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Diese 25 deutschen Fußballer wurden im Ausland zu Ikonen – oder auch nicht


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Auswanderer 15 - 11: Nie in Deutschland erste Liga gespielt, aber im Ausland ein Star

15. Bernd Trautmann: Vom Hitlerjungen zur Torwart-Legende

Bert Trautmann ist eine Legende in Manchester.
Bert Trautmann ist eine Legende in Manchester. Foto: Imago

Wohl kaum einem anderen deutschen Spieler bringt man in England mehr Respekt entgegen, als dem 2013 mit fast 90 Jahren verstorbene Klasse-Torhüter aus Bremen. Gegen Kriegsende von britischen Truppen aufgegriffen, lehnte der Fallschirmjäger und überzeugte NS-Anhänger 1948 eine Rückführung nach Deutschland ab. Trautmann, in Deutschland nie in einem Liga-Spiel zu sehen, bleibt in der Grafschaft Lancashire – und wurde zum ersten deutschen Nachkriegs-Star in England.

Trautmann, freiwillig in die Hitlerjugend eingetreten und während des Zweiten Weltkriegs u. a. Fallschirmjäger, kickt zunächst in einem Kriegsgefangenenlager, zusammen mit anderen deutschen Spielern wie dem späteren Schalker Außenläufer Karl Krause. Der heute 96-jährige Krause will seinen Kumpel 1952 auch nach Gelsenkirchen holen. Eine Verpflichtung Trautmanns scheitert an der für Fünfziger-Jahre-Verhältnisse astronomischen Ablösesumme von 25.000 Pfund. Die verlangt sein Klub Manchester City zu Recht. Gegen alle Fan-Proteste und mit der Unterstützung des Rabbiners Alexander Altmann hat Man.City 1949 die Verpflichtung des „Krauts“ durchgesetzt. City-Kapitän Eric Westwood schlägt als erster versöhnliche Töne gegenüber dem Kriegsgegner an. „Es gibt keinen Krieg in dieser Kabine“, soll er bei Trautmanns Ankunft gesagt haben.

Bernd Trautmann, von den Engländern der Einfachheit halber „Bert“ getauft, steht für einen der sagenumwobenen Erfolge im FA Cup 1956. Trotz Halswirbelbruch sichert er City in Wembley einen 3:1-Sieg gegen Birmingham City – und überlebt diese Verletzung wie durch ein Wunder. „Seine Mannschaftskameraden Dave Ewing und Bill Leivers stützen ihn auf dem Weg zur Siegerehrung“, schreibt die BBC-Journalistin Catrine Clay 2013 in ihrem bemerkenswerten Buch Trautmanns Weg. In dieser Biografie erzählt sie, wie der „geächtete Kraut zur britischen Sportlegende wird“.

Das ist keine Übertreibung. Mit 590 Pflichtspielen für die „Citizens“ ist Trautmann bis heute der deutsche England-Profi mit den meisten Einsätzen. Trautmann wird als erster Deutscher „Fußballer des Jahres“ (1956) in England. 2002 wird ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen. Allein: Zu Länderspiel-Ehren kommt der beim Karriere-Ende von 47.000 Fans an der Maine Road gefeierte Torwart-Held nie. Einzig als Dolmetscher und „landeskundiger Helfer“ wird er von Bundestrainer Sepp Herberger 1954 beim ersten Länderspiel in England in Dezember 1954 eingesetzt. Schade.

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14. Otto Maier: Gründervater von „Barca“

Otto Maier - Einer der Gründer von Barca.
Otto Maier - Einer der Gründer von Barca. Foto: Wikipedia

Hans Gamper will einfach nur kicken. Der damals 22-jährige Buchhalter der Bank Credit Lyonnais inserierte 1899 in Barcelona, um ausländische Männer für den Fußballsport zu gewinnen. Schwierig! Katalanische Vereine wollen unter sich bleiben und spielten ohne ausländische Verstärkung. Mit der Gründung des Football Club Barcelona holt Gamper die ausländischen Fußballbegeisterten zu sich.

Gemeinsam mit Spielern wie dem Deutschen Otto Maier legte Gamper den Grundstein für „Mes que un Club“, mehr als ein Verein. 153.000 Menschen bekennen sich heute als Mitglieder zu „Barca“.

