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Diese 25 deutschen Fußballer wurden im Ausland zu Ikonen – oder auch nicht


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Auswanderer 10 - 6: In Deutschland schon Star, im Ausland absolute Legenden

10. Toni Kroos: Erfolgreichster Deutscher der Champions League

Der erfolgreichste Deutsche in der Champions League - Toni Kroos.
Der erfolgreichste Deutsche in der Champions League - Toni Kroos. Foto: Imago

Alle dürfen mit aufs Bild. Die Familie mit Ehefrau Jessica und den Kindern Amelie und Leon, die Freunde, die Berater von Toni Kroos feiern mit ihrem Helden das historische Triple in der Champions League nach dem gewonnenen Finale von Kiew gegen den FC Liverpool (3:1) im Stadion-Innenraum.

Drei Mal in Folge Champions-League-Sieger, davor 2013 mit dem FC Bayern erfolgreich in der Königsklasse – für den Weltmeister bedeutete der Titel-Hattrick in der Königsklasse den Sprung in den Fußball-Olymp. Kein deutscher Spieler ist im Landesmeister-Wettbewerb erfolgreicher als der Greifswalder. Zudem konnte bisher nie ein deutscher Spieler mit zwei verschiedenen Vereinen den höchsten Titel im europäischen Klubfußball gewinnen. „Normalerweise mache ich mir aus Zahlen nichts“, sagt Kroos nach dem Titel-Hattrick, „aber man weiß, wie schwer dieser Titel zu holen ist, wie viele Mannschaften mit hoher Qualität das jedes Jahr versuchen.“

30 Millionen Euro bezahlt Real Madrid im WM-Sommer für den bescheiden auftretenden Ballverteiler der deutschen Weltmeister-Mannschaft. Vom Start weg versteht sich der introvertierte Kroos, der anfangs mit allen Mitspielern in Madrid nur Englisch sprach, mit dem exzentrischen Superstar Cristiano Ronaldo. Der Portugiese gehört bis 2018 zu den größten Profiteuren von 39 Tor-Vorbereitungen von Toni Kroos in La Liga. „Als Real-Spieler bekomme ich größere Anerkennung“, erklärt Toni Kroos schon 2015 den entscheidenden Unterschied zu seiner Zeit beim FC Bayern, wo er wahrlich nicht erfolglos war, „das ist schön zu sehen.“

In Diensten der Münchner hat sich Kroos, 2006 aus der Jugend des FC Hansa Rostock zu den Bayern gekommen, abgesehen von einer Leihe zu Bayer Leverkusen (2009/2010) unsterblich gemacht. Er gehört zu der Bayern-Mannschaft, die 2013 das historische Triple mit Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewinnt. Mit dem FC Bayern holt Kroos, den die Hamburger Morgenpost etwas ungelenkig den „Toninator“ tauft, zwölf Titel, darunter drei Deutsche Meisterschaften und drei Mal den „Pott“. Halten können die Bayern den Spieler, der vom Münchner Boulevard immer etwas unterschätzt wird, dennoch nicht. „Der Weltmeister füllt bei Real die Rolle aus, die ihm bei Bayern keiner zugetraut hat“, heißt es in einem SPORT BILD-Buch von 2015. Da ist was dran.

9. Jürgen Klinsmann: Eine Saison reicht zur Spurs-Legende

Eine Saison reicht zur Legende in London - Jürgen Klinsmann.
Eine Saison reicht zur Legende in London - Jürgen Klinsmann. Foto: Imago

Mehr als 30 deutsche Profis und Nachwuchsspieler suchen allein ab 1992 und in den ersten 15 Jahren der Premier League ihr Fußball-Glück auf der Insel. Auch Welt- und Europameister Jürgen Klinsmann schaut vorbei.

„Klinsi“ führt 1994 zunächst auf der Yacht von Tottenham-Boss Alan Sugar Transfergespräche und will dann in London „ein bisschen gucken und ein bisschen kicken“, wie er in seiner schwäbisch-lockeren Art der SPORT BILD verrät. Zunächst muss der neue Superstar der Spurs jedoch gegen das Vorurteil ankämpfen, ein „Diver“, ein „Schwalbenkönig“, zu sein. Als er seine ersten Tore für Tottenham macht, segelt der Schwabe demonstrativ im Sturzflug über die Grasnarbe – ein neuer Jubelkult ist geboren.

