einen walisischen Feldspieler.

Sein größter Erfolg war 1992 der Gewinn der englischen Meisterschaft mit Leeds United. Zuletzt war er Trainer der walisischen Nationalmannschaft.

Die Profispielerlaufbahn des Gary Speed begann am 6. Mai 1989 mit dem Spiel Leeds United gegen Oldham Athletic (0:0) in der zweiten englischen Liga.  An der Seite des routinierten schottischen Nationalspielers Gordon Strachan lernte Speed im jungen Alter, wie ein Leben als Profispieler auszusehen hat.

Er nahm sich neben den sportlichen Fertigkeiten auch die Ernährungsgewohnheiten von Strachan zum Vorbild, was er später als wesentlichen Faktor für seine auch im fortgeschrittenen Sportleralter wenig nachlassende Leistungsfähigkeit angab.

Ausgestattet mit einer guten Schnelligkeit, Ballsicherheit, Spielintelligenz, Athletik und Fitness gelang dem zumeist zentral oder auf der linken Seite aufgebotenen Mittelfeldspieler 1990 der Aufstieg in die höchste englische Spielklasse und dort bereits im zweiten Jahr der Gewinn der englischen Meisterschaft.

Ein Teil von etwas Grossem

Gary Speed nahm sich am 27. November 2011 das Leben. Foto: Getty Images
Gary Speed nahm sich am 27. November 2011 das Leben. Foto: Getty Images

Speed war Teil einer Mittelfeldreihe, die ihn neben Strachan mit Gary McAllister, David Batty und Steve Hodge zusammenführte. Hinter den Stürmern Lee Chapman und Rod Wallace bewies Speed Torgefährlichkeit und war mit sieben Ligatreffern gemeinsam mit Hodge die vereinsinterne Nummer 3.

Anschließend kam er in fünf Partien der Champions League zum Zuge und schoss das 1:0 beim 4:1-Sieg gegen den VfB Stuttgart – das Spiel wurde berühmt wegen des Wechselfehlers von Christoph Daum.

Weitere Erfolge mit Leeds blieben in der Folgezeit jedoch aus. In den ersten vier Jahren der 1992 beginnenden Premier League qualifizierte er sich mit dem Klub nur noch einmal in der Saison 1995/96 für den UEFA-Pokal. Dazu stand er am 24. März 1996 im Ligapokalfinale, das jedoch mit 0:3 gegen Aston Villa verloren ging.

Kurz darauf verabschiedete er sich von Leeds United, für das er über 300 Pflichtspiele absolvierte und wechselte im Juli 1996 für 3,5 Millionen Pfund zum FC Everton nach Liverpool.

Speed unterzeichnete in Everton bei dem Klub, dessen Fan er nach eigenen Angaben bereits in der Kindheit war. Umstellungsprobleme waren nicht zu verzeichnen.

Beim 7:1-Sieg traf er gegen den FC Southampton erstmals in seiner Karriere dreimal in einem Spiel der Premier League und am Ende der Saison 1996/97 hatte er gemeinsam mit Torjäger Duncan Ferguson die meisten Pflichtspieltreffer für die „Toffees“ gesammelt.

Schnell wendete sich jedoch das Blatt. Der FC Everton schnitt mit Rang 15 nicht besonders erfolgreich in der Premier League ab und als die „Blauen“ auch im Herbst 1997 den direkten Weg in Richtung Tabellenende nahmen, nahm die Unzufriedenheit von Speed zu.

Rasch machten die Gerüchte die Runde, dass Speed zu Newcastle United wechseln wollte, das zuvor die Vizemeisterschaft gewonnen hatte. Der Wechsel nach Newcastle ging im Februar 1998 für eine Ablösesumme von 5,5 Millionen Pfund über die Bühne, nachdem Speed angeblich zuvor am 31. Januar 1998 seine Mannschaft nicht zum Auswärtsspiel gegen West Ham United begleitet hatte.

Das brachte ihm die vereinsinterne Auszeichnung zum „Spieler des Jahres“ ein und kurz vor Beginn der Saison 1997/98 beförderte ihn Trainer Howard Kendall zum Mannschaftskapitän.

Nationaltrainer von Wales

Speed absolvierte 535 Premier-League-Spiele. Foto: Getty Images
Speed absolvierte 535 Premier-League-Spiele. Foto: Getty Images
Als Trainer Mark Hughes 2004 sein Engagement beendete und eine dauerhafte Tätigkeit im Vereinsfußball annahm, empfahl dieser Speed als seinen Nachfolger.