Herausragende Figuren in der Gründungszeit des FC Barcelona sind der Präsident Walter Wild und die deutschen Spieler Otto Maier und Udo Steinberg. Der Mittelstürmer Maier gehört zum illustren Kreis der zwölf Gründungsmitglieder, die 29. November 1899, im Gimnnas Soler, im Carrer Pintor Fortuny 17-19, den FC Barcelona formal ins Leben riefen.

Zwischen 1899 und 1901 geht Otto Maier für die Katalanen auf Torjagd, beim ersten Spiel der Vereinsgeschichte gegen eine Auswahl englischer Auswanderer ging er allerdings wie seine Kollegen leer aus. Barcelona verlor 0:1.

13. Horst Szymaniak: Blamiert in Berlin

Tiefpunkt der Karriere war Tasmania Berlin.
Tiefpunkt der Karriere war Tasmania Berlin. Foto: ImagoImage number 13808677 date 01 07 1965 Copyright imago Arrow Horst Szymaniak Tasmania Berlin Football men Portrait ger Vneg YSF SW 1965 1966 vertical Highlight

Für Horst Szymaniak kommt die Bundesliga zu spät. Oder sie kommt ungelegen. Für den Außenläufer aus dem Ruhrgebiet, den es zwei Jahre vor Gründung der deutschen Eliteliga ins Lire-Paradies Italien zieht, bedeutet der Wechsel zu Tasmania Berlin 1965 eine enorme Fallhöhe.

„Schimmi“, wie sie Szymaniak in Erkenschwick rufen, erkennt früh die Zeichen der Zeit. Nach Ludwig Janda 1949, Horst Buhtz 1952, Karl-Heinz Spikofski und Kurt Zaro ist der für den Karlsruher SC in der Oberliga aktive Nationalspieler der fünfte deutsche Profi in Italien. Mit ihm gingen auch Erwin Waldner und Rudi Kölbl über die Alpen, Helmut Haller, Albert Brülls und Rolf Geiger (1962) sowie Karl-Heinz Schnellinger (1963) schlagen wenig später in Italien auf.

Nach zwei Jahren bei Catania Calcio schließt sich Szymaniak, dessen etwas unbeholfene Rechenkünste bei Gehalts-Verhandlungen („Wie, ein Drittel? Ich will mindestens ein Viertel!“) Eingang in die deutsche Fußballersprache finden, Inter Mailand an. Größter Erfolg im Team mit Weltstars wie Sandro Mazzola, Giacinto Facchetti oder Luis Suarez: Der Gewinn des Europapokals der Landesmeister 1964. Im Finale von Wien gegen Real Madrid (3:1) kommt der Deutsche allerdings nicht zum Einsatz.

1965 wechselt Szymaniak zum Berliner Bundesliga-Aufsteiger Tasmania 1900. Der Klub ist als Dritter der Berliner Stadt-Liga in die erst zwei Jahre zuvor aus der Taufe gehobene Bundesliga gekommen. Nach einem furiosen Start mit zwei Siegen werden die Berliner zur größten Lachnummer der Bundesliga-Historie. 8:60 Punkte, die längste Sieglos-Serie (31 Spiele), die höchste Heimpleite (0:9 gegen den MSV Duisburg) – das sind nur einige von zahlreichen Rekorden des Grauens, die die Berliner mit dem 29-mal eingesetzten Szymaniak aufstellen und bis heute halten. „Diese Niederlagenserie“, so stellte der Autor Hardy Grüne fest, „konnte auch der elegante Ballkünstler nicht verhindern, der „in einer Mannschaft von Handwerkern völlig fehl am Platz war.“ Manchmal ist eben auch Schimmi ratlos…

12. Udo Steinberg: Unsterblich dank des „Clasico“

Steinberg schoss die ersten beiden Tore für Barca im ersten Clasico.
Steinberg schoss die ersten beiden Tore für Barca im ersten Clasico. Foto: Wikipedia

Udo Steinberg – genau! Der Udo Steinberg, der für den FC Barcelona die ersten beiden Tore im Clasico gegen den Erzrivalen Real Madrid erzielte. In der Historie von „Mes que un Club“ hat sich der gebürtige Berliner auf ewig einen Platz gesichert.