Selbst die strengen Kommentatoren des noblen Guardian müssen ihre Urteile über Klinsmann innerhalb von nur zwei Monaten revidieren. Klinsmann rockt die Premier League. Er erzielt 30 Tore in 56 Pflichtspielen für Tottenham und wird zum „Eisbrecher und Wegbereiter für alle anderen deutschen England-Profis. Und zum Export-Schlager: Seit der offiziellen Einführung von Fan-Trikots mit Rückennummer und Spielername 1995 verkaufen die Spurs 150.000 Jerseys von Klinsmann.

Sein Sprachgefühl – Klinsmann ist mit einer US-Amerikanerin verheiratet – und seine spielerische Leichtigkeit, mit der er auch in 108 Länderspielen und ab 2004 bis zur Heim-WM als Bundestrainer eine Ausnahmeerscheinung ist, lassen die Engländer staunen. Nix mehr ist es mit dem „hässlichen Deutschen“ und die Weltkriegs-Klischees können in die berühmte Schublade. Klinsmann führt alle Klischees mit seinem verschmitzten Lächeln ad absurdum und wird – als erster Deutscher seit Bernd Trautmann 1956 – im Jahr 1995 „Fußballer des Jahres“ in England. Danach holen ihn die Bayern.

8. Stefan Klos - Hochgeachtet in Glasgow

Stefan Klos bleibt bis heute hochgeachtet in Glasgow.
Stefan Klos bleibt bis heute hochgeachtet in Glasgow. Foto: Imago

Der Wechsel des Dortmunder Torhüters Stefan Klos zu den Glasgow Rangers nach 254 Bundesliga-Spielen, zwei Deutschen Meistertiteln und dem Champions-League-Triumph 1997 galt lange als nebulös.

„Ich habe nie geplant, den BVB zu verlassen“, sagt der gebürtige Dortmunder 2014 in einem 11 FREUNDE-Interview, „er nach dem Gewinn der Champions League veränderte sich im Klub einiges. Ich bekam mit, wie meine Mitspieler zu Vertragsgesprächen bestellt wurden, auch die, die noch zwei Jahre Vertrag hatten. Nur mich sprach niemand an.“ Als ihm BVB-Manager Michael Zorc im Vertragsgespräch die ketzerische Frage, ob er überhaupt einen Verein im Ausland finden würde, stellt, ist für den Ur-Dortmunder Schluss mit lustig. Klos wechselt am 1. Januar 1999 zum schottischen Rekordmeister.

Sein erster Eindruck beim Mittagessen: „Wo bin ich hier gelandet?“ Doch abgesehen von anfänglichen Sprachproblemen fügt sich der Deutsche schnell in Glasgow ein. Sein Teamkollege, der Ex-Hamburger Jörg Albertz, hilft dem introvertierten Torhüter, Anschluss zu finden. Glasgow wird für den Keeper, den sie in Dortmund 1993 beim Sprung ins UEFA-Cup-Finale als „Held von Auxerre“ besungen haben, zur zweiten und noch erfolgreicheren Karriere-Station. Zehn Titel holt Klos mit den Rangers, davon vier schottische Meisterschaften.

Die Titelpremiere ist ihm nachhaltig in Erinnerung geblieben. „Als wir 1999 an einem Samstag den Titel holten, gab es eine sensationelle Party“, erzählt Klos Jahre später, „der Coach gab uns bis Mittwoch frei, weil wir am darauffolgenden Wochenende noch das Pokalfinale spielen mussten. Doch unser Kapitän und ein Verteidiger kehrten erst am Freitag ins Training zurück. Die waren zeitweise verschollen und mussten dann noch zu Hause was klären.“ Nach einem Fahrradunfall und schweren Schulter-Verletzungen beendet Klos 2007 nach 298 Liga-Spielen für die „Gers“ seine Karriere.

7. Dietmar Hamann: Zweimal Europacupsieger mit Liverpool

Didi Hamann mit dem Champions League Pokal.
Didi Hamann mit dem Champions League Pokal. Foto: Imago
Dietmar Hamann schaut auf dem roten Bus, der die Sieger an diesem 26. Mai 2005 durch die Stadt fuhr, noch ein bisserl müde drein. Erst gegen 2.30 Uhr hat er das Mannschaftshotel Crown Plaza im asiatischen Teil Istanbuls erreicht und sich davor „ein bis zwei Bier genehmigt“.