Auch die Mannschaft, allen voran Robbie Savage, sprachen sich für den langjährigen Mannschaftsführer als walisischen Trainer aus. Zunächst fiel die Wahl aber auf den alten Waliser Haudegen John Toshack.

Nach Toshacks Rücktritt im Jahr 2010 wurde Speed am 14. Dezember 2010 als neuer Nationaltrainer der Waliser vorgestellt und betreute die Mannschaft erstmals beim Länderspiel gegen Irland am 8. Februar 2011. Von den insgesamt 10 Länderspielen unter Gary Speed konnte Wales fünf gewinnen.

Dabei gab es in der Qualifikation zur Europameisterschaft 2012 drei Siege, jedoch auch zwei Niederlagen (beide gegen England), so dass sich Wales nicht für die EM 2012 qualifizierte.

Am 27. November 2011 beging Speed Selbstmord. Er erhängte sich. Am Abend vorher war er noch im BBC TV-Programm „Football Focus“ als Gast interviewt worden und hatte sich im Old Trafford ein Spiel von ManU angeschaut.

Zusammen mit seinem Kumpel Alan Shearer. Die Gründe für den Suizid bleiben mysteriös.

Aus dem LigaLive Shop

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7. Justin Fashanu, das Outing, der Selbstmord

Justin Fashanu wurde mit einem spektakulären Tor in der Saison 1979/1980 zum Star. Foto: Allsport
Justin Fashanu wurde mit einem spektakulären Tor in der Saison 1979/1980 zum Star. Foto: Allsport

Am Tag, als Justin Fashanu starb, spazierte er noch ein letztes Mal durch London East End. In Shoreditch, so wurde später ermittelt, bog er in die Fairchild Street ein. Dort besuchte er gutgelaunt die Gay-Sauna „Chariots“. Das berichteten jedenfalls Zeugen.

Am nächsten Morgen fand die Polizei Fashanu in einer Nebenstraße der Fairchild Street. Um seinen Hals war ein Elektrokabel gewickelt. Er baumelte leblos von einem Holzbalken einer Garage. Am 3. Mai 1998 endeten eine große Fußballerkarriere und ein tragisches Leben mit Höhen und Tiefen, die für mehr als 2 wirklich lange Leben ausgereicht hätten.

18 Jahre vor seinem Tod wurde Justin Fashanu plötzlich zum Star – zum Superstar. Da war er 19 Jahre alt. Und der Grund war ein Tor. Der Mittelstürmer in Diensten von Norwich City schoss es in der Saison 1979/1980 gegen den FC Liverpool. Und es war ein phänomenal gutes Tor.

Fashanu stand in halbrechter Position etwas außerhalb des Strafraums vor dem gegnerischen Tor. Er erhielt den Ball von einem Mitspieler und mit dem rechten Außenrist ließ er diesen zunächst auf Hüfthöhe abtropfen, dann drehte er sich und schoss den Ball volley mit links in den Winkel.

Der Wechsel war die schlechteste Entscheidung in seinem Leben

Justin Fashanu an seinem 30. Geburtstag. Foto: Allsport

Die Kult-Sendung „Match of the Day“ wählte den Treffer zum Tor der Saison, und Fashanu wechselte für mehr als eine Million Pfund zu Europapokalsieger Nottingham Forest. Doch das war wohl die schlechteste Entscheidung in seinem Leben.

Die Presse berichtete fortan ausführlich über ihn, denn so viel Geld war in England bis dahin noch nie an Ablösesumme für einen schwarzen Fußballer gezahlt worden. Fashanu trat in Talkshows auf, schrieb Autogramme und glaubte, er sei ganz oben angekommen.

Er kaufte sich flotte Sportwagen und ließ sich für den Boulevard in roten Lederanzügen fotografieren. Auf dem Pitch gelang ihm bei Nottingham Forest hingegen wenig bis nichts.

Ein triftiger Grund?

Justin Fashanu spielte in seiner Karriere für einige Vereine.
Justin Fashanu spielte in seiner Karriere für einige Vereine.

Für den Klub schoss er in 35 Spielen ganze drei Tore. Verzieh man ihm in Norwich Fehlschüsse, tobten sie bei Forest über jeden Ballverlust. Insbesondere Brian Clough, der Trainer, hatte so seine Schwierigkeiten mit Fashanu.

Eines Tages fand Clough heraus, dass Fashanu in Schwulenbars verkehrte. Vor versammelter Mannschaft beschimpfte er seinen Stürmer als „Schwuchtel“ und warf ihn später aus dem Kader.

Als Fashanu trotzdem beim Training erschien, rief Clough die Polizei. In seiner Biografie räumte er hinterher eine Mitschuld am Tod Fashanus ein.