1904 gründet Udo Steinberg ein Ingenieurbüro in Barcelona, ab 1906 wirkt er am Straßenbahnbau mit, und 1916 entsteht unter seiner Leitung El Mundo Deportivo – die heute täglich erscheinende, große spanische Sportzeitung. Zusammen mit Hans Gamper, Ernesto Witty, Arthur Witty, John Parsons, Arturo Leask, Kendall Park und Tomas Morrison gründet Steinberg den Lawn-Tennis Club Barcelona, aus dem später der Real Club de Tennis Barcelona hervorging.

Steinberg kann zwar an der Gründungsversammlung im Gimnnás Soler, im Carrer Pintor Fortuny 17-19, noch nicht teilnehmen, spielt aber zwischen 1901 und 1910 für den FC Barcelona. Unsterblich macht sich Steinberg am 13. Mai 1902. An diesem schicksalhaften Tag trifft der FC Barcelona zum ersten Mal auf Real Madrid  – bei einem Show-Turnier zu Ehren des spanischen Königs Alfonso XIII., das später als die erste echte (wenn auch nicht anerkannte) Copa del Rey in die Geschichte eingehen sollte. Das erste Clasico war zwar „inoffiziell“ – und wird auf der Madrider Pferderennbahn ausgetragen.

Am Legendenstatus von Udo Steinberg ändert das wenig. Steinberg erzielt die ersten beiden Tore für die Katalanen, der Schweizer Gründervater Gamper das dritte, Real kann zwischenzeitlich den Anschlusstreffer zum 2:1 durch Johnson erzielen. Doch mit dem 3:1 ist der erste Sieg von Barca im ersten Spiel gegen Real Madrid perfekt. Durch den Sieg zieht der FC Barcelona ins Finale ein, in dem man allerdings Vizcaya de Bilbao mit 1:2 unterlegen ist. Neun Jahre spielt Udo Steinberg, vor seiner Emigration nach Spanien u. a. ab April 1893 beim Fußballverein Brandenburg tätig, für den FC Barcelona. Er stirbt 1919 an den Folgen der Spanischen Grippe – ausgerechnet in Madrid und mit nur 42 Jahren.

11. Robert Huth: England-Legende ohne Bundesliga-Spiel

Englischer Meister mit Leicester City - Robert Huth.
Englischer Meister mit Leicester City - Robert Huth. Foto: Imago
Der Berliner Robert Huth hat das geschafft, was im modernen Zeitalter unwirklich anmutet. Er wurde drei Mal Meister in der englischen Premier League, ohne je ein Bundesliga-Spiel absolviert zu haben.

Die Erfolgsstory des robusten, 1,91 m großen Innenverteidigers, den sie in England ziemlich uncharmant „The Berlin Wall“, die Berliner Mauer, nennen, beginnt 2002 beim FC Chelsea. Der als Jugendspieler vom 1. FC Union zu den Blues gewechselte Abwehrspieler gibt mit 18 Jahren sein Premier-League-Debüt.

In der Ägide des russischen Klub-Eigentümers und Milliardärs Roman Abramowitsch und mit Star-Coach José Mourinho fallen die ersten, ganz großen Erfolge für Huth in London. Zwei Mal Meister in der Premier League mit Chelsea. Nach drei Jahren beim FC Middlesbrough und sechs weiteren Spielzeiten bei Stoke City – mit den Potters erreicht Huth 2011 das FA Cup-Finale – ist der Berliner, der nur ungern Interviews gibt, längst der ungekrönte deutsche Kaiser der Premier League.

323 Partien absolviert Robert Huth in der englischen Fußball-Eliteklasse – mehr als jeder andere der 63 deutschen Insel-Profis. Sein größtes Ding kommt aber noch. In der Saison 2015/2016 schreibt der WM-Dritte von 2006 mit dem Außenseiter Leicester City Fußballgeschichte. Die Foxes holen sensationell die Meisterschaft in der Premier League, Huth steuert in 35 Liga-Spielen drei Treffer zum größten Fußballmärchen auf der Insel bei. Wer braucht da noch ein Bundesliga-Spiel?