Zuvor hat Hamann mit dem FC Liverpool ein Heldenstück hingelegt, bei dem selbst sein Münchner Lehrmeister und Meistercoach von 1994, Franz Beckenbauer, mit einem verlegenen „Ja, gut, sicherlich“ passen müsste. Mit den „Reds“ hat Hamann im Champions-League-Finale gegen den AC Mailand einen 0:3-Pausenrückstand noch in einen Erfolg im Elfmeterkrimi umgedreht – und damit das wohl fabulöseste Comeback der Fußballgeschichte mitgestaltet.

Hamann und seine Münchner Weggefährten Markus Babbel und Christian Ziege werden in Liverpool hofiert wie einst die Beatles. Wenn sie gemeinsam unterwegs ist, serviert man ihnen im Pub „White Horse“, wo auch die lebenslustigen Fab Four in den Sechzigerjahren einkehren, Original Münchner Spezialitäten. Weißwurst und Weißbier werden eigens für die Deutschen importiert. Der ehemalige Bayern-Spieler Hamann weiß um die riesige Tradition des Klubs von der Anfield Road: „Die Leute hier sehnen sich nach den Erfolgen der Siebziger und Achtziger Jahre zurück und für uns eine Verpflichtung, an diese Zeiten anzuknüpfen.“

2001 hat er mit Liverpool noch einen Europapokal gewonnen. In Dortmund sichern sich die „Reds“ gegen den spanischen Außenseiter CD Alavés und mit Hamann in der Startelf in einem 5:4-Drama in der Verlängerung den UEFA-Cup. Sieben Jahre spielt Hamann für den FC Liverpool (191 Spiele), danach schließt er sich noch Manchester City und den Milton Keynes Dons an. Aber nirgends genießt der Mittelfeldspieler eine derart hohe Wertschätzung wie in Liverpool. Bis heute können ihn die Fans im Legenden-Team der Roten bei Benefizspielen sehen.

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6. Lothar Matthäus: „Weltfußballer“ bei Inter

Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand.
Lothar Matthäus (FC Bayern München) Wechsel zu Inter Mailand. Foto: Imago
Es gibt nicht viel, was Lothar Matthäus vor seinem Abschied nach Italien in Deutschland und mit der Nationalmannschaft noch nicht gewonnen hat. Europameister ist der gebürtige Erlanger schon 1980, am Ende seines ersten Profi-Jahres bei Borussia Mönchengladbach. Ein Ausnahmefußballer, der seiner Zeit voraus ist.

Mit dem FC Bayern München hat er nach seinem 1984 mit viel medialem Getöse vollzogenen Wechsel aus Gladbach drei Mal die Deutsche Meisterschaft und einmal den DFB-Pokal gewonnen. Nun also Inter. Bei den „Nerazzurri“ beendet Matthäus an der Seite seines Münchner Mitspielers Andreas Brehme und Stars wie Giuseppe Bergomi oder Aldo Serena eine für die Fans scheinbar endlose Leidenszeit. 1989 holt Inter erstmals nach neun langen Jahren wieder den „Scudetto“ in die Mode-Metropole. Hier eignet er sich wertvolles Basiswissen an: „Die Schuhe müssen zum Gürtel passen.“ Matthäus steuert in 32 Meisterschaftsspielen neun Tore bei – und führt Deutschland in seiner Wahl-Heimat Italien ein Jahr später zum dritten Weltmeisterschafts-Titel.

Dieser Erfolg bringt den Defensiv-Allrounder 1991 auf den absoluten Gipfel. Als erster Spieler überhaupt wird der DFB-Ehrenspielführer „Weltfußballer des Jahres“ – und schnappt sich mit Inter im italienischen Finale gegen die AS Rom und die Weltmeisterkollegen Rudi Völler und Thomas Berthold noch den UEFA-Cup. Mit 6 Toren wird Matthäus hinter Völler und gemeinsam mit Juri Tischkow von Torpedo Moskau sowie Jorge Cadete vom im Viertelfinale eliminierten Sporting Lissabon bester Schütze des Wettbewerbs.

Verabschiedet wird Matthäus – Spieler des Jahres 1991 bei Inter – bei den Mailändern allerdings durch die kalte Küche. Nach einem Kreuzbandriss im April 1992 gegen Parma und dem EM-Aus für Deutschland bei der Endrunde in Schweden kehrt „Loddar“ für eine Ablöse von umgerechnet gerade mal 2,75 Mio. Euro zum FC Bayern zurück. Juventus Turin hatte wegen Matthäus‘ Verletzung ein Angebot zurückgezogen. Ein Fehler.

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