Das Leben gerät aus der Bahn

Fashanu 1994 nach einem Match mit Aston Villa gegen Inter Mailand Foto: Allsport
Fashanu 1994 nach einem Match mit Aston Villa gegen Inter Mailand Foto: Allsport
Fashanus Leben geriet in der Folge komplett aus der Bahn. Er verletzte sich am Knie und verbrachte Monate in der Reha. Er wechselte den Klub und versuchte Neuanfänge in den USA, eröffnete eine Schwulenbar in Los Angeles, und als ein Freund ihm sagte, dass nur Jesus ihm helfen könne, schloss er sich einer protestantischen Fundamentalisten-Gruppe an.

Er predigte fortan  gegen die sexuelle Lust, hielt sich aber weiterhin in der Schwulenszene auf, geplagt vom Glauben, dass eine gleichgeschlechtliche Beziehung eine schwere Sünde sei. Dann kam der 22. Oktober 1990, ein Tag, der England in Wallung versetzte. Die „Sun“ veröffentlichte ein Foto von Fashanu mit der Schlagzeile:

„Eine Million Pfund teurer Fußballstar: ‚Ich bin schwul!“

Fashanu war der erste englische Fußballprofi mit Superstar-Status, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. Fashanu erhielt 80.000 Pfund für das Outing und zusätzlich Geld für die folgenden Stories von der „Sun“,  eine Summe, die ihm sein Bruder John zuvor ebenfalls angeboten hatte, wenn er sich nicht outen würde.

Sex mit Popstars, Mitspielern oder Abgeordneten

Fashanu war der erste englische Fußballprofi mit Superstar-Status, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. Foto: Getty Images
Fashanu war der erste englische Fußballprofi mit Superstar-Status, der sich öffentlich zu seiner Homosexualität bekannte. Foto: Getty Images

Es folgt eine reißerische Serie in der „Sun“, die wohl eine Mischung aus Facts, Fiction und gezieltem Mobbing bzw. Fehlinformationen war. Fashanu berichtete von Sex mit Popstars, Mitspielern und Abgeordneten des britischen Parlaments.

Er verdiente gut, denn für jede neue Story gab es neues Geld. Fashanu war zurück im Rampenlicht, und es gefiel ihm. Er vermutete, dass ihn die Leute als Pionier sahen. Tatsächlich ging vielen sein Öffentlichkeitsdrang auf den Nerv. Sogar die schwarze Community kritisierte ihn für sein Auftreten, und einige ehemalige Mitspieler sagten, dass Homosexualität nicht zum Teamsport passen würde.

Die letzten Freunde wendeten sich ab, als Justin Fashanu öffentlich zugeben musste, dass er den Abgeordneten Stephen Milligan, mit dem er ein Verhältnis gehabt haben wollte, gar nicht kannte.

Trinken & Kiffen auf Parties

Fashanu spielte unter anderem für Aston Villa. Foto: Allsport
Fashanu spielte unter anderem für Aston Villa. Foto: Allsport
Danach ließ das Interesse an seiner Person nach. Fashanu wechselte wieder Wohnsitze und Vereine, er spielte in Neuseeland, Schweden und Schottland. Nirgendwo blieb er lang. 1998 heuerte er als Trainer bei Maryland Mania in einer US-amerikanischen Amateurliga an.

Bekannten erzählte er, dass er Besitzer eines Clubs sei. Einer davon war Donald H., ein 17-jähriger Junge, der eines Abends zu einer kleinen Party in Justins Wohnung erscheint. Sie tranken wohl Bier, rauchten wohl auch Marihuana.

Zwei Tage später stand ein Polizist vor Fashanus Tür und fragte, ob er homosexuell sei und in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1998 sexuellen Kontakt zu Donald H. gehabt habe. Fashanu verneinte beide Fragen. Wenige Tage später verließ er die USA in Richtung London. Danach verlor sich seine Spur zunächst.

EINE ANDERE LIGALIVE STORY?

„Ich will sagen, dass ich den Jungen nicht vergewaltigt habe.“

Justin Fashanu spielte unter anderem auch in Neuseeland, Schweden und Schottland.
Justin Fashanu spielte unter anderem auch in Neuseeland, Schweden und Schottland.

Monate nach seinem Tod veröffentlichte eine Zeitung einen Abschiedsbrief:

„Wenn irgendjemand diese Notiz findet, bin ich hoffentlich nicht mehr da. Schwul und eine Person des öffentlichen Lebens zu sein, ist hart. Ich will sagen, dass ich den Jungen nicht vergewaltigt habe.“

Was war geschehen? Fashanu war in London unter dem Mädchennamen seiner Mutter untergetaucht, weil er über die Presse erfahren hatte, dass Scotland Yard nach ihm fahndete.