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Auswanderer 10 - 6: In Deutschland schon Star, im Ausland absolute Legenden

10. Toni Kroos: Erfolgreichster Deutscher der Champions League

Der erfolgreichste Deutsche in der Champions League - Toni Kroos.
Der erfolgreichste Deutsche in der Champions League - Toni Kroos. Foto: Imago

Alle dürfen mit aufs Bild. Die Familie mit Ehefrau Jessica und den Kindern Amelie und Leon, die Freunde, die Berater von Toni Kroos feiern mit ihrem Helden das historische Triple in der Champions League nach dem gewonnenen Finale von Kiew gegen den FC Liverpool (3:1) im Stadion-Innenraum.

Drei Mal in Folge Champions-League-Sieger, davor 2013 mit dem FC Bayern erfolgreich in der Königsklasse – für den Weltmeister bedeutete der Titel-Hattrick in der Königsklasse den Sprung in den Fußball-Olymp. Kein deutscher Spieler ist im Landesmeister-Wettbewerb erfolgreicher als der Greifswalder. Zudem konnte bisher nie ein deutscher Spieler mit zwei verschiedenen Vereinen den höchsten Titel im europäischen Klubfußball gewinnen. „Normalerweise mache ich mir aus Zahlen nichts“, sagt Kroos nach dem Titel-Hattrick, „aber man weiß, wie schwer dieser Titel zu holen ist, wie viele Mannschaften mit hoher Qualität das jedes Jahr versuchen.“

30 Millionen Euro bezahlt Real Madrid im WM-Sommer für den bescheiden auftretenden Ballverteiler der deutschen Weltmeister-Mannschaft. Vom Start weg versteht sich der introvertierte Kroos, der anfangs mit allen Mitspielern in Madrid nur Englisch sprach, mit dem exzentrischen Superstar Cristiano Ronaldo. Der Portugiese gehört bis 2018 zu den größten Profiteuren von 39 Tor-Vorbereitungen von Toni Kroos in La Liga. „Als Real-Spieler bekomme ich größere Anerkennung“, erklärt Toni Kroos schon 2015 den entscheidenden Unterschied zu seiner Zeit beim FC Bayern, wo er wahrlich nicht erfolglos war, „das ist schön zu sehen.“

In Diensten der Münchner hat sich Kroos, 2006 aus der Jugend des FC Hansa Rostock zu den Bayern gekommen, abgesehen von einer Leihe zu Bayer Leverkusen (2009/2010) unsterblich gemacht. Er gehört zu der Bayern-Mannschaft, die 2013 das historische Triple mit Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewinnt. Mit dem FC Bayern holt Kroos, den die Hamburger Morgenpost etwas ungelenkig den „Toninator“ tauft, zwölf Titel, darunter drei Deutsche Meisterschaften und drei Mal den „Pott“. Halten können die Bayern den Spieler, der vom Münchner Boulevard immer etwas unterschätzt wird, dennoch nicht. „Der Weltmeister füllt bei Real die Rolle aus, die ihm bei Bayern keiner zugetraut hat“, heißt es in einem SPORT BILD-Buch von 2015. Da ist was dran.

9. Jürgen Klinsmann: Eine Saison reicht zur Spurs-Legende

Eine Saison reicht zur Legende in London - Jürgen Klinsmann.
Eine Saison reicht zur Legende in London - Jürgen Klinsmann. Foto: Imago

Mehr als 30 deutsche Profis und Nachwuchsspieler suchen allein ab 1992 und in den ersten 15 Jahren der Premier League ihr Fußball-Glück auf der Insel. Auch Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann schaut vorbei.

„Klinsi“ führt 1994 zunächst auf der Yacht von Tottenham-Boss Alan Sugar Transfergespräche und will dann in London „ein bisschen gucken und ein bisschen kicken“, wie er in seiner schwäbisch-lockeren Art der SPORT BILD verrät. Zunächst muss der neue Superstar der Spurs jedoch gegen das Vorurteil ankämpfen, ein „Diver“, ein „Schwalbenkönig“, zu sein. Als er seine ersten Tore für Tottenham macht, segelt der Schwabe demonstrativ im Sturzflug über die Grasnarbe – ein neuer Jubelkult ist geboren.