Eine Falschmeldung

Justin Fashanu im Kreis seiner Teamkollegen.
Justin Fashanu im Kreis seiner Teamkollegen.

Ironie des Schicksals: Am Tag, als sich Justin Fashanu das Leben nahm, stellte sich heraus, dass es sich um eine Falschmeldung handelte.

Man kann über Fashanu urteilen wie man will. Aber er war der erste Profi der Premier League, der sich traute, sein Schwulsein öffentlich zu bekennen.

Dafür zahlte er einen sehr hohen Preis.

6. Branko Zebec und das Saufen gegen den Schmerz

Branko Zebec 1980 als Trainer des Hamburger SV beim Spiel zwischen Stuttgart und dem HSV. Foto: Getty Images
Branko Zebec 1980 als Trainer des Hamburger SV beim Spiel zwischen Stuttgart und dem HSV. Foto: Getty Images

Branko Zebec hat seine Mannschaften mit harter Hand geführt und stets im Griff gehabt. Im Norden der Republik feierte er mit dem Hamburger SV und Eintracht Braunschweig Erfolge. Seine Alkoholkrankheit bekam der Fußball-Trainer jedoch nie in den Griff.

Vom umjubelten Meistertrainer zum alkoholkranken, hilfsbedürftigen Mensch – Branko Zebec erlebte die Höhen und Tiefen eines Fußball-Stars und endete tragisch.

Der aus dem ehemaligen Jugoslawe kommende Trainer galt im Umgang mit den Spielern als harter, kompromissloser, fast schon diktatorischer Trainer der alten Schule. Taktisch war er das genaue Gegenteil – ein Fußball-Erneuerer mit einem feinen Händchen für Spieler und den Aufbau einer funktionierenden Mannschaft.

Und so blieben die Erfolge nicht aus. Zebec wurde Meister mit Bayern München und dem Hamburger SV und verhalf auch kleinen Vereinen wie Eintracht Braunschweig zu sportlichen Höhenflügen. Zu seiner Tragödie wurde eine schwere Operation an der Bauchspeicheldrüse im Jahr 1970, von der er sich nie mehr erholte.

Im Gegenteil: Der Alkohol, den er aufgrund der Erkrankung eigentlich meiden sollte, zerstörte sein Leben. Es hieß er trank gegen den Schmerz. Dabei ruinierte er sein Leben.

Es begann 1968 in München

Branko Zebec (Zweiter von rechts) 1981/1982. Mit am Tisch sitzt links daneben auch Franz Beckenbauer. Foto: Getty Images
Branko Zebec (Zweiter von rechts) 1981/1982. Mit am Tisch sitzt links daneben auch Franz Beckenbauer. Foto: Getty Images

Die Bundesliga-Karriere von Branko Zebec begann 1968 in München. Ein Jahr zuvor war er mit seinem Heimatclub Dinamo Zagreb Messepokalsieger geworden und der aufstrebende FC Bayern, 1965 in die Bundesliga aufgestiegen, wollte endlich Titel gewinnen.

Das gelang auf Anhieb: Der 40 Jahre alte Trainer wurde mit der jungen Mannschaft um Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller deutscher Meister und krönte die Saison zudem mit dem Pokalsieg – das erste „Double“ der Bundesligahistorie.

Nur ein Jahr später war die Erfolgsgeschichte bereits wieder vorbei: Frühes Aus im Europacup, in der Liga nur Platz drei. Zebec erklärte, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Der Verein reagierte und ersetzte den Meistercoach bereits nach dem 27. Spieltag durch Udo Lattek, der eigentlich erst zur neuen Saison kommen sollte.

Erfolgreich in Braunschweig und beim HSV

Der schwer angeschlagene Branko Zebec 1980 bei einem Spiel auf der Bank. Foto: Getty Images
Der schwer angeschlagene Branko Zebec 1980 bei einem Spiel auf der Bank. Foto: Getty Images

Nach Zwischenstationen beim VfB Stuttgart und Hajduk Split heuerte Zebec 1974 beim damaligen Bundesliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig an und blieb vier volle Spielzeiten bis 1978.

Es wurde eine erfolgreiche Ära. Schon in den ersten Wochen sorgte seine als Außenseiter gestartete Mannschaft für Aufsehen.