Selbst die strengen Kommentatoren des noblen Guardian müssen ihre Urteile über Klinsmann innerhalb von nur zwei Monaten revidieren. Klinsmann rockt die Premier League. Er erzielt 30 Tore in 56 Pflichtspielen für Tottenham und wird zum „Eisbrecher und Wegbereiter für alle anderen deutschen England-Profis. Und zum Export-Schlager: Seit der offiziellen Einführung von Fan-Trikots mit Rückennummer und Spielername 1995 verkaufen die Spurs 150.000 Jerseys von Klinsmann.

Sein Sprachgefühl – Klinsmann ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet – und seine spielerische Leichtigkeit, mit der er auch in 108 Länderspielen und ab 2004 bis zur Heim-WM als Bundestrainer eine Ausnahmeerscheinung ist, lassen die Engländer staunen. Nix mehr ist es mit dem „hässlichen Deutschen“ und die Weltkriegs-Klischees können in die berühmte Schublade. Klinsmann führt alle Klischees mit seinem verschmitzten Lächeln ad absurdum und wird – als erster Deutscher seit Bernd Trautmann 1956 – im Jahr 1995 „Fußballer des Jahres“ in England. Danach holen ihn die Bayern.

8. Stefan Klos - Hochgeachtet in Glasgow

Stefan Klos bleibt bis heute hochgeachtet in Glasgow.
Stefan Klos bleibt bis heute hochgeachtet in Glasgow. Foto: Imago

Der Wechsel des Dortmunder Torhüters Stefan Klos zu den Glasgow Rangers nach 254 Bundesliga-Spielen, zwei Deutschen Meistertiteln und dem Champions-League-Triumph 1997 galt lange als nebulös.

„Ich habe nie geplant, den BVB zu verlassen“, sagt der gebürtige Dortmunder 2014 in einem 11 FREUNDE-Interview, „er nach dem Gewinn der Champions League veränderte sich im Klub einiges. Ich bekam mit, wie meine Mitspieler zu Vertragsgesprächen bestellt wurden, auch die, die noch zwei Jahre Vertrag hatten. Nur mich sprach niemand an.“ Als ihm BVB-Manager Michael Zorc im Vertragsgespräch die ketzerische Frage, ob er überhaupt einen Verein im Ausland finden würde, stellt, ist für den Ur-Dortmunder Schluss mit lustig. Klos wechselt am 1. Januar 1999 zum schottischen Rekordmeister.

Sein erster Eindruck beim Mittagessen: „Wo bin ich hier gelandet?“ Doch abgesehen von anfänglichen Sprachproblemen fügt sich der Deutsche schnell in Glasgow ein. Sein Teamkollege, der Ex-Hamburger Jörg Albertz, hilft dem introvertierten Torhüter, Anschluss zu finden. Glasgow wird für den Keeper, den sie in Dortmund 1993 beim Sprung ins UEFA-Cup-Finale als „Held von Auxerre“ besungen haben, zur zweiten und noch erfolgreicheren Karriere-Station. Zehn Titel holt Klos mit den Rangers, davon vier schottische Meisterschaften.

Die Titelpremiere ist ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben. „Als wir 1999 an einem Samstag den Titel holten, gab es eine sensationelle Party“, erzählt Klos Jahre später, „der Coach gab uns bis Mittwoch frei, weil wir am darauffolgenden Wochenende noch das Pokalfinale spielen mussten. Doch unser Kapitän und ein Verteidiger kehrten erst am Freitag ins Training zurück. Die waren zeitweise verschollen und mussten dann noch zu Hause was klären.“ Nach einem Fahrradunfall und schweren Schulter-Verletzungen beendet Klos 2007 nach 298 Liga-Spielen für die „Gers“ seine Karriere.

7. Dietmar Hamann: Zweimal Europacupsieger mit Liverpool

Didi Hamann mit dem Champions League Pokal.
Didi Hamann mit dem Champions League Pokal. Foto: Imago
Dietmar Hamann schaut auf dem roten Bus, der die Sieger an diesem 26. Mai 2005 durch die Stadt fuhr, noch ein bisserl müde drein. Erst gegen 2.30 Uhr hat er das Mannschaftshotel Crown Plaza im asiatischen Teil Istanbuls erreicht und sich davor „ein bis zwei Bier genehmigt“.

Zuvor hat Hamann mit dem FC Liverpool ein Heldenstück hingelegt, bei dem selbst sein Münchner Lehrmeister und Meistercoach von 1994, Franz Beckenbauer, mit einem verlegenen „Ja, gut, sicherlich“ passen müsste. Mit den „Reds“ hat Hamann im Champions-League-Finale gegen den AC Mailand einen 0:3-Pausenrückstand noch in einen Erfolg im Elfmeterkrimi umgedreht – und damit das wohl fabulöseste Comeback der Fußballgeschichte mitgestaltet.

Hamann und seine Münchner Weggefährten Markus Babbel und Christian Ziege werden in Liverpool hofiert wie einst die Beatles. Wenn sie gemeinsam unterwegs ist, serviert man ihnen im Pub „White Horse“, wo auch die lebenslustigen Fab Four in den Sechzigerjahren einkehren, Original Münchner Spezialitäten. Weißwurst und Weißbier werden eigens für die Deutschen importiert. Der ehemalige Bayern-Spieler Hamann weiß um die riesige Tradition des Klubs von der Anfield Road: „Die Leute hier sehnen sich nach den Erfolgen der Siebziger und Achtziger Jahre zurück und für uns eine Verpflichtung, an diese Zeiten anzuknüpfen.“

2001 hat er mit Liverpool noch einen Europapokal gewonnen. In Dortmund sichern sich die „Reds“ gegen den spanischen Außenseiter CD Alavés und mit Hamann in der Startelf in einem 5:4-Drama in der Verlängerung den UEFA-Cup. Sieben Jahre spielt Hamann für den FC Liverpool (191 Spiele), danach schließt er sich noch Manchester City und den Milton Keynes Dons an. Aber nirgends genießt der Mittelfeldspieler eine derart hohe Wertschätzung wie in Liverpool. Bis heute können ihn die Fans im Legenden-Team der Roten bei Benefizspielen sehen.

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6. Lothar Matthäus: „Weltfußballer“ bei Inter

Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand.
Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand. Foto: Imago
Es gibt nicht viel, was Lothar Matthäus vor seinem Abschied nach Italien in Deutschland und mit der Nationalmannschaft noch nicht gewonnen hat. Europameister ist der gebürtige Erlanger schon 1980, am Ende seines ersten Profi-Jahres bei Borussia Mönchengladbach. Ein Ausnahmefußballer, der seiner Zeit voraus ist.

Mit dem FC Bayern München hat er nach seinem 1984 mit viel medialem Getöse vollzogenen Wechsel aus Gladbach drei Mal die Deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal gewonnen. Nun also Inter. Bei den „Nerazzurri“ beendet Matthäus an der Seite seines Münchner Mitspielers Andreas Brehme und Stars wie Giuseppe Bergomi oder Aldo Serena eine für die Fans scheinbar endlose Leidenszeit. 1989 holt Inter erstmals nach neun langen Jahren wieder den „Scudetto“ in die Mode-Metropole. Hier eignet er sich wertvolles Basiswissen an: „Die Schuhe müssen zum Gürtel passen.“ Matthäus steuert in 32 Meisterschaftsspielen neun Tore bei – und führt Deutschland in seiner Wahl-Heimat Italien ein Jahr später zum dritten Weltmeisterschafts-Titel.

Dieser Erfolg bringt den Defensiv-Allrounder 1991 auf den absoluten Gipfel. Als erster Spieler überhaupt wird der DFB-Ehrenspielführer „Weltfußballer des Jahres“ – und schnappt sich mit Inter im italienischen Finale gegen die AS Rom und die Weltmeisterkollegen Rudi Völler und Thomas Berthold noch den UEFA-Cup. Mit 6 Toren wird Matthäus hinter Völler und gemeinsam mit Juri Tischkow von Torpedo Moskau sowie Jorge Cadete vom im Viertelfinale eliminierten Sporting Lissabon bester Schütze des Wettbewerbs.

Verabschiedet wird Matthäus – Spieler des Jahres 1991 bei Inter – bei den Mailändern allerdings durch die kalte Küche. Nach einem Kreuzbandriss im April 1992 gegen Parma und dem EM-Aus für Deutschland bei der Endrunde in Schweden kehrt „Loddar“ für eine Ablöse von umgerechnet gerade mal 2,75 Mio. Euro zum FC Bayern zurück. Juventus Turin hatte wegen Matthäus‘ Verletzung ein Angebot zurückgezogen. Ein Fehler.

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