Sie entwickelte sich zum Favoritenschreck, besiegte eine Spitzenmannschaft nach der anderen und lag zeitweise auf Platz zwei. Am Ende der Saison sprang ein respektabler neunter Platz heraus. In den beiden folgenden Jahren spielte Braunschweig sogar um die Meisterschaft mit und war wiederholt Tabellenführer.

Die Bilanz: 1976 wurden die Niedersachsen Fünfter und 1977 sogar Dritter – mit nur einem einzigen Punkt Rückstand auf Meister Borussia Mönchengladbach.

Relativ wenig Probleme

Die HSV-Mannschaft im Jahre 1979. Foto: Getty Images
Die HSV-Mannschaft im Jahre 1979. Foto: Getty Images

Zum Erfolgsmodell Zebec trugen zwei Landsleute bei: Flügelstürmer Danilo Popivoda, der noch heute Kultstatus bei den Blau-Gelben hat, und Mittelfeldspieler Aleksandar Ristic, der ihm später als Assistenztrainer zum Hamburger SV folgen und dort sein Nachfolger als Cheftrainer werden sollte.

1977/78 brachte die Verpflichtung von Weltstar Paul Breitner nicht den erhofften Schub. Nach einem enttäuschenden 13. Platz in der Bundesliga verließ Zebec die Eintracht und wechselte zum Hamburger SV.

Anders als zehn Jahre vorher in München hatte Zebec mit den HSV-Stars relativ wenig Probleme, allerdings waren diese auch andere Persönlichkeiten.

Kevin Keegan, Horst Hrubesch oder Manfred Kaltz waren vergleichsweise ruhige, unkomplizierte Typen, die zunächst gut mit Zebecs taktischen Vorgaben zurechtkamen. 1979 holte der HSV den ersten Meistertitel seit 1960, doch in der darauf folgenden Saison kündigten sich erste Schwierigkeiten an, trotz Platz zwei.

Die Spieler rebellierten

Der schwer angeschlagene Branko Zebec 1980 bei einem Spiel auf der Bank. Foto: Getty Images
Der schwer angeschlagene Branko Zebec 1980 bei einem Spiel auf der Bank. Foto: Getty Images

Die Spieler rebellierten schließlich auch beim HSV, weil Zebec gegen Saisonende angeblich zu hart trainiert hatte.

Dadurch, so die Kritiker, seien innerhalb von vier Tagen Meisterschaft (1:2 bei Aufsteiger Leverkusen) und Europacup (0:1 im Endspiel gegen Nottingham) verloren gegangen.

Am 16. Dezember 1980 zogen die Hanseaten dennoch die Reißleine. Zebec war seit Wochen nur noch bedingt einsatzbereit. So soll er unter anderem beim Auswärtsspiel in Dortmund mit 3,25 Promille auf der Trainerbank gesessen haben.

Zur Halbzeit ausgewechselt

Die HSV-Mannschaft im Jahre 1978. Foto: Getty Images
Die HSV-Mannschaft im Jahre 1978. Foto: Getty Images
Zur Halbzeit wurde er damals „ausgewechselt“ und in den Mannschaftsbus gesetzt. Die Rede ist auch von Mannschaftssitzungen, bei denen er nicht mehr fähig war, die Taktik zu erklären.

„Spielt Fußball“, habe er dann nur noch sagen können. HSV-Manager Netzer gab später zu, von der Krankheit schon bei der Verpflichtung gewusst zu haben:

Aber ich wusste nicht, was das bedeutete. Die Sache mit Branko hat mich persönlich so getroffen, wie nichts anderes im Fußball. Weil ich erleben musste, dass ich ihm nicht helfen kann. Er war ein Riesentyp, deshalb hat mir das so wehgetan. Irgendwann ging es nicht mehr. Er war ausgelaugt, am Ende. Das war sehr hart.

Das sagte Netzer 2008 in einem Interview mit der „Bild am Sonntag“. Auch bei seiner nächsten Trainerstation stand sich Zebec mit seinen Alkoholproblemen selbst im Weg: Borussia Dortmund wurde unter seiner Regie 1981/82 zwar ein taktisch reifes Team und feierte mit dem sechsten Rang nach 16 Jahren Abstinenz die Rückkehr auf die europäische Bühne.

Trotz dieses Erfolges musste Zebec nach dem Saisonende gehen, da seine Alkoholprobleme nicht mehr zu kontrollieren waren. Unter anderem war der Trainer während einer Partie von der Bank gekippt. Auch bei Eintracht Frankfurt (September 1982 bis Oktober 1983) und Dinamo Zagreb (April bis Oktober 1984) scheiterte Zebec wegen des Alkohols.

Am 26. September 1988 starb Branko Zebec in Zagreb im Alter von nur 59 Jahren.

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